Es ist kalt in Deutschland – Abflug der Mauersegler

Es ist schon still geworden. Von einem Tag auf den anderen. Die Mauersegler haben uns wohl früher als sonst verlassen. Es ist kalt in Deutschland. Unterwegs im Internet und in den Medien friere ich. Ich wünsche mich in den Himmel weit weg zu den Mauerseglern.


Telegramm – Vollendung träumend… Johannes R. Becher zum 125. Geburtstag

Lieber Hans – STOP – Alles Gute zum Geburtstag – STOP – „Vollendung träumend“ – daran musste ich heute denken – STOP – und an Auswahl – STOP – Du hattest recht – Ausrufezeichen – STOP -„Die Völker wandern“ – STOP – auch da hattest Du recht – STOP – aber Du hattest auch Unrecht – sie wandern nicht „von oben nach unten“ – STOP – Unvergessen – für mich – STOP- Ballade von den Dreien – STOP – Kinderschuhe aus Lublin – STOP – Heimat meine Trauer – STOP – Nationalhymne der DDR ( ja auch die!) – LEVISITE – STOP – Sie erwähnen Dich kaum – und wenn – na, Du kennst sie ja, mach Dir nichts draus – STOP – Abschied und Wiederanders – STOP – Ich mache euren Krieg nicht mit – STOP – Lebenskrisen – Immer wieder – STOP – Die Unbekannte aus der Seine (auch ich sehe sie vom Arbeitsplatz aus)- STOP – Suizid ist auch eine Lösung – STOP – Ich wünsche uns zu den Windflüchtern auf den Darß – STOP – diskutieren, was Lyrik und was Bockmist ist – STOP – die Zwanziger sind irgendwie wieder da – Im Bürgerpark haben sie Dir das R geklaut – STOP – ich füttere die Vögel, versprochen – STOP – Grüße und ich lese Dich immer wieder…

Johannes R. Becher - Statue von Fritz Cremer im Bürgerpark Pankow

Johannes R. Becher – Statue von Fritz Cremer im Bürgerpark Pankow


Frühling. Sonnentag. Donnerstag.

Frühling. Sonnentag. Donnerstag.

Feststellung:

Nachmittags leuchten die Busse lebendig,

die Eilenden warten wacher an den Haltestellen,

selbst das Quietschen der herrischen Tram klingt melodischer.

Schlussfolgerung:

Wenn schon Alltag, dann donnerstags am Sonnentag im Frühling

.Frühlingssonne


Das Geschenk – ein Souvenir

Foto, Foto, Foto, sagten die Jungs. Sie posten vor der Kamera. Ich wollte nicht fotografieren, nicht so im Vorübergehen.

Es war zu dunkel und die Kamera war nicht auf Personenfotografie eingestellt, aber sie verstanden meine Einwände nicht.

Also doch.  Geknipst.

Gern hätte ich ihnen das Foto geschickt, aber wir hatten nichts zu schreiben und sie meinten, behalt es – ein Souvenir, ein Geschenk…

Foto, Foto - 2 Jungs

Unterwegs geknipst und- geschenkt bekommen

 


ÄTSCH – eine Nebelkrähe als „Sieger der Geschichte“

Nebelkrähe

Ätsch


Haubentaucherzebra

Haubentaucher mit Küken

Das Haubentaucherzebra

Na, wer bist du denn, du siehst mir ja überhaupt nicht ähnlich!


Danke an die unbekannte Deutsche, die Freundin der Familie aus Aleppo

Heute versammeln sich in Berlin Neonazis, Rechtsextreme, Fremdenfeinde und Rassisten, um unter dem vergleichsweise harmlos klingenden Motto: „Merkel muss weg“ zu demonstrieren. Mitten in der Hauptstadt. Es werden noch mehr als 3000 Demonstranten erwartet, so viele waren es auch schon bei der 1. Demo unter diesem Motto.

Die evangelische Kirche und der DGB im Bündnis mit vielen anderen demokratischen Gruppen und Parteien haben zu Gegendemonstrationen aufgerufen und sicher werden viele Menschen diesen Aufrufen folgen.

Die Rassisten richten sich gegen unsere Willkommenskultur, sie skandieren „Merkel muss weg“, verraten aber nicht, was ihre Alternative wäre: ein fremdenfeindliches Land, die Unterdrückung von religiösen Minderheiten.

Gestern traf ich am Schäfersee eine syrische Familie aus Aleppo. Mutter, Vater und zwei Jungs. Jeden Tag hören sie die furchtbaren Nachrichten über ihre Heimatstadt. Ich habe sie gefragt, wie es ihnen bei uns gefällt.

Alle sind nett, es ist schön hier, war die Antwort. Und dann: Wir haben eine deutsche Freundin, die uns bei allem hilft, wenn immer wir etwas brauchen, ist sie da. Sie erklärt, kümmert sich, hilft.

Übrigens: Unterhalten haben wir uns auf deutsch. Erzählt hat die Frau, die seit 7 Monaten bei uns lebt.

Danke an die unbekannte Deutsche, die Freundin der Familie aus Aleppo.

Kinderhymne / Bertolt Brecht

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s
Und das liebste mag’s uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.

(1949)

 

 


Herrentag: Sah ein Knab ein Röslein stehn…

Die Herren hatten einen Wagen und einen Minitraktor geordert und waren nicht mehr ganz nüchtern.

Einer fing an zu singen: Sah ein Knab ein Röslein stehn…

Ein anderer unterbrach ihn laut: Hör doch auf mit dem Russenkram.


Vielleicht ist die Wahrheit

Vielleicht ist die Wahrheit

zeitlebens

eine Liebhaberin des Versteckspiels.

Sie spiegelt sich nur in ihren

Gefährten

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Unterwegs

Unterwegs


Nachtigall und Haubentaucher

Tatsächlich, sie ist wieder da die Nachtigall, und sie sang am hellichten Tage, und es war nicht die Lerche… Gesehen habe ich sie zwar noch nicht – dafür aber ein brütendes Haubentaucherpärchen. Endlich mehr Sonne…

Haubentaucher bei der Brut

Haubentaucher bei der Brut