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Post… ohne LG

Neulich bekam ich einen Brief.

Diesen hier:

Brief 1

Brief 1

Eine Entschuldigung des BFC Dynamo?

Eine Einladung zur Weihnachtsfeier? (Vermutete man in einem Forum)

Nö….

Alles falsch! Der Brief kam gar nicht vom BFC Dynamo. Der Absender hielt mich vermutlich für einen Teil des Meisterklubs (auch falsch).

Der Inhalt des Briefes gibt weitere Rätsel auf, hier ist er:

Briefinhalt

Briefinhalt

Falls mir jemand die Frage beantworten kann, was jemand mit dem Absenden dieser Zeilen bezwecken könnte – ich bin gespannt.
Mindestens unhöflich finde ich es, bei Briefen die Formen derart zu verletzten.
„Sehr geehrte“ und „Mit freundlichen Grüßen“ – so viel Zeit muss sein. Nicht einmal für ein LG (in Mode gekommene „Liebe Grüße“) hats gereicht.
Ehrlich – ich bin enttäuscht.

PS.: Der Brief kam aus Neubrandenburg (Briefzentrum 17)


Eintragung nicht möglich – der BFC Dynamo und (k)ein Logo

Die unendliche Geschichte des BFC Dynamo und seiner Logos scheint wirklich kein Ende zu nehmen. Offenbar sah das Markenamt die Rechtslage (mal wieder) wie ich – jedenfalls hat es die Eintragung des neuen Logos des BFC Dynamo als Marke abgelehnt. EINTRAGUNG NICHT MÖGLICH.

Die Anmeldung gilt nun als zurückgenommen. Noch einmal viel Geld, das für NICHTS ausgegeben wurde. Und nun?

Neulich meinte der Fanbeauftragte des BFC Dynamo noch – da ging es um die von mir publizierte Ablehnung der Eintragung der BFC-Wortmarke:  „Alles wird gut!“

Damit wirklich alles gut wird, sollte man vielleicht einmal mehr auf Kritiker hören.

DE3020090300216-bfc – Markenanmeldung -Logo

(Wer weitere Kapitel der Logogeschichte lesen will, kann einfach LOGO im Suchfeld eingeben und wird fündig!)


BFC Dynamo: Wir machen Dummheit zur Strategie

Kürzlich erschien im Berliner Kurier ein kleiner Artikel „Verzicht aufs Dynamo-D“ in dem es hieß:

„Das Dynamo-D ist verschwunden, der Berliner Bär richtet sich vor einem weinrot-weiß-gestreiften Hintergrund auf. Dazu ein Ring in den Klubfarben mit dem Vereinsnamen. Kraftvoll, aber gewöhnungsbedürftig. „Wir wollten den Besitzern des Alt-Logos keinerlei juristische Angriffspunkte bieten, haben deshalb bewusst auf das D und das BFC verzichtet. Und es sollte nicht hypermodern wirken“, so Peter Meyer.

Der BFC Dynamo braucht dringend ein Logo. Sein eigenes gehört ihm nämlich nicht.

Dummheit der ehemaligen Vereinsoberen führte einst dazu, dass sich ein Geschäftemacher das Logo, an dem der Verein kein Interesse anmeldete, sichern ließ.

Inzwischen hat das Logo zwei andere Eigentümer – und die wollen mehr Geld dafür, als der Verein bezahlen kann. Einer der Besitzer sitzt  neuerdings hinter schwedischen Gardinen, was ihn für Verhandlungen ohnehin schwerer erreichbar machen könnte. Der andere Eigentümer an den Rechten des Logos des Meisterklubs ist Mitglied des Vereins und gehörte vor Jahren zu seinen Rettern. Dass er dem Verein das Logo nicht geschenkt hat, ist normal, und wir leben eben im Kapitalismus, hieß es dazu beim BFC Dynamo, und das zeigt, dass man auch dort längst in der Bundesrepublik Deutschland angekommen ist.

Einige Witzbolde traten zwar permanent kämpferisch mit einem Transparent auf: „Wir fordern unser Emblem zurück“, aber sie standen so mild lächelnd dahinter, dass man einen Hauch von frischem Gras spürte, ohne ihnen wirklich nah zu sein.

Vor der letzten Mitgliederversammlung im Frühsommer 2008, als der Verein schon beinahe fast eventuell entschlossen schien, sich ein neues eigenes Logo zu geben, gab es plötzlich Verhandlungen zwischen den Eigentümern des Logos und Peter Meyer.

Peter Meyer ist Wirtschaftsratsvorsitzender des Vereins, sein Mitarbeiter Norbert Uhlig hat inzwischen den Präsidentenposten erhalten und auch sonst sind die Positionen beim BFC Dynamo so besetzt, dass Meyer keinen Widerspruch fürchten muss. Letztlich entscheidet er sowieso allein. Eigentlich – genau betrachtet, ist das auch richtig so – denn ihm gehört der Verein, Meyer kaufte die Schulden auf – und sich damit die Macht, die man ihm gern überließ.  Man nimmt ihm nichts übel, nicht die hohen Eintrittspreise und den Misserfolg beim zweimal missglückten Aufstieg auch nicht. Niemand fragt öffentlich danach, wieso der INFINITY Business-Club 100, der von ehemaligen und derzeitigen Sponsoren des BFC Dynamo lebt, eigentlich Eigentum des Wirtschaftsratsvorsitzenden Meyer ist. Im Gegensatz zu anderen Sponsoren-Clubs, hat dieser mit dem Verein nichts zu tun. sondern ist eine Tochterfirma des kommerziellen Unternehmens des Peter Meyer. 

Die Fans spenden und arbeiten für den Verein wie immer. Die Mitglieder auch. Viele Mitglieder sind allerdings oft säumig bei der Beitragszahlung, Außenstände in fünftstelliger Höhe beklagt der Verein zu Recht schon seit vielen Jahren.

Überzeugt von dem glücklichen Ausgang der Verhandlungen verkündete Meyer zur Mitgliederversammlung in der Mitte des vergangenen Jahres, man werde bald zum Abschluss der Verhandlungen um das Logo kommen. Man strich den Tagesordnungspunkt und die Mitglieder träumten vom Rückkauf. Als kleines Geschenk an einen der Verhandlungspartner bat Meyer sie um Entlastung des ehemaligen Präsidenten und seines Stellvertreters. Beide waren den Mitgliedern in den anderhalb Jahren vorher  so madig gemacht worden, dass den Anwesenden die Entlastung wirklich schwer fiel. Hielten sie den ehemaligen Präsidenten Mario Weinkauf doch für den Verursacher der Außenstände, der er nicht war.  

Mario Weinkauf war inzwischen längst beim Stadt-Konkurrenten Tennis Borussia Berlin weich gelandet, wenngleich die Fans dort ihn ebenso wenig mochten, wie die des BFC. Aber dort spielte das keine Rolle. Tennis Borrusia wird in der nächsten Saison voraussichtlich in der Regionalliga spielen.

Die Verhandlungen zwischen den Eigentümern der Rechte an der Vermarktung des Tradiotionslogos und dem BFC Dynamo scheiterten  nach beinahe einem Jahr. Für eine Lizenz in der Regionalliga ist es aber erforderlich, dass der Verein ein Logo hat, über das er selbst verfügen kann.

Jedenfalls erfuhren interessierte Fans vor ein paar Wochen, dass man nun doch ein neues eigenes Logo brauche. Dieses solle möglichst wenigen Leuten bekannt sein, bevor es eingetragen werde, damit sich nicht irgendwer schon vorher die Rechte sichere. Deshalb kam es nicht zu einem von den Fans bevorzugten und vorgeschlagenen Wettbewerb – irgendwer brütete im Verborgenen und dann beantragte der Verein beim Deutschen Patent- und Markenamt die folgende Marke:

Berliner Fussball Club Dynamo

Berliner Fussball Club Dynamo

Kaum war das neue Logo im BFC Forum gezeigt, sahen andere Leser, was ich auch sah: Zwei orthografische Fehler in einem Logo. Natürlich müsste man richtig schreiben: Berlin Fußballclub Dynamo…

Sofort entbrannte im Forum des Fanbeauftragten www.bfcdynamo.de/forum eine heftigte Diskssuion darüber wie Fußball geschrieben wird, von wem und warum. Die Begründungen, warum man Fussball mit zwei s schreiben wolle, sind teilweise wirklich lustig. Begeifen doch viele treue Fans des BFC Dynamo überhaupt nicht, dass es Unterschiede zwischen einer Schreibweise in ausschließlich Großbuchstaben und einer Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben gibt. Sie sind überzeugt davon, dass FUSSBALL ein Beweis dafür wäre, dass man auch Fussball schreiben könne. Dass jemand etwas nicht weiß, ist nicht schlimm – wenn er bereit ist, zu lernen. Wenn er aber auf seinem eindeutig falschen Standpunkt beharrt, dann outet er sich als ein Dummkopf.

Bei vielen BFC-Fans gibt es noch  die Tauer um den halben Abschied vom Traditionslogo. Sie haben sich um und wegen ihrer Schals mit Fans anderer Vereine geprügelt und haben den bäurischen Ährenkranz verteidigt und sogar das zeitweise ungeliebte Dynamo D mit seiner bekannten Herkunft aus der Sowjetunion.

Natürlich wird man das Traditionslogo auch weiterhin sehen. Auf tätovierten Schultern, Rücken und Waden, T-Shirts, Schals, Jacken und Webseiten. Die Eigentümer der Rechte am Logo werden auch weiterhin Artikel verkaufen und verkaufen lassen, und einige Fans werden das „alte“ Logo für sich selbst gestalten, ausdrucken und verwenden. Es gibt aber auch viele Anhänger, die schon immer Wert darauf legten, nicht wie geschmückte Weihnachtsbäume umherzulaufen und sich für dezente Kleidung in den Farben Vereins (weinrot und weiß) entschieden oder auch als Trendsetter auftraten.

Die Entscheidung für ein eigenes Logo war für den Verein trotzdem längst überfällig. Hätte er sie bereits vor Jahren getroffen, statt Bestrebungen ihm zu helfen, selbst zu torpedieren, wäre ihm vielleicht manches Leid erspart geblieben. Und der Weg zum Traditionslogo könnte inzwischen kürzer als er es jetzt ist. (Mehr zur Geschichte des Logos finden Sie übrigens hier im Blog, wenn sie auf die Kategorie LOG-KICK drücken)

Weil viele klügere Fans ihr berechtigstes Missfallen an der Schreibweise  äußerten, hatte ich die Hoffnung, Meyer und die Seinen würden einlenken, man werde sich auf  Versalien, also ausschließlich Großbuchstaben, einigen, den Eintragungsantrag entsprechend ändern und alles wäre beinahe gut. Aber kaum hatte der Streit im Internet um die Schreibung des Vereinsnamens im neuen Logo begonnen, meldete sich der „Chef“ zu Wort und erklärte dem verwunderten Publikum, warum man sich für eine falsche Schreibweise entschieden hatte. Hier Auszüge aus seiner Begründung:

„Der zweite und deutlich schwierigste Punkt war die Vermarktung und der Bekanntheitsgrad des neuen Logos. Wir wollten erreichen, dass im Internet in allen Foren verschiedener Fußballvereine über das neue Logo des BFC gesprochen wird, damit es bekannt wird. Wir bedienten uns eines einfachen Tricks den wir uns bei der FIFA abgeschaut haben. Wir schrieben Fussball mit kleinen Buchstaben und ss und hofften, dass sich alle über die Schreibweise aufregen werden und unser Logo so durch die ganze Republik wandert. Dieser Plan scheint aufzugehen und unsere Marketingstrategie zu funktionieren, frei nach dem Motto: Ihr könnt uns alle Scheiße finden, aber WIR sind der BFC und nur WIR schreiben Fussball mit kleinem ss. Sie werden sich aufregen und sagen was bilden die sich ein, ja aber so war der BFC schon immer und so soll er bleiben. Wir werden mit der Anmeldung beim DPMA die Schreibweise Berliner Fussball Club Dynamo zu unserer Schutzmarke machen und jeder soll wissen, wo Berliner Fussball Club Dynamo draufsteht ist auch Berliner Fussball Club Dynamo drin. Abgesehen von der Ausnahme in diesem Schriftzug gilt natürlich auch für uns die deutsche Rechtschreibung und die Schreibweise Fußball.
Für unsere Kritiker sei noch gesagt, wir setzen diese Strategie bereits seit einem Jahr um, siehe unsere Satzung §1 Abs. 1 vom 12.10.2008 oder unsere Eintrittskarten der Saison 2008/2009. Diese Vermarktung wird sich in einer Werbeaktion und ab der neuen Saison auch in der neuen offiziellen Internetseite des Vereins www.Berliner-Fussball-Club.de wiederspiegeln.“

 (Zitat – Peter Meyer, Wirtschaftsratsvorsitzender des BFC Dynamo e.V.)

Nun, da spricht Peter Meyer wohl nicht ganz die Wahrheit – zieht sich doch das Problem der falschen Schreibweise beim BFC Dynamo schon durch die letzten Jahre – und wurde sogar im Nordostfußballforum geführt. Meine Mails an den jetzigen Jugendleiter,  an einen seiner Vorgänger, an den Pressesprecher des Vereins, an die Organisatoren des Dynamo-Cups – umsonst, man beharrte auf der falschen Rechtschreibung von Fußball mit dem Doppel-S. Auch meine Hinweise, dass beim BFC Dynamo eben auch viele Kinder und Jugendliche trainieren, um deretwillen man sich um die korrekte Orthographie bemühen sollte, hatten keinen Erfolg.

Dynamo-Cup- "Fussball"

Dynamo-Cup- "Fussball"

Für diesen Text hatte ich den Verantwortlichen eine Überarbeitung geschickt, die sie dann ins Netz gestellt haben -leider mit einer Ausnahme: Auf der Schreibweise von „Fussball“ beharrten sie. (2008 und auch 2009)

Offizielle Jugendseite des BFC Dynamo e.V.

Offizielle Jugendseite des BFC Dynamo e.V.

Zeitweise hatte ich den Eindruck, man beharrte auf dem orthografischen Fehler, weil die Hinweise von mir kamen, aber jetzt weiß ich: Es ist Strategie. Die auch schon in der Satzung umgesetzt wurde, wie Meyer sagte.

BFC Dynamo: Wir machen Dummheit zur Strategie!

Wer Dummheit zu seiner Strategie erklärt, bei dem könnte auch Dummheit die Ursache sein. Kein wirklich sicheres Erfolgsrezept – nicht mal im Fußball…

Demnächst mehr zum neuen Logo des BFC Dynamo.


Betriebsblindheit: Sonderfall der Selektiven Wahrnehmung

Die Selektive Wahrnehmung ist eine der großen Leistungen unseres Gehirns. Ihre Ursachen und Notwendigkeiten sind recht gut erforscht, aber noch immer sind nicht alle bekannt. Das menschliche Gehirn muss, um das Übermaß an einwirkenden Informationen verarbeiten zu können, sich darauf beschränken, die in Muster passenden auszuwählen. E in besonderer Fall der Selektiven Wahrnehmung ist die sogenannte Betriebsblindheit. Betriebsblindheit entsteht nicht nur in Betrieben, sondern in allen geschlossenen Gesellschaften und Systemen, auch die Fans von Fußballvereinen sind davon betroffen. Durch die Einigkeit der Individuen (Fans) sind sie in der Wahrnehmung ihrer Außenwelt durch die eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, Hoffnungen und Interessen so stark beeinflusst, dass in ihre Muster nicht passende Bilder, Töne oder Gerüche übersehen und nicht einmal registriert werden. Betriebsblinde werten und bewerten die eigene und fremde Welt in falscher Gewichtung. Sie betrachten ihren Betrieb, ihren Verein, als wäre er der Mittelpunkt des jeweiligen Systems. Schlimmer noch: Machmal dreht sich die ganze Welt um den einen Mittelpunkt, der in der Mitte des beliebtesten Musters verortet wird.

Schule, Theater, Verein  und Partei – lauter Orte der Betriebsblindheit und unbedingt angewiesen auf die Sicht von außen und die haben oft eben nur Außenstehende.


Rippchen satt

Offenbar hatten die meisten Fans des BFC Dynamo die Rippchen satt. Nur 70 von ihnen fanden sich heute zum Auswärtsboykott im Vereinsheim ein, um für einen Eintrittspreis von 5 € und weitere 5 ,99 € – wie schon beim letzten Auswärtsspiel der BFC-Mannschaft – „Rippchen und Pommes bis zum Abpfiff “ zu genießen. Die übrig gebliebenen Rippchen kann man ja nun wieder einfrieren, es warten noch einige Auswärtsspiele auf die hungrigen Fans des Boykotts. Allerdings dürfte der Plan, für die im Vereinsheim an den Boykotttagen erwirtschafteten Euros in der nächsten Saison einen „Bomber“ zu engagieren, an der Summe scheitern. Es sei denn, man meint mit Bomber nicht einen guten Spieler, sondern den Torwart eines Konkurrenten – aber ob der eine Bereicherung der Mannschaft wäre, dürften die meisten Insider bezweifeln.

Während in Torgelow also mehr als 500 Fußballfans ein typisches Fünftligaspiel sahen, langweilten sich am Spielfeldrand und in der näheren Umgebung 200 uniformierte Pflichtanwesende. Aus Torgelow war weiterhin zu hören, dass man sich an die Eintrittspreise des Vereinsheimes in Berlin angepasst hatte und die Eintrittskarte nun statt 2,50 € auch 5 € kostete.

Vor dem Rechner hofften viele Fans der Berliner Mannschaft auf einen Liveticker – im Wesentlichen vergeblich. Zwar versorgte sie ein Rostocker wenigstens mit schmalen Infos, aber das VEREINSHEIM in Person schimpfte die abwesenden Rippchenboykottierer aus:

Vereinsheim - am 7.3.2009

Vereinsheim - am 7.3.2009

Dabei wäre es doch ganz einfach gewesen, auch die vielen Internetuser mit Infos zu versorgen. Direkt aus dem Vereinsheim ins Netz. Einfach so, weil man nett ist…

Auch bei Heimspielen sind freiwillige oder unfreiwillige „Boykottierer“ auf Infos angewiesen: Die arbeitende Bevölkerung, Familienväter ohne Freizeitgenehmigung, Arme, Gastarbeiter in der Fremde – jedenfalls sind es immer zwischen 100 und 200 Interessierten, die das Fußballereignis am Rechner verfolgen.

Nun bin ich sehr gespannt auf den Bericht im Berliner Kurier, der Haus- und Hofpostille des Meisterklubs, die den Boykott der BFC-Fans ja begleiten wollte.


Antwort auf eine Frage…

„Maja, ich kenne niemanden, der sich zu einem Verein bekennt und zeitgleich denselben so vehement bekämpfst wie du.

Ich kannte mal eine Maja, die kritisch, aber immer wohlwollend mit ihrem Verein umgegangen ist.

Wo ist die Maja von damals geblieben?“

Das fragte mich gestern ein BFCer in einem Forum. Hier meine Antwort:

Ich gehe noch immer sehr wohlwollend mit dem Verein um. Das merkst du vielleicht nicht. Erinnerst du dich, warum ich zum Verein kam? Daran halte ich fest. Wenn ich nicht wohlwollend wäre, würde ich anders schreiben. Dann würde ich die Pöbelmails veröffentlichen und manch anderes auch.

Jeder, der auch nur einen Hauch von Kritik am BFC übt, wird beleidigt und diskreditiert. So etwas wie Respekt gibt es nicht. Die Maja von damals erhielt eine Mail vom Verein, in der ihr die Akkreditierung entzogen wurde. Warum?

Ich könnte jetzt ein wenig von dem aufzählen, was seither geschah – und ich möchte denjenigen Menschen sehen, auf den das nicht auch einen persönlichen Einfluss genommen hätte, das hat es auch auf mich. Wie oft würdest du deine Frau, deine Kinder, deine Eltern beleidigen lassen? Wann würde das deine Meinung beeinflussen?
Ich habe nach wenigen Wochen der damaligen Wut und Entäuschung meine Bilder für die Fans wieder ins Netz gestellt. Und ich bemühe mich bei jedem Text um Gerechtigkeit. Aber: Fremdbild und Eigenbild beim BFC weichen immer noch stark voneinander ab. Die andere Meinung wird nicht ertragen. Ich bekämpfe den BFC nicht. Ich will ihn höherklassig spielen sehen. Und dazu muss er sich verändern.

Frag mal Nicht-BFCer wie sie meine Texte lesen.
Ich habe nicht jahrelang beim BFC recherchiert, um nicht über ihn zu schreiben. Und ich werde immer nur schreiben, was ich denke…

Man kann Ratschläge und Hilfe annehmen oder sie ablehnen.  Hat sich irgendwer von den sogenannten „echten“ BFCern wirklich mit der neuen Satzung auseinander gesetzt? Ich bin nicht aus dem Verein ausgetreten, weil ich die Entscheidung von Mehrheiten nicht ertragen kann. Ich habe lange an meiner Mitgliedschaft festgehalten, obwohl euch jeder Autor erklären würde, dass man seinem Gegenstand so nah nicht sein darf, weil mir der BFC etwas bedeutet. Aber wo ist das Forum hin, in dem diskutiert wurde – es ist eben so tot, wie die andere Meinung beim BFC. Man darf sie nicht haben.

Gestern habe ich gesehen, dass Rainer den Text auf seiner Webseite geändert hat, der lautet nun so:
„Maja Wiens kam zum BFC Dynamo, um in der Fanszene zu recherschieren und später ein Buch zu schreiben. Schnell wurde sie vom BFC Virus infiziert. Im Laufe der Jahre konnte sie eine große Anzahl von Bildern und Videos ansammeln Inzwischen hat sie sich vom BFC entfernt. Zwischen ihr und dem Verein gibt es keinen gemeinsamen Nenner mehr.“ /@Rainer – „recherchieren“.

Falsch: Nicht ich habe mich entfernt! Der Verein hat mich entfernt.

Rainer hat zum Beispiel den Eindruck stehen gelassen, ich hätte ihn mit irgendwelchen gerichtlichen Unterlassungserklärungen „bedroht“ – das ist nicht so gewesen, die haben ganz andere geschickt – aber ich kriege regelmäßig die öffentliche Schelte und die „persönlichen Mails“ von Pöblern.
Es gibt keinen persönlichen Angriff und keine unterste Schublade, die ich in den letzten Jahren nicht erlebt habe. Hier im Forum (Nordostfußßballforum) finden sich noch immer massenhaft Beispiele, Und dass ich das meistens als gewohnheitsmäßige dumme Reflexbeißerei werten kann, erfordert manchmal wirklich Anstrengung 

Ich werde Rainer und auch der offiziellen Seite auch weiterhin eine Mail schicken, wenn etwas mit der Orthografie nicht stimmt, aber ich werde auch weiterhin kritisch schreiben – auch über den BFC. Das was ich sehe und lese beurteile ich. Die DDR war mein Land – und ich habe trotzdem kritisch drauf geguckt.

Ausgetreten bin ich, weil der Verein mit der neuen Satzung die Rechte der Mitglieder so weit eingeschränkt hat, dass eine Mitgliedschaft im Prinzip bedeutungslos ist. Beim BFC gibt es eine Ein-Mann-Herrschaft von Peter Meyer. Ihm gehört der Verein, und er trifft im Wesentlichen die Entscheidungen. Kritische Fans würden viele Fragen stellen… Kritische Fans gab es früher beim BFC – jetzt erlebe ich keine mehr – ich lese auch nichts von ihnen.

Könnte ja sein, dass sich alles Kritische außerhalb des Internets abspielt – aber auch das ist ja nicht so. Es mag sein, dass es viele Vereine gibt, bei denen es Alleineigner gibt und Fans gar nichts zu sagen haben, weder kritische noch unkritische, aber das sind eben andere Vereine. Meine Fotoseite für die Fans des BFC hat nicht ohne Grund den Untertitel: „Auf andere Art so große Hoffnung“…

Ich denke, ich bin mir sehr treu geblieben – aber meine Perspektive hat sich natürlich verändert. Ich habe jahrelang kein Spiel des BFC versäumt, nicht einmal ein Testspiel, aber beim BFC im „Inneren“ ist ein Arbeiten seit mehr als 2 Jahren nicht mehr möglich – also betrachte ich die Sache von außen. Für meine Arbeit ist das kein Problem, denn da geht es ja genau um die Problematik der Wahrnehmung des Vereins und seiner Fans in den Medien, um Eigen- und Fremdbild.

Was verstehst du unter „wohlwollend“? Ich finde zum Beispiel „wohlwollend“, dass ich manches sehr Böse, was ich weiß nicht schreibe. Und man muss schon sehr wohlwollend sein, um so genau zu recherchieren und auf einen Verein zu gucken wie ich das tue.  

Neulich habe ich etwas dazu geschrieben, wie man eine offizielle Seite des Vereins auch mit den Mitteln des BFC lebendig und aktuell halten könnte. Und habe gesagt, was ich gegenwärtig dazu beitragen könnet – nämlich das Korrekturlesen. Guck dir einfach die Reaktion darauf an: Das glaubst du doch wohl selber nicht, du würdest ja nicht einen Handschlag für den Verein tun. Keiner von denen, die es besser wissen, hat diesem Beitrag widersprochen. Das Bild, das von mir beim BFC absichtsvoll gezeichnet wurde, ist bei vielen angekommen – das habe ich nicht nur selber geprägt. Mit den Folgen muss ich mich tagtäglich auseinander setzen. Oder aber ich müsste mir untreu werden – hier den Mund halten und im Blog auch.

Weißt du, ich nehme jetzt mal die „andere“ Seite – den Herrn Wusterhausen. Der ist böse, alt, verlogen, dumm, trinkt nur Kaffee an runden Tischen, betrügt, ignoriert die Vereine und hat keine Ahnung, er ist seiner Funktion nicht würdig – das ist das, was man von BFCern über Herrn Wusterhausen liest. Wenn sie das von mir lesen würden, fänden sie es mindestens in Ordnung.

So lange der Kurier „linientreu“ schreibt, ist alles in Butter. Was aber, wenn er kritisch berichten würde? Man kann den Boykott eben auch anders sehen! Aus der Sicht von Bentwisch zum Beispiel: Der Verein fragt sich, was er für die Schwierigkeiten der Fans des BFC Dynamo mit der Polizei kann. Schlechter Gastgeber ist er auch bisher nicht gewesen. Inzwischen dürfte allerdings die Chemie zwischen beiden Vereinen endgültig gestört sein, daran hat nun auch Bentwisch einen Anteil.

Die Fotoseite bleibt stehen – und wenn zum Beispiel Torsten oder andere BFCer Fotos machen, stelle ich sie hoch.

Wenn ich hier diskutiere oder im Blog etwas schreibe, dann entspricht das meiner gegenwärtigen Sicht der Dinge und damit müssen auch diejenigen leben, die es anders sehen.
Und glaub mir Alter BFCer – mit mehr Abstand liest sich manches anders. Was glaubst du, wie oft ich gefragt werde, warum ich denn so an diesem Verein festhalte – die Adjektive vor Verein lasse ich lieber einmal weg. Und beim Vorlesen der Texte über den BFC hat auch noch niemand vermutet, dass ich ein Feind des Vereins sei. Allerdings waren bisher auch keine BFCer dabei :-).

Die Kommentarfunktion in meinem Blog ist übrigens aktiviert. Und sachliche Beiträge schalte ich auch dann frei, wenn sie meiner Ansicht widersprechen.
Grüße aus Pankow
@Grauer – ich brauche keinen Deckmantel – auch keinen der Sympathie. Was meinst du, würde sich ändern, wenn ich wie du keinen Verein unter meinem Namen hätte?


Auswärtsfahrt fällt aus…

Auf der Startseite der privaten Internetplattform www.bfcdynamo.de, die vom Fanbeauftragten Rainer Lütdke betrieben wird, kann der am BFC Dynamo interessierte Internetuser eine Pressemitteilung des Fanbeirats lesen. Ich gebe sie hier wortgetreu wieder:

Pressemitteilung des Fanbeirates des BFC Dynamo

Sehr geehrte Damen und Herren PressevertreterInnen,

wir, der Fanbeirat des BFC Dynamo, wollen Sie über den Auswärtsboykott unserer Fans in der Rückrunde der Oberliga in Kenntnis setzen. Dieser Boykott wird von allen namhaften Fangruppierungen befürwortet und mitgetragen. An Stelle der Auswärtsfahrten werden entsprechende Gegenveranstaltungen im Vereinsheim des BFC Dynamo organisiert
. Auf diese Weise möchten wir auf die schlechte Behandlung unserer Fans bei den Gastvereinen, die fortschreitende Kriminalisierung der Fußballfans und den damit einhergehenden Repressalien seitens der Polizei sowie die fehlende Unterstützung seitens des Verbandes aufmerksam machen.
U
ngeachtet dieser Entscheidung stehen wir jedoch Gesprächen zur Lösung dieser Probleme aufgeschlossen gegenüber.

Der Fanbeirat des BFC Dynamo

 

Man muss schon sehr naiv sein, um zu glauben, dass diese Art von Protest etwas an der zunehmenden Kriminalisierung von Fußballfans ändern könnte. Der BFC Dynamo spielt in der fünften Liga und die Namen der in der Rückrunde boykottierten Vereine sind selbst unter Fußballfans nicht jedem bekannt. Zwar schwächt die etwas ungelenke Pressemitteilung den Aufruf vom 6.2.2008 ab, aber sie dürfte bei kaum jemandem Verständnis finden – es sei denn, er steht dem BFC Dynamo nahe.

Statt in den Gastvereinen Verbündete zu suchen, wirft man sie wie faule Erbsen einen Topf und behauptet, man würde schlecht behandelt. Freunde findet man so nicht.

Statt des Besuches von Auswärtsspielen organisiert man „GEGENVERANSTALTUNGEN“.

Die öffentlich pauschal gescholtenen GASTGEBERVEREINE, POLIZEI und VERBÄNDE werden sich im Fall der Fälle bestimmt daran erinnern.

Der Verein schweigt noch immer zum Boykott.


Einer gegen Alle!

Einer, das ist der BFC Dynamo. Beziehungsweise seine Fans. Alle sind Alle. Die Fans des BFC Dynamo wollen die Auswärtsspiele des eigenen Vereins boykottieren.

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Aufruf entnommen aus dem BFC Fanforum (www.bfcdynamo.de)

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Aufruf entnommen aus dem BFC Fanforum (www.bfcdynamo.de)

Vermutlich hätten die Fans sich so nicht entschieden, wenn die Tabellensituation eine andere wäre. Aber auf den einzigen Aufstiegsplatz hat der BFC Dynamo vor Beginn der zweiten Halbserie einen Rückstand von 14 Punkten. Die Hoffnung auf einen Aufstieg ist also bereits gestorben.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, das man nicht vergißt!“ – heißt es im Aufruf, aber ob die Erinnerung an dieses Zeichen dem Verein in Zukunft hilft, bezweifle ich.

Schon die Begründung für den Boykott der Auswärtsspiele, liest sich wie ein Rundumschlag. Es geht gegen überharte/unberechtigte Polizeieinsätze (7.12.2008), teure Polizeieinsätze, ungerechte Schiedsrichter, restpektlose und unhöfliche Gastgeber:

„Aber seht euch die Tabelle an! Denkt an die Vorkommnisse vom 7.12.08 und den normalen Umgang mit Menschen in Greifswald oder in Neustrelitz, Liga 5 mit Wasserwerfern, Guantanamo-Käfig oder Hubschraubern. Geld für Einsätze, die teurer sind als der kompl. Etat der gesamten Liga.

In Torgelow spielt man gerne Kindergarten mit uns. Eine Frechheit wer hier Eintritt fordert.

Auch die Aussagen des Präsidenten von Ludwigsfelde in der Fuwo haben ihre Spuren hinterlassen.

Fragwürdige Entscheidungen der Unparteiischen, respektlose Gastgeber verhöhnen unsere Protagonisten bereits beim Einlaufen in lächerlichen Arenen. Es gibt sogar Pressekonferenzen in der Oberliga, da werden dem Gast noch nicht mal die Stühle angeboten.“

Dass Fans sich darum kümmern, ob bei Pressekonferenzen dem Gast Stühle angeboten werden, wirkt schon ein wenig hilflos.

Dass sie sich darüber beschweren, Fußballspiele in Käfigen verfolgen zu sollen, ist verständlich. Auch bis zum Knöchel im Matsch zu stehen, kann man natürlich eigentlich niemandem zumuten, von dem man Eintritt kassiert. Es gibt also allerlei berechtigte Klagen, aber keinen guten Grund, sich so zu verhalten, wie es die BFC Fans planen.

„Wir haben die Schnauze voll ! Die Oberliga Nord/Ost lebt ausdrücklich nur von uns.“

Natürlich lebt die Oberliga Nordost/Nord nicht nur vom BFC Dynamo. Es gäbe sie auch noch, wenn der BFC Dynamo wie geplant im vergangenen Jahr aufgestiegen wäre. Es wird sie auch noch geben, wenn der BFC Dynamo 2011 endlich das mehrfach verfehlte Ziel erreichen sollte.

„Kein anderer Verein spielt so viel Geld in die Kassen unserer Konkurrenten. “

Stimmt! Es ist richtig, so viele Fans wie beim BFC Dynamo reisen in der Oberliga Nordost/Nord mit keinem Verein mit. Die Vereine können, wenn sie Heimrecht gegen den BFC Dynamo haben, mit einer erklecklichen Einnahme durch den Kartenverkauf und das Catering rechnen. Einige hundert durstige und hungrige Fans spülen schon Geld in die Kassen  – vorausgesetzt, die Bratwurst und Bier sind nicht vor dem Spiel schon alle.

„Schöneiche war ein erstes Zeichen- jetzt wird es unser Druckmittel!“

Bereits das letzte Auswärtsspiel der Hinrunde in Schöneiche hatten die Fans boykottiert, die meisten jedenfalls. Als ein Zeichen gegen die Polizeiwillkür, der sie sich beim Auswärtsspiel am 7.12.2009 gegen Tebe ausgesetzt sahen. Nur konnte Schöneiche nichts für den Polzeieinsatz im Mommsenstadion, aber das war den Fans egal. Die meisten von ihnen rechnen wohl auch nicht damit, dass sich durch den Auswärtsboykott etwas ändert, darum scheint es nicht zu gehen. Auch die Unterstützung der eigenen Mannschaft scheint nun nicht mehr so wichtig, es geht ja „um nichts mehr“.

Mir persönlich ist es total wurst ob etwas erreicht wird. Das der Verband uns die Eier lecken wird glaube ich auch kaum, auch nicht das wir besser Empfangen werden…. Die Polizei schickt weiter lächerliche Anzeigen wegen Beleidigung raus und auch die EGH wird weiterhin freundlich lächeln und denken sie seien unsere Freunde weil sie uns beim Vornamen nennen wenn wir an ihnen vorbei „müssen“…  aber diese Kuhkäffer wie Torgelow, Neustrelitz und wie sie alle heißen, die werden es spüren mein lieber Engländer da gehen mal ganz locker zehntausend € flöten. (aus dem Fanforum des BFC Dynamo)

Ja, sie werden es wohl spüren die Vereine, die vom Boykott betroffen sein werden. Aber der BFC Dynamo wird durch diese Aktion keine Freunde gewinnen. Vielleicht einige Wohlgesonnene verlieren. Denn die Behauptung, das sei eine Aktion der Fans und keine des Vereins, wirkt scheinheilig, sitzen doch in der Vereinsführung beinahe ausschließlich „ehemalige“ Fans. Gegen wen soll das „Druckmittel“ Boykott wirken?

In der Öffentlichkeit wird es der Verein sein, der an Ansehen verliert. Die „bestraften“ Konkurrenten werden sich zweimal überlegen, ob sie Jugendmannschaften des BFC Dynamo zu Turnieren einladen oder Einladungen zu Testspielen annehmen.

Niemals waren die Fans des BFC Dynamo bisher in Bentwisch. Es gibt keinen Grund für sie, sich über die Behandlung beim Ligakonkurrenten Reinickendorfer Füchse zu beklagen – aber der Boykott richtet sich pauschal gegen alle Vereine, gegen die in der Rückrunde angetreten werden muss. Wäre der BFC Opfer einer solchen Aktion der Fans eines anderen Vereins geworden, hätten die Fans lautstark ihrem Unmut Luft gemacht.

Man fordert Respekt, bringt ihn aber anderen nicht entgegen, da werden die anderen Vereine als Dorfvereine bezeichnet und man redet von Bauern. (Mancher Dorfverein spielt viele Ligen höher als der Berliner FC Dynamo) Im Aufruf spricht man von „lächerlichen Arenen“, als wüssten die Schreiber nicht genau, dass in dieser Liga die Sportstätte abhängig ist vom Geld der Region. Auch sind die „Käfige“ Ergebnis von Auflagen durch Verbände und Polizei – und sie werden nicht nur für die Fans des BFC gebaut und benutzt. Obwohl natürlich den Fans des BFC Dynamo ihr Ruf vorauseilt – und den haben sie sich mühsam erarbeitet – und wenn es passt, kokettieren sie auch gern mit ihm. Das ist nicht übel zu nehmen, aber hat eben auch Nachteile, über die man sich dann nicht beschweren dürfte.

„Statt dessen wollen wir im Vereinsheim unsere Auswärtsspiele feiern. Der Fantross des BFC wird in eindrucksvoller Form darstellen, wie wertvoll unser Geld ist. „

Statt Fußballspiel also Leinwand mit Liveticker im vereinseigenen Vereinsheim – Eintritt 5. € – und das Geld wird gesammelt für eine gute Neuverpflichtung der Saison 2010/2011. Da wird manche Frau ihrem Mann sagen, dass er den Liveticker zu Hause auch billiger kriegen kann – und vielleicht so ein bissel mehr Zeit für die Familie herauskommt. Papi kann ja dann heimlich noch auf das eigens eingerichtete Konto überweisen.

Dass die Aktion unsportlich sein könnte, darauf kommen die Fans nicht. Viele von ihnen sind Mitglieder des Vereins, der sich ja den Regeln der so oft gescholtenen Verbände unterwirft. Ob die Aktion sich bis zur Sommerpause durchhalten lässt und ob wirklich alle Fans mitziehen, ist mehr als fragwürdig.

Dass die Öffentlichkeit jetzt Mitleid mit den durch Polizeikationen und unzumutbare Verhältnisse auf Fremdplätzen geschädigten BFC-Fans bekommt, oder sich die Einstellung der Konkurrenten zum Verein positiv verändert, ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Ein weiterer Imageschaden dürfte ein Ergebnis der Aktion sein.

Allerdings sammeln die Fans des BFC bestimmt eine ansehnliche Summe, mit der der Verein dann in der nächsten Saison gute Spieler verpflichten kann. Das Geld werden sie brauchen, denn potenzielle Sponsoren schrecken sie so eher ab und der BFC wird so wie bisher auf die „eigenen“ Leute angewiesen sein.

Ich wollte eigentlich zu diesem Boykott nichts schreiben, aber da ich nun heute las, dass man sogar auf  „mediale Aufmerksamkeit“ hofft, habe ich mich doch dazu entschlossen. Dieses Hoffen auf Aufmerksamkeit zeigt die Fehleinschätzung der Außenwirkung, die man offenbar bei der Diskussion um die Durchführung der Aktion getroffen hat.  Kürzlich äußerte sich Rainer Lüdtke, der Fanbeauftragte des BFC Dynamo so:

„Wir müssen schnellstmöglich aus unserer Isolation heraus, doch dazu müssen wir bereit sein und ich hoffe, dass sich diesbezüglich einiges ändert. Mir fehlt vor allem auch eine offensive Kommunikation in Richtung Fans und der Presse.

Wir befinden uns in einer Sackgasse, dort müssen wir heraus. ich selbst werde mir Mühe geben, den Verantwortlichen dabei zu helfen. „

Mit dieser Aktion seiner Fans stellt sich der BFC Dynamo selbst ins Abseits – eine Umkehr wäre aber angesagt – wollte man aus der Sachkgasse heraus!


Neues von Erich Mielke

Eigentlich ist er längst tot, der Genosse Mielke. Aber einige Tote leben länger. Und zu denen gehört er. Spielt der BFC Dynamo, ist Genosse Mielke dabei. Obwohl er natürlich nicht Chef des BFC Dynamo war, sondern Chef sämtlicher Dynamo Sportvereinigungen – in der DDR.

Trotzdem spielt der Genosse Mielke beim BFC Dynamo nach wie vor eine besondere Rolle. Er sitzt auf der Tribüne, beobachtet die Gegengerade und macht sich auch sonst überall breit. Schon die kleinsten Fußballer lernen die Stasi und ihren Chef Mielke kennen, spätestens dann, wenn sie mit den entsprechenden unsportlichen Rufen konfrontiert werden. Das kann am Spielfeldrand sein, aber auch in der Schule oder auf dem Spielplatz. Mal ganz abgesehen davon, dass das eine besondere Identifikation mit dem Verein schafft, führt es hoffentlich auch in den meisten Fällen zu zusätzlichen Bildungseinheiten, die die Jungfußballer von den Erwachsenen ihres Umfelds erhalten. Dann dürften sie in 50 Jahren zu den Wenigen gehören, denen auf Anhieb einfällt, wer denn Erich Mielke war.

Sportlich sieht es eher düster aus beim Fünftligisten, und wenn der BFC mal wirklich überregional in die Medien gerät, dann verdankt er die mediale Aufmerksamkeit meistens einem „erlebnisorientierten“ Teil seiner Fans oder einem „erlebnisorientierten“ Teil der Polizei. (KLICK)

Die offensive Öffentlichkeitsarbeit des Vereins ist auf Verbote und Untersagungen gerichtet, die Angst vor Öffentlichkeit und Berichterstattung erinnert an die Angst vor Westmedien in der DDR. Mielke lässt grüßen.

BFC Fans beklagen häufig, dass in den Medien nicht über das Positive berichtet wird: Die Jugendarbeit des Vereins, das Kitaprojekt oder den Ausbau des Vereinsheimes durch Fans. Mielke hatte das im Griff. Dabei haben die Fans, die alt genug sind, all das Positive, das früher in den Zeitungen des untergegangenen Landes zu lesen war kaum oder gar nicht gelesen. Und wenn sie es gelesen haben, dann haben sie es oft nicht geglaubt – und interessiert hat es sie auch nicht wirklich. Wie sie heute natürlich auch nicht interessiert, welche tollen sozialen Projekte der Lichterfelder FC oder Borussia Pankow durchführen.

Nun hat der Genosse Mielke angesichts der Misere geholfen. Zur Verbesserung des Images seines Lieblingsfußballvereins hat er unter Nutzung neuer medialer Möglichkeiten einen informellen (nicht inoffiziellen!!!) Fan zu Kopfstoß geschickt. Und, welche Überraschung: Viel Interessantes erfährt der am BFC Dynamo Interessierte im einstündigen Podcast, nicht nur über die Fans des BFC, sondern auch über FICKBRAUSE.

Leider ist der spannende Podcast bei den BFC Fans noch nicht auf große Aufmerksamkeit gestoßen und für spannende Diskussionen hat er auch noch nicht gesorgt. Dabei ist es doch einmal eine Betrachtung aus Fansicht, die man da zu hören kriegt. Und für viele dürfte es dabei auch Neues von Erich Mielke geben. Zum Beispiel folgende Worte des großen Vorsitzenden der Sportvereinigung Dynamo: „Man wird doch wohl in diesem Land noch seine Meinung sagen dürfen..“

So, jetzt schnell zu Kopfstoß – Kopfhörer auf und viel Spaß – KLICK


Irrungen und Wirrungen – BFC Dynamo und Tennis Borussia Berlin

Sie lieben sich nicht, die Fans beider Vereine. Meistens achten sie sich nicht einmal. Dabei haben sie doch manchmal mehr gemeinsam, als sie wahrhaben wollen.

Wenn es darum geht, andere zu diskreditieren – zum Beispiel den Präsidenten des eigenen Vereins – dann sind jeweils einige Fans beider Vereine immer ganz schnell dabei. Für die BFCer war er der „Kaffeekai“, für die Tebe-er ist er das „Arschgesicht“.

BFC-Präsident Mario Weinkauf, beim BFC unsanft verabschiedet (die Fans und Mitglieder wollten „seinen“ Sponsor noch nicht – und ihn nicht mehr), nahm Sponsor Treasure AG mit zum lilaweißen Westverein. Da lachte man beim BFC hämisch und die Tatsache, dass der Treasure AG-Chef Thomas Thiel privat einen Teil der Rechte an der Vermarktung des BFC Logos gekauft hatte, war nur eher wenigen bekannt und davon den meisten die Tragweite des Kaufs nicht bewusst. Als der ehemalige BFC-Chef Mario Weinkauf bei TEBE auftauchte und die Treasure AG und ihren „Chef“ Thomas Thiel mitbrachte, erfuhren die überraschten und verblüfften lila-weißen Fans, was sie noch nicht wussten, über die in solchen Fällen üblichen Kanäle: Internetforen, Telefone, Mails, Gespräche an Biertischen und beim Kaffee.

Mario Weinkauf und seine Sponsoren mussten den Tennis-Fans vermutlich ähnliche Fragen beantworten wie beim BFC und ließen wahrscheinlich genauso viele offen. Ich weiß das nicht genau, weil ich nicht dabei war und meine Informationen nur aus gewöhnlich gut informierten Kreisen und dem Internet stammen. Bei Tebe waren die schmalen Informationen nicht so folgenreich – Mario Weinkauf und Thomas Thiel mit seiner Treasure AG und Peter Anthony (Alt-Tebe-er) bildeten eine Macht – denn man brachte das mit, was ein Fußballverein, der aufsteigen will, am meisten braucht: Geld. Und Tebe-Fans waren als Entscheider – anders als beim BFC – nicht gefragt.

BFC-Fans und Offizielle zweifelten auch weiterhin laut und ausdauernd daran, dass der Westverein jemals Geld von Thiel und seiner Treasure AG bekommen würde und lachten über die BMW MINIS, die plötzlich bei den Konkurrenten auftauchten. Ihnen selbst hatte man doch für die Wahl des „richtigen“ Wirtschaftsrates sogar einen Bus versprochen. Aber den hatten sie dankend abgelehnt und den Versprechungen nicht geglaubt und fest darauf beharrt, dass man sich nicht kaufen lasse.

Tennis Borussia bekam Geld von Thiel und seiner Treasure.

In der letzten Saison scheiterten BFC Dynamo und Tennis Borussia sportlich trotz aller Bemühungen und mussten neben den Amateuren von Hertha und Rostock dem Kreuzberger Türkiyemspor den Vortritt lassen. Der Greifswalder SV ebenfalls Anwärter auf einen Regionalligaplatz verlor in der Relegation. Alle Verlierer der Saison sackten durch die Ligareform in die 5. Liga und hofften nun auf den einen begehrten Aufstiegsplatz der Saison 2008/2009. 

Beim BFC war man sich sicher: Wir packen das!

Bei TEBE hofften die Fans verunsichert auf bessere Zeiten.

Man tauschte munter Spieler miteinander.

Inzwischen sieht es ganz so aus, als hätte TEBE dieses Mal mit 14 Punkten Vorsprung zur Winderpause den Aufstieg schon in der Tasche, beim BFC hofft man bereits auf die neue Saison und spart sich nun einige Spieler und auch ein Trainingslager. Wenigstens muss man zur neuen Spielzeit den Spruch auf der BFC-Online Seite nicht auswechseln: Diese Saison gehört uns!

Teil-Logo-Markenrecht-Eigentümer Thomas Thiel sitzt inzwischen bei Tennis Borussia im Aufsichtsrat. Mario Weinkauf ist Vorstandsvorsitzender. Seit ich in einem Internetforum böse schrieb, dass der Konkurrent Tennis Borussia jetzt auch noch am von vielen Fans geliebten BFC-Logo indirekt verdiene, pflanzte sich die Info fort und gelangte so in einige Köpfe. Wer mehr zur Geschichte des BFC Logos in den letzten Jahren wissen will, kann in diesem Blog rechts auf die Kategorie LOG-KICK klicken und findet weitere Beiträge.

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des BFC Dynamo kam es zu einer für die meisten Mitglieder unerwarteten Überraschung. Sie hörten, dass inzwischen mit den Logoinhabern (neben Herrn Thiel gibt es da noch Hells Angel Rayk Bernt mit seiner GmbH) verhandelt würde und die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss stünden. Die Mitglieder fragten wie eigentlich immer brav nicht nach, sie freuten sich einfach, und sie taten auch, wie ihnen vom Wirtschaftsratsboss und Großgläubiger des BFC Dynamo Peter Meyer empfohlen wurde: Sie entlasteten neben anderen auch die ehemaligen Präsidiumsmitglieder Mario Weinkauf und Andreas Dielert. Darauf hätten die beiden ohnhin Anspruch gehabt, denn sie hatten nichts „verbrochen“ – aber Anspruch und Wirklichkeit hätten in diesem Fall wohl ohne Meyers Empfehlung weit auseinander gelegen. So hoben viele widerwillig die Hand und entlasteten, um damit die Verhandlungen zu unterstützen. Mit der Mitgliederversammlung endete so auch vorerst wieder einmal die Diskussion um ein neues Logo unter Fans und Mitgliedern.

Inzwischen sind wieder einige Wochen, sogar Monate vergangen. Neue Meldungen gab es nicht. Aber von Insidern wurden Thomas Thiel und Andreas Dielert im VIP-Bereich des BFC Dynamo gesichtet. Man redet wohl sehr ausführlich miteinander. Vielleicht macht der BFC Dynamo nun Tennis Borussia den Sponsor abspenstig. Herr Thiel soll ja noch andere Firmen besitzen, hört man aus BFC-Kreisen, nicht nur die Treasure AG.

Heute steht der BFC Dynamo mal wieder positiv in der Presse. Der Kurier meldet den Sieg des Meisterclubs beim II. dug Hallenfußballt Cup 2009, einem Turnier der Traditionsmannschaften. (Bilder) Allerdings kommt dem Turnier den Namen gebende Hauptsponsor in dem Bericht nicht vor, im Artikel heißt der II. dug Hallenfußball Cup 2009: Legenden Turnier. Schade für den Sponsor. „Gewonnen hat vor satten 1000 Fans der BFC Dynamo.“ – heißt es im Text. Das sind mehrere gute Meldungen für den BFC Dynamo in einem Satz: 1. der BFC hat gewonnen 2. die BFC-Fans waren satt 3. daraus folgend fraßen sie auch keine kleinen Kinder 4. die Polizei kommt nicht vor – auch gut.

Interessant ein plötzlicher neuer Sponsor des Turniers: BLUE PEGASUS PROMOTION. Wieso ich da plötzlich schreibe? Nun ja, auf dem Plakat zum Cup konnte ich den Sponsor nicht entdecken. Aber auf seiner Webseite wird der Cup angekündigt – und das bereits am 2.1.2009 – ob diese kurzfristige Einladung dem Cup zusätzliche Gäste gebracht hat, darf bezweifelt werden. Bestimmt lernt die Firma, die in Erfurt ihren Sitz hat, noch, dass im BFC Dynamo das BERLIN schon drinsteckt und man es nicht noch anhängen muss. BFC heißt nämlich: Berliner Fußballclub. Insofern reicht BFC Dynamo vollkommen aus :-).

Aber vielleicht ist dieser kleine Fehler der BLUE PEGASUS PROMOTION auch nur unterlaufen, weil sie so an Tennis Borussia Berlin gewöhnt ist. Den Verein unterstützen sie nämlich auch: KLICK 

Vielleicht fahren ja beim BFC Dynamo bald kleine BMW Ninis vor – oder doch lieber ein BUS?