Union ist doof!

Nein, ausnahmsweise ist nicht die CDU gemeint, die sind noch schlimmer als doof – aber nicht dumm.

Gemeint ist der 1. FC  Union.

In BILD.de heißt es: „Diese Nachricht erschüttert Köpenick: Am Montagabend feuerte Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Union seinen Hauptsponsor International Sport Promotion (ISP). …

…Die Stasi ist als früherer Förderer des Erzrivalen BFC Dynamo bei Union verhasst.“

Hintergrund der Geschichte, die laut BILD (Matthias Koch) Köpenick erschüttert, ist angeblich die Tatsache, dass ein ehemaliger Hauptmann der Staatssicherheit (HA – Hauptabteilung Aufklärung) beim neuen undurchsichtigen Sponsor ISP die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden ausübte. Lang, lang ist’s her: Die DDR ist seit 20 Jahren tot – und die Stasi starb mit ihr. Lustig: Nicht die Tatsache, dass die Stasi im Klassenauftrag als „Schild und Schwert der Partei“  ihrer geheimdienstlichen Tätigkeit nachging und sich dabei über Menschenrechte, Moral und Gesetze hinwegssetzte (worin sie sich von anderen Geheimdiensten nicht unterscheidet), erregt die Unioner so fürchterlich, sondern dass sie den BFC Dynamo unterstützte. Nun zerschnitt der Zweitligaverein aus also aus „Hass“ auf einen seit 20 Jahren toten Förderer eines jetzigen Fünftligisten das Band und den Bund mit dem bösen Hauptmannsponsor. So kann man auch zu 10 Millionen NEIN sagen. Union ist doof, sage ich.

Vielleicht ist Union aber doch nicht doof. Die das sagen, sind ausgerechnet die Union-feindlichen Fans des BFC Dynamo. Die vermuten nämlich, dass die Informationen über die frühere Tätigkeit des Sponsors als Stasihauptmann aus der Vorstandsetage von Union in die Redaktion des Spiegels gelangten. Weil man den inzwischen ungeliebten und zu undurchsichtigen Sponsor gern wieder loswerden wollte.  Auf Grund der sportlichen Erfolge zu Beginn der Saison stünden längst seriösere Sponsorn auf der Matte. Und jetzt könne Union aus der schnellen Trennung auch noch einen Imagenutzen ziehen.

Einig sind sich fast alle: Die Tatsache, dass ein ehemaliger Hauptmann des Ministeriums für Staatssicherheit nach 20 Jahren in einer Führungsposition eines Unternehmens arbeitet, ist Grund genug, ein Sponsoring des Unternehmens abzulehnen. Während ein Sponsoring durch den Flick-Konzern oder die Deutsche Bank keinesfalls einen Aufschrei von irgendwem hervorrufen würde.

Nunja, einen Aufschrei hat es ja wegen des Hauptmanns aus Köpenick (der Einfall ist nicht von mir!) auch nicht gegeben. In überregionale wichtige Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche usw. habe es das Ereignis ja nicht geschafft, berichtet mein Informant aus dem Inneren der Medienmachtzentrale und was Matthias Koch behauptet hat – Köpenick sei erschüttert – stimmt auch nicht. In einem mir bekannten Medienbüro in Köpenick interessierte die Nachricht vom Sponsorenrausschmiss niemand – und es wackelte kein einziger Schreibtisch.

Übrigens: Der aufschreiber hat sich des Themas auch angenommen KLICK


4 Kommentare

  1. 1. reisender

    Kommentar vom 26. August 2009 um 14:29

    In der weiten Welt erschuettert es auch niemanden. Ausser, wenn Matze Koch jetzt in der weiten Welt waere… Aber Dir will wirklich nicht einleuchten, warum Stasi-Taetigkeit auf immer und ewig schlimmer sein wird als Nazi-Geschaefte? 😉

    Nein, eigentlich lustig finde ich, dass einige spannende Geschichten ueber Union (Patsche-Spielsucht, HVA-Fuehrungskraft) ueber Hamburg (Mopo, Spiegel) den Weg in Berlins Zeitungen nehmen. Soweit ich sehe, hat ausschliesslich Matthias Wolf geschrieben, dass er von Stasi-Geruechten schon vor einigen Wochen etwas gehoert hatte.

  2. 2. Maja Wiens

    Kommentar vom 26. August 2009 um 20:39

    Schön von Dir zu hören! Und danke für die Ersatz-„Postkarte“. Was die Stasi-Tätigkeit betrifft, habe ich heute viel Neues gelernt. Von einem jungen Mann – du kennst ihn gut – der mich nicht wirklich (also real) kennt, aber mich für ewig schuldig und den sich mit mir eine IP teilenden westdeutschen Kollegen für mich hält. Dabei ist unser Stil ganz unterschiedlich. Grüße in die Ferne und eigentlich müsste ich Dir raten, zu bleiben, wo das Wetter besser ist, denn hier ist es wie immer…

  3. 3. Der Sepp

    Kommentar vom 27. August 2009 um 13:42

    Sorry, Maja. Aber wenn Matze Koch schreibt „Die Stasi ist als früherer Förderer des Erzrivalen BFC Dynamo bei Union verhasst.“, dann ist er und nicht Union bzw. die Union-Fans doof. Denn auch er müsste wissen, dass genügend Gründe gibt (du nennst ja selbst ein paar), die Stasi zu hassen. Dass der BFC durch die Stasi gefördert wurde, ist da nur das Sahnehäubchen.

    Und wenn du das für deine reißerische Überschrift so hinbiegen willst, dann kannst du dir das Adjektiv auch gleich selbst zuschreiben.

  4. 4. Maja Wiens

    Kommentar vom 27. August 2009 um 23:19

    Mensch Sepp – lies einfach den Artikel nochmal. Dann weißt du auch, warum ich schreibe „Union ist doof“.

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