„Wenn wir wollen, schlagen wir Euch tot!“ – das ist offenbar kein Grund, eine Demonstration aufzulösen!

Berlin

Berlin am 3. Oktober 2019

Auf das Foto klicken, um es groß zu sehen. Rechtsradikale marschieren wieder durch Berlin. Und die, die dagegen sind, stehen machtlos am Rand.


Nachtgespräch

Das Mögliche wirklich machen.

Was für ein Vorhaben mitten in der Nacht!

Selbst die Ratten schlafen schon und träumen von Käse.

Vielleicht. Oder von einem Bett im Kornfeld.

Wörter übernehmen die Regie.

Teilzeitdichterinnen bleiben ungefragt.

Er würde mir gern selbstgemachte Orangenmarmelade bringen.

Es ist schon zu spät.

Das Frühstück fällt aus.

Nach dem Schlafen arbeitete ich.

Du verstehst die Welt nicht, sagt er.

Stimmt, sage ich.


Spam-E-Mail

Lyrik als Spam

…habe mich bezüglich des Vorschlags zurückgemeldet
in Bezug auf Ihre wahrgenommenen entfernten Verwandten
ruhender Zustand in meiner Einrichtung…

 


Pflichtteil

Zweckdienliche Einmischung

in flüchtige Verhältnisse

baut Barrikaden aus Gänseblümchen.


Hunde sind wichtig

In einen anständigen Text gehört ein Hund. Schreib immer einen Hund rein, sagte Gerhard zu mir, der mein Hörspiel-Vater war. Entweder einen Hund oder eine Leiche.

Leichen sind nicht so mein Fall, ich schreibe keine Krimis. Also wähle ich Hunde. Die kommen überall vor, sind mir sympathisch und in der Regel auch Sympathieträger. Man wählt einen passenden – es gibt für jeden Text den passenden Hund.

Sie aportieren die Botschaften zum Leser.

Manchmal sind Hunde unverzichtbar! Mit ihnen umschifft man die Klippe der Langeweile. Du schreibst über ein ganz langweiliges Thema… Äh, warum denn? Weil es gerade gebraucht wird und ein Redakteur Dich händeringend gebeten hat. Sag lieber sicherheitshalber NEIN! Es sei denn, Dir fällt ein, wie Du den Hund unterbringen kannst. Es gibt keine langweiligen Themen? Schon mal auf einer Pressekonferenz über neue 18 Volt-Akku-Schrauber gewesen? Ich habe mich da sehr gelangweilt. Die einzige Abwechslung war ein kleiner, weißer Spitz, den eine Kollegin mitgebracht hatte und der ihr entwischte und dann dem Herrn, der die Akkuschrauber vorstellte, um die Beine strich und laut kläffte. Ich hatte natürlich sofort die Assoziation zu Tschechow: Die Dame mit dem Hündchen. Vermutlich habe ich zu viel Fanatsie – aber der Mann mit dem Akkuschrauber lächelte meine Kollegin so liebevoll an. Vermutlich sind beide verheiratet.

Ich habe sie später gemeinsam im Café Park gesehen, der weiße Spitz lag zu ihren Füßen…

Ich sag es ja, Hunde sind wichtig.


Hoffnung: Ich liebe die Polizei

„Ich liebe die Polizei!“ Das sagt L., 6 aus Syrien, als ein Streifenwagen an uns vorbeifährt. „Warum?“

„Sie schützen das Leben!“


POESIE: Wir waren heut…

Wir waren heut beim Inder

und aßen keine Rinder,

kein Lamm, nur Blumenkohl

da war uns wohl sehr wohl.

Wir sprachen über fremde Angst vor einer Ente,

die jemand hat, den die Ente beobachten könnte.

Gedichte sind nüchtern betrachtet bei Lichte,

immer schon bald nur Geschichte.

Den Tag der schlechten Poesie,

den feiern wir nie,

wir waren heut beim Inder…

Zum Tag der schlechten Poesie dichtete auch Miriam am WORTORT – aber zu gut…. KLICK


NFC Mahler GmbH kämpft für Auszubildenden

Bei Facebook bittet die NFC Mahler GmbH ihren Beitrag zu teilen. Das tue ich hiermit gern.

Der Fall unseres Auszubildenden Anis

Gestern haben wir erfahren, dass unser Anis abgeschoben werden soll.

Wir sind total überrascht, fassungslos, traurig, wütend und ohnmächtig.

Leider hat uns Anis erst gestern, nachdem er in der 3. Instanz beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Karlsruhe, ohne Möglichkeit auf weitere Rechtsmittel, sein abschließendes Urteil erhalten hat, in das Verfahren mit einbezogen.

Warum? – Er wollte uns, als seinen Arbeitgeber, nicht mit seiner Geschichte und seinen Problemen belasten. Er dachte, er könne dies allein durchstehen, schließlich ist er ehrlich und vertraute auf den Rechtsstaat seiner neuen Heimat, der Bundesrepublik Deutschland.

Anis kam 2014 aus Pakistan nach Deutschland. Er flüchtete aus Pakistan, weil er einer kleinen muslimischen Glaubensgemeinschaft, den Ahmadiyya, angehört, die dort von fanatischen Sunniten ausgegrenzt, diskriminiert, verfolgt, gefoltert und auch getötet werden.

Um diesem Fanatismus zu entgehen und sein Leben zu schützen kam er nach Deutschland.

In der Flüchtlingsaufnahmestelle in Gießen wurde er registriert und hat auch dort seinen Asylantrag gestellt. Von Gießen wurde er in die Zentrale-Aufnahmestelle nach Karlsruhe geschickt und wurde danach in einer Gemeinschaftsunterkunft (Containerdorf) in Stutensee-Friedrichtal untergebracht.

Von Beginn an hat sich Anis um Integration und um ein neues Leben ohne Angst bemüht und selbst gekümmert.

Er hat an einem einjährigen Deutschkurs teilgenommen um seinen Hauptschulabschluss in Deutschland nachzuholen. Dieser Abschluss wurde im Juni 2017 mit sehr guten Noten in der Balthasar-Neumann-Schule in Bruchsal bestanden.

Im Anschluss hat sich Anis mit Hilfe des internationalen Bundes um einen Ausbildungsplatz gekümmert. Dabei hat er verschiedene Praktika absolviert um einen passenden Beruf für sich und sein neues Leben zu finden.

In der Zeit vom 03.07.2017 bis zum 07.07.2017 hat Anis ein Praktikum in unserer Werkstatt absolviert. Die Entscheidung ihm einen Ausbildungsplatz anzubieten, wurde bereits während des Praktikums getroffen, da er seine schnelle Auffassungsgabe und sein technisches Verständnis unter Beweis stellen konnte, obwohl seine Deutschkenntnisse noch sehr bescheiden waren. Dabei hat er sich im Auswahlverfahren gegen zwei Praktikanten ohne Migrationshintergrund durchgesetzt, weil schon während des Praktikums klar war, dass er unbedingt diesen Beruf erlernen will. Eine Eigenschaft, die wir für dieses Handwerk heute nur noch bei sehr wenigen Jugendlichen feststellen können.

Die Ausbildung begann am 01.09.2017 bei NFC Mahler hier bei uns in Stutensee.

Bereits zu Beginn der Ausbildung konnten wir feststellen, dass sich seine Fähigkeit zu kommunizieren seit dem Praktikum sehr stark verbessert hatte. Die Fortschritte waren in kurzen zeitlichen Abständen sehr deutlich erkennbar, was auch aus seinen Berufsschulzeugnissen deutlich hervor geht.

Anis hatte von Anfang an keinerlei Probleme, weder in der Berufsschule noch in unserem Betrieb. Seine Kollegen, seine Lehrer und seine Mitschüler schätzen und mögen ihn sehr. Von allen Seiten wird er als höflicher, vertrauenswürdiger, ehrlicher und zuvorkommender Kollege gesehen und ist bei allen sehr beliebt.

Anis kann von Beginn an fachliche Inhalte sehr schnell umsetzen und hat sich allen verschiedenen Umständen der Ausbildung angepasst. Es gab während der gesamten Ausbildungszeit noch nie einen Grund für Beanstandungen oder Kritik. Weder für seine Arbeiten, noch für sein Verhalten.

Im Gegenteil ist Anis immer pünktlich und hat bei Bedarf seinen regulären Feierabend nach hinten verschoben um unsere betrieblichen Interessen zu wahren. Auch die Bereitschaft, außerhalb der regulären Arbeitszeit für den Betrieb anwesend zu sein, beispielsweise bei Messen oder betrieblichen Veranstaltungen, war stets gegeben.

Obwohl sich Anis noch mitten in seiner Ausbildung befindet, hat er sich zu einem wichtigen und unverzichtbaren Mitarbeiter entwickelt. Dies geht soweit, dass wir als Unternehmen schon heute, 1,5 Jahre vor seinem Ausbildungsende, seine Weiterbeschäftigung nach Bestehen der Abschlussprüfung garantieren und auf seinen Verbleib bei uns hoffen.

Anis wohnt in Stutensee-Spöck in einer Wohngemeinschaft mit einem Mitbewohner.
Die Wohnung wird von beiden Bewohnern selbst finanziert.

Anis benötigt keinerlei staatliche Unterstützung und erhält schon lange keine Gelder mehr. Er steht mitten im Leben, er zahlt Steuern und ist ein Teil unserer Gemeinschaft, was für ihn höchste Priorität hat. Er wollte nie Almosen oder Irgendjemandem auf der Tasche liegen. Er will und wollte immer nur ein freies, selbstbestimmtes, ruhiges und sicheres Leben, ohne Angst, für das er selbst aufkommen will und kann! Dabei verfolgte er immer das Ziel einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung.

Dieses Ziel wollte er immer ehrlich, legal und mit Allem, was ihm möglich ist, erreichen.

Diese Motivation ist in allen Belangen seines Handelns deutlich spürbar und treibt ihn permanent an sein Bestes zu geben.

Im Hinblick auf den Fachkräftemangel in Deutschland hoffen wir noch immer, mit Anis einen tüchtigen Mitarbeiter auszubilden, der unseren Werkstattbetrieb viele Jahre unterstützen wird.

Am 14.08.2019 bekam Anis nun das Urteil übermittelt, dass er Deutschland bis Mitte September 2019 zu verlassen habe, da ihm sonst die Abschiebung droht. Wir sind entsetzt und fassungslos über dieses Urteil, da uns ein sehr fähiger, integrationswilliger Auszubildender weggenommen werden soll und wir dies nach der Begründung des Verwaltungsgerichtshofs nicht verhindern können.

Wir investieren sehr viel Mühe und Geld in die Ausbildung um allen Menschen, unabhängig von Herkunft und Religion, eine Chance für die Zukunft zu geben. Jetzt droht unserem mittlerweile besten und fähigsten Auszubildenden die Abschiebung!

Wir sind enttäuscht von der Begründung des Gerichts, die in keinem Wort das Verhalten, die Bemühungen, die fortgeschrittene Integration oder seinen festen Bestandteil in unserem Unternehmen erwähnt.

Dieses Urteil wollen, können und werden wir nicht einfach so hinnehmen.

Wir werden mit und um unseren Anis kämpfen!

In Deutschland werden gerade im Mittelstand dringend Fachkräfte benötigt, die Bereitschaft zum Arbeiten zeigen, um die anfallenden Arbeiten der Unternehmen zu bewältigen. Diese Eigenschaften bringt Anis in vollem Umfang mit.

Die jetzige Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist für uns völlig unverständlich! Man möchte die gewachsene Verbindung und das tolle Verhältnis zwischen Anis und uns auflösen.

Im Moment stehen wir relativ machtlos den Tatsachen gegenüber und müssen erdulden, was das deutsche Rechtssystem entscheidet, ohne die Hintergründe und Umstände dieses tollen Menschen und unseres Betriebes genauer zu betrachten.

Daher hoffen wir auf Hilfe, Ideen, mediale Unterstützung oder ein Wunder! Wer kann Anis und uns helfen?

Denn wie hat schon Berthold Brecht gesagt:

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

(Teilen erlaubt und erwünscht. Für Ideen gerne PN an uns! Danke an Alle, die uns unterstützen und mit uns kämpfen!)

https://www.nfc-mahler.de/

 


Brandenburg kann mehr als keinen Flughafen :-)


Vorahnung

SPD

Auf der Kippe

…sie kippt.