Verlorene Hoffnungen

…die Wiese mit den bunten Blumen. Je älter ich werde, desto kürzer weilt das Gras. Der pausbäckige Apfel vom Baum der Erkenntnis fault jährlich prächtiger. Sprachlos sammle ich die letzten überlebenden Töne. Zwecklos, sagt Gott, aber an den glaub ich nicht. Ich muss auch mal Glück haben. Vielleicht.


Fragezeichen

Wieviel Datenschutz braucht der Mensch?

Nehmen wir an, die Corona-App hätte nicht ganz so viel Datenschutz geboten und dadurch wären einige Menschen weniger gestorben, wäre es das nicht wert?

Nehmen wir an, die Berliner Schul.cloud wäre weniger datengeschützt und die Video-Konferenzen der Kinder könnten tatsächlich stattfinden, wäre es das nicht wert?


Unterwegs

Aufwärts

Unterwegs in die Zukunft


Tage zum Wegwerfen

Manche Tage sind zum Wegwerfen. Die sind um ein Vielfaches länger als die schönen Tage. Das ist der Beweis dafür, dass Zeit nicht vergleichbar ist.

Ich habe Sehnsucht nach besseren Zeiten und wünsche mir den Sommer zurück.

Sommerwiese

Sommer 2020


Zusammenstehen

Zusammenstehen, das bedeutet im Moment: Abstand halten!


Corona-Maßnahmen – wo bleibt das Bildungsfernsehen?

Inzwischen denke ich, dass überhaupt nicht mehr nachgedacht wird.

Ab der nächsten Woche gehen Schüler in Berlin wieder zur Schule – teilweise – aber die beiden kleinen Mädchen 8 Jahre und 12 Jahre, deren Schulalltag ich zur Zeit aufbessere, die dürfen mich nicht besuchen. Ich kann natürlich zu ihnen fahren, wo wir dichtgedrängt dann nicht zu dritt, sondern in mehr als doppelter Menge uns in einem halb so großen Zimmer aufhalten müssten. Was soll das?

Lehrer können keinen Online-Unterricht anbieten, weil die technischen Voraussetzungen nicht da sind. Erinnert Ihr Euch noch, früher gab es mal so etwas wie Bildungsfernsehen.

Täglich könnte Mathematikunterricht aller Klassenstufen in den 3. Programmen laufen und länderübergreifend könnten Schüler das Winkelmessen lernen und zusehen, wie einer eine quadratische Gleichung löst.

Wieso wird das nicht gemacht – und wenn nur die Hälfte der Kinder hingucken würde, es wären viele! 

Ich habe, übermüdet – fertig.


Immer anders

Draußen statt drin,

Geld statt Sinn,

allein statt zu zweit,

nah statt weit,

ruhig statt froh,

gekocht statt roh,

Fleisch statt Salat,

Gedicht statt Traktat,

müde statt wach,

bergig statt flach,

blau statt rot,

Bahn statt Boot.

Immer wieder alles anders als gedacht,

weil das Leben – ungefragt –

seine eignen Pläne macht!


Friedliche Koexistenz

Vor Weihnachten habe ich mich entschlossen, mit den bei mir lebenden Wollmäusen einen Vertrag abzuschließen: Ich lasse sie in Ruhe, wenn sie auf expotentielles Wachstum verzichten. Sie hatten schweigend akzepiert. Angst ist manchmal ein guter Ratgeber.

Wir haben heute die Laufzeit des Vertrages bis zum Frühjahr verlängert.


Fremde Liebe

Traurigkeit ist das Salz in der Suppe des Lebens.

Unzufrieden stelle ich fest: Der Koch ist verliebt.


Briefmarken

Eine Freundin bringt mir seit vielen Jahren die Briefmarken, die sie sorgfältig von erhaltener Post abtrennt. Früher sammelten in meiner Umgebung alle.

In den 80iger Jahren hängten wir die Beutel mit den gesammelten Marken an die Pforte der Pankower Kirche. Damit könnten, so hieß es, Behinderte Geld verdienen. Sie würden die Marken ablösen und später könnten die dann in sogenannten Briefmarkensammelboxen von Sammlern gekauft werden.

Irgendwann,vermutlich kurz nach der Wende, war damit Schluss. Ob ich dazu jemals etwas aus Kirchenkreisen hörte, ich erinnere mich nicht daran. Vermutlich erzählte jemand aus dem Freundeskreis, dass sich die Sammelei erledigt hätte. Ich gab die Information an die sammelnde Freundin weiter. Die schüttelte nur den Kopf. Wann immer wir uns trafen, hatte sie einen Beutel mit Briefmarken dabei.

Zwei- oder dreimal versuchte ich noch, ihr zu erklären, dass ich nicht wüsste, wohin mit den Marken, aber sie ignorierte meine Erklärungen. Es ist richtig, die Marken zu sammeln, meinte sie, sie bleiben brauchbar.

Einmal habe ich einen Riesenbeutel der Marken an Nachbarjungs verschenkt, einmal bei ebay-Kleinanzeigen unter „Zu verschenken“ annonciert, später aber niemand mehr gefragt. Immer mal wieder löse ich Briefmarken ab, trockne sie in Büchern, die ich beschwere und werfe sie dann in eine Kiste.

Ich hoffe, ich brauche sie irgendwann.

Briefmarken

Briefmarken