Archiv für die Kategorie ‘Politik’

Einschätzung zum Koalitionsvertrag – Leseempfehlung

Wer daran interessiert ist zu erfahren, wie sozial der Koalitionsvertrag ist, den CDU, CSU und SPD schließen wollen, kann auf die Bewertung des Paritätischen Gesamtverbandes zurückgreifen. Da bewerten Fachleute. Auf der Seite des Paritätischen können sowohl der Koalitionsvertrag sowie die Bewertung als PDF geladen werden. Vielen Dank dafür!

Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vom 7. Februar 2018 -Einordnung und Bewertung aus Paritätischer Sicht


Oh, oh- sicherheitshalber

…im Moment weit verbreitete Meinung: Neuwahlen muss man unbedingt vermeiden, weil es sonst noch schlimmer wird…

Vielleicht sollten wir dann die nächsten turnusmäßigen Wahlen sicherheitshalber ausfallen lassen. Möglich, dass das Volk unaufgefordert falsch denkt.

Ich empfehle:

Kurt Tucholsky – „Ein älterer, aber leicht besoffener Herr“ (1930)


Empirie – Gesellschaftskunde

Wenn etwa die Hälfte aller Bürger behauptet, die Gesellschaft sei gespalten und die andere Hälfte behauptet, dem sei nicht so – was lässt sich dann daraus schließen?


Es ist nicht kalt in Deutschland

Es ist nicht kalt in Deutschland, und das ist nicht gut.

Denn alle Kinder, die einen Schlitten zu Weihnachten geschenkt bekommen haben, möchten den gern ausprobieren.

Aber es ist zu warm, jedenfalls hier in Berlin, und an Schnee ist nicht zu denken.

Doch die Kinder denken an Schnee – in der übernächsten Woche sind Ferien und kein Schnee in Sicht. Ach, wäre es doch kalt in Deutschland.

Der Schlitten den T. und ihre Geschwister zu Weihnachten bekommen haben, gehörte früher V.

Heute haben Z., T. und V. ganz lange zusammen gesessen und gemalt und gequatscht und gelacht.

Und morgen treffen sie sich wieder.

Ohne den Schlitten hätten sie sich vielleicht niemals kennengelernt.

Das wäre schade. Sehr schade. Denn es gibt fast nichts Schöneres als das fröhliche Lachen von Kindern.

Es ist nicht kalt in Deutschland. Und wenn man mal vom Schnee absieht, ist das auch gut so.

Schneemann

Schneemann © T. 10 Jahre


Wiederholung

Heute zitiere ich mich selbst – nämlich den Teil eines Beitrages aus dem November, wer ihn ganz lesen will, kann klicken: Das Leben ist eine Collage.

Notwendig ist das Zitat, weil ich hoffe, dass es ein paar Leute mehr wütend macht.

Zitat-Beginn

Mir begegnet Eugen Gomringer. Ein Dichter, dessen Namen ich bisher nicht kannte.

Er begegnet mir in Form eines Gedichts. Das Gedicht besteht aus vier Worten.

Avenidas,
Flores,
Mujeres,
un Admirador.
Übersetzt, erfahre ich, heißt das:  Alleen, Blumen, Frauen,  ein Bewunderer.
Und jetzt bitte ich jeden Leser (der das Gedicht nicht kennt), sich eine Meinung zu bilden.
Avenidas,
Flores,
Mujeres,
un Admirador.
Alleen, Blumen, Frauen,  ein Bewunderer.
 
Mir gefällt das!
 
Eine andere Übersetzung übersetzt so:

Alleen

Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

Es erinnert mich an Brechts  „Der Rauch“.

Berthold Brecht

DER RAUCH

Das kleine Haus unter Bäumen am See

Vom Dach steigt Rauch

Fehlte er

Wie trostlos dann wären

Haus, Bäume und See.

Für mich macht der Bewunderer die Szene schön.

Für andere offensichtlich nicht. Das Gedicht wohnt an einer Hauswand und soll da weg. Es sei frauenfeindlich, heißt es. Klick

Und dann stoße ich noch auf einen Artikel in der Berliner Zeitung, den ich sehr empfehle – Es ist etwas faul im Staate D., das ist mein Kommentar dazu.

Wer nicht miteinander redet, wird irgendwann aufeinander schießen.

Diskussionskultur an Unis: Die neue Intoleranz

Zitat-Ende

Aktuell:

Spiegel

Tagesspiegel

Berliner Zeitung

FAZ


Die krähenden Hähne sind Teil des Problems…

Angeregt durch einen Kommentar von Miriam zu meinem Beitrag von gestern – sie fragte „Wie kriegen wir das Problem mit den krähenden Hähnen gelöst?“ habe ich darüber nachgedacht.

Leider sind die krähenden Hähne nicht nur Verleugner der Probleme, sie sind auch ein Teil unserer Probleme. Denn Probleme, die nicht da sind, muss man ja auch nicht lösen.

Mir ist nicht wirklich etwas eingefallen, außer der verwegenen Idee, sie vom Misthaufen runterzustoßen. Sie zu „erden“ sozusagen. Das würde ihnen einen Überblick verschaffen, den man von oben herab eben nicht hat. Die geänderte Perspektive – mitten unter den Hühnern – könnte vielleicht die Hähne ermutigen, mal hinzuhören, was so manche Hühner gackern und zu verstehen, dass das Eierlegen nicht so einfach ist. Außerdem sind Füchse keine Erfindung und nicht alle so lieb wie der Fuchs des kleinen Prinzen. Manche haben auch einfach nur Hunger. Sie mögen Küken, aber auch Hühner und Hähne. Jäger sind keine Alternative. Zäune auch nicht. Können Füchse als Vegetarier leben? Wollen sie das? Muss man sie zwingen? Fragen über Fragen, die sich ein kluger Hahn stellen könnte. Vorausgesetzt, er nimmt zur Kenntnis, dass Füchse keine Erfindung der ängstlichen Hühner sind.

Kluge Hähne würden sich wundern, was so alles möglich ist. Ich habe mich auch gewundert.  Manchmal gibt es Dinge, die klingen wie ein schlechter Witz, sind aber trotzdem wahr: AFD-Politiker konvertiert zum Islam.

 


Abendspaziergang mit P. – ausgefallen

Der Abendspaziergang – lang geplant – musste ausfallen. Zwar hätten wir uns gegenseitig nicht anstecken können, aber mit Fieber gehört man ins Bett. Jedefrau und Jedermann.

Telefonieren ging auch nicht, ich bin ziemlich stimmlos.

Deshalb poste ich hier nur das geplante Thema: Integration.

Einen Dialog dazu müsst ihr euch ausdenken.

 


Das Leben ist eine Collage

Mitten in der Nacht, also kurz vor Sieben, erreicht mich eine Nachricht über WhatsAPP:

Ja, bin ich. Guten Morgen. 

Das ist eine Antwort auf meine am Abend gestellte Frage: Bist Du da?

Der Vorteil so eines kleinen Messenger-Programms liegt auf meiner noch müden Hand: Man kann jederzeit antworten, muss aber nicht.

Mein Beschluss aufzustehen, ist der Notwendigkeit des Broterwerbs untergeordnet und kein Ergebnis purer Lust: Draußen ist es kalt und ungemütlich und drinnen gäbe es ein warmes Bett und die Möglichkeit, Hörbuch hörend dahinzudämmern und vielleicht sogar noch einmal einzuschlafen. Aber nichts da, aufstehen und rausgucken, auch, weil die Freundin behauptet hat, es sei weiß draußen, glitzernd. Da glitzert nichts, es ist ohnhin dunkel. Die Lichter der Alten Mälzerei unterbrechen das Schwarzgrau zwar wohltuend, aber zum Spaziergang lädt da nichts ein.

Es fährt ein Lastwagen vorbei, an dessen Seitenwand Möbel aufgezeichnet sind und darüber steht: Das Leben ist eine Collage

Stimmt, denke ich, schon ein einziger Tag ist eine.

Also dieser zum Beispiel.

Meines Tagescollage setzt sich fort mit der E-Mail einer Anwältin fort, die Unterlagen zugesendet haben möchte, damit jemand, dem ich im Krieg mit Ämtern und Versicherungen ein wenig zu helfen versuche, zu seinem Recht kommt. Ob man per Gericht zu seinem Recht kommt, ist von so vielen Faktoren abhängig, dass es am Ende beinahe auf eine Lotterie herausläuft. Je größer der Gegner, desto kleiner die Gewinnchance. Herr Meyer gegen die Rentenversicherung, Herr Meyer gegen das Land Berlin, Herr Meyer gegen den Versicherungsriesen XYZ.  Gewiss ist nur, dass wer Recht hat, noch lange nicht Recht bekommen muss. Und überhaupt: Bis so ein Verfahren an dem Punkt ist, an dem Herr Meyer klagen kann, haben die meisten Menschen schon aufgegeben. Denn auch eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in der Regel die Kosten erst ab dem Klageverfahren – im Widerspruchsverfahren ist der der Widersprechende – bei der Steuer der Einsprechende – auf seine eigene Kraft angewiesen – oder er hat das nötige Geld, um die Arbeit zu delegieren. Oder Freunde oder Verwandte, die den Kampf  für ihn führen. Aber selbst dann muss der Betroffene den damit verbundenen Ärger und Frust aushalten können. Es gibt im Internet ein Forum, das heißt „Krank ohne Rente“. Wer wissen will, wie ungerecht und für die Betroffenen lebensgefährdend es in Deutschland zugeht, der sollte dort einmal lesen.

1. Arbeit / 2. Arbeit  / 3. Arbeit

 Ich muss eine Anstrengung unternehmen. Es geht darum, etwas zu tun, das mir sehr schwer fällt. Was ich tun muss, tut weder weh, noch würde mir das Nicht(s)tun erhebliche Nachteile bringen. Es ist nur eben schwierig. Und es kostet Zeit. Aber ich erwarte ja von anderen auch, dass sie sich anstrengen. Den Maßstab, mit dem ich das Verhalten anderer Menschen messe, gilt zu allererst für mich selber. Punkt: Ich werde mich anstrengen. (Notiz – Maßstäbe sind verschieden, Lerntypen sind verschieden, Menschen gleichen sich, sind aber vor allem immer jeder ein Anderer.)

4. Arbeit /5. Arbeit /6. Arbeit.

Mir begegnet Eugen Gomringer. Ein Dichter, dessen Namen ich bisher nicht kannte.

Er begenet mir in Form eines Gedichts. Das Gedicht besteht aus vier Worten.

Avenidas,
Flores,
Mujeres,
un Admirador.
 Übersetzt, erfahre ich, heißt das:  Alleen, Blumen, Frauen,  ein Bewunderer.
Und jetzt bitte ich jeden Leser (der das Gedicht nicht kennt), sich eine Meinung zu bilden.
Avenidas,
Flores,
Mujeres,
un Admirador.
Alleen, Blumen, Frauen,  ein Bewunderer.
 
Mir gefällt das!
 
Eine andere Übersetzung übersetzt so:

Alleen

Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

Es erinnert mich an Brechts  „Der Rauch“.

Berthold Brecht

DER RAUCH

Das kleine Haus unter Bäumen am See

Vom Dach steigt Rauch

Fehlte er

Wie trostlos dann wären

Haus, Bäume und See.

Für mich macht der Bewunderer die Szene schön.

Für andere offensichtlich nicht. Das Gedicht wohnt an einer Hauswand und soll da weg. Es sei frauenfeindlich, heißt es. Klick

Und dann stoße ich noch auf einen Artikel in der Berliner Zeitung, den ich sehr empfehle – Es ist etwas faul im Staate D., das ist mein Kommentar dazu.

Wer nicht miteinander redet, wird irgendwann aufeinander schießen.

Diskussionskultur an Unis: Die neue Intoleranz

Arbeit 7 /Arbeit 8 / Arbeit 9

Im Bad geht das Radio an, ich hänge die Wäsche auf. Ferdinand soll geschossen werden. Wer ist Ferdinand? Ferdinand ist ein weißer Elch in Schweden, der kürzlich unangenehm aufgefallen ist, weil er eine Frau mit zwei Hunden erschreckt hat. Letztlich ist nichts passiert, aber Ferdinand ist zum Abschuss freigegeben. Im Internet formiert sich die Rettungsgemeinde, natürlich gibt es bereits eine Online-Petition.

Rettet Ferdinand, schließlich ist der auch für den Tourismus wichtig!

Es klingelt. Die beiden Paketboten, die mir ein Amazonpaket bringen, sprechen kein Deutsch. Auf meine Frage, ob sie mich von unten gehört haben, antwortet der eine: Ich wünsche Sie ein sonniges Leben. Da kann ich mich nur bedanken.

S. ruft an, hat einen Telefonmarathon hinter sich, wollte einen Termin für uns vereinbaren – sinnlos, es gibt gar keinen wirklichen Ansprechpartner in dieser Behörde. Warteschleifenmarathon beim Versuch, in der empfohlenen Ersatzbehörde einen Termin zu machen. Es gibt eine Online-Variante zur Terminvereinbarung. Ich übernehme das, sage ich. Da weiß ich noch nicht, worauf ich mich einlasse.

Termine

Termine

Es gibt bis Februar keinen einzigen Termin. Nach Februar gibt es auch keine Termine, weil der Terminkalender nicht weiter geht. Anschließend sitze ich wie ein Kaninchen vor der Schlange und zappe zwischen Terminvereinbarungsorten hin und her. Ich habe Glück, ich erwische einen Termin am 8 Februar 2018, den jemand anderes abgesagt hat.

Arbeit 10 /Arbeit 11/ Arbeit 12

Meine Gäste bringen Milchreis mit. Z. hat eine neue Zahnspange und kann schlecht kauen. Der Kakao kocht über. Ich bin schuld. Z. behauptet, sie sei schuld, stimmt aber nicht. Z. hat versucht, den Topf auf neben die Flamme zu ziehen und gemeinsam haben wir den Kakao in der Küche verteilt, weil ich auch meine Hand am Topf hatte. J. eilt herbei und im Sprachgewirr komme an den Rand meiner Belastbarkeit, aber es ist trotzdem lustig. Kann also auch Spaß machen, wenn man die Küche mit Kakao vollgießt :-). Das ist trotzdem keine Handlungsempfehlung.

Wir trinken die Reste und reden über Feste, besonders über Weihnachten. Baum, Kerzen, schön…

Im Profil von I. aus Syrien: „Ich weiß nicht, wer unser Land verkauft hat, aber ich weiß, wer den Preis dafür zahlt“

Arbeit…

Clara ist krank. Die anderen Ratten kümmern sich um sie, aber ich fürchte, ich werde Clara bald verlieren. Doch heute frisst sie Milchreis und guckt krank, aber glücklich.

Der Tag ist beinahe zur Ende. Einige Collageteile habe ich hier nicht erwähnt.

Zum Schluss:

Über den Verbleib des Gedichts an der Hauswand wird jetzt abgestimmt. Schlimmer gehts nimmer, das ist meine Meinung dazu. Demokratie ist merkwürdig. KLICK

Ferdinand ist geschützt – er darf nicht mehr geschossen werden – KLICK

 

 

 


Schade eigentlich – DiEM25

Schade eigentlich. Ich hätte gern mein Verhältnis zur Demokratie aufgebessert. Das ist ohnhin gestört, weil ich es problematisch finde, dass ich damit rechnen muss, eventuell eine Regierung zu erwischen, die keinerlei Rücksichten auf Minderheiten nimmt. Armes Österreich. Doch: Die Mehrheit hat es so gewollt.

Basisdemokratie für Europa – gegen die Wirtschaftsbosse – für die Menschen. Wäre toll.

Seit etwa einem halben Jahr bin ich Mitglied bei DiEM25 und damit total überfordert. Der lobenswerte Versuch, eine Alternative zur Ausbeuter-EU zu sein, läuft bei mir ins Leere. Ich verstehe DiEM25 schlichtweg nicht.

Ich habe mich im letzten halben Jahr mehrfach durch ellenlange Papiere gelesen, aber mich nicht wiedergefunden, wenngleich ich manchmal zustimmend nicken konnte.

Und dann erhielt ich heute die Erinnerung an eine Abstimmung, an der ich nicht gleich bei der ersten Einladung teilgenommen hatte. Also folgte ich dem Link um der Basisdemokratie eine Chance zu geben.

Der ersten heutigen Abstimmung konnte ich  inhaltlich noch folgen, weil sie in meiner Muttersprache vorlag, aber die zweite bot mir 5 Alternativen, die alle in englischer Sprache begründet wurden. Und das nicht etwa schriftlich, so dass ich mir mühevoll die Texte hätte übersetzen können, sondern mundsprachlich per YouTube-Video. Oh man – oder oh Männer – was denkt ihr euch dabei? Das soll basisdemokratisch sein? Und es geht doch um was! Soll DiEM25 in Hinblick auf die Europawahlen als Partei auftreten oder nicht, und wenn ja in welcher Form. Wie soll ich da abstimmen, wenn ich kaum etwas verstehe?

Ein ehemaliges Mitglied bei DiEM25 schrieb mir, bei den regionalen Treffen seien immer andere Leute erschienen. Wie kann man in solchen Konstellationen zusammen arbeiten? Alles, was ich online an Teilnahme versucht habe, ging ebenso schief – also einfach nur Zahlmitglied sein? Ist es da nicht aussichtsreicher, dem Bettler an der nächsten Ecke eine Mahlzeit zu spendieren?

Achtung, jetzt folgen vier Videos – ich erwarte nicht, dass ihr euch die anseht – sie dienen lediglich der Illustration – und falls sie euch tatsächlich interessieren auch zur Information.

Das YouTube Video mit Yiannis haben sich bisher noch nicht einmal 800 Menschen angesehen.

Die Begründung eines anderen Vorschlags fand noch weniger Zuschauer.

Und noch einer:

Und weiter:

 

 

 


Augen zu und durch?

Die Armut hat die Stadt in Besitz genommen. Sie zeigt sich an jeder Ecke.

Und nun? Weggucken?

Armut-Berlin

Armut-Berlin