Endzeit

Lebt nur noch im Heute,

im Kopf spielen die Worte Verstecken.

Geblieben ist ein weises Lächeln.

Hinter blickdichten Augen die scharfe Botschaft:

Ich will nicht mehr.

Unerhört.

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Nur

Nur, ist ein Wort ohne Anstand,

inakzeptabel bewertend macht es sich breit.

Nur, ist immer falsch,

eine der Lügen, die den Blick verstellt.

Nur leider, leider,

gehört nur dazu.

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Herbst

Herbst

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Wolkenheimat

In Wirklichkeit ist nichts dauerhaft weich. Die Zustände gehen planlos in einander über. Wie man sich bettet, so liegt man noch lange nicht. Überall Grautöne statt Alltagsbunt, und die Rädelsführer sind noch immer an der Macht. Und das macht was. Sie zerstören die zerstörte Welt. Gegenwehr ist klebrig, aber weitgehend erfolglos. Die Zukunft hängt am gerissenene Faden. Wachsam sind nur die Erdmännchen im Zoo. Selbst das Wolkenkuckucksheim stirbt aus, mit dem Kuckuck. Und Hegel, von Schopenhauer Dummkopf genannt, sitzt neben Marx ganz oben weit im Nirgendwo – verzweifelt.

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Hinterher

Luise träumt. Sie parkt ihre Flügel auf dem Rücken, wischt sich den trockenen Sand von den Füßen und geht ins Bad, um die Gießkanne zu füllen. Direkt über dem Waschbecken hängt ein altbackener Kosmetikschrank, im Spiegel erkennt sie ihr Gesicht und findet es zu schmal, atmet tief ein und macht kindische Pausbäckchen. Was für ein schöner Tag! Mit der gefüllten Gießkanne betritt Luise den Balkon der Beletage und da sieht sie es: Die Erde brennt. Alle Erdteile und auch die Meere. In der Brust spürt sie einen scharfen Schmerz. Sie hat gedacht… Ja, was hat sie eigentlich gedacht, sie versucht sich zu erinnern, an eine bessere Welt, aber die Erinnerung ist vergraben unter Katastrophenmeldungen. Sie steigt mit der blechernen Gießkanne in der Hand auf die Balkonbrüstung und sieht auf die brennende Erde hinunter. Sie breitet die knisternden Flügel aus und weiß es doch: Mit einer Gießkanne voller Wasser können die Weltenbrände nicht gelöscht werden.

Hinterher, murmelt sie im Schlaf, ist man immer schlauer. Und sie sieht sich stürzen.

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Zeitenwende

Zeitenwende

Gewöhnliche Abläufe sind längst ins Stocken geraten. Die Völker wandern nicht mehr von unten nach oben. Während den Armen das Wasser bis zum Hals steht, trocknen die Flußbetten aus. Der tote Fisch stinkt vom Kopfe her. Entspannungsübungen misslingen. Die Zukunft schimmert braun und die Angst überwuchert selbst den bodenständigen Löwenzahn. Geduld – beweinter Mangel.

Der sanfte Wind besänftigt nicht mehr.

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Unfehlbarkeit

Die feste Burg,

kennt schon lang kein Halten mehr,

der Glaube umarmt das Wissen,

gibt aber nicht auf.

In Schreib-Angelegenheiten ist Papier

die geringste aller Voraussetzungen.

Wenn der Kopf zu platzen droht,

führt Ohnmacht zu Gewalt

oder zu Verzweiflung.

 

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Hoffnungslos, oder…

Es ist hoffnungslos, sagte die kleine, weiße Friedenstaube und flog davon. Alle Artgenossinnen folgten ihr.

Aber die Stadttauben, die verlassenen, vergessenen, gehassten, sie sind noch unter uns.

Und jetzt? Was machen wir jetzt?

Jetzt müssen wir Frieden schließen. Unbedingt.

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Andere Ermutigung

Für T.

Andere Ermutigung

 

Der ungeteilte Himmel brach auf,

und es war also kein Regen, der die Erde nass machte,

das Versprechen starb unter dem Holunderbusch

und doch – hör zu!

Überall singen die Vögel laut:

Wir brauchen Dich.

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Lebensweisheit

Vorgestern. Nachdem ich mühsam einmal mehr alle Dominosteine aufgestellt habe, kommt JEMAND aus vergangenen Zeiten und tippt den ersten an. Aber die Folgen sind reparabel. Als Kind schon lernte ich, Sicherheitssteine einzubauen, sicherheitshalber.

Danke an K. für ein gutes Gespräch in der Nacht und mehr als 30 Jahre Verbundenheit.

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