Archiv für Juni 2019

Künstliche Intelligenz

E. über ihren Drucker: …er hat aus Anstand gezögert.


Das geht schief!

In der DDR hieß es: Wir wollen doch nur, dass Du glücklich wirst und deshalb sagen wir Dir, was Du tun musst.

Glück aber ist viel zu individuell für Dienstanweisungen.

Jetzt tönt manch WestlerIn lautstark in den Osten: Wir werden Euch die Demokratie schon beibringen, Ihr habt sie nur noch nicht verstanden.

Wir kommen mal vorbei und erklären sie Euch. Ihr müsst nur richtig zuhören.

Das wird so nichts. Das geht schief.

Aber probieren wir es.

Zuerst: Absitzen, das Ross auf die Koppel lassen. Dann beschließen wir demokratisch, im Osten sind wir die Mehrheit, eine gemeinsame Kasse.  Die demokratieerfahrenen Besucher mit den Demokratie-Nichtverstehern-OST. Jeder schmeißt rein, was er hat und dann teilen wir durch die Anzahl der Anwesenden. Wir teilen alles.

Und genau an dem Punkt – ich wette gern mit Euch – macht Ihr nicht mehr mit.

Und so lange das so ist, erzählt mir nicht, dass der Westen Demokratie gelernt hat, während sie uns im Osten noch beigebracht werden muss.

(Und es geht nicht um Haben und Nicht-Haben! Es geht um Teilhabe!)


Perfekt

Wiesenblume

Perfekt


Die SPD begeht öffentlich Suizid

Liebe verantwortliche Genossen von der SPD,

mir fällt nicht ein einziger Grund ein, warum Eure Partei noch jemand wählen sollte. Bei allen sozialen und allen Umweltthemen liegen die LINKE und die Grünen vor Euch. Kein Wort über Eure Fehler, kein Wort über die, die Ihr vergessen habt, denen Ihr mit Euren Fehlleistungen das Leben zur Hölle gemacht habt. Hartz 4 hat ein Klima der Angst erzeugt. Mit dem viel zu niedrigen Mindestlohn ist nichts gewonnen. Eure Konzepte sind Mist. Euer Verrat ist sprichwörtlich. Worauf sollen die Genossen stolz sein? Und jetzt fällt euch nichts Besseres ein, als Solidarität mit der provisorischen Führung der Partei und Geschlossenheit zu fordern? Gemeinsam ins Niemandsland… ? Ihr habt offensichtlich nichts verstanden.

Gute Nacht!

Maja

PS.: Fragt mal bei Kevin nach – aber der ist wohl beinahe allein zu Haus!

Und hier ist er, der OFFENE BRIEF:

Öffentlicher Aufruf an die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir sind in sehr großer Sorge um unsere Partei. Die SPD befindet sich in einer ernsten Krise, die existenzielle Folgen nicht nur für die Partei, sondern auch für unser Land haben kann. Die SPD als Volkspartei hat in den vergangenen sieben Jahrzehnten entscheidend daran mitgewirkt, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland Frieden und Freiheit, Sozialstaat und Sicherheit haben und in der Europäischen Union fest verankert sind.

Unsere freiheitliche, demokratische, soziale Grundordnung ist ein hohes Gut – und, wer auf die deutsche Geschichte blickt, keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat dieses Land wesentlich mitgestaltet und tut dies immer noch. Das ist auch Euer Verdienst. Und deshalb rufen wir Euch auf: Seid stolz auf das Erreichte! Denn nur wer von sich selbst überzeugt ist, kann auch andere überzeugen. Die SPD wird auch in Zukunft gebraucht, um die soziale Demokratie in Deutschland und in einer Welt der Unsicherheiten und Bedrohungen zu erhalten und zukunftsfest zu machen.

Unsere Partei hat in ihrer 156jährigen Geschichte einige existenzielle Krisen erlebt und überstanden. Aus diesen Krisen ist sie stets gestärkt hervorgegangen. Wir sind sicher, dass dies auch jetzt wieder möglich ist. So wie bei unseren sozialdemokratischen Freunden in Europa: In Spanien, Portugal, Finnland und Dänemark gibt es ermutigende Beispiele. Und in vielen deutschen Städten, Gemeinden und Landkreisen – ebenso wie in den Bundesländern – leisten sozialdemokratische Politikerinnen und Politiker gute, erfolgreiche Arbeit. Sie leiden unter der gegenwärtigen Situation ganz besonders. Auch ihnen gilt unser Aufruf: Ihr seid jetzt die Stärke und das Rückgrat unserer Partei. Euch allen, vor allem denen, die jetzt im Wahlkampf stehen, gilt unsere Solidarität.

Damit ein Neuanfang gelingt, braucht es die Hilfe aller in der Partei. Deshalb rufen wir Euch auf, nun geschlossen die kommissarische Partei- und Fraktionsführung zu unterstützen, damit diese ihre Verantwortung für eine Neuaufstellung wahrnehmen kann. Nicht nur Ihr, auch unser Land hat die Erwartung, dass die Führung der Partei Solidarität erfährt.

Dazu gehören selbstverständlich und zuallererst offene, kritische Auseinandersetzungen – untereinander, aber auch mit dem politischen Gegner. Doch am Ende braucht es Geschlossenheit und Solidarität.

Auf unserer Traditionsfahne steht: „Einigkeit macht stark!“ Dieser Satz ist heute aktueller denn je. Liebe Genossinnen und Genossen, vertraut auf diese Kraft!

Hans-Jochen Vogel, Björn Engholm, Rudolf Scharping, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Matthias Platzeck, Kurt Beck, Sigmar Gabriel, Martin Schulz


Treffend

Kerle

Auf Zusendung dieses Bildes reagierte K. mit einem einzige Wort und drei Punkten: Kerle…


Wiedervereinigung

Für ein Frühstück in großer Gruppe kündigte M. an, Schokolade aus der DDR mitzubringen.

Die solle sie besser zu Hause lassen, meinte ich – wegen des hohen Alters. Oma-Schokolade…

M. brachte sie dennoch mit, manche Menschen verwirklichen ihre Vorhaben konsequent.

Die Schokolade war unerwartet lecker gut. Lecker, sagt K. sagt man nicht, das ist Westler-Sprache.

Manchmal bin ich da nicht so genau.

Später, lange nach dem Frühstück,  lief ein türkischer Gemüsehändler mit einem großen Karton durch die Straßen und verschenkte seine Früchte.

Bananen. Ich bekam auch zwei Stück. Eine habe ich bereits gegessen. Und so gab es eine unerwartete Wiedervereinigung: Ostschokolade und Westbanane (beide mit Migrationshintergrund) kuschelten in meinem Magen.

Das war keine Wiedervereinigung? Stimmt.

 


Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – ein Suchbild

Blühende Landschaften

Aus der Reihe „Blühende Landschaften“


Unser Friede

Es ist Frieden,

sagen wir,

Gott sei Dank,

der erfundene Allmächtige fällt uns eher ein

als die Rote Armee.

Frieden,

wenigstens hier.

Aber das ist nicht genug.

Geteilter Friede,

ist gar kein Friede.

Wir verteidigen unseren teilweisen Frieden

allenthalben kräftig

an immer mehr Orten dieser Welt,

stolz füttern wir Kriege mit unseren Waffen.

Deutsche Gewehre sprechen eine deutliche Sprache.

Wiedererkennbar.

Die Toten aus dem Mittelmeer

sind uns nicht Drohung genug,

den zeitweilig Geretteten bieten wir

vorläufigen Schutz.

Der Kapitalismus ist niemals friedlich.

Unser Friede eine fromme Lüge.

 


Es ist kein Kraut gewachsen

Ein Mann, den ich im brandenburger Hinterland treffe, schwingt diesen einen Satz über den Tisch.

„Wir wollen hier keine mit Kippa oder Kopftuch.“

Nachdem ich aufgehört habe, mich darüber zu wundern, dass er Kopftuchträgerinnen und Kippaträger im gleichen Satz für unerwünscht erklärt, frage ich nach.

„Es soll hier nicht aussehen wie in Neukölln.“  Das ist Ansichtssache. Neukölln ist bunt und vielfältig – und problematisch. Vom Bunten und Vielfältigen könnte Brandenburg profitieren, ein bissel Neukölln in Brandenburg täte dem Land gut. Das Problematische ist schon da und bewohnt das Land. Es trägt weder Kopftuch noch Kippa.

 

Vollgemüllt

Brandenburg ist auch nicht überall schön… verlassene Landschaft


Vor 75 Jahren verübte die SS das Massaker in Oradour-sur-Glane

Erinnerung ist wichtig.

Am 10. Juni umstellten kurz nach 14 Uhr rund 150 Soldaten der 3. Kompanie des zur 2. Panzer – Division „Das Reich“ gehörenden SS Panzergrenadier-Regiments 4 „Der Führer“ das 22 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegene Dorf Oradour-sur-Glane. Die Dorfbewohner wurden zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben und dann, nach über einer Stunde, von der SS in Männer sowie Frauen und Kinder aufgeteilt. Der Chef der 3. Kompanie, Otto Kahn, sagte nach dem Krieg in einem Dortmunder Gerichtsverfahren aus: „Diekmann eröffnete mir, dass als Befehl die Niederbrennung und Vernichtung des Dorfes Oradour eingegangen sei, was ich auszuführen hätte.“

Die über 400 Frauen und Kinder wurden in der kleinen Kirche eingepfercht. Nach etwa eineinhalb Stunden zündeten SS-Leute eine in einer Kiste vor dem Altar befindliche Rauchbombe mit Stickgasen, was beißenden Qualm und Panik erzeugte.

Als die Fenster der Kirche barsten wurden die Eingeschlossenen beschossen und mit Handgranaten beworfen. Auch Fluchtversuche wurden durch heftigen Beschuss verhindert. Schließlich wurde Feuer in der Kirche gelegt, der hölzerne Dachstuhl des Kirchturms ging in Flammen auf und schlug schließlich durch das Dach des Kirchenschiffs auf die eingeschlossene Menge.

Allein der 47-jährigen Bäuerin Marguerite Rouffanche gelang durch ein Fenster die Flucht in ein nahegelegenes Erbsenbeet, in dem sie, durch fünf Schüsse einer Maschinengewehrsalve schwer verletzt, bis zum nächsten Tag ausharrte und so überlebte. Ihr Augenzeugenbericht ist der einzige der Tat aus Opferperspektive; er wurde bei der Verhandlung vor dem Militärgericht in Bordeaux 1953 von mehreren SS-Angehörigen bestätigt. Nachdem die verletzte Rouffanche zunächst im Krankenhaus von Pierre Povetin, einem Mitglied der Résistance-Vereinigung MUR, befragt worden war, nahm am 13. Juni der Präfekt von Limoges eine Zeugenaussage auf, deren Zusammenfassung er an die Deutsche Waffenstillstandskommission in Wiesbaden schickte, eine reichsdeutsche Behörde für strittige Angelegenheiten zwischen Vichy-Frankreich und Deutschland, die mit dem deutsch-französischen Waffenstillstand von 1940 gegründet worden war.

Währenddessen waren die verbliebenen über 200 Männer und älteren Jungen in Garagen und Scheunen festgesetzt worden. Auf einen Signalschuss hin eröffneten die Soldaten gleichzeitig das Feuer auf sie zu ihrer Liquidation. Anschließend wurden die Leichenberge ohne Rücksicht auf verletzte Überlebende mit Hilfe von Stroh angezündet. Nur fünf Männern gelang rechtzeitig die Flucht, auch sie wurden teilweise schwer verletzt.

Insgesamt starben 642 Menschen in Oradour, von denen später lediglich 52 identifiziert werden konnten. Unter den Toten befanden sich 207 Kinder und 254 Frauen.

(Quelle – Wikipedia – KLICK)

Wir müssen wachsam bleiben!