Archiv für August 2017

Ungewollte Begegnungen

Am Teich im Wald bin ich aus freien Stücken,

doch die Natur hat dort so ihre Tücken:

Mücken!

Ich spür es schnell,

auf dem Kopf und auf dem Rücken:

Mücken!

Ich flüchte in den Garten,

doch wie nicht anders zu erwarten,

beim Blumen pflücken,

auf den Bäumen, in allen Lücken:

Mücken!

Egal, was ich tu,

sie geben keine Ruh,

beim Stehen, Sitzen, Bücken:

Mücken!

Zerstochen gehe ich nach Haus.

Tür und Fenster zu, Licht aus,

doch kein Entzücken,

ich höre sie schon summen

und manche sogar brummen:

Mücken!

Ich sehe sie sitzen,

in allen Ritzen,

auf dem Tisch und an der Wand,

sogar auf den Bücherrücken:

Mücken!

Ich gebe auf,

ich kann mich nicht verdrücken, überall sind:

Mücken!

Doch bald kommt – ich ahne es –

die Wende: das Sommerende.

 


Mitternachtsgeräusch

Das Klingeln des Telefons

stört mich –

jetzt bitte nicht mehr, denke ich.

Aber die Infrastruktur meiner Gedankenwelt

bricht schon zusammen unter der Magie

des gesprochenen Wortes.

Multiple Gefühle,

flüsternde Zeit.

Manchmal so ähnlich, fast gleich:

Eine dunkle, fröhliche Mitternachtsstimme und helles, kupfernes Morgenlicht.


Gute Besserung!

In meiner Straße gibt es etwas ganz Seltenes: Einen echten Schuhmacher. Nein, die sind noch nicht ausgestorben. Egal ob abgetretener Absatz am Lieblingsstiefel oder gerissener Lederriemen an der guten, alten Tasche, er repariert alles. Eine Institution ist er, der Pariser Schuhmacher. Die Schuhmacherei heißt nämlich „Pariser Schuhmacherei“. Pakete nimmt der Schuhmacher allerdings auch noch entgegen für Nachbarn links und rechts. Oft sehe ich Zettel hängen, Pakete für „X“ bitte beim Schuhmacher abgeben. Durchs erleuchtete Fenster kann man ihn manchmal arbeiten sehen.

Im Moment hängt ein Zettel an der Tür: Wegen Krankheit geschlossen.

Darauf stehen aber auch in vielen unterschiedlichen Schriften Grüße…

Gute Besserung!

Pariser Schuhmacherei

Pariser Schuhmacherei

Gute Besserung!

Gute Besserung!


Der lange Abschied vom Sommer hat schon begonnen

Der Herbst mischt sich ein in Angelegenheiten, die ihn noch nichts angehen. Schon fotografiere ich Spinnen, die Herrscherinnen über den Altweibersommer. Aber es ist noch August und der Oktober weit. Und doch, der lange Abschied vom Sommer hat schon begonnen.

P. redet über alte Zeiten, so freundlich habe ich sie nicht in Erinnerung, aber zurückblickend erinnere auch ich mich gnädiger. Wir lachen wie damals, das ist schön. Ein Abendspaziergang wie Samt und Seide, denke ich.

Die müde Abendsonne streichelt das sanfte Gras und wohin wir irgendwann gehen, das steht noch nicht fest.

Gras in der Abendsonne

Gras in der Abendsonne


Virtueller Stolperstein für Jochen Klepper

Gestern beim Abendspaziergang mit R. habe ich die Stolpersteine für Jochen Klepper und seine Familie übersehen. Zusätzlich erinnert ein Schild an ihn, das habe ich fotografiert, und so habe ich gestern nachgesehen, wer er war und warum er gemeinsam mit seiner Familie starb.

Jochen Klepper

Jochen Klepper

STOLPERSTEIN FÜR JOCHEN KLEPPER

Dunkel erinnere ich mich an den Filmtitel „Der Kahn der fröhlichen Leute“, aber an den Film überhaupt nicht. Der DEFA-Film ist laut Wikipedia eine „eigenartige“ Verfilmung eines Buches von Jochen Klepper – ich bin gespannt und werde Buch und Film suchen, geht es doch um das Leben an der Oder.

Nachtrag – Ich konnte das Buch für den Kindle soeben für 0,00 € kaufen und kann es lesen.


Alltag: Die bösen Fahrradfahrer

Während ich mich – meine Kamera vor dem Bauch – zwischen zwei geparkten Autos durchquetsche, um die Straße zu überqueren, klingelt es. Ein Fahrrad rauscht gefühlte 30 cm in einem Affenzahn an mir vorbei, und ich ziehe instinktiv den Kopf ein.  Ich trete zurück auf den Bürgersteig, da klingelt es von vorn und von hinten gleichzeitig. Hinter mir zwei Fahrradfahrer nebeneinander und vor mir auch. Wohin soll ich springen? Als ich versuche nach links auszuweichen, motzt mich ein Jogger an, der meinetwegen aus dem Rhythmus kommt: Können Sie nicht aufpassen? Nein, ich kann nicht, obwohl ich es versuche. Ich ziehe mich zurück in meine Blechhütte, die sich Auto nennt und beschließe, entgegen meinem Vorhaben einen Stadtspaziergang zu machen, die Stadt zu verlassen und im Wald spazieren zu gehen … Statt also das Auto stehen zu lassen, werde ich die Umwelt verpesten. Und wer ist schuld? Fahrradfahrer!

Fahrradfahrer

Fahrradfahrer

 


Was willst Du denn mal werden?

Was willst Du denn mal werden, wenn Du groß bist?

Marie, gerade 7 Jahre alt geworden, schweigt.

Na, irgendwas wird Dir schon noch einfallen.

Marie schüttelt den Kopf: Ich will nichts werden.

Wie, was?

Ich bin Marie, das reicht.


Berlin baut Brachen

So hatte ich das gestern nicht gemeint! Heute rückte ein Fällkommando an und der Baum auf der anderen Straßenseite wurde Stück für Stück ums Leben gebracht.

Musste das wirklich sein? Sämtliche Äste wurden sofort in einen Häcksler verbracht, kein Insekt hatte die Möglichkeit zu fliehen. Und wieder verschwindet ein Stückchen GRÜN…

Ich bin traurig.

Noch steht er und lebt!

Stück für Stück...

Stück für Stück…

Resterampe

Resterampe

Am Ende bleibt ein Baumstumpf

Am Ende bleibt ein Baumstumpf

 

Dabei ist es noch gar nicht so lange her – Klick. Und jetzt schon wieder:


Admiral getroffen!

Ehrlich gesagt, ich habe nicht einen Admiral getroffen, sondern mehrere Admirale.

Nachdem wir nun wissen – und nicht nur wir – sondern die ganze Welt, dass Berlin keinen Flughafen bauen kann, habe ich die ultimative Idee: Berlin, bau Brachen!

Brache

Brache

Admiral auf Sommerflieder

Admiral auf Sommerflieder

Alter Admiral

Alter Admiral

Fliege

Fliege auf der Brache

Admiral

Admiral

 

 


Unser Sommersonnenfrühstück

Geknipst (!), um es mit in den Winter zunehmen. Eier gab es auch, die kamen später :-).

Sommersonnenfrühstück

Sommersonnenfrühstück