1. September 2010 von Maja Wiens | kein Kommentar
“Berlin. Mehrere Linkspartei-Politiker haben Strafanzeige gegen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin gestellt. Die Staatsanwaltschaft müsse prüfen, ob bei Sarrazins Äußerungen über Muslime und Juden der Straftatbestand der Volksverhetzung und der Störung des öffentlichen Friedens erfüllt sei, sagte das Mitglied im Bundesvorstand, Ali Al Dailami, am Dienstag in Berlin. (ddp/jW)”
Volksverhetzung – was sonst soll sein, was Sarrazin mündlcih und schriftlich (schon wieder und damit einmal mehr!) von sich gibt. Wer die mit Zitaten geschmückten Kommentrare von Beifallklatschern liest, weiß schnell, dass die Beweisführung leicht erbracht ist.
Schlimm genug, dass in diesem Land wieder ein Klima herrscht, in dem solche Saat gut aufgeht.
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Und Verbrechen sind strafbar!
18. August 2010 von Maja Wiens | 1 Kommentar
Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der Dümmste im ganzen Land?
Journalisten, die blauäugig Politikerquatsch hochjubeln?
Leser, die hinnehmen was sie so lesen müssen, es selbst aber besser wissen?
Oder wir alle, weil wir uns offenbar beinahe alles gefallen lassen, ohne sofort die Signale zu hören und endlich auf die Barrikaden zu steigen?
Es herrscht – leider – vorwiegend Ruhe im Land.
Geknüppelt wird von der Journaille eben gerade nicht auf die Bundesregierung und ihre Verbündeten (Ausbeuter jeder Couleur), die Millionen Kinder (und deren Eltern) in einem reichen Land Armut leben lassen.
Geknüppelt wird zum Beispiel auf Linken-Chef Ernst wegen seines Lebensstils. Die (mit Freunden gepachtete) Almhütte und ein zehn Jahre alter Porsche sind Anlass für großes Geschrei über einen Lebensstil, der eines Linken nicht würdig sei. Ob Welt-Online oder SPIEGEL-ONLINE – sie holen sich linken Beistand von einem (natürlich namentlich nicht genannten) Abgeordneten der Linkspartei oder einem (ebenfalls nicht namentlich genannten) prominenten Mitglied der Partei.
“Das ist ein wahres Dilettantenstadl”, sagt ein führender Linken-Bundestagsabgeordneter. Die Bundespartei hätte die Auseinandersetzungen im Süden der Republik nicht so weit kommen lassen dürfen, er spricht gegenüber SPIEGEL ONLINE von “schlechtem Management und Unprofessionalität”. SPIEGEL-ONLINE
“”Ernst ist ein Parteichef auf Abruf”, sagte ein prominentes Mitglied der Partei der WELT. “Nur haben wir nichts davon, wenn er jetzt gehen muss oder selbst geht.” WELT-ONLINE
Geht es nicht um den Lebensstil von Klaus Ernst sondern um den von armen Kindern, dann sind die genannten Blätter weit weniger kritisch, dann zitieren sie auch keine Linken.
So bejubelt Yasim El-Sharif heute für SPIEGEL-ONLINE heute die in Stuttgart bereits eingeführte “Familiencard” unter der Headline: “Familiencard ist Stuttgarts Liebling”.
Ganze 60 € im Jahr stehen damit Kindern zusätzlich zur Verfügung, die “beliebig” ausgegeben werden können – ich zitiere: “für Bildungsangebote, Musikkurse, Sportvereine oder auch als Zuschuss für eine Klassenfahrt.”
Der kleine Adrian, von dem El-Sharif erzählt, geht für 18 € mit seiner Mutter in den Zoo. Viel bleibt da für Sportverein, Musikkurse usw. nicht mehr übrig. 60 € sind besser als nichts. Stimmt, aber wenn man oder Frau so tut, als würden diese 60 € das Problem der in Deutschland extremen Benachteiligung armer Kinder lösen oder wenigstens merklich verbessern, dann lügt man – oder kann man so dumm sein?
Jeder, der weiß, was Nachhilfe kostet (45 Minuten – 11 Euro), wie teuer fünf Tage Fußballcamp sind (99.- € beim Fünftligisten BFC Dynamo) oder was man für den Unterricht in einer Musikschule hinblättern muss (Musikschule Spandau wöchentliche Unterrichtszeit 60 Minuten – Jahresentgelt (€) 979,20 – monatliche Rate (€) 81,60) kann über jährliche 60 € nur lachen.
Wer in Deutschland “arm” geboren wird, hat viel geringere Bildungschancen, als die Kinder besser gestellten Eltern. Jeder zweite Hauptschüler ist arm, aber nur jeder elfte Gymnasiast.
Studien beweisen außerdem, dass die Armut der Familie auch die Bewertung der schulischen Leistungen durch die Lehrer beeinflusst.
“Kevin ist kein Name, sondern eine Diuagnose”
“Sophie und Alexander haben Glück: Ihre Lehrer halten sie für leistungsstärker als Kinder, die Chantal oder Justin heißen. Eine Studie zeigt, dass Grundschulpädagogen Vorurteile gegen bestimmte Vornamen hegen – und manche Kinder deswegen sogar als besonders verhaltensauffällig einstufen.”
…
“Als eher freundlich und leistungsstark gelten den Grundschullehrern Jungen mit den Namen Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob. Positiv bewertete Mädchennamen sind Charlotte, Nele, Marie, Emma und Katharina.
Auffällig schlecht bewerten die Lehrer die Namen Chantal, Justin, Dennis, Marvin und Jaquelin. Doch die Höchststrafe für Kinder lautet nach Ansicht der Grundschulpädagogen Kevin. Er führt die Rangliste der unbeliebten Namen an, gilt als verhaltensauffällig und leistungsschwach. Eine befragte Lehrerin kommentierte: “Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.” (SPIEGEL – KLICK zum ganzen Artikel)
Angesichts solcher Untersuchungen kann man sich vorstellen, wie günstig sich von der Leyens Ideen auf die Lebenspraxis der KInder und Eltern auswirken wird. Der Tagespiegel beschreibt die Pläne der Ministerin:
“Das Konzept der Arbeitsministerin sieht vor, dass vom nächsten Jahr an Nachhilfe oder die Mitgliedschaft in einem Verein von den Jobcentern bezahlt werden. Dort soll es künftig einen „Familienlotsen“ geben. Er soll kinderspezifische Bildungsangebote in seiner Region kennen, die Mitarbeiter der Behörde in Kinderbelangen beraten. Vorgesehen ist auch, dass es anders als bisher zu direkten Kontakten zwischen Schule und Jobcenter kommt, um den Bedarf von Hilfeleistungen zu ermitteln.” (Tagesspiegel)
Das führt zu einer weiteren Stigmatisierung der betroffenen Kinder und zur weiteren Entrechtung ihrer Eltern. Ob ein Jugendlicher einer betroffenen Familie Nachhilfe bekommt, soll zukünfig das Jobcenter entscheiden. Nein, ich habe mir das nicht ausgedacht. Man kann es in sehr vielen Zeitungen lesen und ein Aufschrei der darüber schreibenden Journalisten bleibt aus.
Sie schreiben: “Hartz-Familien”, “Hartz-Kinder”, “Kinder aus schwierigen Verhältnissen”, “Kinder aus sozial-schwachen Familien” und meinen damit diejenigen Kinder, die in und von dieser Gesellschaft benachteiligt werden. Das sind keine Kinder von Frau oder Herrn Hartz, ihre Familien können durchaus über eine große soziale Kompetenz verfügen und sozial stark sein, nicht einmal aus “schwierigen” Verhältnissen müssen die Kinder kommen – bei vielen lieben sich die Eltern. Es geht um Armut. Die Eltern armer Kinder sind auch arm. Und wenn man die Bildungschancen ihrer Kinder wirklich verbessern will, dann muss man Eltern und Kindern aus der Armut helfen. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen beispielsweise – von dem ein Leben in Würde möglich ist. Die Schulmittelfreiheit muss wieder gewährleistet werden und jedes Kind in der Schule oder im Kindergarten muss ein kostenfreies warmes Mittagessen bekommen. Die Mitgliedschaft in Sportvereinen darf das einzelne Kind nichts kosten, der Verein muss die Gebühren vom Land oder Bund bekommen. Wenn ein Kind Nachhilfe braucht, dann muss es die bekommen und bezahlt werden muss sie von der Kommune. Bücher muss man in Bibliotheken kostenlos ausleihen können und jedes Kind sollte mehrmals jährlich mit der Schule ins Theater oder Konzert gehen. Das ist alles nicht finanzierbar? Oh doch!
Aber so lange wir die herrschenden Verhältnisse zulassen, sind wir die Dummen.
17. August 2010 von Maja Wiens | kein Kommentar
Häufig verstehen Politiker nichts von den Dingen über die sie reden. Gerade ist mir wieder ein Beispiel in den Mailbriefkasten geflattert.
Unter dem Titel “SPD wirft Regierung Konzeptlosigkeit vor” findet der Leser bei Reuters Deutschland folgende Passage:
KRAMME: AUFSTOCKER VERFÄLSCHEN ERGEBNIS
Dem Urteil zufolge muss die Regierung auch die Zahlungen für Erwachsene neu berechnen. “Ursula von der Leyen hat offensichtlich bisher kein Gesamtkonzept für die Regelsätze”, sagte Kramme. In der Haushalts-Stichprobe, die zur Berechnung des Verbrauchs von Hartz-IV-Familien herangezogen wird, seien nach Angaben der Regierung auch Hartz-IV-Bezieher enthalten, die ihr Arbeitslosengeld II durch einen Hinzuverdienst aufstockten. “Damit werden die Regelsätze verfälscht und unnötig niedrig gerechnet”, kritisierte Kramme.
Nun gehört Frau Kramme zu den Befürworterinnen eines existenzdeckenden gesetzlichen Mindeslohnes und steht für mich damit auf der Seite der GUTEN.
Aber was sie über Aufstocker sagt, ist trotzdem falsch. Aufstocker sind nicht Menschen, die etwas zu Hartz 4 dazuverdienen, nein, Aufstocker sind all jene, deren (HUNGER-)Lohn nicht zum Leben reicht und bei denen dieser dann durch Arbeitslosengeld 2-Leistungen aufgestockt wird.
Es stimmt natürlich auch nicht, dass die Aufstocker irgendein Ergebnis verfälschen – die Fälscher sind Politiker – oder deren Handlanger.
16. August 2010 von Maja Wiens | kein Kommentar
WELT ONLINE:
Das „Bildungspaket“, das künftig über die Karte abgerufen werden kann, soll nach von der Leyens Plänen von Essenszuschüssen über Sportangebote bis hin zu Schulmaterial und Nachhilfe reichen. (Quelle)
Essenszuschüsse?
Da muss man natürlich fragen, ob dann mit der Bildungskarte tatsächlich eine bessere Teilhabe von Kindern, die von den sogenannten Hartz 4-Sätzen leben müssen, an den Bildungsangeboten realisiert werden kann, wie sie das Bundesverfassungsgericht gefordert hat:
Ein voller Bauch studiert nicht gern!
Waldemar Bankhofer wusste das schon im Jahre 2004.

Bankhofer für alle: Ein voller Bauch studiert nicht gern
Vermutlich war die Einführung von Leistungen nach dem SGB 2 für Kinder (volkstümlich auch Hartz 4 genannt) überhaupt eine Maßnahme zur Erhöhung der Bildungschancen von Kindern aus Familien mit wenig Geld.
Frau von der Leyen meint, dass ohne eine Bildungskarte, mit der unter anderem Essenszuschüsse verteilt werden, solche Zuschüsse bei den Kindern nicht ankämen: In Berlin hat offenbar jedes dritte Kind Rabeneltern!
26. Mai 2010 von Maja Wiens | kein Kommentar

Autos auf den Parkplatz
25. Mai 2010 von Maja Wiens | 2 Kommentare
Die Riesenhamsterratte aus Gambia wollte ich unbedingt einmal sehen. Deshalb schleppte ich P. und C. in den Tierpark Klüschenberg. Auf dessen Webseite hatte ich nämlich erfahren, dass dort Riesenhamsterratten zu besichtigen seien.
Ich hätte genauer auf die Webseite mit der Riesenhamsterratte sehen sollen: KLICK – dann hätte ich entdeckt, dass die Webseite den Titel “Marderhund” trägt. Vielleicht hat der Marderhund die Riesenhamsterratte gefressen? Jedenfalls haben wir den Marderhund gefunden. Er wirkte etwas depressiv und wenig interessiert an seiner Umwelt, sah aber nicht aus, als wäre er der Mörder einer Riesenhamsterratte.

Marderhund
23. Mai 2010 von Maja Wiens | kein Kommentar
RAPS: Er ist nicht nur GELB, er riecht nach Honig und Sonne…

Raps
22. Mai 2010 von Maja Wiens | kein Kommentar
Johannes R. Becher – zum Geburtstag des Dichters wieder einmal eines seiner Gedichte.
Johannes R. Becher
DIE GESCHICHTE GEHT WEITER
Was geschehen muß, geschieht.
Zu lange Pausen sind nicht erlaubt.
Wenn es die, die es eigentlich tun sollten,
Nicht tun,
Tun es eben andere – aber anders.