Archiv für die Kategorie ‘BFC UND DIE MEDIEN’

Betriebsblindheit: Sonderfall der Selektiven Wahrnehmung

Die Selektive Wahrnehmung ist eine der großen Leistungen unseres Gehirns. Ihre Ursachen und Notwendigkeiten sind recht gut erforscht, aber noch immer sind nicht alle bekannt. Das menschliche Gehirn muss, um das Übermaß an einwirkenden Informationen verarbeiten zu können, sich darauf beschränken, die in Muster passenden auszuwählen. E in besonderer Fall der Selektiven Wahrnehmung ist die sogenannte Betriebsblindheit. Betriebsblindheit entsteht nicht nur in Betrieben, sondern in allen geschlossenen Gesellschaften und Systemen, auch die Fans von Fußballvereinen sind davon betroffen. Durch die Einigkeit der Individuen (Fans) sind sie in der Wahrnehmung ihrer Außenwelt durch die eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, Hoffnungen und Interessen so stark beeinflusst, dass in ihre Muster nicht passende Bilder, Töne oder Gerüche übersehen und nicht einmal registriert werden. Betriebsblinde werten und bewerten die eigene und fremde Welt in falscher Gewichtung. Sie betrachten ihren Betrieb, ihren Verein, als wäre er der Mittelpunkt des jeweiligen Systems. Schlimmer noch: Machmal dreht sich die ganze Welt um den einen Mittelpunkt, der in der Mitte des beliebtesten Musters verortet wird.

Schule, Theater, Verein  und Partei – lauter Orte der Betriebsblindheit und unbedingt angewiesen auf die Sicht von außen und die haben oft eben nur Außenstehende.


Rippchen satt

Offenbar hatten die meisten Fans des BFC Dynamo die Rippchen satt. Nur 70 von ihnen fanden sich heute zum Auswärtsboykott im Vereinsheim ein, um für einen Eintrittspreis von 5 € und weitere 5 ,99 € – wie schon beim letzten Auswärtsspiel der BFC-Mannschaft – „Rippchen und Pommes bis zum Abpfiff “ zu genießen. Die übrig gebliebenen Rippchen kann man ja nun wieder einfrieren, es warten noch einige Auswärtsspiele auf die hungrigen Fans des Boykotts. Allerdings dürfte der Plan, für die im Vereinsheim an den Boykotttagen erwirtschafteten Euros in der nächsten Saison einen „Bomber“ zu engagieren, an der Summe scheitern. Es sei denn, man meint mit Bomber nicht einen guten Spieler, sondern den Torwart eines Konkurrenten – aber ob der eine Bereicherung der Mannschaft wäre, dürften die meisten Insider bezweifeln.

Während in Torgelow also mehr als 500 Fußballfans ein typisches Fünftligaspiel sahen, langweilten sich am Spielfeldrand und in der näheren Umgebung 200 uniformierte Pflichtanwesende. Aus Torgelow war weiterhin zu hören, dass man sich an die Eintrittspreise des Vereinsheimes in Berlin angepasst hatte und die Eintrittskarte nun statt 2,50 € auch 5 € kostete.

Vor dem Rechner hofften viele Fans der Berliner Mannschaft auf einen Liveticker – im Wesentlichen vergeblich. Zwar versorgte sie ein Rostocker wenigstens mit schmalen Infos, aber das VEREINSHEIM in Person schimpfte die abwesenden Rippchenboykottierer aus:

Vereinsheim - am 7.3.2009

Vereinsheim - am 7.3.2009

Dabei wäre es doch ganz einfach gewesen, auch die vielen Internetuser mit Infos zu versorgen. Direkt aus dem Vereinsheim ins Netz. Einfach so, weil man nett ist…

Auch bei Heimspielen sind freiwillige oder unfreiwillige „Boykottierer“ auf Infos angewiesen: Die arbeitende Bevölkerung, Familienväter ohne Freizeitgenehmigung, Arme, Gastarbeiter in der Fremde – jedenfalls sind es immer zwischen 100 und 200 Interessierten, die das Fußballereignis am Rechner verfolgen.

Nun bin ich sehr gespannt auf den Bericht im Berliner Kurier, der Haus- und Hofpostille des Meisterklubs, die den Boykott der BFC-Fans ja begleiten wollte.


Antwort auf eine Frage…

„Maja, ich kenne niemanden, der sich zu einem Verein bekennt und zeitgleich denselben so vehement bekämpfst wie du.

Ich kannte mal eine Maja, die kritisch, aber immer wohlwollend mit ihrem Verein umgegangen ist.

Wo ist die Maja von damals geblieben?“

Das fragte mich gestern ein BFCer in einem Forum. Hier meine Antwort:

Ich gehe noch immer sehr wohlwollend mit dem Verein um. Das merkst du vielleicht nicht. Erinnerst du dich, warum ich zum Verein kam? Daran halte ich fest. Wenn ich nicht wohlwollend wäre, würde ich anders schreiben. Dann würde ich die Pöbelmails veröffentlichen und manch anderes auch.

Jeder, der auch nur einen Hauch von Kritik am BFC übt, wird beleidigt und diskreditiert. So etwas wie Respekt gibt es nicht. Die Maja von damals erhielt eine Mail vom Verein, in der ihr die Akkreditierung entzogen wurde. Warum?

Ich könnte jetzt ein wenig von dem aufzählen, was seither geschah – und ich möchte denjenigen Menschen sehen, auf den das nicht auch einen persönlichen Einfluss genommen hätte, das hat es auch auf mich. Wie oft würdest du deine Frau, deine Kinder, deine Eltern beleidigen lassen? Wann würde das deine Meinung beeinflussen?
Ich habe nach wenigen Wochen der damaligen Wut und Entäuschung meine Bilder für die Fans wieder ins Netz gestellt. Und ich bemühe mich bei jedem Text um Gerechtigkeit. Aber: Fremdbild und Eigenbild beim BFC weichen immer noch stark voneinander ab. Die andere Meinung wird nicht ertragen. Ich bekämpfe den BFC nicht. Ich will ihn höherklassig spielen sehen. Und dazu muss er sich verändern.

Frag mal Nicht-BFCer wie sie meine Texte lesen.
Ich habe nicht jahrelang beim BFC recherchiert, um nicht über ihn zu schreiben. Und ich werde immer nur schreiben, was ich denke…

Man kann Ratschläge und Hilfe annehmen oder sie ablehnen.  Hat sich irgendwer von den sogenannten „echten“ BFCern wirklich mit der neuen Satzung auseinander gesetzt? Ich bin nicht aus dem Verein ausgetreten, weil ich die Entscheidung von Mehrheiten nicht ertragen kann. Ich habe lange an meiner Mitgliedschaft festgehalten, obwohl euch jeder Autor erklären würde, dass man seinem Gegenstand so nah nicht sein darf, weil mir der BFC etwas bedeutet. Aber wo ist das Forum hin, in dem diskutiert wurde – es ist eben so tot, wie die andere Meinung beim BFC. Man darf sie nicht haben.

Gestern habe ich gesehen, dass Rainer den Text auf seiner Webseite geändert hat, der lautet nun so:
„Maja Wiens kam zum BFC Dynamo, um in der Fanszene zu recherschieren und später ein Buch zu schreiben. Schnell wurde sie vom BFC Virus infiziert. Im Laufe der Jahre konnte sie eine große Anzahl von Bildern und Videos ansammeln Inzwischen hat sie sich vom BFC entfernt. Zwischen ihr und dem Verein gibt es keinen gemeinsamen Nenner mehr.“ /@Rainer – „recherchieren“.

Falsch: Nicht ich habe mich entfernt! Der Verein hat mich entfernt.

Rainer hat zum Beispiel den Eindruck stehen gelassen, ich hätte ihn mit irgendwelchen gerichtlichen Unterlassungserklärungen „bedroht“ – das ist nicht so gewesen, die haben ganz andere geschickt – aber ich kriege regelmäßig die öffentliche Schelte und die „persönlichen Mails“ von Pöblern.
Es gibt keinen persönlichen Angriff und keine unterste Schublade, die ich in den letzten Jahren nicht erlebt habe. Hier im Forum (Nordostfußßballforum) finden sich noch immer massenhaft Beispiele, Und dass ich das meistens als gewohnheitsmäßige dumme Reflexbeißerei werten kann, erfordert manchmal wirklich Anstrengung 

Ich werde Rainer und auch der offiziellen Seite auch weiterhin eine Mail schicken, wenn etwas mit der Orthografie nicht stimmt, aber ich werde auch weiterhin kritisch schreiben – auch über den BFC. Das was ich sehe und lese beurteile ich. Die DDR war mein Land – und ich habe trotzdem kritisch drauf geguckt.

Ausgetreten bin ich, weil der Verein mit der neuen Satzung die Rechte der Mitglieder so weit eingeschränkt hat, dass eine Mitgliedschaft im Prinzip bedeutungslos ist. Beim BFC gibt es eine Ein-Mann-Herrschaft von Peter Meyer. Ihm gehört der Verein, und er trifft im Wesentlichen die Entscheidungen. Kritische Fans würden viele Fragen stellen… Kritische Fans gab es früher beim BFC – jetzt erlebe ich keine mehr – ich lese auch nichts von ihnen.

Könnte ja sein, dass sich alles Kritische außerhalb des Internets abspielt – aber auch das ist ja nicht so. Es mag sein, dass es viele Vereine gibt, bei denen es Alleineigner gibt und Fans gar nichts zu sagen haben, weder kritische noch unkritische, aber das sind eben andere Vereine. Meine Fotoseite für die Fans des BFC hat nicht ohne Grund den Untertitel: „Auf andere Art so große Hoffnung“…

Ich denke, ich bin mir sehr treu geblieben – aber meine Perspektive hat sich natürlich verändert. Ich habe jahrelang kein Spiel des BFC versäumt, nicht einmal ein Testspiel, aber beim BFC im „Inneren“ ist ein Arbeiten seit mehr als 2 Jahren nicht mehr möglich – also betrachte ich die Sache von außen. Für meine Arbeit ist das kein Problem, denn da geht es ja genau um die Problematik der Wahrnehmung des Vereins und seiner Fans in den Medien, um Eigen- und Fremdbild.

Was verstehst du unter „wohlwollend“? Ich finde zum Beispiel „wohlwollend“, dass ich manches sehr Böse, was ich weiß nicht schreibe. Und man muss schon sehr wohlwollend sein, um so genau zu recherchieren und auf einen Verein zu gucken wie ich das tue.  

Neulich habe ich etwas dazu geschrieben, wie man eine offizielle Seite des Vereins auch mit den Mitteln des BFC lebendig und aktuell halten könnte. Und habe gesagt, was ich gegenwärtig dazu beitragen könnet – nämlich das Korrekturlesen. Guck dir einfach die Reaktion darauf an: Das glaubst du doch wohl selber nicht, du würdest ja nicht einen Handschlag für den Verein tun. Keiner von denen, die es besser wissen, hat diesem Beitrag widersprochen. Das Bild, das von mir beim BFC absichtsvoll gezeichnet wurde, ist bei vielen angekommen – das habe ich nicht nur selber geprägt. Mit den Folgen muss ich mich tagtäglich auseinander setzen. Oder aber ich müsste mir untreu werden – hier den Mund halten und im Blog auch.

Weißt du, ich nehme jetzt mal die „andere“ Seite – den Herrn Wusterhausen. Der ist böse, alt, verlogen, dumm, trinkt nur Kaffee an runden Tischen, betrügt, ignoriert die Vereine und hat keine Ahnung, er ist seiner Funktion nicht würdig – das ist das, was man von BFCern über Herrn Wusterhausen liest. Wenn sie das von mir lesen würden, fänden sie es mindestens in Ordnung.

So lange der Kurier „linientreu“ schreibt, ist alles in Butter. Was aber, wenn er kritisch berichten würde? Man kann den Boykott eben auch anders sehen! Aus der Sicht von Bentwisch zum Beispiel: Der Verein fragt sich, was er für die Schwierigkeiten der Fans des BFC Dynamo mit der Polizei kann. Schlechter Gastgeber ist er auch bisher nicht gewesen. Inzwischen dürfte allerdings die Chemie zwischen beiden Vereinen endgültig gestört sein, daran hat nun auch Bentwisch einen Anteil.

Die Fotoseite bleibt stehen – und wenn zum Beispiel Torsten oder andere BFCer Fotos machen, stelle ich sie hoch.

Wenn ich hier diskutiere oder im Blog etwas schreibe, dann entspricht das meiner gegenwärtigen Sicht der Dinge und damit müssen auch diejenigen leben, die es anders sehen.
Und glaub mir Alter BFCer – mit mehr Abstand liest sich manches anders. Was glaubst du, wie oft ich gefragt werde, warum ich denn so an diesem Verein festhalte – die Adjektive vor Verein lasse ich lieber einmal weg. Und beim Vorlesen der Texte über den BFC hat auch noch niemand vermutet, dass ich ein Feind des Vereins sei. Allerdings waren bisher auch keine BFCer dabei :-).

Die Kommentarfunktion in meinem Blog ist übrigens aktiviert. Und sachliche Beiträge schalte ich auch dann frei, wenn sie meiner Ansicht widersprechen.
Grüße aus Pankow
@Grauer – ich brauche keinen Deckmantel – auch keinen der Sympathie. Was meinst du, würde sich ändern, wenn ich wie du keinen Verein unter meinem Namen hätte?


Teure Rippchen – kleine Entchen?

Das Fußballwochenende ist vorbei. Die Bayern haben wieder versagt, das freut mich, obwohl ich auf ihren Sieg getippt hatte. Die Cottbuser Fans können jubeln, Werder wurde glücklich geschlagen, das freut mich auch, aber getippt hatte ich auch da falsch. Die Frankfurter Eintracht hat in Karlsruhe gewonnen, das löste Jubel bei Paula und Paula aus, getippt hatte ich das Spiel nicht, die Partie kam beim MDR-Tippspiel nicht vor. 

In den unteren Ligen wurden viele Spiele schon frühzeitig abgesagt. Schnee, Eis, Regen und andere Feinde verdarben vielen Fußballfreunden das Wochenende. In der Oberliga Nordost-Nord gab es nur für eine Begegnung keine Absage.

Der Oberliganeuling FSV Bentwisch wollte gegen den BFC Dynamo spielen. Dessen Fans hatten sich ja allerdings zum Auswärtsboykott entschlossen – Jetzt erst recht berichtete hier und hier

Rippchen satt sollte es für die Berliner Boykottfans im Vereinsheim geben. Für lediglich nur 5.- € Eintritt und 5,99 Kostgeld sollte es die Knöchlein mit dem bissel Fleisch drumrum plus Pommes bis zum Umfallen geben und dazu eine Liveschalte ins ferne Bentwisch zur Übermittlung des Spielgeschehens per Handykonferenz. Schon Tage vorher versicherten die Boykottierer sich per Forumfunk gegenseitig, dass Erscheinen Pflicht sei, auch wenn das Spiel wegen des Wetters abgesagt würde, schließlich war der Großeinkauf der Nahrungsmittel bereits erfolgt.

BFC-Fans ordneten das nicht frühzeitige Absagen des Spiels gleich in die Schublade „Retourkutsche“ ein und schimpften über alle, die dafür eventuell oder wirklich verantwortlich sein könnten. Der Fanbeauftragte des BFC Dynamo, Rainer Lütdke, berichtete am Donnerstagabend in seinem Forum, es werde noch eine Platzbegehung geben und der Staffelleiter Bernd Wusterhausen vom NOFV (für den manch BFC-Fan „nichts als Verachtung“ übrig hat) würde jemanden vom Verband hinschicken.

Die Platzkommission entschied am Freitag: Das Spiel findet statt. Die Fans des Serienmeisters hielten das im privaten Fanforum für einen schlechten Scherz oder gefährliche Körperverletzung der Spieler, sie hatten ja schließlich die Absagen aller anderen Begegnungen im Kopf und das Wetter vor Augen.

Aus Bentwisch aber wurde berichtet, die Strafräume seien geräumt und sogar grün und auf dem Rest fahre der Platzwart bereits den ganzen Tag über mit einer Walze spazieren.

So begab sich wohl der Bus am Morgen des Sonnabends vollgepackt mit den siegeshungrigen Spielern des Meisterklubs auf die Reise in die mehr oder weniger winterliche Provinz und einige Fans machten sich etwas später in „endlich wieder Fußball“- Erwartung und Hunger auf knochendominierte Rippchen auf  in das vereinseigene Heim.

Der Schiedsrichter pfiff das Spiel nicht an. Ihm gefielen die Platzverhältnisse offensichtlich nicht so gut wie den Mitgliedern der Platzkommission. Er entschied sich für die Gesundheit der Spieler, eine nachvollziehbare Entscheidung. Böse Zungen könnten behaupten, er hatte keine Lust, seine schmale Entschädigung ohnehin verdient und es deshalb leicht gehabt, so zu entscheiden – mit all den anderen Absagen im Hintergrund. Dagegen spricht, dass Schiedsrichter ihren Freizeitjob ziemlich lieben müssen und wohl gern auf dem Platz sind, sonst könnten sie es gar nicht aushalten, beinahe immer an allem schuld zu sein. 🙂

Inzwischen war der Bus mit den Spielern des BFC Dynamo natürlich längst in Bentwisch eingetroffen. Nun musste man sich auf den Rückweg begeben. Im BFC-Fanforum konnte der interessierte Leser erfahren, dass die Mannschaft auf dem Weg ins Vereinsheim sei, die Rippchen vorzüglich schmeckten und man den bösen Menschen aus Bentwisch – oder denen vom Verband, die Kosten für die unnötige Busfahrt in Rechnung stellen müsste.

Am Nachmittag meldete sich im Fanforum „in privater Verantwortung“ (des offiziellen BFC-Dynamo Fanbeauftragten) alorenza  und wünschte Kontakt zu eben diesem Fanbeauftragten, der gerade forumsabwesend  im Vereinheim zum Fleisch-von-den-Knochen-nagen und natürlich zu netten Gesprächen weilte. 

Alorenza hatte sich mit einigen BFC-Fans angefreundet, als er ihrem berechtigten Ärger über Polizeiübergriffe bei dem Spiel Tennis Borussia gegen den BFC Dynamo schließlich doch durch seine Artikel im BERLINER KURIER unterstützte und sich zu einem Gespräch mit den Fans bereiterklärte, das dann auch tatsächlich stattfand.

Sorgsam hatte der Fanbauftragte darauf geachtet, dass niemand von dem Termin erfuhr, der zu den Immer-Pöblern gehört. Schließlich wollte man das Verhältnis verbessern und war bereit, auch die andere Meinung zu hören – im kleinen Kreis.

Nun durfte sich der BFC-Fan schon über ganz viele positive Artikel im BERLINER KURIER freuen und die Sportredaktion mit alorenza an der Spitze begleitet den Auswärtsboykott der Fans wohlwollend und unkritisch. Ich kann das gut verstehen. Viele BFC Fans sind, wenn man sie näher kennenlernt, sehr sympatisch.

Nur darf man sich – wenn man sich einmal genähert hat – nicht kritisch äußern, das könnte dann allerlei Folgen haben – von den meisten kann ich berichten.

Heute berichtete der BERLINER KURIER unter anderem, dass sich gestern im Vereinsheim 200 Fans trafen und feierten. Ich vermute, dass das eine starke Übertreibung ist. Gab es doch gestern einen Beitrag im BFC-Fanforum, der ganz anderes berichtete. Der Autor des Forumbeitrages berichtete verärgert davon, dass nur 80 Leute erschienen seien, er den ganzen Tag in der Küche gestanden habe und man nun draufzahlen müsse – wegen der geringen Beteiligung der Boykottfans. Der Beitrag wurde schnell gelöscht, nur eine rudimentäre Antwort zeugt noch von seiner Existenz. Allerdings bezweifelte auch der vereinseigene Fotograf  mit „Pressejacke“ TRIO die Zahl und das weist darauf hin, dass vielleicht doch nicht ganz 200 Fans feierten. (Bilder hier)

Berliner Kurier - Teure Rippchen

Berliner Kurier - Teure Rippchen

Vielleicht hat alorenza die Kosten für nichtgegessene Rippchen gleich den Kosten für den Verein zugerechnet, schrieb er doch: „…der Klub bleibt auf 800 € sitzen“.  Auf der offiziellen Homepage des BFC Dynamo beträgt die Entfernung zwischen dem BFC Sportforum und dem Bentwischer Sportplatz auch „knappe 600 Kilometer“, während mir Google Maps für eine Strecke nur 228 Kilometer berechnet, dass wären dann reichliche 450 Kilometer für beide Strecken.

Demnächst wollen der alorenza vom  BERLINER KURIER und Fans des BFC Dynamo wieder einmal treffen und die vertrauensbildenden Gespäche fortsetzen. Ich kann nur alorenza nur empfehlen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!


Auswärtsfahrt fällt aus…

Auf der Startseite der privaten Internetplattform www.bfcdynamo.de, die vom Fanbeauftragten Rainer Lütdke betrieben wird, kann der am BFC Dynamo interessierte Internetuser eine Pressemitteilung des Fanbeirats lesen. Ich gebe sie hier wortgetreu wieder:

Pressemitteilung des Fanbeirates des BFC Dynamo

Sehr geehrte Damen und Herren PressevertreterInnen,

wir, der Fanbeirat des BFC Dynamo, wollen Sie über den Auswärtsboykott unserer Fans in der Rückrunde der Oberliga in Kenntnis setzen. Dieser Boykott wird von allen namhaften Fangruppierungen befürwortet und mitgetragen. An Stelle der Auswärtsfahrten werden entsprechende Gegenveranstaltungen im Vereinsheim des BFC Dynamo organisiert
. Auf diese Weise möchten wir auf die schlechte Behandlung unserer Fans bei den Gastvereinen, die fortschreitende Kriminalisierung der Fußballfans und den damit einhergehenden Repressalien seitens der Polizei sowie die fehlende Unterstützung seitens des Verbandes aufmerksam machen.
U
ngeachtet dieser Entscheidung stehen wir jedoch Gesprächen zur Lösung dieser Probleme aufgeschlossen gegenüber.

Der Fanbeirat des BFC Dynamo

 

Man muss schon sehr naiv sein, um zu glauben, dass diese Art von Protest etwas an der zunehmenden Kriminalisierung von Fußballfans ändern könnte. Der BFC Dynamo spielt in der fünften Liga und die Namen der in der Rückrunde boykottierten Vereine sind selbst unter Fußballfans nicht jedem bekannt. Zwar schwächt die etwas ungelenke Pressemitteilung den Aufruf vom 6.2.2008 ab, aber sie dürfte bei kaum jemandem Verständnis finden – es sei denn, er steht dem BFC Dynamo nahe.

Statt in den Gastvereinen Verbündete zu suchen, wirft man sie wie faule Erbsen einen Topf und behauptet, man würde schlecht behandelt. Freunde findet man so nicht.

Statt des Besuches von Auswärtsspielen organisiert man „GEGENVERANSTALTUNGEN“.

Die öffentlich pauschal gescholtenen GASTGEBERVEREINE, POLIZEI und VERBÄNDE werden sich im Fall der Fälle bestimmt daran erinnern.

Der Verein schweigt noch immer zum Boykott.


Tief beeindruckt von Benedikt XVI – Fans des BFC Dynamo

Askese ist christlicher Weg der Nachfolge

In einem ersten Schritt verzichten Fans zukünftig auf den Besuch von Auswärtsspielen ihres BFC Dynamo. Die asketischen Bemühungen der großen Heiligen und Eremiten der ersten Jahrhunderte christlicher Ära sind immer aktuell. Askese gegen die Leidenschaft der Auswärtsfahrt führen bestimmt zum wahrhaften Fansein…


Einer gegen Alle!

Einer, das ist der BFC Dynamo. Beziehungsweise seine Fans. Alle sind Alle. Die Fans des BFC Dynamo wollen die Auswärtsspiele des eigenen Vereins boykottieren.

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Aufruf entnommen aus dem BFC Fanforum (www.bfcdynamo.de)

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Aufruf entnommen aus dem BFC Fanforum (www.bfcdynamo.de)

Vermutlich hätten die Fans sich so nicht entschieden, wenn die Tabellensituation eine andere wäre. Aber auf den einzigen Aufstiegsplatz hat der BFC Dynamo vor Beginn der zweiten Halbserie einen Rückstand von 14 Punkten. Die Hoffnung auf einen Aufstieg ist also bereits gestorben.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, das man nicht vergißt!“ – heißt es im Aufruf, aber ob die Erinnerung an dieses Zeichen dem Verein in Zukunft hilft, bezweifle ich.

Schon die Begründung für den Boykott der Auswärtsspiele, liest sich wie ein Rundumschlag. Es geht gegen überharte/unberechtigte Polizeieinsätze (7.12.2008), teure Polizeieinsätze, ungerechte Schiedsrichter, restpektlose und unhöfliche Gastgeber:

„Aber seht euch die Tabelle an! Denkt an die Vorkommnisse vom 7.12.08 und den normalen Umgang mit Menschen in Greifswald oder in Neustrelitz, Liga 5 mit Wasserwerfern, Guantanamo-Käfig oder Hubschraubern. Geld für Einsätze, die teurer sind als der kompl. Etat der gesamten Liga.

In Torgelow spielt man gerne Kindergarten mit uns. Eine Frechheit wer hier Eintritt fordert.

Auch die Aussagen des Präsidenten von Ludwigsfelde in der Fuwo haben ihre Spuren hinterlassen.

Fragwürdige Entscheidungen der Unparteiischen, respektlose Gastgeber verhöhnen unsere Protagonisten bereits beim Einlaufen in lächerlichen Arenen. Es gibt sogar Pressekonferenzen in der Oberliga, da werden dem Gast noch nicht mal die Stühle angeboten.“

Dass Fans sich darum kümmern, ob bei Pressekonferenzen dem Gast Stühle angeboten werden, wirkt schon ein wenig hilflos.

Dass sie sich darüber beschweren, Fußballspiele in Käfigen verfolgen zu sollen, ist verständlich. Auch bis zum Knöchel im Matsch zu stehen, kann man natürlich eigentlich niemandem zumuten, von dem man Eintritt kassiert. Es gibt also allerlei berechtigte Klagen, aber keinen guten Grund, sich so zu verhalten, wie es die BFC Fans planen.

„Wir haben die Schnauze voll ! Die Oberliga Nord/Ost lebt ausdrücklich nur von uns.“

Natürlich lebt die Oberliga Nordost/Nord nicht nur vom BFC Dynamo. Es gäbe sie auch noch, wenn der BFC Dynamo wie geplant im vergangenen Jahr aufgestiegen wäre. Es wird sie auch noch geben, wenn der BFC Dynamo 2011 endlich das mehrfach verfehlte Ziel erreichen sollte.

„Kein anderer Verein spielt so viel Geld in die Kassen unserer Konkurrenten. “

Stimmt! Es ist richtig, so viele Fans wie beim BFC Dynamo reisen in der Oberliga Nordost/Nord mit keinem Verein mit. Die Vereine können, wenn sie Heimrecht gegen den BFC Dynamo haben, mit einer erklecklichen Einnahme durch den Kartenverkauf und das Catering rechnen. Einige hundert durstige und hungrige Fans spülen schon Geld in die Kassen  – vorausgesetzt, die Bratwurst und Bier sind nicht vor dem Spiel schon alle.

„Schöneiche war ein erstes Zeichen- jetzt wird es unser Druckmittel!“

Bereits das letzte Auswärtsspiel der Hinrunde in Schöneiche hatten die Fans boykottiert, die meisten jedenfalls. Als ein Zeichen gegen die Polizeiwillkür, der sie sich beim Auswärtsspiel am 7.12.2009 gegen Tebe ausgesetzt sahen. Nur konnte Schöneiche nichts für den Polzeieinsatz im Mommsenstadion, aber das war den Fans egal. Die meisten von ihnen rechnen wohl auch nicht damit, dass sich durch den Auswärtsboykott etwas ändert, darum scheint es nicht zu gehen. Auch die Unterstützung der eigenen Mannschaft scheint nun nicht mehr so wichtig, es geht ja „um nichts mehr“.

Mir persönlich ist es total wurst ob etwas erreicht wird. Das der Verband uns die Eier lecken wird glaube ich auch kaum, auch nicht das wir besser Empfangen werden…. Die Polizei schickt weiter lächerliche Anzeigen wegen Beleidigung raus und auch die EGH wird weiterhin freundlich lächeln und denken sie seien unsere Freunde weil sie uns beim Vornamen nennen wenn wir an ihnen vorbei „müssen“…  aber diese Kuhkäffer wie Torgelow, Neustrelitz und wie sie alle heißen, die werden es spüren mein lieber Engländer da gehen mal ganz locker zehntausend € flöten. (aus dem Fanforum des BFC Dynamo)

Ja, sie werden es wohl spüren die Vereine, die vom Boykott betroffen sein werden. Aber der BFC Dynamo wird durch diese Aktion keine Freunde gewinnen. Vielleicht einige Wohlgesonnene verlieren. Denn die Behauptung, das sei eine Aktion der Fans und keine des Vereins, wirkt scheinheilig, sitzen doch in der Vereinsführung beinahe ausschließlich „ehemalige“ Fans. Gegen wen soll das „Druckmittel“ Boykott wirken?

In der Öffentlichkeit wird es der Verein sein, der an Ansehen verliert. Die „bestraften“ Konkurrenten werden sich zweimal überlegen, ob sie Jugendmannschaften des BFC Dynamo zu Turnieren einladen oder Einladungen zu Testspielen annehmen.

Niemals waren die Fans des BFC Dynamo bisher in Bentwisch. Es gibt keinen Grund für sie, sich über die Behandlung beim Ligakonkurrenten Reinickendorfer Füchse zu beklagen – aber der Boykott richtet sich pauschal gegen alle Vereine, gegen die in der Rückrunde angetreten werden muss. Wäre der BFC Opfer einer solchen Aktion der Fans eines anderen Vereins geworden, hätten die Fans lautstark ihrem Unmut Luft gemacht.

Man fordert Respekt, bringt ihn aber anderen nicht entgegen, da werden die anderen Vereine als Dorfvereine bezeichnet und man redet von Bauern. (Mancher Dorfverein spielt viele Ligen höher als der Berliner FC Dynamo) Im Aufruf spricht man von „lächerlichen Arenen“, als wüssten die Schreiber nicht genau, dass in dieser Liga die Sportstätte abhängig ist vom Geld der Region. Auch sind die „Käfige“ Ergebnis von Auflagen durch Verbände und Polizei – und sie werden nicht nur für die Fans des BFC gebaut und benutzt. Obwohl natürlich den Fans des BFC Dynamo ihr Ruf vorauseilt – und den haben sie sich mühsam erarbeitet – und wenn es passt, kokettieren sie auch gern mit ihm. Das ist nicht übel zu nehmen, aber hat eben auch Nachteile, über die man sich dann nicht beschweren dürfte.

„Statt dessen wollen wir im Vereinsheim unsere Auswärtsspiele feiern. Der Fantross des BFC wird in eindrucksvoller Form darstellen, wie wertvoll unser Geld ist. „

Statt Fußballspiel also Leinwand mit Liveticker im vereinseigenen Vereinsheim – Eintritt 5. € – und das Geld wird gesammelt für eine gute Neuverpflichtung der Saison 2010/2011. Da wird manche Frau ihrem Mann sagen, dass er den Liveticker zu Hause auch billiger kriegen kann – und vielleicht so ein bissel mehr Zeit für die Familie herauskommt. Papi kann ja dann heimlich noch auf das eigens eingerichtete Konto überweisen.

Dass die Aktion unsportlich sein könnte, darauf kommen die Fans nicht. Viele von ihnen sind Mitglieder des Vereins, der sich ja den Regeln der so oft gescholtenen Verbände unterwirft. Ob die Aktion sich bis zur Sommerpause durchhalten lässt und ob wirklich alle Fans mitziehen, ist mehr als fragwürdig.

Dass die Öffentlichkeit jetzt Mitleid mit den durch Polizeikationen und unzumutbare Verhältnisse auf Fremdplätzen geschädigten BFC-Fans bekommt, oder sich die Einstellung der Konkurrenten zum Verein positiv verändert, ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Ein weiterer Imageschaden dürfte ein Ergebnis der Aktion sein.

Allerdings sammeln die Fans des BFC bestimmt eine ansehnliche Summe, mit der der Verein dann in der nächsten Saison gute Spieler verpflichten kann. Das Geld werden sie brauchen, denn potenzielle Sponsoren schrecken sie so eher ab und der BFC wird so wie bisher auf die „eigenen“ Leute angewiesen sein.

Ich wollte eigentlich zu diesem Boykott nichts schreiben, aber da ich nun heute las, dass man sogar auf  „mediale Aufmerksamkeit“ hofft, habe ich mich doch dazu entschlossen. Dieses Hoffen auf Aufmerksamkeit zeigt die Fehleinschätzung der Außenwirkung, die man offenbar bei der Diskussion um die Durchführung der Aktion getroffen hat.  Kürzlich äußerte sich Rainer Lüdtke, der Fanbeauftragte des BFC Dynamo so:

„Wir müssen schnellstmöglich aus unserer Isolation heraus, doch dazu müssen wir bereit sein und ich hoffe, dass sich diesbezüglich einiges ändert. Mir fehlt vor allem auch eine offensive Kommunikation in Richtung Fans und der Presse.

Wir befinden uns in einer Sackgasse, dort müssen wir heraus. ich selbst werde mir Mühe geben, den Verantwortlichen dabei zu helfen. „

Mit dieser Aktion seiner Fans stellt sich der BFC Dynamo selbst ins Abseits – eine Umkehr wäre aber angesagt – wollte man aus der Sachkgasse heraus!


Keine Ermittlungen gegen den Einsatzleiter – Irrtum

Da hat jemand beim BFC Dynamo einfach einen falschen Text geschrieben – er schrieb „Einsatzleiter“ und meinte „Hundertschaftsführer“.  Leider ist der falsche Text auch veröffentlicht worden :-(. Inzwischen ist er zwar korrigiert, aber erst einmal hat er falsch informiert.

Vielleicht wäre es doch besser, der Verein würde seine Öffentlichkeitsarbeit anders organisieren.


Ermittlungen gegen den Einsatzleiter!

Am 7.12.2008 kam es am Rande des Spiels zwischen Tennis Borussia und dem BFC Dynamo zu „Vorkommnissen“.

Vorkommnisse nennt der BFC Dynamo heute auf seiner Webseite offensichtlich das vorschnelle/überflüssige Eingreifen der Polizei, als Reaktion auf 2 Böller und einen Zaunkletterer, den der vereinseigene Sicherheitsdienst und Fans bereits wieder auf den Boden geholt hatten. Jedenfalls rückten trotzdem Polizeikräfte in den Block der Fans und sprühten vor Einsatzfreude reizendes Gas gegen jedermann, der ihnen im Weg schien. Es gab sehr viele verletzte Fans – darunter Frauen und Kinder! – und einige verletzte Polizisten.

In der Presse hießen die Vorkommnisse Ausschreitungen und schuld waren die Fans des BFC Dynamo, jedenfalls vorerst.

Polizeipressesprecherin und Vereinspräsident vertraten sehr gegensätzliche Ansichten zu den Ereignissen.

Die Fans veröffentlichten Videos auf You Tube und eines, das auch hier (Klick) schon zu sehen war, belegte den Machtmissbrauch so deutlich, dass der Hundertschaftsführer der Polizei von seinen Aufgaben entbunden und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Das schien bis heute die einzige Konsequenz für einen von vielen Anwesenden für überflüssig gehaltenen Polizeieinsatz.

 

Heute nun traf man sich zum Gespräch. Bei der Polizei liest sich das Ergebnis so:

Pressemeldung
Eingabe: 30.01.2009 – 15:20 Uhr
Gespräch der Polizei mit den verantwortlichen Funktionären des BFC Dynamo, des Nordostdeutschen Fußballverbandes und dem Vizepräsidenten des Berliner Fußballverbandes
Tempelhof-Schöneberg
# 0284

Am heutigen Tag fand zwischen der Polizei, den verantwortlichen Funktionären des BFC Dynamo, des Nordostdeutschen Fußballverbandes und dem Vizepräsidenten des Berliner Fußballverbandes im Polizeipräsidium ein Auswertungsgespräch zu den Vorkommnissen beim Fußballspiel der Oberliga Nord zwischen Tennis Borussia und dem BFC Dynamo im Mommsenstadion am Sonntag, den 7. Dezember statt, in dem die Abläufe und Zwischenfälle umfassend angesprochen und ausgewertet wurden

Der Schwerpunkt des Gesprächs war allerdings in die Zukunft gerichtet. Alle Beteiligten bekundeten einvernehmlich ihren Willen, gemeinsam gegen gewalttätige Fußballfans vorzugehen und den Dialog mit dem Ziel Ausschreitungen bei künftigen Spielen gemeinsam zu verhindern, fortzuführen.

 Kein Wort davon, dass gegen den Einsatzleiter ermittelt wird!

 Beim BFC Dynmo heißt es aber auf der offiziellen Webseite:

„Das Bemühen, den 07.12.2008 aufzuarbeiten, war auf allen Seiten deutlich erkennbar. Zu Beginn des Treffens bedauerten Vertreter der Polizei das Fehlverhalten Ihres Einsatzleiters. Es wurde noch einmal deutlich betont, dass gegen diesen Beamten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.“

Davon ist in der Presseerklärung der Polizei keine Rede – und es ist schon eine große Sache, wenn gegen den Einsatzleiter eines Polizeieinsatzes, bei dem es mehr als 150 Verletzte gegeben hat, ermittelt wird!

Hier noch die ganze Erklärung des BFC Dynamo e.V.


Neues von Erich Mielke

Eigentlich ist er längst tot, der Genosse Mielke. Aber einige Tote leben länger. Und zu denen gehört er. Spielt der BFC Dynamo, ist Genosse Mielke dabei. Obwohl er natürlich nicht Chef des BFC Dynamo war, sondern Chef sämtlicher Dynamo Sportvereinigungen – in der DDR.

Trotzdem spielt der Genosse Mielke beim BFC Dynamo nach wie vor eine besondere Rolle. Er sitzt auf der Tribüne, beobachtet die Gegengerade und macht sich auch sonst überall breit. Schon die kleinsten Fußballer lernen die Stasi und ihren Chef Mielke kennen, spätestens dann, wenn sie mit den entsprechenden unsportlichen Rufen konfrontiert werden. Das kann am Spielfeldrand sein, aber auch in der Schule oder auf dem Spielplatz. Mal ganz abgesehen davon, dass das eine besondere Identifikation mit dem Verein schafft, führt es hoffentlich auch in den meisten Fällen zu zusätzlichen Bildungseinheiten, die die Jungfußballer von den Erwachsenen ihres Umfelds erhalten. Dann dürften sie in 50 Jahren zu den Wenigen gehören, denen auf Anhieb einfällt, wer denn Erich Mielke war.

Sportlich sieht es eher düster aus beim Fünftligisten, und wenn der BFC mal wirklich überregional in die Medien gerät, dann verdankt er die mediale Aufmerksamkeit meistens einem „erlebnisorientierten“ Teil seiner Fans oder einem „erlebnisorientierten“ Teil der Polizei. (KLICK)

Die offensive Öffentlichkeitsarbeit des Vereins ist auf Verbote und Untersagungen gerichtet, die Angst vor Öffentlichkeit und Berichterstattung erinnert an die Angst vor Westmedien in der DDR. Mielke lässt grüßen.

BFC Fans beklagen häufig, dass in den Medien nicht über das Positive berichtet wird: Die Jugendarbeit des Vereins, das Kitaprojekt oder den Ausbau des Vereinsheimes durch Fans. Mielke hatte das im Griff. Dabei haben die Fans, die alt genug sind, all das Positive, das früher in den Zeitungen des untergegangenen Landes zu lesen war kaum oder gar nicht gelesen. Und wenn sie es gelesen haben, dann haben sie es oft nicht geglaubt – und interessiert hat es sie auch nicht wirklich. Wie sie heute natürlich auch nicht interessiert, welche tollen sozialen Projekte der Lichterfelder FC oder Borussia Pankow durchführen.

Nun hat der Genosse Mielke angesichts der Misere geholfen. Zur Verbesserung des Images seines Lieblingsfußballvereins hat er unter Nutzung neuer medialer Möglichkeiten einen informellen (nicht inoffiziellen!!!) Fan zu Kopfstoß geschickt. Und, welche Überraschung: Viel Interessantes erfährt der am BFC Dynamo Interessierte im einstündigen Podcast, nicht nur über die Fans des BFC, sondern auch über FICKBRAUSE.

Leider ist der spannende Podcast bei den BFC Fans noch nicht auf große Aufmerksamkeit gestoßen und für spannende Diskussionen hat er auch noch nicht gesorgt. Dabei ist es doch einmal eine Betrachtung aus Fansicht, die man da zu hören kriegt. Und für viele dürfte es dabei auch Neues von Erich Mielke geben. Zum Beispiel folgende Worte des großen Vorsitzenden der Sportvereinigung Dynamo: „Man wird doch wohl in diesem Land noch seine Meinung sagen dürfen..“

So, jetzt schnell zu Kopfstoß – Kopfhörer auf und viel Spaß – KLICK