Treue und Vertrauen

Er guckt ins Fenster und lächelt. Jedenfalls ist das mein Gefühl. Demnächst gibt es hier wieder Bilder vom Eichelhäher. Seit einem Jahrzehnt kommt er vorbei und holt sich die Erdnüsse vom Balkon. Oft auch in Familie. Die Erdnüsse, die er inzwischen gefressen hat, haben mich ein kleines Vermögen gekostet. Aber die Freude, die er macht, ist unbezahlbar.

(Mehr vom Eichelhäher findet der Leser unter dem Begriff „Eichelhäher“ – einfach in die Suchmaske eingeben.)


Baum

Baum

Baum


Zebrastreifen beachten! (Gastbeitrag von Manfred)

Zebrastreifen

Nichts Böses im Schilde führend, habe ich am Samstag im polnischen Kostrzyn so dir nichts mir nichts eine Straße überquert. Auf direktem, kürzesten Wege, ohne Umweg zum Zebrastreifen.
Da bin ich dann direkt einer hübschen, jungen Dame in die Arme gelaufen, die offensichtlich nicht nur auf mich gewartet hatte, sondern mich sogleich auch ansprach.

Oh….,die könnte mir gefährlich werden.

Wurde sie dann auch. Mit einem strengen Blick, einer Pistole im Halfter und in einer kleidsamen Policia – Uniform steckend. Trotz allem aber ein herzerfrischender Anblick.
Es folgte ein strenges Aufklärungsgespräch. Zu meiner Übeltat, den Fußgängerüberweg nicht benutzt zu haben.
Für das kleine Referat mochte sie dann 50 Zloty haben.

Fand ich zwar etwas teuer, aber gut, die müssen ja auch von was leben.


Eiseskälte – und doch ist mir warm

Blumenstrauß

Blumenstrauß

Am Freitag bekam ich einen wunderschönen Blumenstrauß, den ich gern hier „teile“. In Wirklichkeit ist er natürlich viel schöner.

Den Strauß bekam ich von Manfred, aber nicht ich hatte Geburtstag, sondern er. Danke!


Vernünftig

Vernünftig

 

Vorsichtshalber

nachsichtig sein,

ist vernünftig.

Vergissdasnicht.

(Einsichtige Selbsteinrede)

Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht


Endstation Gesundbrunnen – Gastbeitrag von Pecola

Endstation Gesundbrunnen

 

Vor mir wackelt

und schwingt

ein Hintern

die Treppe herauf

mit großen

roten Blumen

auf sieben-centimeter-Absätzen.

Ungelogen.

Für eine Minute

ruht der Bahnhof in sich selbst,

die Schienenstränge schweigen,

verstummte Menschen,

stille Statisten

in einem

surrealen Stück.

Magie

zwischen Zigarettenkippen.

Nur die Plakate

schweppen schrill

und

grammatikalisch dämlich

an der Wand entlang.

Beleidigend.

Am Ende des Tunnels

ist noch Licht,

in dem die Gräser

silbern schwanken.

Dröhnend,

unaufhaltsam

nähert sich ein Zug.

Er hält.

Endlich.


Kein Witz, ein wahres Paradoxon

Wir standen gestern im Stau – auf der „Autobahn der Freiheit“.


Bringt der Storch Eier?

Storch

Storch


Wiederbegegnung mit einer alten Trauer – Ist so einfach abgesprungen

E. schreibt ihre alten Texte ab und gewinnt dabei – neue Sichweisen oder Einsichten. Guck doch mal, dachte ich mir – was noch übrig ist vom Eigenen und fand so manche alte Zeile. Und bin traurig.

Ist so einfach abgesprungen (1995)

 

Ist so einfach abgesprungen,

hat nicht mehr gefragt,

vorher noch ein Lied gesungen,

hat man uns gesagt.

 

Warum hat er das gemacht?

Wir mochten ihn doch leiden,

hat er nicht daran gedacht?

So sollte man nicht scheiden.

 

Niemand einen Brief geschrieben,

wollte keinen von uns sehen.

Immer hat er übertrieben,

keiner konnte ihn verstehen.

 

Ist so einfach abgesprungen,

hat nicht mehr gefragt.

Vorher noch ein Lied gesungen.

Nichtmal Tschüß gesagt.

 


Verwunschene Stunde – Gastbeitrag von Pecola

Verwunschene Stunde

In meinen Kurven

ruhen Katzen.

Der Schlaf

flieht mich

seit Stunden schon

und schenkt mir

Wortsalat

entlang der

weichen Ränder

meiner Zeit.

Den Sätzen fehlt

die Lust zu bleiben,

vielleicht ist’s ihnen auch

zu kalt,

zu laut,

zu hell,

zu irgendwas.

Sie tanzen

Samba, Rumba, Fox

in buntem Stoff,

verdrehen Sinn und Kraft,

richten ein Blutbad

unter den verbleibenden Minuten,

übergeben mich

dann

leer und müd

dem gnadenlosen Ruf

des Weckers.