Archiv für die Kategorie ‘NOTIZEN AUS DEM OFF’
12. Oktober 2009 von Maja Wiens | 1 Kommentar
Bitte macht mit, der aufschreiber zum Beispiel hat ja auf meinen Artikel vom 4. Oktober reagiert und die Online-Petition mitgezeichnet, aber es fehlen noch viele Unterschriften. Die Hürde ist hoch, man muss sich anmelden und registrieren – aber das Anliegen ist wichtig: Die Sanktionen müssen weg. Deshalb hat sich auch eine Blogger-Initiative gebildet, die ich erst heute entdeckte und die ich hier einfach zitiere, in der Hoffnung, andere Blogger zum “SANKTIONEN WEGBLOGGEN” zu gewinnen und Leser vom Mitzeichnen der Online-Petition zu bewegen. Es geht uns alle an, wir sind und bleiben mitverantwortlich für das, was in unserem Land geschieht.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
da der der eigentliche Aufruf doch etwas lang ist: Allein 2008 waren 789.000 Bürger von Sanktionsmaßnahmen im Rahmen von „Hartz IV“ betroffen, sprich: es wurde ihnen die sogenannte „Leistung“ gekürzt. Diese Leistung entspricht aber eh schon nur dem Existenzminimum – alles, was darunter liegt, liefert die Betroffenen Hunger und Existenznot aus.
Da aktuell eine Online-Petition aufliegt, die die Abschaffung dieser Sanktionen fordert, möchten wir sie – gemeinsam mit Euch – unterstützen und rufen Euch auf, uns dabei zu helfen. Sprecht mit Euren Nachbarn, im real life und virtuell, macht sie darauf aufmerksam und laßt uns gemeinsam diese menschenverachtende Sanktionspraxis beenden!
Eure Blogtivisten
Margitta Lamers
Frank Kopperschläger
Frank Benedikt
3. Oktober 2009 von Frank Benedikt
Zur Webseite “SANKTIONEN WEGBLOGGEN” geht es durch nur einen KLICK
Zum Unterzeichnen der Online-Petition geht es hier: Registrieren, anmelden und mitzeichnen!
12. März 2008 von Maja Wiens | kein Kommentar
Es war einmal ein Land, in dem lebten alle Bürger in der Hoffnung, eines Tages würden sie gemeinsam einen großen Berg besteigen. Von dort oben, so vermuteten sie, könnten sie die ganze Welt sehen. Darauf freuten sich alle sehr, denn sie lebten schon lange sorgenvoll in einem Tal und mussten fürchten, unter den Wassermassen einer großen Flut begraben zu werden. Deshalb wählten sie die reichsten Bauern zu Anführern, weil die nur dann Geld für Bergführer ausgeben wollten, wenn sie auch bestimmen dürften, welche eingekauft würden.
Gemeinsam bereiteten Anführer und Gefolgschaft sich also auf den langen Weg über Stock und Stein vor. Sie sammelten Geld, um in den Nachbarländern die besten Bergführer anzuwerben, Kletterschuhe zu kaufen und machten einander Mut: Gemeinsam schaffen wir das!
UPS: Meinem Land sind gerade mehrere Bergführer und sogar der Kayser der Bergführer abhanden gekommen. Jetzt kann ich das Märchen nicht weiterschreiben und muss noch mal völlig umdenken.
23. Januar 2008 von Maja Wiens | kein Kommentar
Heute kam eine Mail von Kerstin. Wir hatten lange nichts von ihr gehört. Sie ist auf besondere Weise schweigsam. Nun erzählte sie von der Trauer um einen ihr sehr wichtigen Menschen. Keine Zeit hatte es gegeben zur Verabschiedung, schrieb sie. Von der Diagnose bis zum Tod waren der Kranken nicht die ärztlich angekündigen vier Wochen geblieben, sondern nur vier Tage.
“Ich habe Angst, dass ich auf der Beerdigung zusammen brechen werde und dann keiner da ist, der mir zumindest mal einen tröstenden Arm um die Schulter legt. Ich weiß, dass der Tod zum Leben dazu gehört, aber es ändert nichts am Schmerz.”
Das sind zwei Sätze aus Kerstins langer Mail. Als ich diese Mail las, war mir Kerstin plötzlich mit ihrer Trauer sehr nah. Und mit diesem Text möchte ich gern tröstend den Arm um sie legen.
16. Januar 2008 von Maja Wiens | kein Kommentar
In diesem Jahr kommt es darauf an.
In dieser Saison…
Manchmal passt eines zum anderen, ganz unerwartet.
Ob ein Buchstabe gerade steht, oder sich dem Zeilenende zuneigt, ist manchmal von großer Bedeutung. Meine Freundin Elke berichtete, am Tage ausgerichtet, tanzten nächtens die Worte aus der Reihe. Am Morgen stünden sie dem Willen entgegen. Ein Häkchen an falscher Stelle löste die Eigenmächtigkeit des Textprogramms aus. Ich konnte dieses und einige andere kleine Probleme beseitigen…
Elke brachte uns ihre 5-Minuten Notate mit, SONANZ genannt und gedruckt erhältlich. Auf der Webseite des Editor Urs Engeler kann man dieses und andere wichtige Bücher von Elke Erb bestellen…

Für ihr Lebenswerk (was für ein Wort!) ist Elke Erb gerade mit dem hochdotierten Hans-Erich-Nossack-Preis der Deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie ausgezeichnet worden. Das hat mich überrascht. Dass die Industriellen das Geld haben, habe ich nie bezweifelt, aber so viel Verstand hätte ich denen gar nicht zugetraut. Aber es gibt eben auch heute noch kluge Kapitalisten. Manchmal denkt man ja, Engels wäre der letzte gewesen…
“Elke Erbs Bücher handeln von den Gleichgewichtsstörungen der Welt. Sie versteht es wie kein anderer Schriftsteller, Dinge und Wahrnehmungen zu betrachten und zu bedenken und nicht nur zu benennen und zu deuten.“ (Aus der Begründung der Jury)
Natürlich habe ich gleich in den überreichten 5-Minuten Notaten herumgelesen.
Manchmal passst eines zum anderen – ganz unerwartet.
Mir schien, Elke habe den folgenden Text erst heute geschrieben – und das, weil sie in einem Internetforum gelesen hat – aber das ist natürlich Quatsch. Denn Elke liest bestimmt nicht in Internetforen. Und für Fußball interessiert sie sich nicht.

Da hofft man nur, dass Licht werde in den Köpfen: Flutlicht.
Manchmal passt eines zum anderen, ganz unerwartet.
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Mehr zu Elke Erb findet man unter anderem in diesem Blog durch Benutzen der Suchfunktion
30. März 2007 von Maja Wiens | kein Kommentar
Der Fan X des BFC Dynamo schrieb mir, er wisse gar nicht, was ich dächte, wem ich mit der Prosa in diesem Blog helfen wolle. Erstaunt und belustigt nahm ich so viel Irrglauben über meine Absichten zur Kenntnis. Nein: Ich habe keinerlei karitative Schreibabsicht (eher schon eine karikative - doch bitte nicht verwechseln). Zwar ist mir Nächstenliebe nicht fremd und ich helfe gern (auch dem BFC Dynamo) – aber bitte schön – nicht hier und nicht so! Hier schreibe ich – natürlich auch nicht rücksichtslos – sondern gerade eben genau zurückblickend und hoffentlich durchschauend. Und vorausschauend und also in die Zukunft sehend. Mein Schreiben ist und bleibt Lust am Wort und schreiben hier ist Berichterstattung und Aufarbeitung und Freude an der Formulierung und Spaß am Gegensatz, am Zerlegen und Zusammensetzen und an Bildern. Schreiben hier ist für mich Sichtung, Verdichtung und Dichtung. Schreiben ist Berufung und Beruf, aufregend und niederschmetternd. Große Qual und gewaltiges Glück. Meine Recherche war gründlich. Das Archiv sprengt die Flächen. In Schränken, Kisten und Koffern verstaubt das Material und verlangt nach Freiheit oder Tod. Meine Online-Text-Collage ist gerade erst geboren. Montageliteratur scheint mir gerade jetzt, angesichts der explodierenden Zeiten wieder zeitgemäß. Ich habe Wut und Liebe und Zeit. Der Verlag hat Zeit und Geld und freut über Enthüllungen und Provokationen. Derlei zahlt sich schließlich aus. Und für die Lesenden hier ist der Text dennoch sofort greifbar und unmittelbar. Natürlich hat diese besondere Form des Online-Schreibens auch ihre eigenen Haken. Einst schrieb ich: Was man nicht aus sich heraus lässt, damit kann man nicht erschlagen werden. Hier müsste es heißen: Was man, in diesem Falle ich – hier aus mir heraus lasse, damit kann ich auch erschlagen werden. Aber ob ich das Risiko eingehe, das kann und werde ich von Fall zu Fall entscheiden und die Schublade (Festplatte) gibt es ja auch noch. Und außerdem: Vorsicht, ich schlage verbal zurück!
Aber: Herr Fan X, hier werden Sie nicht geholfen!
21. Februar 2007 von Maja Wiens | kein Kommentar
Ich bin eingeladen in den Geschichtsunterricht, Gymnasium - 13. Klasse – Leistungskurs. Es geht um die Vergangenheiten. Wie objektiv bin ich als lebendiger, subjektiver Zeit-Zeuge meiner eigenen Vergangenheiten? Thema ist natürlich das ewige Mittelpunktsobjekt der Untersuchung der DDR-Vergangenheit - das Ministerium für Staatssicherheit. Speziell also im Focus des Interesses: meine Tätigkeit als IM und mein Weggehen, von der “Krake” auch Verrat genannt . Meine Haltungen passen auch heute nicht in den öffentlichen Mainstream – und wenn ich sage, dass ich (beinahe) immer meinen Überzeugungen entsprechend gehandelt habe – und dann auch noch sage, die meisten meiner Überzeugungen haben sich bis heute nicht verändert, dann erregt das nicht nur Widerspruch sondern oft auch Wut. Nein, ich würde nicht wieder für einen Geheimdienst arbeiten. Sie arbeiten alle gleich und ihre Methoden sind abzulehnen.
Gespräche über die Vergangenheit sind immer ein besonderer Spiegel der Erinnerung.
Die Akten geben nur einen Teil der Wirklichkeit wieder. Und manchmal lügen sie auch. In meiner Akte findet sich zum Beispiel ein Bericht über ein Treffen mit anderen Schriftstellern. Es heißt dort, ich sei am Abend betrunken gewesen, hätte während der Veranstaltung gestrickt und mich nicht an der Diskussion beteiligt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich keinen Alkohol trinke. Ich stricke nicht – und bei Diskussionen würde ich auch nicht häkeln, was ich wenigstens kann – ich male lediglich oft, um besser zuhören zu können. Die Behauptung glauben, dass ich mich an einer Diskussion nicht beteiligt hätte, das können nicht einmal diejenigen, die mich nur “entfent” kennen.
Aber nicht alles, was in den Akten steht, ist Lüge: Sie enthalten auch bittere Wahrheiten. Mit der eigenen Vergangenheit, eigenem Versagen konfrontiert zu sein, ist schwierig und wenig angenehm. Menschen geschadet zu haben, die zu Freunden geworden waren, ist eine Last und eine Schuld. Die Erinnerung an eine falsche Entscheidungen schützt auch vor Selbstgerechtigkeit, zu der man als OPFER neigen könnte. Die aktengestützte Erinnerung ist allerdings weitgehend unausgewogen – als Täter erhält man nur wenige Blatt der Akte (alles andere ist Täterwissen und soll nicht erneuert werden) – während die Opferakte viel umfassender ist. Ja, ich kann in den Spiegel gucken, ohne mich zu schämen. Ich habe, als ich sah, was mit meinem übermittelten Wissen geschah, mich der Macht entzogen und anders gehandelt. (Das Wenigste von dem, was mit dem übermittelten Wissen geschah, war übrigens für mich damals sichtbar…) Vieles Unvorstellbare konnte ich mir nicht vorstellen.
“Die Dokumente des MfS belegen, im Zusammenhang erschlossen, zugleich auch etwas, was sicher nicht im Sinne der Auftraggeber von damals war: Bei nicht wenigen angezapften oder verpflichteten Quellen wuchs der Zweifel am Komplott, die Solidarität mit den Opfern, Zivilcourage, Widerstand – erst gegen die Bevormundung, dann gegen das System. Wäre hier nicht noch mehr aufzudecken?
Das war das eigentlich Schöne an dieser Arbeit, was mich zeitweise sogar fröhlich gemacht hat, solche Dinge zu erkennen. Daß solch ein System, was mit solch einem repressiven Aufwand am Leben erhalten wird, nicht nur mit einem Aufwand an Gewalt, an offener und verdeckter, auch mit einem verbalen Aufwand, daß solch ein System nicht überlebensfähig ist, also in der Substanz das Scheitern schon mit programmiert hat. Das läßt sich ablesen an verschiedenen Lebensläufen, beispielsweise, daß Leute sich einließen auf die Verheißung, auf das Programm, und meinten, aus politisch-ideologischer Überzeugung sich auch auf diese Praxis einlassen zu müssen, daß es notwendig sei usw., die aber dann durch die Praxis selbst darauf kamen, daß diese Gesellschaft gar nicht mehr auf dem Weg des ständig propagierten Zieles war, in Zweifel gerieten und Abstand nahmen. Oder selbst solche wunderbar tragikomischen Vorgänge, daß jemand auf eine Person oder Personengruppe angesetzt war und dann, wenn er diese Menschen näher kennenlernte, von deren Argumenten überzeugt wurde, daß er auf der falschen Seite stand. Die Tochter von Paul Wiens, Maja Wiens, die im Auftrag der Stasi auch mit den westdeutschen Grünen und der Friedensbewegung zu tun hatte, und die dann offenbar von deren Haltung so beeindruckt war, daß sie ausgestiegen ist. An solchen Menschengeschichten läßt sich auch Zeitgeschichte ablesen, der Niedergang einer Gesellschaft, die Erosion der Werte, der verlogenen, nur plakatierten Ideale, wie das immer transparenter wird, und wie sich das auch in Menschenschicksalen zeigt. Das gehörte zu den erfreulichen Seiten. ”
Quelle: Vom Credo des Schreibens – Im Gespräch mit Joachim Walter (hier)
Es mag zwar nett klingen, was Joachim Walter erzählt, es scheint sogar durch Aktenlage belegt – und trotzdem, es ist so eben nicht wahr. Ich war nicht von der Stasi auf die westdeutschen Grünen “angesetzt”, auch wenn es Kontakte gegeben hat – sie und ihre Argumente waren aber vor allem überhaupt kein Grund für mich, mich dem Ministerium für Staatssicherheit zu verweigern. Ich sah und erlebte, was Menschen geschah, die mir nahe waren, auch mit Bettina und Claudia – und das war nicht in Einklang zu bringen, mit dem was ich fühlte und dachte und vor allem nicht mit dem was ich wollte - und auch nicht mit meinen politischen Grundüberzeugungen. Ich entschied mich anders – meine Weltanschauung aber hatte sich nicht verändert. Ich musste mich gegen die Krake entscheiden, weil ich bei meinen Überzeugungen geblieben war. Für die Inhaber der Macht wurde ich zum “Feind” und zum “Verräter”.
6. Februar 2007 von Maja Wiens | 1 Kommentar
Jürgen ist wieder da! Nein, nicht der Jürgen Bogs, der Meistertrainer des BFC Dynamo, der sitzt regelmäßig zuschauend auf der Tribüne um Spiele des Vereins zu verfolgen, aber er ist nicht zum Verein zurückgekehrt als Trainer. Das war vor 7 Jahren so – da war er wieder Trainer des als Meisterklub bezeichneten und gerade (damals wie heute) um den Klassenerhalt kämpfenden Viertligavereins. Der andere Jürgen, der, der jetzt zurück gekehrt ist, zog damals gerade ins Haus ein. In das BIG BROTHER Haus. Die Meinung der Intellektuellen in den deutschen Landen stand fest, bevor die Sendung begonnen hatte. BIG BROTHER galt als schlimm, beinahe schlimmer als STASI. Die flauschigen Außerirdischen Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po waren da schon da und eingezogen in die deutschen Wohnzimmer - zu Beginn des Jahres 2000 hatten sie bereits seit einem Jahr im deutschen Fernsehen einen festen Platz und wurden ebenfalls von unwissenden intellektuell tuenden Dummschwätzern verlacht. Natürlich hatten die (Be-)Richter nichts begriffen und wenig oder gar nichts gesehen… Von dem “kognitiven Entwicklungsstand” der Zielgruppe der Sendung für Kleinkinder hatte die Intellektuellengruppe sich zwar altersbedingt entfernt – aber ihre Einschätzungen der Sendung lassen vermuten, dass sie seither doch nicht so viel dazugelernt hatten, wie man von sogenannten Studierten erwarten könnte. Selbst die Mindestanforderung der persönlichen ANSCHAUUNG erfüllten viele der Kritiker nicht. “Das muss ich mir nicht ansehen”, “Das tue ich mir nicht an…” – hörte ich immer wieder. Nun bitte, man muss sich nicht alles ansehen und schon gar nicht muss man sich etwas antun. Man darf unter gewissen Umständen sogar über Fernsehsendungen reden, die man weder fern noch nah gesehen hat. Alles erlaubt und gestattet. Nur wenigstens darüber nachdenken sollte man vorher, ob das Gesagte nicht vielleicht doch ein näheres Hinschauen erfordern würde.
Über die Teletubbies hieß es unter anderem, sie seien “Sendboten des Satans” und auch wenn diese Behauptung von “besorgten” amerikanischen Eltern stammt, in Deutschland wurden die Teletubbies von der kritikfreudigen Besserwissergesellschaft nicht sehr viel freundlicher aufgenommen. Aber: ”*Teletubbies* sind die erste Serie für Ein- bis Dreijährige – und bei der schnullernden Zielgruppe weltweit ein Erfolg. In über 30 Ländern sehen Kleinstkinder zu, wenn die “Tubbies” brabbelnd durch ihre surreale Welt hüpfen, in der Telefonhörer aus dem Boden wachsen, Staubsauger sprechen können und als Nahrung “Tubbie”-Toast mit Pudding dient. ” (Quelle) Was die (unverdorbenen) schnullernenden Minis toll finden, muss noch lange nicht dem erziehungswissenschaftlichen “So-sehen-wir-das-jetzt-mal” entsprechen. Fakt, Kleinkinder lernen durch Wiederholung, die bekommen sie bei den Tubbies – die wiederholen jeden Satz viermal – na und? Gut so… Politiker tun das auch. Nur sind die Teletubbies die größeren Realisten und sehr viel glaubwürdiger.
In der Kritik zur Fernsehsendung Big Brother ging es oft um die angegriffene Würde der ”Bewohner” genannten Mitmacher der Show. Wie viele Gedanken machen sich die Fernsehsendungskritiker um den Erhalt der Würde all der Menschen, die auf Grund einer “Mitwirkungspflicht” fremden Menschen Wohnungstüren, Kühl- und sogar Kleiderschränke öffnen müssen. Die Bewohner von Big Brother sind freiwillig eingezogen. Slatko – ein Bewohner der ersten Staffel – hat dem guten alten Shakespeare sogar zu einer ganz neuen öffentlichen Brisanz verholfen, so viel Bildungsfernsehen gibt es sonst nur bei Arte und Phönix. Nein, man muss BIG BROTHER nicht sehen, aber es ist eine Sendung, die auch nicht schlimmer ist als die meisten anderen Sendungen. Und man kann und darf sogar Spaß haben an BIG BROTHER… Die Sendung hat nämlich beinahe nichts zu tun mit den wirklichen BIG BROTHER – von Gesundheitsreform bis zur Mitwirkungspflicht.
Nein, man muss Kleinkinder nicht vor den Fernseher setzen und die Teletubbies sehen lassen. Man kann auch ohne diese Fernsehsendung ein kluger, freundlicher, neugieriger und guter Mensch werden. Aber Kleinkinder dürfen auch ihren Spaß haben mit den Teletubbies und Erwachsene mit ihnen englisch lernen - die Sendung kann durchaus zur Bildung beitragen und wann dürfen Kinder schon mal Spaß an Bildung haben – der vergeht ihnen in der Regel doch früh genug. Also lasse man ihnen das Vergnügen, wenn sie denn eines empfinden. Ich jedenfalls mag Dipsy sehr. Und Laa-Laa, ThinkyWinky und Po auch. (Winke-WINKE - DIPSY!!!)
Als (Be-)Richter und (Be-)Werter tut man in jedem Fall gut daran, genau hinzusehen -und zwar unbedingt vor dem URTEIL (damit es kein VORURTEL wird), das jedenfalls habe ich mir angewöhnt. Aber es kommt natürlich auch vor, dass jemand gar nicht möchte, dass so genau hingeguckt wird, wie ich gewöhnlich gucke… Manchmal kann ich dann auch aus der Ferne durchsehen
. Sieben Jahre sind eine lange Zeit. Sogar Jürgen hat sich verändert – nun ist er nicht mehr Bewohner sondern Moderator.
Der BFC Dynamo kämpft wieder um den Klassenerhalt. Ich hoffe, die Rückrunde läuft wirklich anders. Innerlich und außerhalb. LOGO!
12. November 2006 von Maja Wiens | kein Kommentar
Wort zum Sonntag: Fußballteams sind äußerst einfallsreich, wenn es darum geht, Wege zu finden, ihren Anhängen Kummer zu bereiten.
Nick Hornby in „Ballfieber“
In den letzten Jahren hat die gefühlte Nähe zwischen Spielern und den Fans ganz sicher stark zugenommen – das Internet ist zur Vereinskneipe mit beinahe beliebig vielen Plätzen geworden. Natürlich setzt sich nicht jeder zu jedem an den Tisch. Es gibt Leute, die schauen nur durchs Fenster, um dann zu Hause darüber zu lästern, wen sie gerade eben schon wieder in der Kneipe gesehen haben. Andere halten Vorträge, für die sich niemand interessiert. Wieder andere lassen sich volllaufen und “mal richtig die Sau raus” (Off Topic?). Und natürlich gibt es auch das ganz normale Gespräch.
Vereinsoffizielle kommunizieren mit den Fans ebenfalls mehr und mehr über das Internet.
Immer mehr Spieler lesen all das mit!
Nach einem verlorenen Spiel (Kein Fußballer geht auf den Platz, um zu verlieren!) leiden die Spieler nicht nur an der eigenen Unzulänglichkeit, den Fehlentscheidungen des Mannes in Schwarz, den Irrtümern ihres Trainers – sondern sie leiden auch noch an all dem, was über sie “gesagt” wird, denn sie lesen es mit. Und die Fans wissen, dass die Spieler es lesen und nehmen doch keine Rücksicht, warum auch, schließlich haben sie ja Eintritt bezahlt, “sich im Regen den Arsch abgefroren” und trotzdem ist ihnen das ganze Wochenende versaut, weil man natürlich verlieren kann, aber doch nicht so! Und natürlich werden die Spieler sich nur in Ausnahmefällen in Internetforen äußern – sie werden still leiden – und wütend sein, auf sich selbst und manchmal vielleicht auch auf die Fans, die nicht verstehen, dass sie ja durchaus gewollt hätten, aber … Und die Spieler leiden, weil sie wissen, dass sie einem Haufen Leute das Wochenende versaut haben.
Und die Fans leiden gemeinsam öffentlich in den Internetforen, und sie fordern irgendwann Konsequenzen – vom Trainer (der stellt ohnehin immer die Falschen auf) und vom Vorstand (Auswechseln des Trainers als 1. mögliche Maßnahme – 2. Zukauf von Wunderspielern – notfalls ein Auswechseln der Mannschaft…).
Und die Spieler, der Trainer und der Vorstand leiden auch noch darunter, dass sie irgendwie verantwortlich sind, dafür dass den Fans das Wochenende verdorben wurde durch dieses grottige Gekicke und dass die dafür ja auch noch bezahlt haben und dass man nur hoffen kann, dass wenigstens die Hälfte der Fans in der nächsten Woche wieder kommt.
Genau das macht aber den “wirklichen” Fan aus: Er ist unendlich leidensfähig und tut beinahe alles – und deshalb ist er am Wochenende auch dann wieder da, wenn er bis zum Freitagmittag selbst felsenfest überzeugt war, dass er sich das auf keinen Fall schon wieder antut.
11. November 2006 von Maja Wiens | kein Kommentar
Fußball ist kein vernünftiges Spiel. Fan sein, das ist immer irrational. Ein Fan, gefragt, warum er gerade diesem Verein zugeneigt sei, hat vielleicht allerlei Erklärungen zur Hand – aber keine davon wird einen Unbeteiligten überzeugen können, warum es nicht auch ein ganz anderer Verein sein könnte. Ist einer zum Fan geworden, hat sich für ihn plötzlich die Welt verändert und wird auch ganz anders interpretiert. Die eigene Biografie ist auf scheinbar wundersame Weise mit einem Fußballverein verknüpft. Lebenslänglich.
2. November 2006 von Maja Wiens | kein Kommentar
Die Dinge sind schwer zu ordnen – die Autorin, nicht Teil des Geschehens und doch mittendrin? Die zu erzählende Geschichte beginnt jedenfalls am 11. Mai 1999.
Vermutlich werde ich die Geschichte der Hauptfigur und die der Autorin parallel erzählen. Das auch noch innerhalb eines Blogs zu versuchen ist vielleicht zu viel…?
Notfalls nehme ich einen zweiten Blog zur Hilfe
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