Archiv für die Kategorie ‘BFC UND DIE MEDIEN’

Post… ohne LG

Neulich bekam ich einen Brief.

Diesen hier:

Brief 1

Brief 1

Eine Entschuldigung des BFC Dynamo?

Eine Einladung zur Weihnachtsfeier? (Vermutete man in einem Forum)

Nö….

Alles falsch! Der Brief kam gar nicht vom BFC Dynamo. Der Absender hielt mich vermutlich für einen Teil des Meisterklubs (auch falsch).

Der Inhalt des Briefes gibt weitere Rätsel auf, hier ist er:

Briefinhalt

Briefinhalt

Falls mir jemand die Frage beantworten kann, was jemand mit dem Absenden dieser Zeilen bezwecken könnte – ich bin gespannt.
Mindestens unhöflich finde ich es, bei Briefen die Formen derart zu verletzten.
„Sehr geehrte“ und „Mit freundlichen Grüßen“ – so viel Zeit muss sein. Nicht einmal für ein LG (in Mode gekommene „Liebe Grüße“) hats gereicht.
Ehrlich – ich bin enttäuscht.

PS.: Der Brief kam aus Neubrandenburg (Briefzentrum 17)


Warum der BFC Dynamo nicht aufsteigt…

T.H. ist Fan des BFC Dynamo. Im BFC Fanforum äußert er sich unter dem Pseudonym Burattino. Mit der bekannten Holzpuppe, deren Namen er missbraucht, hat er wenig gemeinsam. Für sein Zuschlagen wurde er auch schon mal mit einem Stadionverbot belegt, er war (oder ist) bekennender Fan der 3. Halbzeit und verleumdet auch gern mal – heute traf es mal wieder mich (und andere).
Das wäre kein Grund für einen Eintrag an dieser Stelle – gäbe es da nicht die Tatsache, dass T.H. Kinder trainiert. So lange ein Verein duldet, dass Leute wie T.H. Kinder trainieren, ist genau das der Grund dafür, dass der Verein nicht nur als unaufsteigbar gilt, sondern wirklich nicht aufsteigt.
Die Annahme, daran seien Kritiker des Vereins schuld, ist und bleibt ein Irrtum.

PS.: Meine Antwort auf einen Eintrag T.H.s im BFC Fanforum wurde gelöscht – ein Moderator – Dynamo76 – dazu: „Es war mir ein Fest“.
Lieber Moderator: Hier kannst du nicht löschen und das ist mir ein Fest!


Boxhagener Platz – tolle Figuren und kein überzeugender Film

Boxagener Platz. Mitten in Berlin. 1968 -DDR. Der Film von Torsten Schulz (Autor) und Matti Geschonneck (Regie) hätte mich berühren können. Die Geschichte spielt in meinem Berlin, in einer für mich wichtigen Zeit – und kommt bei mir trotzdem nicht an.

Schade eigentlich. Man mag sie alle, die Figuren des Films. Sie sind sympathisch. Aber man liebt oder hasst sie nicht. Es fehlt immer die letzte Nähe oder die ganz große Wut. Das Kinopublikum blieb ruhig. Es wurde nicht laut gelacht.

Einem Ossi wie mir kommt in „Boxagener Platz“ Vieles bekannt vor, die Tapeten und der Briefkasten zum Beispiel – aber das Schild, das den Öffentlichen Fernsprecher ankündigt (als ein Beispiel), scheint mir nicht zeitauthentisch. Doch da kann ich mich täuschen. Jedenfalls war für mich die Zeit damals anders. Viel aufregender!

Wer etwas über die DDR um 1968 erfahren will, ist mit Büchern besser bedient. „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf  erschien 1969  und Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“ – auch „Buridans Esel“ von Günter deBruyn.

Mein Zeitgefühl treffen auch die alten DEFA-Filme eher – „Paul und Paula“ und „Der Dritte“ als Beispiele.

C., der Wessi, ist übrigens im Kino „kurz weggenickt“ – auch ein Indiz dafür, dass der Film nicht fesselt.

Meine Meinung also:  Wer den Trailer gesehen hat, kann sich eigentlich den Weg ins Kino sparen.

Hier der Link zum Trailer des Films – KLICK.

PS.: Der BFC Dynamo kommt auch vor im Film. Mit Kreide an eine Wand geschrieben: BFC. In der gleichen Schrift steht da auch Union. Und beides ist durchgestrichen.


Eintragung nicht möglich – der BFC Dynamo und (k)ein Logo

Die unendliche Geschichte des BFC Dynamo und seiner Logos scheint wirklich kein Ende zu nehmen. Offenbar sah das Markenamt die Rechtslage (mal wieder) wie ich – jedenfalls hat es die Eintragung des neuen Logos des BFC Dynamo als Marke abgelehnt. EINTRAGUNG NICHT MÖGLICH.

Die Anmeldung gilt nun als zurückgenommen. Noch einmal viel Geld, das für NICHTS ausgegeben wurde. Und nun?

Neulich meinte der Fanbeauftragte des BFC Dynamo noch – da ging es um die von mir publizierte Ablehnung der Eintragung der BFC-Wortmarke:  „Alles wird gut!“

Damit wirklich alles gut wird, sollte man vielleicht einmal mehr auf Kritiker hören.

DE3020090300216-bfc – Markenanmeldung -Logo

(Wer weitere Kapitel der Logogeschichte lesen will, kann einfach LOGO im Suchfeld eingeben und wird fündig!)


Der BFC Dynamo und seine Logos – ein neues Kapitel in der unendlichen Geschichte

Der BFC Dynamo und seine Logos. Die Geschichte scheint unendlich. Und auch wenn es manchem Juristen nicht gefallen mag – manchmal habe ich sogar in sogenannten juristischen Dingen RECHT. Das verdanke ich langjähriger Übung – es ging um die Rente meiner pflegebedürftigen Großmutter – und der Tatsache, dass mir logisches Denken leicht fällt und viele Dinge LOGISCH sind, wenn man die Denkweise und Sprache erst einmal beherrscht.

So schrieb ich vor einigen Tagen hier unter anderem folgendes:

„Problematisch scheint mir allerdings die Eintragung des „BFC“ als Wortmarke, gibt es doch in Berlin viele Fußballvereine, die das BFC im Namen führen. Warum sollte die Buchstabenkombination nun einer allein auf Bekleidung vermarkten dürfen. Hier müsste, denke ich, ein Freihaltebedürfnis bestehen und die Eintragung vom Markenamt abgelehnt werden. BFC heißt: Berliner Fußballclub – und davon gibt es viele!“

BFC Wortmarke

Ich hatte recht. Das Markenamt hat die Eintragung abgelehnt.

BFC Dynamo „BFC“ als Wortmarke – Eintragung nicht möglich

Allein die Gebühren für den Antrag auf Eintragung betragen 1300.-€.  Schade drum.

Was das andere neue beantragte Logo – die Bärenmarke – betrifft – so gibt es nichts Neues. Wer sich dafür interessiert, warum ich meine, dass auch dieses Logo nur ein 50%-Chance auf Eintragung hat, kann das hier nachlesen.


Doof bleibt doof!

„Einer der Grundpfeiler des «Eisernen» Selbstverständnisses ist die klare und dauerhafte Abgrenzung vom BFC Dynamo, dem Lieblingsverein des ehemaligen Stasi-Chefs Erich Mielke.“ (Quelle: Netzeitung – Klick)

Wie beschränkt denkt ein Autor,  der solch kleinkarierten Mist schreibt oder gar noch mit vertritt? Sich Legenden für die Vergangenheit zurecht zu legen zur Imagepflege, das ist kein Verbrechen – Mauern in die Zukunft bauen, ist aber nicht nur nur unsportlich. Solche „Grundpfeiler“ muss man einreißen und darf sie nicht bejubeln.

Der 1. FC Union und der BFC Dynamo spielen Fußball in der gleichen Stadt – ihre Nachwuchsmannschaften treffen sich beinahe an jedem Wochenende. Sollen sich da Kinder von einander abgrenzen? Weil die Vereine früher mal das Spielzeug alter Männern waren – der eine wie der andere? Harry Tisch und Erich Mielke waren Genossen derselben Partei, kamen aus der selben KPD. Bastelten gemeinsam am DDR-Globus. Der eine leitete die Gewerkschaft, der andere den Sicherheitsapparat. (Der sportlichere war allerdings Erich Mielke, der jahrzehntelang jeden Morgen um 5.00 Uhr aufgestanden sein soll und dann eine Stunde schwamm. )

Die größten Kämpfer für die deutsche Einheit und Helden des Widerstands habe ich auch auf dem Fußballplatz entdeckt. Das sind die Fans des Brandenburger SC Süd 05. Die skandierten während des Spiels ihrer Mannschaft am letzten Sonntag gegen den Berliner AK 07 immer noch laut: „Die Mauer muss weg“. Und das 20 Jahre nach der Wende.

Die Mauer muss weg!

Die Mauer muss weg!

Und siehe da:  Die Macht der Worte wirkte – die Mauer öffnete sich und die Freiheit der Ball flo(h)g gen Westen.
Die Mauer öffnete sich

Die Mauer öffnete sich

Und an dieser Mauer war auch nicht der BFC Dynamo schuld.  An der anderen aber doch. Behauptet jedenfalls Baufresse alias Andreas Gläser. Deshalb fahren bestimmt auch die Fans des Brandenburger SC Süd 05 ins Sportforum, denn da dürfen sie am kommenden Sonntag ganz ungestraft rufen:  Die Mauer muss weg!

Scheinheiligkeit kommt vor dem Fall – der 1. FC Union und seine Fans und die beide bejubelnden und beglückwünschenden Medien hätten vielleicht doch noch einen Moment länger nachdenken sollen. Aber doof bleibt doof!

Selbst das NEUE DEUTSCHLAND (nennt sich eine Sozialistische Tageszeitung) stimmt ein ins Unkritische und veröffentlicht einen Artikel von Matthias Koch, der den Anschein erweckt, der Sponsor wäre ohnehin gekündigt worden.  So ist das aber nicht. Vertrag ist Vertrag.  Sogar beim 1. FC Union.  Hier wurde und wird schon wieder einmal die längst tote Stasi als VORWAND genutzt. Das hätte man eigentlich schreiben müssen. Wenigstens die sozialistische Tageszeitung.

Wer all die vielen Artikel und Artikelchen liest, kann sich vermutlich irgendwann des Eindrucks nicht erwehren, an all dem Union-Ärger sei auch mal wieder BFC Dynamo schuld. Der kommt dauernd irgendwie vor. Dabei hat der BFC Dynamo nullkommanix mit dem geschassten Sponsor zu tun – und muss nur dazu herhalten, zu begründen, warum ein Unternehmen, das einen ehemaligen Stasioffizier zum Aufsichtsratsvorsitzenden gemacht hat, als Sponsor für Verein und Fans nicht in Frage kommt. Der (Allein!!!)-Eigner des Unternehmens ist übrigens ein Unioner, ein ehemaliger Trainer, der sich ganz offenbar nicht am Lebenslauf seines Aufsichtsratsvorsitzenden gestört hat. Dass der Sponsor, das angeblich in Dubai eingetragene Unternehmen namens International Sport Promotion (ISP) undurchsichtig war und man nicht klären konnte, woher sein Geld kam, hätte der 1. FC Union vor Vertragsabschluss zum Entscheidungskriterium machen müssen. Aber da kam noch erst das Fressen und dann die Moral.

Mit den Verträgen nimmt es der 1. FC Union eben nicht so genau. Die kann man ja erstmal abschließen und dann irgendwie kündigen. Gut, dass es den BFC Dynamo noch gibt. Da wollte man beim Köpenicker „Kultverein“ einen Spieler loswerden und siehe da:  Der böse Nico Patschinski hatte beim BFC Poker-Turnier mitgemacht  und sich dort angeblich (man hat ja schließlich so seine Kundschafter) über den Arbeitgeber unbotmäßig geäußert. Union feuerte den ungeliebten Stürmer und verlor vor dem Arbeitsgericht  – und so kostete die Vertragsauflösung eine Menge Geld.

Wenn sich der 1. FC Union jetzt wieder einmal zum Moral-, Kult- und Widerstandsklub erklärt – „Moral ist uns wichtiger als Geld“ – dann müsste das bei klugen und die Fakten kennenden Menschen eigentlich ein heftiges Kopfschütteln verursachen. (Den Fans sei verzeihen – Liebe kann blind machen)

Der Verein aus Köpenick sollte aber jetzt dringend alle seine Sponsoren überprüfen. Die Sponsoren sollten beim Kultklub Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Birthlerbehörde für alle ihre leitenden Angestellten vorlegen müssen. Wer weiß, wie viele ehemalige Stasileute sich da noch verstecken…

Natürlich spielt es überhaupt keine Rolle, ob eine Führungskraft eines sponsernden Unternehmens vor 20 Jahren mal beim CIA, dem BND, dem Verfassungsschutz oder sonst irgendeinem Geheimdienst gearbeitet hat.  Oder doch? Jedenfalls gibt es keine Behörden, die bestätigen, dass man für diese Geheimdienste nicht tätig war – oder ist. Aber schließlich begehen so integere Geheimdienste keine Verbrechen – und sind somit besser als der böse Dämon STASI.  Nur ausnahmsweise gelangte so eine Aktion wie CHAOS an die Öffentlichkeit. Und der BND würde niemals Journalisten des Spiegel bespitzeln, denn das darf er natürlich nicht.

Warum stört sich eigentlich niemand daran, dass Gazprom den Fußballbundesligisten Schalke 04 sponsert? Dort sitzt mit Waleri Golubjew ein ehemaliger Geheimdienstoffizier im Vorstand, als stellvertretender Vorsitzender. Und der Aufsichtsrat Igor Jussufow soll ebenfalls ein ehemaliger Geheimdienstler sein. Der rettet gerade die  ostdeutschen Werften – und woher die Gelder solcher Neureichen kommen, scheint beim Sponsoring des westdeutschen Bundesligisten auch keine Rolle zu spielen.

Nun ja – Schalke muss ja seinen Kult auch nicht aus einem  imaginärem Widerstand gegen einen toten Geheimdienst und einen ehemals von diesem unterstützten Nachbarverein ziehen.

Union verzichtet letztlich nicht wegen der Stasivergangenheit des ehemaligen Vorstandvorsitzenden (er war schon zurück getreten,  als Union den Vertrag kündigte) auf die versprochenen 10 Millionen des Sponsors,  sondern weil der Verein befürchtete, die Undurchsichtigkeit des Vertragspartners könnte bei Aufdeckung der Geschäftsfelder letztlich zu einem Desaster führen. Wer glaubt, dass es um die tote Stasi ging, ist doof.


Union ist doof!

Nein, ausnahmsweise ist nicht die CDU gemeint, die sind noch schlimmer als doof – aber nicht dumm.

Gemeint ist der 1. FC  Union.

In BILD.de heißt es: „Diese Nachricht erschüttert Köpenick: Am Montagabend feuerte Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Union seinen Hauptsponsor International Sport Promotion (ISP). …

…Die Stasi ist als früherer Förderer des Erzrivalen BFC Dynamo bei Union verhasst.“

Hintergrund der Geschichte, die laut BILD (Matthias Koch) Köpenick erschüttert, ist angeblich die Tatsache, dass ein ehemaliger Hauptmann der Staatssicherheit (HA – Hauptabteilung Aufklärung) beim neuen undurchsichtigen Sponsor ISP die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden ausübte. Lang, lang ist’s her: Die DDR ist seit 20 Jahren tot – und die Stasi starb mit ihr. Lustig: Nicht die Tatsache, dass die Stasi im Klassenauftrag als „Schild und Schwert der Partei“  ihrer geheimdienstlichen Tätigkeit nachging und sich dabei über Menschenrechte, Moral und Gesetze hinwegssetzte (worin sie sich von anderen Geheimdiensten nicht unterscheidet), erregt die Unioner so fürchterlich, sondern dass sie den BFC Dynamo unterstützte. Nun zerschnitt der Zweitligaverein aus also aus „Hass“ auf einen seit 20 Jahren toten Förderer eines jetzigen Fünftligisten das Band und den Bund mit dem bösen Hauptmannsponsor. So kann man auch zu 10 Millionen NEIN sagen. Union ist doof, sage ich.

Vielleicht ist Union aber doch nicht doof. Die das sagen, sind ausgerechnet die Union-feindlichen Fans des BFC Dynamo. Die vermuten nämlich, dass die Informationen über die frühere Tätigkeit des Sponsors als Stasihauptmann aus der Vorstandsetage von Union in die Redaktion des Spiegels gelangten. Weil man den inzwischen ungeliebten und zu undurchsichtigen Sponsor gern wieder loswerden wollte.  Auf Grund der sportlichen Erfolge zu Beginn der Saison stünden längst seriösere Sponsorn auf der Matte. Und jetzt könne Union aus der schnellen Trennung auch noch einen Imagenutzen ziehen.

Einig sind sich fast alle: Die Tatsache, dass ein ehemaliger Hauptmann des Ministeriums für Staatssicherheit nach 20 Jahren in einer Führungsposition eines Unternehmens arbeitet, ist Grund genug, ein Sponsoring des Unternehmens abzulehnen. Während ein Sponsoring durch den Flick-Konzern oder die Deutsche Bank keinesfalls einen Aufschrei von irgendwem hervorrufen würde.

Nunja, einen Aufschrei hat es ja wegen des Hauptmanns aus Köpenick (der Einfall ist nicht von mir!) auch nicht gegeben. In überregionale wichtige Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche usw. habe es das Ereignis ja nicht geschafft, berichtet mein Informant aus dem Inneren der Medienmachtzentrale und was Matthias Koch behauptet hat – Köpenick sei erschüttert – stimmt auch nicht. In einem mir bekannten Medienbüro in Köpenick interessierte die Nachricht vom Sponsorenrausschmiss niemand – und es wackelte kein einziger Schreibtisch.

Übrigens: Der aufschreiber hat sich des Themas auch angenommen KLICK


Nichts geht über Bärenmarke? Der BFC Dynamo und sein neues Logo (Teil 1)

Vorweg 1.: Alle Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Auch die hier abgebildeten und besprochenen.

Vorweg 2: Ich bin kein Markenrechtler und habe – entgegen anders lautenden Behauptungen – nicht Jura studiert.

Der BFC Dynamo hat also ein neues Logo. Nun, ganz  h a t  er es noch nicht. Denn entgegen den bisherigen Annahmen der Fans steht noch gar nicht fest, ob dieses Logo das Logo des Vereins werden kann. Trotz der Behauptung, Fachleute hätten sich mit der Erstellung des Logos beschäftigt und der Annahme der Fans, man werde sich markenrechtlich schon ordentlich beraten lassen haben, behaupte ich: Der Verein bewegt sich mit seinem neuen Logo auf ganz dünnem Eis.

Das Logo ist noch nicht eingetragen! (für Neugierige hier die Anmeldung –  und der Verfahrensstand am heutigen Tag Anmeldung )

Lediglich die Anmeldung ist beim Patent- und Markenamt eingegangen. Und da kann noch viel passieren. Nach der Anmeldung folgt die Eintragung – oder auch nicht – dazu komme ich noch. Ist das Logo eingetragen, beginnt eine Widerspruchsfrist von 3 Monaten – in der kann auch noch einiges passieren. Erst dann ist das Logo (halbwegs) sicher. Halbwegs schreibe ich deshalb, weil auch schon lange eingetragene Marken gelöscht wurden, weil sich z.B. die Gesetzeslage geändert hat. Ein Beispiel ist die Löschung des Staatswappens der DDR.

Staatswappen der DDR

Staatswappen der DDR

Im Jahr 2004 versuchte ein Geschäftsmann aus Karlsruhe, sich dieses Symbol und andere DDR-Symbole (wie das der FDJ, der SED und des MfS) markenrechtlich schützen zu lassen.

Die Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt in München wurde aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung wieder gelöscht.

Diese Entscheidung wurde allerdings in der Revision im Frühling 2008 gekippt, so dass die Symbole wieder eingetragen werden.

Im Sommer 2008 hat das Patentgericht entschieden, dass die Verwendung des Staatswappens der DDR als Marke sittenwidrig ist und daher die Eintragung zu löschen ist.

Tja – manchmal ist auch eine Eintragung keine Gewähr für dauerndes Markenrecht.

Man wolle Schwierigkeiten und langwierigen Prozessen aus dem Weg gehen – so begründete der Verein seinen Fans gegenüber den Verzicht auf das Dynamo-D und die Abkürzung BFC für Berliner Fußballklub. Auch zu einem von den Fans präferierten Wettbewerb um die Gestaltung eines neuen Logos kam es nicht, das sei nicht praktikabel, begründeten die Vereinsoberen, denn man wolle anderen keine Gelegenheit geben, sich einen Entwurf möglicher Weise vorab zu sichern.

Das alles ist nur halb richtig oder falsch. Das Dynamo-D ist ein Zeichen, das bei vielen Klubs verwendet wird und deshalb allein weder gesichert ist noch gesichert werden kann. (Freihaltebedürfnis)

Dynamo D

Dynamo D

Auch die Abkürzung BFC gehört niemandem – auch nicht als Abkürzung für Berliner Fußballclub. Ein Beispiel sei gezeigt:

bfc-viktoria

bfc-viktoria

Die Verwendung von beidem – Dynamo D und BFC wäre also möglich gewesen, nur musste man unbedingt eine Ähnlichkeit und Verwechslungsgefahr mit dem Traditionslogo des BFC Dynamo vermeiden.
Traditionslogo des BFC Dynamo

Traditionslogo des BFC Dynamo

Leider gehören den Inhabern des Traditionslogos auch weitere Marken – ein weiteres Traditionslogo zum Beispiel – denn der BFC Dynamo und seine Mitglieder haben die Markenrechtsfrage in den letzten Jahren noch immer nicht ernst genug genommen.  Vielleicht ist der Verein jetzt schlauer und sichert sich die noch nicht gesicherten Traditionsmarken. Wenigstens sollte er die Markenanmeldungen überwachen  und sich wehren, wenn Privatpersonen sich Marken sichern, die eigentlich dem BFC Dynamo gehören sollten.

Das neue Logo des BFC Dynamo hat sich schon verändert.

Sah es doch zuerst so aus: 

Neues BFC Logo Version 1

Neues BFC Logo Version 1

„Ihr könnt uns alle Scheiße finden, aber WIR sind der BFC und nur WIR schreiben Fussball mit kleinem ss.“ Das hatte der Wirtschaftsratsvorsitzende Meyer als Marketingstrategie verkündet, ließ sich aber von den Fans eines Besseren belehren und man änderte das Logo ein wenig. Nun sieht es so aus:
Neues Logo BFC - Version 2

Neues Logo BFC - Version 2

Nun schreibt man FUSSBALL  in Versalien und hat die Streifen auf Fananregung etwas gedreht, aber Probleme könnten dennoch auf den BFC Dynamo zukommen. Und das nicht, weil auf dem Logo weiterhin falsch geschrieben wird – FUSSBALL CLUB statt FUSSBALLCLUB – sondern weil es vielleicht ein Eintragungshindernis gibt.
Vorsicht, jetzt folgt ein längerer Gesetzestext – das Lesen solcher Texte ist nicht jedermanns Sache. Deshalb vorweg: Wer will, kann den Text auch überspringen.  Welches mögliche absolutes Schutzhindernis ich bei der Eintragung des neuen Logos sehe, erläutere ich nach dem Text.
MarkenG § 8 absolute Schutzhindernisse

(1) Von der Eintragung sind als Marke schutzfähige Zeichen im Sinne des § 3 ausgeschlossen, die sich nicht graphisch darstellen lassen.

(2) Von der Eintragung ausgeschlossen sind Marken,

  1. denen für die Waren oder Dienstleistungen jegliche Unterscheidungskraft fehlt,
  2. die ausschließlich aus Zeichen oder Angaben bestehen, die im Verkehr zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, der geographischen Herkunft, der Zeit der Herstellung der Waren oder der Erbringung der Dienstleistungen oder zur Bezeichnung sonstiger Merkmale der Waren oder Dienstleistungen dienen können,
  3. die ausschließlich aus Zeichen oder Angaben bestehen, die im allgemeinen Sprachgebrauch oder in den redlichen und ständigen Verkehrsgepflogenheiten zur Bezeichnung der Waren oder Dienstleistungen üblich geworden sind,
  4. die geeignet sind, das Publikum insbesondere über die Art, die Beschaffenheit oder die geographische Herkunft der Waren oder Dienstleistungen zu täuschen,
  5. die gegen die öffentliche Ordnung oder die gegen die guten Sitten verstoßen,
  6. die Staatswappen, Staatsflaggen oder andere staatliche Hoheitszeichen oder Wappen eines inländischen Ortes oder eines inländischen Gemeinde- oder weiteren Kommunalverbandes enthalten,
  7. die amtliche Prüf- oder Gewährzeichen enthalten, die nach einer Bekanntmachung des Bundesministeriums der Justiz im Bundesgesetzblatt von der Eintragung als Marke ausgeschlossen sind,
  8. die Wappen, Flaggen oder andere Kennzeichen, Siegel oder Bezeichnungen internationaler zwischenstaatlicher Organisationen enthalten, die nach einer Bekanntmachung des Bundesministeriums der Justiz im Bundesgesetzblatt von der Eintragung als Marke ausgeschlossen sind,
  9. deren Benutzung ersichtlich nach sonstigen Vorschriften im öffentlichen Interesse untersagt werden kann, oder
  10. die bösgläubig angemeldet worden sind.

(3) Absatz 2 Nr. 1, 2 und 3 findet keine Anwendung, wenn die Marke sich vor dem Zeitpunkt der Entscheidung über die Eintragung infolge ihrer Benutzung für die Waren oder Dienstleistungen, für die sie angemeldet worden ist, in den beteiligten Verkehrskreisen durchgesetzt hat.

(4) Absatz 2 Nr. 6, 7 und 8 ist auch anzuwenden, wenn die Marke die Nachahmung eines dort aufgeführten Zeichens enthält. Absatz 2 Nr. 6, 7 und 8 ist nicht anzuwenden, wenn der Anmelder befugt ist, in der Marke eines der dort aufgeführten Zeichen zu führen, selbst wenn es mit einem anderen der dort aufgeführten Zeichen verwechselt werden kann. Absatz 2 Nr. 7 ist ferner nicht anzuwenden, wenn die Waren oder Dienstleistungen, für die die Marke angemeldet worden ist, mit denen, für die das Prüf- oder Gewährzeichen eingeführt ist, weder identisch noch diesen ähnlich sind. Absatz 2 Nr. 8 ist ferner nicht anzuwenden, wenn die angemeldete Marke nicht geeignet ist, beim Publikum den unzutreffenden Eindruck einer Verbindung mit der internationalen zwischenstaatlichen Organisation hervorzurufen.

Alle Achtung denjenigen, die sich durchs Gesetzesdeutsch gelesen haben. Kurz gesagt, ich sehe ein Problem, weil der Berliner Bär ein wesentliches Element des neuen Logos bildet. „Von der Eintragung ausgeschlossen sind Marken, die Staatswappen, Staatsflaggen oder andere staatliche Hoheitszeichen oder Wappen eines inländischen Ortes oder eines inländischen Gemeinde- oder weiteren Kommunalverbandes enthalten.“  

Betrifft das Logo des BFC Dynamo nicht, weil es sich um den OSTBERLINER BÄREN handelt? So einfach ist es nicht. Der Ostberliner und der Gesamtberliner Bär – sie sind einander so ähnlich, dass Verwechslungsgefahr besteht.

Berliner Bärenparade

Berliner Bärenparade

 

Demnächst mehr über das neue Logo des BFC Dynamo


Umstrittenes Logo – merkwürdiges Marketing

Noch vor wenigen Tagen hatte der starke Mann des BFC Dynamo, Peter Meyer, die Schreibweise der Ballspielart mit dem doppelten S  hartnäckig verteidigt und als angebliche Marketingstrategie ausgegeben.

Nun ruderte Meyer zurück, offenbar beeindruckt von der Kritik mancher Fans. Natürlich wollte er mit der Korrektur des Fehlers wenigstens seine Reputation bei den Fans erhöhen, einen Fehler zuzugeben, das wäre dann doch einer zu viel gewesen. So lautet Meyers neue Erklärung für die Änderung der Schreibweise folgendermaßen:

Na Logo

Liebe Fans,

der Wirtschaftsrat und das Präsidium sind ein gewähltes Gremium des Vereins, doch es geht hier nicht um persönlichen Interessen oder Ansichten einzelner Personen, sondern um das Wohl und die Förderung unseres Vereins.
Wir haben uns als Ziel gesetzt, immer auf die Fragen und Anregungen unserer Mitglieder und Fans einzugehen und jederzeit für sie ansprechbar zu sein.
Bei dem Entwurf des neuen Logos haben wir eine bestimmte Marketingstrategie verfolgt und uns nicht zuletzt an alte Wimpel und Anstecknadeln des BFC aus den 60 Jahren gehalten um die Tradition im neuen Logo widerzuspiegeln. Dafür sind wir den Kompromiss eingegangen und haben Fussball geschrieben, entgegen der deutschen Rechtschreibung.
Da seit Tagen dieses Thema brodelt und unsere Fans in zwei Lager teilt, haben wir uns dazu entschlossen die Schreibweise zu ändern und im neuen Logo ab sofort Fußball zu schreiben.
Wir werden aber weiterhin die Worte Berliner Fußball Club getrennt schreiben, als Anlehnung an die alte Kurzform B F C.
WIR sind der BFC…. nicht einer allein, sondern alle zusammen.

Peter 

(Quelle für dieses Statement ist das BFC Fanforum in privater Verantwortung – http://www.bfcdynamo.de/forum/wbb/index.php?page=Thread&postID=199675#post199675 )
Inzwischen gibt es eine überarbeitete Form des Logos, die der Fanbeauftragte heute als „final“ bezeichnete. Man hat sich dazu entschlossen, nur Großbuchstaben zu benutzen, bleibt aber bei der getrennten Schreibweise von Fussball und Club – in Anlehnung, so Meyer,  an das BFC.
Inzwischen gibt es aber eben auch Presseberichte über das falsch geschriebene „Fussball“ im Logo und andere sehen offenbar andere Probleme in der Schreibweise mit dem „ss“ – als die Fans des BFC Dynamo.
„Fussball statt Fußball – mit ss, in Frakturschrift.

In der Vergangenheit hatte der BFC große Probleme mit rechtsextremem Publikum. „Hinter dem Doppel-S steckt überhaupt kein Hintergedanke. Beim BFC wurde auf allen Wimpeln oder Schals Fussball immer so geschrieben“, entgegnet Präsident Norbert Uhlig.

Und doch wurde bewusst provoziert. „Wir hofften, dass sich alle über die Schreibweise aufregen und unser Logo so durch die Republik wandert“, sagte Peter Meyer, der Chef des Wirtschaftsrates. “

Tatsächlich wurde in den Fan-Foren statt über Nazis heftig über die Orthografie diskutiert – mit einem Erfolg. „Damit sich die Gemüter beruhigen, die uns einen Rechtschreibfehler vorwerfen, wird das Logo nur noch große Buchstaben haben“, sagte gestern Präsident Uhlig.
(Zitate aus dem Tagesspiegel, Artikel von Matthias Koch – 12.6. 2009 / Link)
Der Autor Matthias Koch irrt, als er in diesem Artikel auch noch vermutet, Rayk Bernt, der BFC-Fan, stehe der Motorrad Gruppierung Hells Angels nahe und verwalte inzwischen das Logo nur noch für den heutigen (sitzenden) Besitzer Thiel. Der ehemalige Hauptsponsor von Tennis Borussia verbüßt seit April 2009 eine Haftstrafe.
Richtig ist: Thiel und Bernt halten jeweils einen Teil der Rechte am Logo und Bernt ist Mitglied der Hells Angels.

Aus dem Artikel des Tagesspiegel machte ganz schnell die Internetplattform Short News  eine besonders schlimme und falsche Variante :      

Short News

Short News

 Natürlich hatte der BFC Dynamo noch nie ein SS im Logo. Und sein Logo hat der Verein auch nicht zurückgekauft.

Und natürlich stimmt auch nicht, was BFC Dynamo Präsiddent Norbert Uhlig dem Tagesspiegel gegenüber behauptet haben soll: „Hinter dem Doppel-S steckt überhaupt kein Hintergedanke. Beim BFC wurde auf allen Wimpeln oder Schals Fussball immer so geschrieben.“
Nein, auch beim BFC Dynamo  beherrschte man früher fast immer die deutsche Orthografie.
(Demnächst mehr zum neuen Logo des BFC Dynamo)

BFC Dynamo: Wir machen Dummheit zur Strategie

Kürzlich erschien im Berliner Kurier ein kleiner Artikel „Verzicht aufs Dynamo-D“ in dem es hieß:

„Das Dynamo-D ist verschwunden, der Berliner Bär richtet sich vor einem weinrot-weiß-gestreiften Hintergrund auf. Dazu ein Ring in den Klubfarben mit dem Vereinsnamen. Kraftvoll, aber gewöhnungsbedürftig. „Wir wollten den Besitzern des Alt-Logos keinerlei juristische Angriffspunkte bieten, haben deshalb bewusst auf das D und das BFC verzichtet. Und es sollte nicht hypermodern wirken“, so Peter Meyer.

Der BFC Dynamo braucht dringend ein Logo. Sein eigenes gehört ihm nämlich nicht.

Dummheit der ehemaligen Vereinsoberen führte einst dazu, dass sich ein Geschäftemacher das Logo, an dem der Verein kein Interesse anmeldete, sichern ließ.

Inzwischen hat das Logo zwei andere Eigentümer – und die wollen mehr Geld dafür, als der Verein bezahlen kann. Einer der Besitzer sitzt  neuerdings hinter schwedischen Gardinen, was ihn für Verhandlungen ohnehin schwerer erreichbar machen könnte. Der andere Eigentümer an den Rechten des Logos des Meisterklubs ist Mitglied des Vereins und gehörte vor Jahren zu seinen Rettern. Dass er dem Verein das Logo nicht geschenkt hat, ist normal, und wir leben eben im Kapitalismus, hieß es dazu beim BFC Dynamo, und das zeigt, dass man auch dort längst in der Bundesrepublik Deutschland angekommen ist.

Einige Witzbolde traten zwar permanent kämpferisch mit einem Transparent auf: „Wir fordern unser Emblem zurück“, aber sie standen so mild lächelnd dahinter, dass man einen Hauch von frischem Gras spürte, ohne ihnen wirklich nah zu sein.

Vor der letzten Mitgliederversammlung im Frühsommer 2008, als der Verein schon beinahe fast eventuell entschlossen schien, sich ein neues eigenes Logo zu geben, gab es plötzlich Verhandlungen zwischen den Eigentümern des Logos und Peter Meyer.

Peter Meyer ist Wirtschaftsratsvorsitzender des Vereins, sein Mitarbeiter Norbert Uhlig hat inzwischen den Präsidentenposten erhalten und auch sonst sind die Positionen beim BFC Dynamo so besetzt, dass Meyer keinen Widerspruch fürchten muss. Letztlich entscheidet er sowieso allein. Eigentlich – genau betrachtet, ist das auch richtig so – denn ihm gehört der Verein, Meyer kaufte die Schulden auf – und sich damit die Macht, die man ihm gern überließ.  Man nimmt ihm nichts übel, nicht die hohen Eintrittspreise und den Misserfolg beim zweimal missglückten Aufstieg auch nicht. Niemand fragt öffentlich danach, wieso der INFINITY Business-Club 100, der von ehemaligen und derzeitigen Sponsoren des BFC Dynamo lebt, eigentlich Eigentum des Wirtschaftsratsvorsitzenden Meyer ist. Im Gegensatz zu anderen Sponsoren-Clubs, hat dieser mit dem Verein nichts zu tun. sondern ist eine Tochterfirma des kommerziellen Unternehmens des Peter Meyer. 

Die Fans spenden und arbeiten für den Verein wie immer. Die Mitglieder auch. Viele Mitglieder sind allerdings oft säumig bei der Beitragszahlung, Außenstände in fünftstelliger Höhe beklagt der Verein zu Recht schon seit vielen Jahren.

Überzeugt von dem glücklichen Ausgang der Verhandlungen verkündete Meyer zur Mitgliederversammlung in der Mitte des vergangenen Jahres, man werde bald zum Abschluss der Verhandlungen um das Logo kommen. Man strich den Tagesordnungspunkt und die Mitglieder träumten vom Rückkauf. Als kleines Geschenk an einen der Verhandlungspartner bat Meyer sie um Entlastung des ehemaligen Präsidenten und seines Stellvertreters. Beide waren den Mitgliedern in den anderhalb Jahren vorher  so madig gemacht worden, dass den Anwesenden die Entlastung wirklich schwer fiel. Hielten sie den ehemaligen Präsidenten Mario Weinkauf doch für den Verursacher der Außenstände, der er nicht war.  

Mario Weinkauf war inzwischen längst beim Stadt-Konkurrenten Tennis Borussia Berlin weich gelandet, wenngleich die Fans dort ihn ebenso wenig mochten, wie die des BFC. Aber dort spielte das keine Rolle. Tennis Borrusia wird in der nächsten Saison voraussichtlich in der Regionalliga spielen.

Die Verhandlungen zwischen den Eigentümern der Rechte an der Vermarktung des Tradiotionslogos und dem BFC Dynamo scheiterten  nach beinahe einem Jahr. Für eine Lizenz in der Regionalliga ist es aber erforderlich, dass der Verein ein Logo hat, über das er selbst verfügen kann.

Jedenfalls erfuhren interessierte Fans vor ein paar Wochen, dass man nun doch ein neues eigenes Logo brauche. Dieses solle möglichst wenigen Leuten bekannt sein, bevor es eingetragen werde, damit sich nicht irgendwer schon vorher die Rechte sichere. Deshalb kam es nicht zu einem von den Fans bevorzugten und vorgeschlagenen Wettbewerb – irgendwer brütete im Verborgenen und dann beantragte der Verein beim Deutschen Patent- und Markenamt die folgende Marke:

Berliner Fussball Club Dynamo

Berliner Fussball Club Dynamo

Kaum war das neue Logo im BFC Forum gezeigt, sahen andere Leser, was ich auch sah: Zwei orthografische Fehler in einem Logo. Natürlich müsste man richtig schreiben: Berlin Fußballclub Dynamo…

Sofort entbrannte im Forum des Fanbeauftragten www.bfcdynamo.de/forum eine heftigte Diskssuion darüber wie Fußball geschrieben wird, von wem und warum. Die Begründungen, warum man Fussball mit zwei s schreiben wolle, sind teilweise wirklich lustig. Begeifen doch viele treue Fans des BFC Dynamo überhaupt nicht, dass es Unterschiede zwischen einer Schreibweise in ausschließlich Großbuchstaben und einer Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben gibt. Sie sind überzeugt davon, dass FUSSBALL ein Beweis dafür wäre, dass man auch Fussball schreiben könne. Dass jemand etwas nicht weiß, ist nicht schlimm – wenn er bereit ist, zu lernen. Wenn er aber auf seinem eindeutig falschen Standpunkt beharrt, dann outet er sich als ein Dummkopf.

Bei vielen BFC-Fans gibt es noch  die Tauer um den halben Abschied vom Traditionslogo. Sie haben sich um und wegen ihrer Schals mit Fans anderer Vereine geprügelt und haben den bäurischen Ährenkranz verteidigt und sogar das zeitweise ungeliebte Dynamo D mit seiner bekannten Herkunft aus der Sowjetunion.

Natürlich wird man das Traditionslogo auch weiterhin sehen. Auf tätovierten Schultern, Rücken und Waden, T-Shirts, Schals, Jacken und Webseiten. Die Eigentümer der Rechte am Logo werden auch weiterhin Artikel verkaufen und verkaufen lassen, und einige Fans werden das „alte“ Logo für sich selbst gestalten, ausdrucken und verwenden. Es gibt aber auch viele Anhänger, die schon immer Wert darauf legten, nicht wie geschmückte Weihnachtsbäume umherzulaufen und sich für dezente Kleidung in den Farben Vereins (weinrot und weiß) entschieden oder auch als Trendsetter auftraten.

Die Entscheidung für ein eigenes Logo war für den Verein trotzdem längst überfällig. Hätte er sie bereits vor Jahren getroffen, statt Bestrebungen ihm zu helfen, selbst zu torpedieren, wäre ihm vielleicht manches Leid erspart geblieben. Und der Weg zum Traditionslogo könnte inzwischen kürzer als er es jetzt ist. (Mehr zur Geschichte des Logos finden Sie übrigens hier im Blog, wenn sie auf die Kategorie LOG-KICK drücken)

Weil viele klügere Fans ihr berechtigstes Missfallen an der Schreibweise  äußerten, hatte ich die Hoffnung, Meyer und die Seinen würden einlenken, man werde sich auf  Versalien, also ausschließlich Großbuchstaben, einigen, den Eintragungsantrag entsprechend ändern und alles wäre beinahe gut. Aber kaum hatte der Streit im Internet um die Schreibung des Vereinsnamens im neuen Logo begonnen, meldete sich der „Chef“ zu Wort und erklärte dem verwunderten Publikum, warum man sich für eine falsche Schreibweise entschieden hatte. Hier Auszüge aus seiner Begründung:

„Der zweite und deutlich schwierigste Punkt war die Vermarktung und der Bekanntheitsgrad des neuen Logos. Wir wollten erreichen, dass im Internet in allen Foren verschiedener Fußballvereine über das neue Logo des BFC gesprochen wird, damit es bekannt wird. Wir bedienten uns eines einfachen Tricks den wir uns bei der FIFA abgeschaut haben. Wir schrieben Fussball mit kleinen Buchstaben und ss und hofften, dass sich alle über die Schreibweise aufregen werden und unser Logo so durch die ganze Republik wandert. Dieser Plan scheint aufzugehen und unsere Marketingstrategie zu funktionieren, frei nach dem Motto: Ihr könnt uns alle Scheiße finden, aber WIR sind der BFC und nur WIR schreiben Fussball mit kleinem ss. Sie werden sich aufregen und sagen was bilden die sich ein, ja aber so war der BFC schon immer und so soll er bleiben. Wir werden mit der Anmeldung beim DPMA die Schreibweise Berliner Fussball Club Dynamo zu unserer Schutzmarke machen und jeder soll wissen, wo Berliner Fussball Club Dynamo draufsteht ist auch Berliner Fussball Club Dynamo drin. Abgesehen von der Ausnahme in diesem Schriftzug gilt natürlich auch für uns die deutsche Rechtschreibung und die Schreibweise Fußball.
Für unsere Kritiker sei noch gesagt, wir setzen diese Strategie bereits seit einem Jahr um, siehe unsere Satzung §1 Abs. 1 vom 12.10.2008 oder unsere Eintrittskarten der Saison 2008/2009. Diese Vermarktung wird sich in einer Werbeaktion und ab der neuen Saison auch in der neuen offiziellen Internetseite des Vereins www.Berliner-Fussball-Club.de wiederspiegeln.“

 (Zitat – Peter Meyer, Wirtschaftsratsvorsitzender des BFC Dynamo e.V.)

Nun, da spricht Peter Meyer wohl nicht ganz die Wahrheit – zieht sich doch das Problem der falschen Schreibweise beim BFC Dynamo schon durch die letzten Jahre – und wurde sogar im Nordostfußballforum geführt. Meine Mails an den jetzigen Jugendleiter,  an einen seiner Vorgänger, an den Pressesprecher des Vereins, an die Organisatoren des Dynamo-Cups – umsonst, man beharrte auf der falschen Rechtschreibung von Fußball mit dem Doppel-S. Auch meine Hinweise, dass beim BFC Dynamo eben auch viele Kinder und Jugendliche trainieren, um deretwillen man sich um die korrekte Orthographie bemühen sollte, hatten keinen Erfolg.

Dynamo-Cup- "Fussball"

Dynamo-Cup- "Fussball"

Für diesen Text hatte ich den Verantwortlichen eine Überarbeitung geschickt, die sie dann ins Netz gestellt haben -leider mit einer Ausnahme: Auf der Schreibweise von „Fussball“ beharrten sie. (2008 und auch 2009)

Offizielle Jugendseite des BFC Dynamo e.V.

Offizielle Jugendseite des BFC Dynamo e.V.

Zeitweise hatte ich den Eindruck, man beharrte auf dem orthografischen Fehler, weil die Hinweise von mir kamen, aber jetzt weiß ich: Es ist Strategie. Die auch schon in der Satzung umgesetzt wurde, wie Meyer sagte.

BFC Dynamo: Wir machen Dummheit zur Strategie!

Wer Dummheit zu seiner Strategie erklärt, bei dem könnte auch Dummheit die Ursache sein. Kein wirklich sicheres Erfolgsrezept – nicht mal im Fußball…

Demnächst mehr zum neuen Logo des BFC Dynamo.