Archiv für die Kategorie ‘NOTIZEN AUS DEM OFF’

Corona-Diktatur

Corona diktiert unser Leben.

Die einfachste aller Möglichkeiten, undenkbar?

Ich höre die Stimmen.

„Draußen mit Abstand und Maske ist es doch sicher.“

„Das ist nicht verboten.“

Was nicht verboten ist, kann trotzdem dumm sein.

Binse aus dem Fenster geworfen, fällt weich.

Ich fühle mit Kassandra. Mir träumt die düstere Zukunft.

Machtlos zusehend, warte ich ab.

Mein Auto ist bedeckt mit den welken, gekrümmten Blättern.

Sie breiten sich aus und decken zu.

Ich übe mich in Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Der Schwelbrand des Sommers blieb unbeachtet. Weltenrückt beteten wir die Sonne an.

Zu spät, zu spät, es ist längst zu spät.

Nerze werden massenhaft erstickt mit Kohlenmonoxid.

Unsretwegen.

Das Virus kennt den Weg. Er führt von Mensch zu Mensch.

Der gerissene Tod bittet nicht um Erlaubnis.

 


Bestseller in Planung

Es ist unerhört schwierig, gehört zu werden.

Bücher sind kein Lebensmittel mehr.

Inzwischen weiß ich aber, wie ich einen zukünftigen Bestseller nennen müsste: „Ich wünsche mir meine DDR zurück“.

Im Klappentext wird die Stasi mindestens dreimal erwähnt.

Wenn jetzt statt guter Ratschläge noch Zeit und Geld kommen, schreibe ich mich einer goldenen Zukunft entgegen.


Die LINKE

Eine linke Partei gegen Rechtsextreme, die mal wirklich gebraucht wird

und

die ist dann im Urlaub

oder hat keine Zeit

oder braucht 3 Wochen Vorlauf

oder macht schon so viel

oder kann nichts machen

oder weiß nicht, was sie machen soll

oder hat schon so viel gemacht

oder beschränkt sich auf das DAUMENDRÜCKEN…

 

Die LINKE hat mich heute zum Heulen gebracht.

Wie sagt man immer: Danke für nichts!


Altersstarrsinn

Alt sein, ist sinnvoll.

Starrsinn notwendig.

Ungeschminkt eine ehrliche Haut sein,

die Knospen in Watte packen,

gegen die Rechtsdenker,

jene Missmutigen,

die auf Allen und Allem herumtrampeln.

Wir müssen hexengleich zaubern,

schnell, aber achtsam,

unseren Humor in die Waagschale werfen.

Das müssen wir jetzt und sofort erledigen.

Es reicht ein bescheidenes Rückgrat.


Berlin

Berlin ist die Stadt, in der sich Fuchs und Mensch „Gute Nacht“ sagen.


Stille

Stille wünsche ich mir,

aber nur ganz leise,

damit ich nicht störe.


Rücksichtslos

Es ist rücksichtslos den Lesern gegenüber, wenn ein Text nicht so gut wird, wie er sein könnte. Einzig akzeptable Entschuldigung für erahnte und gewisse Unzulänglichkeit ist die notwendige Frühgeburt des Textes.


Nächstenliebe

Auf dem Alex. Alle sind irgendwie in Eile. Nur die Obdachlosen nicht. Einer füttert die Möwen, die kreischend um Brotfetzen balgen. Das Fahrrad des Obdachlosen ist behängt mit vollen Taschen. Habseligkeiten. Seit 8 Jahren auf der Straße. Sammelt die Essenreste aus den reich gefüllten Müllbehältern.

Die Äpfel sind für die Wildschweine am Wannsee. Die kommen in der Nacht und haben Hunger. Niemand sollte hungern, sagt der Obdachlose. Nächstenliebe auch für arme Schweine…

Für die Schweine am Wannsee


Machtbesessen

In einem Telefonat ging es heute unter anderem um Macht und Machtstrukturen innerhalb von Gruppen.

Auch um „unsichtbare“ und informelle Macht.

Das gesprochene und das geschriebene Wort sind mächtig.

Und insofern, aber nur insofern, bin ich machthungrig und machtbesessen.


Spam-E-Mail

Lyrik als Spam

…habe mich bezüglich des Vorschlags zurückgemeldet
in Bezug auf Ihre wahrgenommenen entfernten Verwandten
ruhender Zustand in meiner Einrichtung…