Archiv für die Kategorie ‘NaSoWas’

Thüringen hat gewählt

Wenn dieses Wahlergebnis eine Antwort sein soll, muss einer aber eine dumme Frage gestellt haben.

Es gibt aber keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.


POESIE: Wir waren heut…

Wir waren heut beim Inder

und aßen keine Rinder,

kein Lamm, nur Blumenkohl

da war uns wohl sehr wohl.

Wir sprachen über fremde Angst vor einer Ente,

die jemand hat, den die Ente beobachten könnte.

Gedichte sind nüchtern betrachtet bei Lichte,

immer schon bald nur Geschichte.

Den Tag der schlechten Poesie,

den feiern wir nie,

wir waren heut beim Inder…

Zum Tag der schlechten Poesie dichtete auch Miriam am WORTORT – aber zu gut…. KLICK


Gegen Gefühlsduselei: TL Absperrschranke 97

TL Absperrschranke 97

TL Aufstellvorrichtung

Type T2 Nr.5

Nr.s00038

B&F

Absturzsicherung

gemäß ZTV SA 97

(natürlich alles patentiert!)

Design-Patent

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Künstliche Intelligenz

E. über ihren Drucker: …er hat aus Anstand gezögert.


Wiedervereinigung

Für ein Frühstück in großer Gruppe kündigte M. an, Schokolade aus der DDR mitzubringen.

Die solle sie besser zu Hause lassen, meinte ich – wegen des hohen Alters. Oma-Schokolade…

M. brachte sie dennoch mit, manche Menschen verwirklichen ihre Vorhaben konsequent.

Die Schokolade war unerwartet lecker gut. Lecker, sagt K. sagt man nicht, das ist Westler-Sprache.

Manchmal bin ich da nicht so genau.

Später, lange nach dem Frühstück,  lief ein türkischer Gemüsehändler mit einem großen Karton durch die Straßen und verschenkte seine Früchte.

Bananen. Ich bekam auch zwei Stück. Eine habe ich bereits gegessen. Und so gab es eine unerwartete Wiedervereinigung: Ostschokolade und Westbanane (beide mit Migrationshintergrund) kuschelten in meinem Magen.

Das war keine Wiedervereinigung? Stimmt.

 


Drei Chinesen ohne Kontrabass

…standen mit Koffern auf der Straße und fragten mich was…

Sie fragten, wo Herr XYZ wohne, der hatte ihnen nämlich etwas vermietet. Leider war der gute Mann nicht zu finden und ans Telefon ging er auch nicht.

Es war viel zu heiß für solchen Stress.

Also lud ich sie erst einmal zu einem Tee ein. (Eine Flasche S. Pellegrino hatte ich auch noch.)

Morgen wollen sie weiter nach Hamburg – aber wo heute nächtigen?

Ich habe drei Dinge gelernt:

1.  Ich brauche eine weitere Schlafgelegenheit für Gäste

2. Berlin ist voller Touristen – selbst alle Hostels sind ausgebucht

3. Meine Englischkenntnisse sind ungenügend, aber ausreichend, um Chinesen zum Tee einzuladen.

Es fand sich dann doch ein Hostel mit 3 Betten in einem Schlafsaal.

Gute Nacht Amy, Andy und Tom!

(Die Auffassung, das Lied, auf das ich anspiele, sei rassistisch, teile ich nicht.)

Tom ist General Manager. So steht es auf seiner Visitenkarte.

www.huacomm.net

„Um die Gewohnheit und das Konzept des Lebens der Menschen zu ändern, befördern Sie die Entwicklung und den Fortschritt der Gesellschaft mit fortschrittlichen Technologien.“

 


Über die Macht der Vorstellung

Telefonat mit D.

Wir unterhalten uns darüber, was man einpackt, wenn man wegfährt. (Ich bin gerade beim Packen, als wir telefonieren.)

D.: In ein Auto kann man einfach alles so reinwerfen, was man dabei haben will…

Ich: Ja, aber das Problem ist, man kann trotzdem nicht alles mitnehmen.

D. lacht schallend, kann sich gar nicht beruhigen.

Warum lacht sie so, frage ich mich… Die Antwort liegt in der Macht der Vorstellung. Sie stellt sich gerade vor, dass ich jedes einzelne Zimmer meiner Wohnung an mein kleines Auto binde und hinterherziehe.

Und schon denke ich wieder: Stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin.


Nicht gut gemacht!

Jemand wollte gestern etwas gutmachen, hat das aber nicht gut gemacht. Im Gegenteil.

Dass man einen Rotweinfleck aus einem weißen T-Shirt nicht mit Tinte entfernen kann, sollte man eigentlich wissen. Zählt trotzdem der gute Wille?


Gern mit freundlichen Grüßen – aber die Grußformel zur Verabschiedung bitte ohne Komma!

Es gibt Dinge über die man sich nicht aufregen sollte, es aber es doch tut. So geht es mir mehrmals am Tag. Und zwar immer, wenn ich E-Mails von Menschen bekomme, die intelligent sind, die die deutsche Orthografie und Grammatik beherrschen und die aber doch den einen nervigen Fehler machen: Sie setzen ein Komma hinter die Grußformel.

Mit freundlichen Grüßen – dann ein KOMMA – Name.

Herzlich grüße ich aus XYZ – dann das KOMMA – Name.

Vielen Dank und bis bald – schon wieder ein Komma – Name.

Ich bin völlig unempfindlich gegenüber Tippfehlern, sonstigen orthografischen oder grammatikalischen Irrtümern, sie stören mich nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie in mir zugesendeten E-Mails enthalten sind. Selbst an die vielen Fehler in Zeitungen und in gesprochenen Kommentaren habe ich mich fast schon gewöhnt. Lediglich einmal tief durchatmen und schon habe ich den Fehler geschluckt und verdaut. Aber dieses Komma in der Abschlussformel regt mich auf. Ich stolpere, wenn ich das lese und schlage lang hin. Es schmerzt, alles schmerzt.

Meine Güte, denke ich, nun hat der 7 Jahre studiert, Germanistik und Philosophie, und jetzt das.  Sagt dem keiner, dass das falsch ist?

Dutzende E-Mails schreibt diese Frau täglich, denke ich, und bei jeder setzt sie ein Komma hinter die Grußformel, warum?

Warum setzen so viele Menschen hinter die Grußformel am Ende einer E-Mail oder am Ende eines Briefes ein Komma?

Weil die Engländer das so machen? Weil sie es so oft gelesen haben und jetzt denken, es sei richtig? Weil sie hoffen, dass aus dem Fehler eine Regel wird, wenn man ihn nur oft genug wiederholt?

Leider ist das Letztere nicht auszuschließen. Der Fehler ist viral, wie es heutzutage heißt. Er wirkt ansteckend und verbreitet sich in Windeseile.

Warum soll denn da kein Komma gesetzt werden? Weil es sich um zwei deutlich getrennte Teile handelt, „die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich herausgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind.“ (Duden)

Bitte helft mit, damit nicht zusammen wächst, was nicht zusammen gehört! Spart Euch das Komma.

Mit freundlichen Grüßen

M.

Übrigens: Ich mache auch viele Fehler.


Frühling im Winter

L.(6) zeige ich die Knospen an Sträuchern.

Da kommen dann die Blätter raus, erkläre ich ihr.

Ja, sagt sie, die werden geboren.