Boxhagener Platz – tolle Figuren und kein überzeugender Film

Boxagener Platz. Mitten in Berlin. 1968 -DDR. Der Film von Torsten Schulz (Autor) und Matti Geschonneck (Regie) hätte mich berühren können. Die Geschichte spielt in meinem Berlin, in einer für mich wichtigen Zeit – und kommt bei mir trotzdem nicht an.

Schade eigentlich. Man mag sie alle, die Figuren des Films. Sie sind sympathisch. Aber man liebt oder hasst sie nicht. Es fehlt immer die letzte Nähe oder die ganz große Wut. Das Kinopublikum blieb ruhig. Es wurde nicht laut gelacht.

Einem Ossi wie mir kommt in „Boxagener Platz“ Vieles bekannt vor, die Tapeten und der Briefkasten zum Beispiel – aber das Schild, das den Öffentlichen Fernsprecher ankündigt (als ein Beispiel), scheint mir nicht zeitauthentisch. Doch da kann ich mich täuschen. Jedenfalls war für mich die Zeit damals anders. Viel aufregender!

Wer etwas über die DDR um 1968 erfahren will, ist mit Büchern besser bedient. „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf  erschien 1969  und Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“ – auch „Buridans Esel“ von Günter deBruyn.

Mein Zeitgefühl treffen auch die alten DEFA-Filme eher – „Paul und Paula“ und „Der Dritte“ als Beispiele.

C., der Wessi, ist übrigens im Kino „kurz weggenickt“ – auch ein Indiz dafür, dass der Film nicht fesselt.

Meine Meinung also:  Wer den Trailer gesehen hat, kann sich eigentlich den Weg ins Kino sparen.

Hier der Link zum Trailer des Films – KLICK.

PS.: Der BFC Dynamo kommt auch vor im Film. Mit Kreide an eine Wand geschrieben: BFC. In der gleichen Schrift steht da auch Union. Und beides ist durchgestrichen.


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