Archiv für die Kategorie ‘Politik’

OMAS GEGEN RECHTS sind dabei: #UNTEILBAR – 13. Oktober Berlin

#unteilbar

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OMAS GEGEN RECHTS

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Tag der Republik und eine AG für antifaschistische Literatur

Unterwegs treffe ich H. – ich gratuliere. Er sagt: Es gibt nichts, wozu Du gratulieren könntest. 

Später treffe ich ihn noch einmal. Er entschuldigt sich: Ich dachte, Du gratulierst zum 3. Oktober, aber heute ist ja der 7. Oktober.

Später erzählt mir B., dass eine Arbeitsgemeinschaft für antifaschistische Literatur an seiner Schule (Gymnasium) „eingestellt“ wurde, weil sie gegen das Neutralitätsgebot verstoße.


Gedächtnislücken-Notiz

Mein Gedächtnis ist löchrig wie ein Sieb. Manche Löcher lassen sich schließen. Einige mit Hilfe von Notizen, alten Kalendern oder Akten, die Mehrzahl aber mit der Hilfe der Erinnerung anderer Menschen.

Jeder merkt sich beinahe (nur), was für ihn selbst wichtig ist, alles andere wird irgendwann vergessen. Durchaus erlebe ich aber, dass Vergangenes erst spät wichtig wird. Auf der Suche nach der Erinnerung an eines dieser Löcher im Sieb findet sich manche Erinnerung bei alten und neuen Freunden. Aber auch bei alten und neuen Nichtfreunden. Das ist überraschender. Und außerdem: Ja, auch die Feinde gibt es noch. Menschenfeinde. An die muss man sich erinnern, aber sie wecken auch manche Erinnerung.


„Hupen gegen die AFD“ und „Gegen faschistische Tendenzen“

Das Hupen höre ich bis an meinen Schreibtisch – ist das schön! Schön laut.

Hupen gegen die AFD

Hupen gegen die AFD

Demnächst jährt sich die sogenannte Ossietzky-Affäre, die sich ähnlich wie im Wikipedia-Artikel beschrieben zugetragen hat.  Bei blogsgesang.de gibt es einen Artikel, der vor 10 Jahren zum 20. Jahrestag erschien.

1988 demonstrierten Schüler der EOS Carl-von-Ossietzky mit einem selbstgemalten Transparent: Gegen faschistische Tendenzen. Einer der Gründe für ihre spätere Bestrafung.

Die Schule macht zu den Ereignissen von 1988 Projekttage und hat ehemalige Schüler und auch mich dazu eingeladen. Welche Bedeutung hat das, was die Schüler damals machten im Heute? Hat es eine? Die Speakers Corner ist für die Schüler inzwischen wenig interessant, erfuhr ich aus sogenannten gut informierten Kreisen.

Fest an der Panke. Alles wie immer. Man trifft einfach alle – ob man will oder nicht. Die Parteien stehen an der gleichen Stelle wie im Vorjahr. Auch die AFD. Nach 2 Minuten Diskussion mit einem der dortigen Multiplikatoren wird mir schlecht, und ich wende mich unter lautem Protest ab. Hinter dem AFD -Stand hocken ein paar junge Leute, die ganz offensichtlich meine Abneigung teilen.

Wir kommen ins Gespräch und so erfahre ich von der für heute angemeldeten Demonstration.

Sehr coole Aktion – und es gab laute positive Resonanz von den Vorbeifahrenden und Vorbeigehenden. Und übrigens: Da waren auch Schüler des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums dabei.

Ich freue mich auf die Projekttage und viellicht auf eine Begegnung mit Schülern der Schülerzeitung „Moron“.

Vielfalt

Vielfalt

Schild gegen die AFD

Schild gegen die AFD

Demo

Demo


Nachschlag… (zum Film „Familie Brasch“) – Thomas Brasch erhält den Bayerischen Filmpreis 1981

Eine kurze Sequenz aus der Preisverleihung gab es auch im Film „Familie Brasch“ zu sehen. Die generierte zwar Lacher – Brasch bedankte sich bei der Filmhochschule der DDR für seine Ausbildung – war  aber definitiv zu kurz, um Brasch zu verstehen. Auch die Zeitzeugenkommentare halfen da nicht weiter. Weiter helfen kann nur Thomas Brasch selbst.


Pressemitteilung des Schriftstellerverbandes (VS) – Chemnitz: Ein Weckruf

03.09.2018

Die anhaltende rechtsextreme Gewalt auf den Straßen von Chemnitz ist schockierend und muss ein Weckruf sein für alle, die die Bildung rechtsextremer Formierungen bisher nicht genügend ernst genommen haben. Diese Vorgänge sind ein Angriff auf den Rechtsstaat und eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, so die Vorsitzende des Schriftstellerverbands Eva Leipprand.

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) appelliert an jene, die sich immer noch von dieser Seite eine Lösung ihrer Probleme erwarten: Fremdenhass und Gewalt sind nicht zukunftsfähig. Sie zerstören die Gemeinschaft und die Grundlage von Freiheit und Demokratie. Sie sind kein Mittel gegen Abstiegsängste, Ungerechtigkeit und Folgen des Klimawandels. Nur eine offene Gesellschaft kann tragfähige Wege in die Zukunft finden.

Die im Grundgesetz niedergeschriebenen Menschenrechte sind über Jahrhunderte hart erkämpft worden und gelten für alle, ganz gleich welcher Herkunft und Religion. Nun gilt es, aufzustehen und sie zu verteidigen. Nina George, VS-Vorstandsmitglied: »Man kann es nicht deutlich genug sagen: Nach diesem Ausbruch von Hass und Gewalt muss jeder und jedem klar sein, die oder der sich solchen Aktionen anschließt, sie gutheißt oder verteidigt, dass sie dabei sind, die dunkelste Geschichte unseres Landes zu wiederholen. Jene, die zur Gewalt aufrufen, Hetzjagden rechtfertigen und den friedlichen Widerstand verhöhnen, gerieren sich als die Stimme des Volkes; dabei sind sie Stimmen des Hasses. Wer sich ihnen anschließt, sollte sich nicht beschweren, in eine extremrechte Ecke gestellt zu werden – er hat sich dort selbst positioniert.«

Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft kann und muss eine Gesellschaft lernen, es sollte längst eine Selbstverständlichkeit sein. Dazu gibt es keine Alternative. Unser Grundgesetz gibt uns dafür die notwendigen Instrumente in die Hand.

Während fremdenfeindliche Gruppen die Gewalt auf die Straße tragen und Thilo Sarrazin mit seinem neuen Buch noch Öl ins Feuer gießt, kreist der Astronaut Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation um die Erde. Aus seiner Perspektive ist ganz klar: Wir Menschen müssen auf dieser Erde miteinander auskommen und pfleglich mit ihr umgehen. Einen Kampf aller gegen alle können wir uns nicht leisten. Aus der Ferne des Alls zeigt sich unser Blauer Planet in verletzlicher Schönheit und begrenzt in seinen Ressourcen. Er ist unsere Heimat, eine andere haben wir nicht.


Aufreger

Eine Beratungsstelle. Soll helfen. Ich rufe dort an für meine Freundin J. an, die unsere Sprache noch nicht so fließend spricht. Angeblich stehen auch Sprachmittler in arabisch zur Verfügung. Es geht um ein dringendes medizinisches Problem. Am Telefon gerate ich in eine schier unendliche Schleife, kann immer nur mit Zahlen antworten, die aber alle nicht zutreffen. Ich probiere alle – ich will mit einem Menschen sprechen. Lande aber immer wieder in einer Sackgasse mit Textansagen. Keine davon kann jemand verstehen, der nicht mindestens sehr gut deutsch spricht. Am Ende der Hinweis: Für Nachrichten ist unser Band nicht vorgesehen.

Neuer Versuch, anderer Weg: Ich schreibe eine E-Mail und erkläre das Anliegen, das dringende medizinische Problem, das J. hat.

Die Antwort besteht aus einem unzutreffenden Textbaustein.

Sehr geehrte Frau W.,

bitte rufen Sie uns zu den Telefonsprechzeiten an, damit wir Ihre Voraussetzungen für die kostenlose Verhütung sowie Terminvereinbarungen besprechen können.

Weder meine Freundin J. noch ich wollen kostenlos verhüten.

Hoffentlich begegnen uns vor Ort nicht auch Roboter.

Die Beratungsstelle ist kostenlos. Aber: Guter Rat ist bekanntlich teuer.

 


Schulsachen

Die Zuckertüte hatte ich vorher schon besichtigt, sie war schnell gekauft.  Danach haben wir die Liste abgearbeitet, die die Kinder von der Schule bekommen hatten.

Ich habe viel gelernt. Nie wieder machen wir das so kurz vor Schulbeginn!  Immerhin weiß ich jetzt, was ein Verbindungsheft ist: Ein „Mutti-Heft“, Mitteilungsheft.

Inzwischen weiß ich auch, was ein Heft mit einem Haus ist.

Die Summe, der Dinge, die von einem Erstklässler gebraucht werden (Liste von der Schule), übersteigt die Möglichkeiten von Empfängern von Transferleistungen (Hartz4) beträchtlich. Selbst wenn es eine „Beihilfe“ von 70 € gibt. Bereits ein einfacher Schulranzen kostet so viel. Die mit „gut“ bewerteten Schultaschen kosten alle über 100 €, Preise über 150 € sind keine Seltenheit. Wer billig kauft, macht den Rücken seines Kindes kaputt…

Die Angebote für die Freizeit der Ganztagsschüler kosten ebenfalls – fast alle.

Wer möchte, dass sein Kind früh Englisch lernt, muss tief in die Tasche greifen – 23,90 € monatlich. Spanisch ist preiswerter, das gibt es für 100 € jährlich.

So wird schon früh sortiert – die einen lernen Englisch und Spanisch und Klavier und das Töpfern und und und… Und die anderen nehmen die kostenlosen Angebote und spielen mit der Horterzieherin.

Bildungsferne wird so dauerhaft reproduziert.

eine kleine, syrische Prinzessin – wird eingeschult 2018


Manchmal kommt aus Österreich ja auch etwas Gutes!

Omas gegen Rechts


Aufstehen

https://www.aufstehen.de/

Einen Versuch ist es wert! Ich bin gespannt.