Archiv für Januar 2019

Filmempfehlung – Der Junge muss mal an die frische Luft

Der Junge muss mal an die frische Luft, ist ein Film von Caroline Link nach der Autobiografie von Hape Kerkeling (Wiki). Ein Sittengemälde könnte man diesen Film nennen. Fremde, nahe Vergangenheit – Bundesrepublik – da lebten wir in der DDR. Ganz weit weg und doch nebenan. Das merkt man.
Ein Film über die Macht und Ohnmacht der Liebe und des Lachens.  Ein Kinobesuch lohnt sich :-).


Heute in der Straßenbahn…

Heute in der Straßenbahn. Alle gucken auf ihr Handy – nur einer nicht.

Hund - handylos

Hund – handylos


Mit dem Klammerbeutel gepudert… (SPD)

Nie schien mir die Redewendung passender: Die SPD muss doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

Warum sollte Euch irgendjemand wählen? Ihr seid Genossen? Wessen Genossen denn?

Vor dem Bundesverfassungsgericht wird seit heute verhandelt, ob Hartz4-Empfängern das Existenzminimum gekürzt werden darf.

„Hubertus Heil hält die Praxis für angemessen. Arbeitsminister Hubertus Heil hat die Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher, die Jobangebote ausschlagen oder Fördermaßnahmen ablehnen, vor dem Bundesverfassungsgericht verteidigt. „Der Sozialstaat muss ein Mittel haben, die zumutbare Mitwirkung auch verbindlich einzufordern“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag zum Verhandlungsauftakt in Karlsruhe. Dazu gehörten auch Leistungskürzungen. Das sei mit Blick auf die Gemeinschaft und insbesondere die Steuerzahler geboten.“ (Tagesspiegel)

Grund genug, dieses Lied hier noch einmal einzufügen…


Liebe in Zeiten des welkenden Salatblatts

Liebe in den Zeiten des welkenden Salatblatts ist entbehrlicher Schnickschnack, sagte die Schnecke und zog sich in ihr Haus zurück.


Unfertige Notizen zum Standpunkt

Wenn der eigene Standpunkt nur ein Punkt ist, ist es an der Zeit ihn auszuweiten. Die Welt ist nicht nur ein Kreis, sie ist eine Kugel, und sie bewegt sich doch. Und das auch noch schnell.

Wir kreisen schnell um uns selbst, um unseren Standpunkt.

Standpunkte altern. Gegen Verkalkung hilft Bildung. Deshalb heißt es: Bilde Dir einen Standpunkt.

Es gibt auf viele Fragen mehrere Antworten. Blätter sind nicht nur Grün. Grüne Blätter bleiben nicht grün. Nichts bleibt wie es ist, alles bewegt sich. So weit waren wir doch schon lange.

Gehen wir über den entstandenen Stehpunkt hinaus, damit wir nicht stehenbleiben. Gestandene Leute bewegen auch ihre Standpunkte.

Die Schwierigkeit der Entwichlung eines gemeinsamen Standpunktes als Gruppe steigt mit der Anzahl ihrer Mitglieder. Masse schützt vor Torheit nicht.

Mit der Zunahme der Masse steigt ihre Trägheit.

Unanimitätsprinzip – Einstimmigkeitsprinzip führt mit Zunahme der Anzahl der Stimmberechtigten offenbar unweigerlich zur Handlungsunfähigkeit.

Mehrheitsentscheide ignorieren häufig Minderheitenrechte und produzieren damit Einzelkämpfer und Terroristen?

Wer schreit, hat Unrecht, heißt es, aber meist setzen sich die Krakeler durch. Häufiges Ergebnis: Schreiende Ungerechtigkeiten. Über die wird dann still und leise hinweggesehen.

Jede Sache hat zwei Seiten. Es gibt immer Für und Wider.

Ein Standpunkt ist nicht unabhängig von der Seite, auf der jemand steht, sondern meist seine Folge.

Nur wenn Logik und Emphatie Geschwister sind, haben Vernunft und Wahrheit eine Chance.


Erhard Scherner – 90. Geburtstag

Bei Wikipedia sucht man einen Eintrag zum Germanisten, Lyriker und Autor Dr. Erhard Scherner vergeblich. (Das müssen wir ändern!)

Überhaupt sind die Einträge zu ihm im Netz eher spärlich. Kommunisten sind nicht gerade in Mode. Man findet den einen und den anderen Leserbrief von ihm und sein Buch „Der chinesische Papagei“ kann man beim Eulenspiegelverlag kaufen.  Der Verlagstext macht neugierig.

„Grün ist der Papagei. Mit rotem Schnabel. Und verschwiegen. Das macht ihn annehmbar für Chinesen wie für Deutsche. Aber kann er Lebensretter werden? Er kann. Rattert im Oktober 1958 westwärts mit der transsibirischen Eisenbahn, denn Papa­­gei­en lieben keine Höhen­flüge. In der DDR erhält Kons­tantin Mugele, der seine Jahre im Reich der Mitte abgedient hat, in Berlin eine leitende Tätigkeit, ohne dass er leiten soll. An der Seite Bernhard Zieglers – der Leser mag hinter dem Pseudonym Alfred Kurella vermuten – lernt er, wie man eine Kröte nicht schluckt.
Erhard Scherners Alter ego erzählt gleichermaßen vergnüglich und informativ über ein interessantes Kapitel deutscher Vergangenheit. “ (KLICK)

Wer weiter sucht, wird erfahren, dass Erhard Scherner (Autor) und seine Frau Helga Scherner (Übersetzerin)  sich seit 1956 mit den Gedichten Du Fu’s –beschäftigten.

„1956 begannen wir, Gedichte von Du Fu zu übertragen, ein Frühlingsgedicht, ein Klagelied, wie es uns in die Hände kam. Später suchten wir gezielt, besonders nach Gedichten über die Natur, über das Leben des Volkes und den Frieden. So näherten wir uns einem Großen, der die Weltpoesie bereichert hat.“

Anblick eines Fruehlings: Gedichte

Er war Neulehrer, NDL-Redakteur, Zirkelleite, Begleiter junger Autoren, Kulturfunktionär, betreute den literarischen Nachlass Alfred Kurellas und ist Vater, Großvater, Urgroßvater…

 

Heute schrieb er mir als Erwiderung auf meinen Glückwunsch: Noch stehn wir bei denen, die diese Welt für veränderbar halten.

Danke auch dafür.

Erhard Scherner

Erhard Scherner bei einer Lesung 2018 in Blossin

 

Lesehinweise:

»Junger Etrusker erteilt Unterricht«. Eine Erinnerung an Alfred Kurella

Utopie Kreativ Nr. 201-202, Juli/August 2007 – KLICK

Die Fronten gingen durcheinander … Ein Interview zu den Auskünften Ludwig Kroeber-Keneths aus Kronberg über seine und Alfred Kurellas Reise 1919 nach Sowjetrußland

Utopie Kreativ Nr. 213-214, Juli/August 2008 – KLICK


Ein halber Augenblick

halber Augenblick

halber Augenblick


Türkissee

Türkissee

Türkissee


Wintervögel… Sommervögel?

Stunde der Wintervögel 2019 - Gartenrotschwanz sauf dem Hinterhof

Stunde der Wintervögel 2019 – Gartenrotschwanz auf dem Hinterhof


Von meinen verschiedenen Leben

Von meinen verschiedenen Leben

scheint dieses das hartnäckigste.

Entfesselte Kälte beißt sich fest im Schuh,

deshalb barfüßig der Wirklichkeit trotzend

stelle ich fest:

Der erwartete Frohsinn blieb aus.