Designierter goldroter Pullover

Man kann Wolle, speziell Schafswolle, mit Schilfblüten färben. In den Schilfblüten des letzten Jahres, die wir gestern nahe Hobrechtsfelde sahen –  dort wo man Gänse und Kraniche schreien hört – fing sich die Abendsonne.

Designierter goldroter Pullover, dachte ich, nahm aber nur ein Bild mit nach Hause. Es wird ja jetzt wärmer, wozu also Pullover?

Designierter roter Pullover


Beweisfoto: Waldspaziergang der Kraniche

Waldspaziergang-der-Kraniche

Waldspaziergang der Kraniche


Pause

Momentaufnahme


Was guckst Du?

Was guckst Du?


Gastbeitrag von Manfred: Überfall

Überfall

Bin überfallen worden. Ich dachte, ich träume. Ist aber leider nicht so.
Heimtückisch und hinterhältig haben mich doch, so dir nichts, mir nichts, unverhofft und urplötzlich heute früh die Ganoven Rhinitis Schnupfus und Grippalus Infektus überfallen. Damit nicht genug, haben sie auch noch ihren Kumpel Diarrhoe im Schlepptau.

Die klauen mir jetzt die Konzentration, versuchen meinen biologischen Computer lahm zu legen, strapazieren die Sekretorgane von Augen und Nase. Irgendwas Ähnliches wie Bleigießen versuchen die auch. Auserwählt haben sie dazu meine Knochen. Und Genosse Diarrhoe übt sich darin, mich auf Trapp zu halten. Erstmals bin ich froh, rundlich zu sein. Bauch einziehen und schon ist die Hose runter.

Habe mal gelesen, mutig ist, wer Durchfall hat und trotzdem pupst. Ich bin aber eher ein Feigling, denn dazu stehe ich lieber, als in der Sch….

Und keiner da, der mal meine Mutti anrufen kann. Auch von wegen „da nehme ich einfach eine Aspirin und dann geht es mir gleich wieder gut“ – ist nix als Geschwätz.

Mit Müh und Not sowie einer Imodium konnte ich mich vormittags kurzzeitig davonschleichen. Aber von wegen so’n lockerer Gang wie in der Werbung. A… zusammenkneifen und nicht dran denken. Brauchte jedoch ein paar Kleinigkeiten aus dem Supermarkt. Vor allem Tabak und sonstige Unheilmittel. Zum Glück ist bei dem malträtierenden Gesindel nicht auch noch Bronchitis Hustus dabei. Jetzt nur nicht unken. Erfreulicher Weise wurde meine kurze Abwesenheit kaum bemerkt. Nur der hinternhältige Diarrhoe erblickte mich gleich wieder. Naja, also Bauch einziehen und erneut `was durchmachen.

Nun lungere ich hier rum und verstecke mich mit Schal und Tropffänger für die Nase auf meinem Sofa. Gelegentlich schlürfe ich Kaffee mit Honig, weil, früher war ich zu oft im Tee und mag das seit Jahrzehnten nicht mehr sein. So warte ich nun auf das Ende meiner Papiertaschentücher (den Ofen wird’s freuen) und den Abzug des unliebsamen Besuchs.

 


Wenn ich ein Vogel wär

Wenn ich ein Vogel wär,

würde ich fliegen

hoch über die Bäume.

Alles überblickend wüsste ich,

wo eine Landung sich lohnt.

Aber ich bin kein Vogel.

Stolpere tastend und

stoße überall an.

Vielleicht deshalb

blicke ich immer wieder

sehrnsuchtsvoll

auf all die Beflügelten.

Fliegende Vögel


Wünsche an die Freunde

 


Internationaler Frauentag – nicht vergessen…

Heute am sehr frühen Morgen, als mich die ersten SMS und WhatsApp Nachrichten mit Glückwünschen zum 8. März erreichten, dachte ich einen Moment daran, dass sich dieser Tag langsam überlebt haben könnte. Irgendwie gehört er für mich eben auch in die DDR-Vergangenheit. Ich erinnere mich, dass wir Frauen 1971 oder 1972 (ich arbeitete damals in der Zentralverwaltung für Statistik), als Geschenk zum Frauentag eine Aufschnittgabel bekamen, die über einen ganz besonderen Mechanismus verfügte. Man konnte mit einem Druck auf den hinteren Teil die Wurst von der Gabel streifen.

Bei meiner Recherche eben, habe ich tatsächlich ein Bild gefunden:

Bild der Aufschnittgabel 

Und bei Ebay kann Frau (oder Mann) das Teil auch kaufen:

Kaufen bei ebay

Jedenfalls habe ich mich sehr gefreut – das Teil steckte jahrelang hinten in meinem Fernseher und diente als Antenne. Damit konnte man sogar das Westfernsehen empfangen. Wir lebten ja nicht im Tal der Ahnungslosen. Wobei Westfernsehen denen auch nicht geholfen hätte, wie man heutzutage in Dresden erleben kann .

Wie man an dieser Anekdote sieht, gaben sich die Betriebe (heute würde man sie Arbeitgeber nennen) in der DDR richtig Mühe.

Ich lebte in einer gleichberechtigten Beziehung, anderes wäre  für mich gar nicht infrage gekommen, und ich dachte, in einigen Jahrzehnten würden wir es geschafft haben.

Neulich traf ich einen Rassisten, er sagte: „Neger sind einfach nicht so intelligent  wie die Weißen, das sieht man auch daran, dass sich an den afrikanischen Küsten keine großen Häfen befinden.“

In diesem Moment wusste ich wieder, dass nichts vorbei ist – der Kampf um Gleichberechtigung dauert an. Wieso ich von einem auf das andere komme? Naja, bei Diskussionen um die Intelligenz der Frauen, hört(e) man häufig: Und warum sind denn die besten Schneider, Köche, Schachspieler, Philosophen, Physiker und Entdecker Männer?

Es gibt Hoffnung. Unsere Träume. Zum Beispiel der Traum von einer solidarischen Gesellschaft, in der die Starken für die Schwachen da sind, Männer für Frauen und Frauen für Männer und alle für die Kinder überall auf der Welt, eine gerechte Gesellschaft, die dafür sorgt, dass alle Allgemeinen Menschenrechte für alle Gültigkeit haben.

An alle diejenigen, die sich darum bemühen, gebe ich den Blumenstrauß weiter, den mir mein Freund Manfred heute geschickt hat.

Blumen #soliges

Blumen für Träumer umd Macher einer Solidarischen Gesellschaft


Reis – ein Film über Recep Tayyip Erdogan, einen geretteten Nicht-Pudel und das Gestern im Heute

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit entschloss ich mich schnell und dann auch noch innerhalb der Arbeitswoche für einen Kinobesuch. Es hat sich gelohnt. Obwohl wir nach dem Kinobesuch pudelnass wurden.

Das Kino Alhambra im ehemals Roten Wedding hatte nicht wegen Überfüllung geschlossen. Nach meiner kurzen Recherche ist es offenbar das einzige Berliner Kino, das den Film zeigt. Beim Kartenkauf schien es noch schwierig zu sein, zwei zusammenhängende freie Plätze zu finden, aber als wir in den Saal kamen, waren nicht mehr als zwanzig Plätze besetzt. Vielleicht hatte den Rest der als belegt geltenden Plätze die türkische Botschaft aufgekauft.

Ich habe gelernt, dass sich Erdogan einreiht, ein strahlender Held, ein Kopf, ein Chef, ein Anführer, Füh…  Ich dachte, solche Filme würde man heutzutage allerhöchstens noch in Nord-Korea drehen. Ich habe mich geirrt.

Reis, das heißt Anführer, so ist es jedenfalls in der deutsche Untertitelung übersetzt – vermutlich, um den großen Helden nicht gleichzusetzen mit dem faschistischen Führer Nazideutschlands.

Im Film spielen Frauen fast keine Rolle, so wie sich das wohl Erdogan und seine Freunde wohl auch für die Zukunft der Türkei vorstellen. Allerdings hat sogar eine Frau – Leyla – ohne Kopftuch eine beinahe wichtige Rolle, sie himmelt immer aufs Neue den Besitzer einer Teestube an, der sich ihr entzieht, weil er sie nicht belasten will, er leidet an einer Herzkrankheit, von der sie nichts weiß. Der Teestubenbesitzer handelt auch sonst heroisch, er übernimmt die Schuld an einem Verbrechen, das er nicht begangen hat,  damit seine Freunde – die ebenfalls unschuldig sind – aus der Haft entlassen werden.

Außer Leyla sind Frauen in kurzer Rolle in ihrer Rolle als Mutter oder Frau zu sehen, und sie bleiben völlig gesichtslos. Sie haben nichts zu sagen in mehrfacher Bedeutung, kein Wort, an das ich mich erinnern könnte.

Ein einziges Mal haben wir laut gelacht. M. sogar so laut, dass ich sie sicherheitshalber „ermahnte“…

Erdogan hat einem kleinen Jungen (Jacub) seine Visitenkarte gegeben, für den Fall, dass dieser einmal Hilfe braucht.

Der Zuschauer sieht, wie Jacub am Rand eines Brunnens steht und verzweifelt einen Namen hineinruft. Aber es kommt keine Antwort. Da fällt Jacub die Visitenkarte ein und er holt sie aus der Tasche. Schnitt.

Erdogan kommt spät nach Hause zu Frau und Tochter…. Da klingelt das Telefon. Jacub, der Hilfe braucht. Natürlich bricht Erdogan (mitten in der Nacht?) noch einmal auf, um dem Jungen in seiner Not zu Hilfe zu eilen. Schnitt.

Aus dem Brunnen gezogen wird schließlich ein triefender Hund.  M. behauptete es sei ein Pudel, ich widersprach. Aber es war wirklich sehr komisch.

Die Guten sind die Gläubigen, die Bösen sind ungläubig oder nicht gläubig genug. Die Rosenkränze in den Händen signalisieren das Gute. Die Kamera konzentriert sich oft auf sie.

Die gezeigte Welt war mir fremd, aber nicht fremd wie andere fremde Welten, denen man näher rückt, wenn man sie filmisch erlebt. Ich kann den Film uneingeschränkt empfehlen. Es ist beängstigend zu sehen, wie heutige Filmemacher das Gestern zeigen. Das lässt ahnen, in welch eine Zukunft Recep Tayyip Erdogan die Türkei führen will. Und die Gefahr, dass das Volk dem Reis – dem Anführer – folgt, ist groß.

#FreeDeniz


Gonett

Graubraun grüßt Geäst

gegenüber gegenwärtig.

Grolle grantig

G-Moll.

Gedanke: Grauenhaft gänzlich.

 

Genug geduldet Gram.

Gegenstandpunkt gegründet

Genossen gesucht,

goutiere gold, gelb, grün

 

Gimpel gesehen,

Gesang gehört,

Gezwitscher gelingt.

Grasgrün gemoostes Gestrüpp.

Glück gefunden.