Archiv für die Kategorie ‘Politik’

Erinnerung

Unvergessen bleibt: Die Grünen und die SPD überschütteten das Land mit ihrer Agenda:

Hartz 4.

Die Würde von Menschen verletzt per Gesetz.

Korrektur?

Fehlanzeige!

Aufgabe:

Die Farben des Herbstes diesmal erinnernd wahrnehmen.

Kalter Winter in Sicht!


Ungeklärte Haltung

Immer wieder habe ich darüber nachgedacht.

Weg mit dem § 218. Ja, eigentlich schon. Aber:

Wann überwiegt der Schutz des ungeborenen Kindes?

Mit der Fristenlösung in der DDR hatte ich irgendwie meinen Frieden – obwohl jede Frist natürlich irgendwie willkürlich ist…

Bedingungslose Selbstbestimmung?

Also weiter nachdenken. War immer wieder mein Thema…

Lange ist es her…

Beginn einer Beziehung

 


Jüdin sein

Jemand sagte neulich zu mir, seiner Auffassung nach, sei ich Jüdin. Es sei für ihn dabei egal, ob ich mich so fühle oder nicht. Es wäre auch egal, ob ich religiös wäre.  Die Abstammung reiche. Ich könne eben jederzeit nach Israel gehen und bekäme dort die Staatsbürgerschaft. Ein Hinderungsgrund wäre lediglich, wenn ich eine andere Religion hätte, beispielsweise die katholische. Die israelische Staatsangehörigkeit bekommen zu können, das sei mein Privileg.

Meine Herkunft war mir immer bewusst. Dafür sorgte die deutsche Geschichte und die meiner väterlichen Familie. Dafür sorgten aber auch diejenigen, die mich mit dem Begriff JUDE (geschlechtslos) stempelten.

Gestern habe ich kurz daran gedacht, wie es wäre, auszuwandern. In das Land der Vorfahren.

Ich weiß nicht, ob ich Jüdin bin, ich habe mich nie so gesehen. Das war immer nur gespiegelt.

Heimatlos bin ich sowieso. Von Familie, Freund*innen und den Lieblingsorten einmal abgesehen.


Zum Teufel mit dem Datenschutz

Für einen längeren Beitrag habe ich keine Zeit.

Berliner Schulcloud – bricht zusammen dauernd!

BigBlueButton – soll datensicher sein, schön! Aber es funktionierte heute wieder nicht.

Meine syrische Enkeltochter hat ein Tablet vom Senat. Ein teures Teil. IPAD neueste Gerneration mit Tastatur. TOLL! Leider kann sie damit nicht arbeiten. Dateien aus der Schulcloud können nicht heruntergeladen werden, PDFs nicht angesehen werden.

Im Sommer habe ich mit Senatsmitarbeitern dazu telefoniert.  DATENSCHUTZ – deshalb kein ZOOM, nur vorgeschriebene APPS.

Leute das ist einfach nur… Neee, nicht zum Heulen, ich habe eine unendliche WUT.

Dummheit ist offenbar auch ein Virus.


Altersstarrsinn

Alt sein, ist sinnvoll.

Starrsinn notwendig.

Ungeschminkt eine ehrliche Haut sein,

die Knospen in Watte packen,

gegen die Rechtsdenker,

jene Missmutigen,

die auf Allen und Allem herumtrampeln.

Wir müssen hexengleich zaubern,

schnell, aber achtsam,

unseren Humor in die Waagschale werfen.

Das müssen wir jetzt und sofort erledigen.

Es reicht ein bescheidenes Rückgrat.


Meine fremde Trauer

Der Großvater meiner zugezogenen, adoptierten Enkelkinder ist gestorben. Wir sind nicht verwandt. Meine vier syrischen Enkelkinder können nicht zur Beerdigung ihres Großvaters reisen. Ihre Mutter kann ihren Vater nicht auf dem letzten Weg begleiten. In Syrien ist Krieg. Und plötzlich ist die fremde Trauer nah.


Das gespaltene Land

Das gespaltene Land feiert extatisch den Mauerfall. Die meisten Bürger feiern mit. Erinnerungsmonopolisten beherrschen die groteske Szene. Der grelle Scheinwerfer ist auf das ehemalige Land im Osten gerichtet. Der alte Westen bleibt schattengleich im Dunklen.

Etwa die Hälfte der Bürger im Osten fühlt sich als Mensch 2. Klasse. 100 % der im Osten arbeitenden Bevölkerung bekommt weniger Lohn, weniger Rentenpunkte. Was wird da gefeiert?  Der zeitweise Sieger der Geschichte, der Kapitalismus, zeigt weltweit seine grausige Fratze. Dass er das kann, verdankt er auch dem Fall der Mauer. Unrechtsstaaten so weit wie das Auge blickt. Die Demokratie ist nur ein vorläufiges Trostpflaster.

Auf die Tagesordnung gehörten: Kriege, Ausbeutung, Armut und die Zerstörung des Planeten.


„Wenn wir wollen, schlagen wir Euch tot!“ – das ist offenbar kein Grund, eine Demonstration aufzulösen!

Berlin

Berlin am 3. Oktober 2019

Auf das Foto klicken, um es groß zu sehen. Rechtsradikale marschieren wieder durch Berlin. Und die, die dagegen sind, stehen machtlos am Rand.


NFC Mahler GmbH kämpft für Auszubildenden

Bei Facebook bittet die NFC Mahler GmbH ihren Beitrag zu teilen. Das tue ich hiermit gern.

Der Fall unseres Auszubildenden Anis

Gestern haben wir erfahren, dass unser Anis abgeschoben werden soll.

Wir sind total überrascht, fassungslos, traurig, wütend und ohnmächtig.

Leider hat uns Anis erst gestern, nachdem er in der 3. Instanz beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Karlsruhe, ohne Möglichkeit auf weitere Rechtsmittel, sein abschließendes Urteil erhalten hat, in das Verfahren mit einbezogen.

Warum? – Er wollte uns, als seinen Arbeitgeber, nicht mit seiner Geschichte und seinen Problemen belasten. Er dachte, er könne dies allein durchstehen, schließlich ist er ehrlich und vertraute auf den Rechtsstaat seiner neuen Heimat, der Bundesrepublik Deutschland.

Anis kam 2014 aus Pakistan nach Deutschland. Er flüchtete aus Pakistan, weil er einer kleinen muslimischen Glaubensgemeinschaft, den Ahmadiyya, angehört, die dort von fanatischen Sunniten ausgegrenzt, diskriminiert, verfolgt, gefoltert und auch getötet werden.

Um diesem Fanatismus zu entgehen und sein Leben zu schützen kam er nach Deutschland.

In der Flüchtlingsaufnahmestelle in Gießen wurde er registriert und hat auch dort seinen Asylantrag gestellt. Von Gießen wurde er in die Zentrale-Aufnahmestelle nach Karlsruhe geschickt und wurde danach in einer Gemeinschaftsunterkunft (Containerdorf) in Stutensee-Friedrichtal untergebracht.

Von Beginn an hat sich Anis um Integration und um ein neues Leben ohne Angst bemüht und selbst gekümmert.

Er hat an einem einjährigen Deutschkurs teilgenommen um seinen Hauptschulabschluss in Deutschland nachzuholen. Dieser Abschluss wurde im Juni 2017 mit sehr guten Noten in der Balthasar-Neumann-Schule in Bruchsal bestanden.

Im Anschluss hat sich Anis mit Hilfe des internationalen Bundes um einen Ausbildungsplatz gekümmert. Dabei hat er verschiedene Praktika absolviert um einen passenden Beruf für sich und sein neues Leben zu finden.

In der Zeit vom 03.07.2017 bis zum 07.07.2017 hat Anis ein Praktikum in unserer Werkstatt absolviert. Die Entscheidung ihm einen Ausbildungsplatz anzubieten, wurde bereits während des Praktikums getroffen, da er seine schnelle Auffassungsgabe und sein technisches Verständnis unter Beweis stellen konnte, obwohl seine Deutschkenntnisse noch sehr bescheiden waren. Dabei hat er sich im Auswahlverfahren gegen zwei Praktikanten ohne Migrationshintergrund durchgesetzt, weil schon während des Praktikums klar war, dass er unbedingt diesen Beruf erlernen will. Eine Eigenschaft, die wir für dieses Handwerk heute nur noch bei sehr wenigen Jugendlichen feststellen können.

Die Ausbildung begann am 01.09.2017 bei NFC Mahler hier bei uns in Stutensee.

Bereits zu Beginn der Ausbildung konnten wir feststellen, dass sich seine Fähigkeit zu kommunizieren seit dem Praktikum sehr stark verbessert hatte. Die Fortschritte waren in kurzen zeitlichen Abständen sehr deutlich erkennbar, was auch aus seinen Berufsschulzeugnissen deutlich hervor geht.

Anis hatte von Anfang an keinerlei Probleme, weder in der Berufsschule noch in unserem Betrieb. Seine Kollegen, seine Lehrer und seine Mitschüler schätzen und mögen ihn sehr. Von allen Seiten wird er als höflicher, vertrauenswürdiger, ehrlicher und zuvorkommender Kollege gesehen und ist bei allen sehr beliebt.

Anis kann von Beginn an fachliche Inhalte sehr schnell umsetzen und hat sich allen verschiedenen Umständen der Ausbildung angepasst. Es gab während der gesamten Ausbildungszeit noch nie einen Grund für Beanstandungen oder Kritik. Weder für seine Arbeiten, noch für sein Verhalten.

Im Gegenteil ist Anis immer pünktlich und hat bei Bedarf seinen regulären Feierabend nach hinten verschoben um unsere betrieblichen Interessen zu wahren. Auch die Bereitschaft, außerhalb der regulären Arbeitszeit für den Betrieb anwesend zu sein, beispielsweise bei Messen oder betrieblichen Veranstaltungen, war stets gegeben.

Obwohl sich Anis noch mitten in seiner Ausbildung befindet, hat er sich zu einem wichtigen und unverzichtbaren Mitarbeiter entwickelt. Dies geht soweit, dass wir als Unternehmen schon heute, 1,5 Jahre vor seinem Ausbildungsende, seine Weiterbeschäftigung nach Bestehen der Abschlussprüfung garantieren und auf seinen Verbleib bei uns hoffen.

Anis wohnt in Stutensee-Spöck in einer Wohngemeinschaft mit einem Mitbewohner.
Die Wohnung wird von beiden Bewohnern selbst finanziert.

Anis benötigt keinerlei staatliche Unterstützung und erhält schon lange keine Gelder mehr. Er steht mitten im Leben, er zahlt Steuern und ist ein Teil unserer Gemeinschaft, was für ihn höchste Priorität hat. Er wollte nie Almosen oder Irgendjemandem auf der Tasche liegen. Er will und wollte immer nur ein freies, selbstbestimmtes, ruhiges und sicheres Leben, ohne Angst, für das er selbst aufkommen will und kann! Dabei verfolgte er immer das Ziel einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung.

Dieses Ziel wollte er immer ehrlich, legal und mit Allem, was ihm möglich ist, erreichen.

Diese Motivation ist in allen Belangen seines Handelns deutlich spürbar und treibt ihn permanent an sein Bestes zu geben.

Im Hinblick auf den Fachkräftemangel in Deutschland hoffen wir noch immer, mit Anis einen tüchtigen Mitarbeiter auszubilden, der unseren Werkstattbetrieb viele Jahre unterstützen wird.

Am 14.08.2019 bekam Anis nun das Urteil übermittelt, dass er Deutschland bis Mitte September 2019 zu verlassen habe, da ihm sonst die Abschiebung droht. Wir sind entsetzt und fassungslos über dieses Urteil, da uns ein sehr fähiger, integrationswilliger Auszubildender weggenommen werden soll und wir dies nach der Begründung des Verwaltungsgerichtshofs nicht verhindern können.

Wir investieren sehr viel Mühe und Geld in die Ausbildung um allen Menschen, unabhängig von Herkunft und Religion, eine Chance für die Zukunft zu geben. Jetzt droht unserem mittlerweile besten und fähigsten Auszubildenden die Abschiebung!

Wir sind enttäuscht von der Begründung des Gerichts, die in keinem Wort das Verhalten, die Bemühungen, die fortgeschrittene Integration oder seinen festen Bestandteil in unserem Unternehmen erwähnt.

Dieses Urteil wollen, können und werden wir nicht einfach so hinnehmen.

Wir werden mit und um unseren Anis kämpfen!

In Deutschland werden gerade im Mittelstand dringend Fachkräfte benötigt, die Bereitschaft zum Arbeiten zeigen, um die anfallenden Arbeiten der Unternehmen zu bewältigen. Diese Eigenschaften bringt Anis in vollem Umfang mit.

Die jetzige Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist für uns völlig unverständlich! Man möchte die gewachsene Verbindung und das tolle Verhältnis zwischen Anis und uns auflösen.

Im Moment stehen wir relativ machtlos den Tatsachen gegenüber und müssen erdulden, was das deutsche Rechtssystem entscheidet, ohne die Hintergründe und Umstände dieses tollen Menschen und unseres Betriebes genauer zu betrachten.

Daher hoffen wir auf Hilfe, Ideen, mediale Unterstützung oder ein Wunder! Wer kann Anis und uns helfen?

Denn wie hat schon Berthold Brecht gesagt:

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

(Teilen erlaubt und erwünscht. Für Ideen gerne PN an uns! Danke an Alle, die uns unterstützen und mit uns kämpfen!)

https://www.nfc-mahler.de/

 


Brandenburg kann mehr als keinen Flughafen :-)