Archiv für die Kategorie ‘Deutschfibel’

Die Freude

Johann Wolfgang von Goethe

Die Freude

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon;
Bald dunkel und bald helle,
Wie der Chamäleon,
Bald rot und blau,
Bald blau und grün.
Oh dass ich in der Nähe
Doch ihre Farben sähe!

Sie schwirrt und schwebet, rastet nie.
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab´ ich sie! Da hab´ich sie!
Und nun betracht´ich sie genau,
Und seh´ ein traurig dunkles Blau –

So geht es Dir, Zergliedrer Deiner Freuden!

Libelle

Libelle

 

Libelle-Flügellahm

Libelle-Flügellahm

Libelle - blau

Libelle – blau

Libelle-braun

Libelle-braun

Libelle-rot

Libelle-rot

Zweisamkeit

Zweisamkeit


Signale

Heute feiern die Christen die Auferstehung Jesu.

Es waren Menschen, die zugesehen haben, wie er litt und starb.

Nur wenige Getreue standen ihm bei, als er noch lebte und sich für die Unterdrückten und Malträtierten einsetzte.

Und daran hat sich seither nichts geändert:  Die meisten Unterdrückten und Malträtierten stehen sich selbst nicht genügend bei.

Jesus hat einen 1 €-Job und bekommt Hartz 4.

Jesus hungert mit 524 Millionen Menschen in Asien,  206 Millionen in Afrika, 52 Millionen Menschen in Lateinamerika und Millionen anderen Menschen beinahe überall auf der Erde.

Jesus verhungert jedes Jahr – wie 8,8 Millionen andere Menschen.

Jesus wird  „aus Versehen“  in Afghanistan erschossen.

Jesus wird gedemütigt, gefoltert und ermordet.

Jesus stirbt  im Bombenhagel.

Jesus wird von Minen zerfetzt.

Jesus steht auf dem Dach eines Hochhauses…

Es wird Zeit, dass die Völker die Signale hören.

http://www.youtube.com/watch?v=bSw0DBT8SkU&feature=related

Die Sprache verloren…

Die Mutter schrie:  „Hast du die Sprache verloren?“.

Das Kind nickte.


Zu uns sind alle gemein!

Keiner hat uns richtig lieb. Nur die Bulgaren. Und die Schweiz ein ganz bissel. Alle anderen sind gemein zu uns. Dabei haben wir so gut gesungen. Mehr als die Hälfte der Töne haben wir getroffen!

https://www.youtube.com/watch?v=vPRpkAlLegY

 


Die Sprache der Mülltonnen

Wussten Sie schon, dass Mülltonnen reden? Nein? Doch, glauben Sie mir. Sie erzählen eine Menge. Man muss nur zuhören! Viele Mülltonnen schreien nach Aufmerksamkeit – mit geöffnetem Maul. Wir haben versucht, ihnen das Maul zu stopfen, aber oft hängt unser Müll  ihnen zu Halse heraus und glotzt uns an. Wären die Mülltonnen nicht, würden wir uns selbst anstinken. So stinken nur die Mülltonnen, wenn sie nicht abgeholt werden.

Wenn man hineinblickt, in ihre Bäuche, dann sieht man, wie gelebt wird in ihrer Umgebung. Ob die Nachbarn arm oder reich sind – oder ob reiche Nachbarn dicht neben armen leben. Mülltonnen leben von alten Kontoauszüge und kaputten Socken, leeren Milchtüten und vollem Katzenstreu, Zwiebelschalen und Hühnerknochen. Was für uns nicht mehr taugt, ist für sie gut genug.

Nun ja, meinen Sie, aber reden würden die Mülltonne doch nicht. Doch, sie haben nur eine sehr eigene Sprache. Sie sprechen, wenn wir ihnen tief in die Augen schauen und zuhören wollen, dann erzählen sie lange und kurze Geschichten. Die Sprache der Mülltonnen ist gegenständlich. 


Die Biografische Bibliothek

Hätte ich gewusst, dass ich hier Werbung machen will für einen Buchladen, dann hätte ich ein Foto von Katinka und ihrem Laden gemacht. Aber ich bin nach einem und einem zweiten Blick in das Schaufenster weiter gegangen, denn unser Ziel war die Galerie Olga Benario nebenan. Deshalb gibt es kein Foto von Katinka und ihrem Geschäft mit den vielen Büchern, in dem ich gern nach dem einen oder anderen Tagebuch geschaut hätte. Tagebücher erzählen oft mit einer spannenden Mischung aus Verdrängung und Erklärung vom wirklichen Leben. Vom wirklichen Leben erzählen auch Biografien, Memoiren… Auch Briefe, die Briefe Rosa Luxemburgs aus dem Gefängnis, ich hätte sie bestimmt gefunden im Laden und vielleicht auch die eine oder andere spannende Biografie…

Katinka, die Inhaberin des spannenden Buchladens, haben wir dann nebenan in der Galerie kennengelernt. Einige spannende Bücher, die sie verkauft, kann man per Internet erwerben – dazu muss man nur auf die Webseite der BIOGRAFISCHEN BIBLIOTHEK gehen und zum Beispiel Amazon anklicken…

Man kann aber auch in der Richardstraße 104 im Laden selbst „schnüffeln“ (was ich bestimmt bald nachhole) und dort den einen oder anderen Schatz aussuchen, das spart Versandkosten…

Wenn man zu den ganz gewieften Leuten gehört und noch mehr auf einen Schlag will, dann geht man dort am Freitag, dem 30. Mai vorbei – bis um 19.00 Uhr hat der Buchladen geöffnet – und gleich nebenan gibt es um 19.30 Uhr eine biografische Lesung

Mittwochs hat der Buchladen leider zu – aber in der Galerie Olga Benario nebenan liest am 28.5. um 20.00 Uhr Annett Gröschner: „Ein Koffer aus Eselshaut“ über Peter Jung (Sohn von Franz Jung, Torpedokäfer) – auch ein guter Grund, um sich auf den Weg in die Richardstraße zu machen.

Die Biografische Bibliothek   – Berlin – Neukölln – Richardstraße 104…


Döner für Intellektuelle…

Dieser Döner kostet nichts, die Beilagen sind variabel – was will der Mensch mehr? Viel Vergnügen!

KLICK


Unterwegs

Unterwegs trafen wir diesen Hund, der war auch unterwegs…

[mygal=unterwegshund]

 


Hehl – kein Geheimnis mehr!

Gute Recherche zahlt sich aus. Man lernt dazu und kann anschließend dafür sorgen, dass andere Menschen auch dazu lernen. Wenn man die viele Recherchezeit dann noch bezahlt bekäme, wäre das super. Aber okay, ich habe ja eine soziale Ader. Ich erzähle jetzt auch keine Märchen. Verweise aber trotzdem auf GRIMM und Wiktionary.

Also: Hehl heißt Geheimnis, Verschleierung. Es ist ein Singularium, das bedeutet. dass es keinen Plural gibt. Wiktionary geht übrigens davon aus, dass es DER Hehl heißt… (ZU HEHL BEI WIKTIONARY-KLICK!)

Spannend wird es so richtig bei den Brüdern Grimm, der Jacob und der Wilhelm müssen sich für uns tausend Beine ausgerissen haben, damit wir die eigene deutsche Sprache verstehen und ihre Wurzeln erkennen können.

HEHL, früheres zu einem subst. masc. und neutr. gewordenes adjectiv, verborgen, geheim; mhd. hæle, dem ein fem. hæle verheimlichung zur seite steht (LEXER mhd. wb. 1, 1148). das wort ist eine intensivbildung zur wurzel hal, mhd. hëln verhehlen, verbergen, in dem frühere reduplication sich in eine einfache länge zusammengezogen hat (hæle entspringt aus altem hahali, wie mhd. mære berühmt aus altem mamari, lat. memor); die schon seit der mhd. periode fast ausschlieszlich erfolgte formelhafte verwendung untergräbt den freieren adjectivischen gebrauch und formt das wort zum subst. um, doch nicht ohne dasz adjectivische verwendung in recht sinnlicher bedeutung daneben mundartlich fortdauere: hal, subobscurus ALB.; in der Schweiz hähl, hehl, hel umwölkt, bedeckt STALDER 2, 11; occultus haal DIEFENB. 392a (niederd. 15. jahrh.).
    Die formeln, in denen hehl im nhd. erscheint, sind:     

1)  in den ältern quellen unpersönlich mich hat ein ding, etwas hehl, ich verhehle, verheimliche es (vgl. mich hat fremd, mich hat unbillich unter haben sp. 58): so wil ich auch sampt den meinen nicht feiren mit beten und flehen zu gott …. und unser gebet sol uns nicht heel haben, wollens anzeigen öffentlich. LUTHER 5, 276a; fur einem frembden thu nicht, das dich heel hat, denn du weiszest nicht, was draus komen möcht. Sir. 8, 21; was dich heel hat, das schreibe nicht. M. NEANDER sylloge locutionum s. 6. dieser fügung gegenüber fehlen für das fortleben des mhd. mich hât hæle eines dinges (LEXER a. a. o.) alle belege.

2)  ebenso mich nimmt hehl:

der wirt sprach aber wider zim:
nimts iuch niht hæl, gern ich vernim
waჳ ir kumbers unde sünden hat.
         Parz. 467, 20;

vertraw unter tauset kaum eim,
was dich hel nimpt, behalt in gheim.
         TH. BIRK doppelspiler 51.

 

3)  aus der vorwiegend negativen verwendung der formel 1 entspringt die substantive stellung von hehl, in dem die einfache negation nicht durch kein ersetzt wird: wie sie im sinn haben, die lutherischen mit gewalt zu dempfen, wo sie es nur thun köndten, und das hat sie auch kein heel. LUTHER 5, 304b; das habe ich gern nachgelassen und hat mich kein hehl,

 

Bd. 10, Sp. 786

dasz ein fürst und regent sei eine weltliche person. tischr. 393b; ir wesen hat sie kein heel, und rhümen ire sünde, wie die zu Sodom, und verbergen sie nicht. Jes. 3, 9; ir wesen hat sie kein heel. saufteufel (1552) A 2b. hierbei ist hehl als masc. gedacht: es hat mich keinen häl, libere profiteor, confiteor, pro mysterio non habeo, non diffiteor. STIELER 734.

 

4)  dem unpersönlichen gebrauche steht für die neuere zeit als gewöhnlicher die persönliche fügung ich habe einer sache oder ich habe es (dessen) nicht hehl gegenüber, eine fügung für die es schon frühe beispiele gibt (aufgezählt theil 3, 1128; vergl. auch gramm. 4, 247): die laster, die ihrer gar nicht hehl haben. KANT 6, 194. in prägnant adjectivischer stellung, mit accusativ anstatt des genitivs: man kan nichts häl vor ihm haben, nihil potest clam illum haberi. STIELER 734; ich … werde unsere freundschaft nie hehl haben. NIEBUHR leben 2, 21.

 

5)  auch hier ist der substantive gebrauch von hehl bevorzugt; und zwar erscheint hehl

 

a)  in der mehrzahl der fälle als neutrum: und welche ungerechtigkeit würde es auch nicht gewesen sein, wenn man die guten ehrlichen knechte, die es kein hehl hatten, wie in ihren schriften und sonst offenbar am tage lag, so hätte verstoszen wollen. KLOPSTOCK 12, 19; was sollen wir es hehl haben, dasz die meisten der groszen Altfranken sind; sie haben es ja selbst kein hehl. s. 170; Klärchen hatte es kein hehl, dasz sie den kniegürtel der jungfrau schon als ein stück ihrer toilette betrachtete. THÜMMEL 3, 282; wenn ich dessen kein hehl habe. HOLTEI Lammfell 11.

 

b)  weniger oft als masc.: ich habe des keinen hehl. JACOBI Woldemar 32; ich habe meiner reue keinen hehl. GOTTER 3, 407;

gehorsam jeglichem befehl,
und seinem eigensinn,
hab ichs sonst aber keinen hehl,
dasz ich ihm böse bin.
         GLEIM 4, 217;

er hat es keinen hehl, dasz wir um seinetwillen
hieher berufen sind.
         SCHILLER Piccol. 5, 1.

6)  neu ist die fügung aus etwas kein hehl machen: er macht aus seiner abneigung gegen die liberalen grundsätze gar kein hehl; ich mache gar kein hehl daraus, dasz ich ihn nicht leiden mag; die hofdienerschaft machte gar kein hehl daraus, dasz im falle des … sieges Nassau sich auf dem rechten Rheinufer abwärts bis nach Deutz ausdehnen werde. BRAUN bilder aus d. deutschen kleinstaaterei 2 (1869) s. 242.

 

7)  die unter 5 und 6 aufgezählten beispiele lassen erkennen, wie hehl auch zu freierer substantiver verwendung in der bedeutung verheimlichung, heimlichkeit gelangen konnte: äuszerungen, wobei kein hehl und nichts arges ist. KANT 10, 122;

und wo dein (des weines) reiner nektar flieszt,
da schwindet arg und hehl und list.
         BLUMAUER 1, 34.

 

in Basel wird rücksichtlich der verhandlungen in geheimer sitzung des rats hehl geboten, verschwiegenheit auferlegt; ähnlich niederdeutsch in dem hâle wesen, im geheimnis sein, in hâle im geheimen, auch in officieller sprache. vergl. unten hehlen 2, a.

 

8)  die mhd. formel sunder hæle, in der hæle gewöhnlich, aber wol zu unrecht, als substantives fem. aufgefaszt wird, ist auch nhd. noch gebraucht:

geselle, ich sag dir sunder hêl,
vür die wârheit daჳ vernim.
         Helbling 8, 102;

swie ofte dû die sünde tuost,
als ofte dû sie büeჳen muost,
hie mit dem lîbe sunder hêl
oder dort an der sêl.
         9, 17;

 

ich bit dich pilger sag mir on häle warumb hastu mich als fast angesehen. Aimon bog. r 1.

9)  woher kommt es, dasz es jetzo so kunter bunt, über hel und bel in der welt .. hergehet? Rein. Fuchs (Rostock 1650) 414. wenn in dieser, sonst nicht weiter zu belegenden redensart hel hierher gehört, so würde der gegensatz bel zu bellen schreien, lärmen (1, 1452) fallen und die formel das verborgene und laut verkündete betonen.

10)  ab von hehl steht der bedeutung wie höchst wahrscheinlich auch dem ursprunge nach das adj. hahl, hähl, auch hehl, hel geschrieben, über das sp. 158 zu vergleichen.

 
  HEHLEN, verb. occultare. 1)  formelles. die alten dialecte haben in häufiger verwendung ein starkes verbum, ahd. hëlan, praet. hal, part. holan, mhd. hëln, praet. hal, part. geholn, alts. ags. helan, fries. hela, urverwandt dem lat. occulere, celare, griech. καλυπτειν; daneben erscheint weniger oft belegt auch eine schwache bildung, ahd. haljan heljan velare, tegere, biheljan velare, munire, mhd. entheln, aus        

Bd. 10, Sp. 787

der verborgenheit nehmen, verheln verbergen, alts. ags. behelian velare, occultare. das im 13. jahrh. noch häufige starke hëln wird nach dieser zeit in seiner einfachen form (nicht in der zusammensetzung verhëln, nhd. verhehlen, die bis heute häufig angewendet ist und nach ihrem übertritt in die schwache conjugation sich doch das part. verhohlen als adj. gerettet hat) selten, und es ist wahrscheinlich, dasz mit dem zurückdringen des wortes auch die starken conjugalionsformen in vergessenheit, die schwachen in allgemeine verwendung kommen (ein praes. helet aus dem 15. jahrh. s. unten). wie lange neben den letzteren starke formen sich noch halten, kann durch belege nicht dargethan werden; mundartlich geht noch jetzt in Düringen ein starkes praes. hielt in der reimenden formel: wer hielt, der stielt. grammatiker und wörterbücher des 16. 17. jahrh. führen kein praet. hal, part. geholen mehr auf; STIELER 733, der das einfache verbum überhaupt als seltenes gibt, schreibt hälen, gehälet.

 

2)  bedeutung. occulere helen, occultare helen DIEF. 392a; celare helen, hellen, heln 110a; velare decken i. helen, heln, heylen 609a; hehlen, hälen, helen celare, dissimulare SCHOTTEL 1335; hehlen occultare HEDERICH 1234; nl. helen celare, occultare, tacere, silere KILIAN; in mehrfachem gebrauche.

 

a)  verheimlichen, verbergen, in bezug auf ein wissen, eine erfahrung; mit dem acc. der sache: helen daჳ wir czu rechte helen sullen und melden daჳ wir czu rechte melden sullen. eid der ratsmitglieder in Nordhausen (15. jahrh.), in den neuen mittheil. des dür.-sächs. vereins 3, 4, 47; den rath (ratsverhandlung) hälen als wir zu recht sollen. HALTAUS 872 (aus Erfurt); der ding weiჳ oder mit helet. Magdeb. blume 2, 3, 71. auch mit dativ der person oder entsprechender praepositionaler fügung: ich kann es dir nicht hehlen, ich kann es vor dir nicht hehlen; ich kan auch e. k. f. g. nicht hehlen, das mir viel genanter d. Eck … ketzerische bücher allegirt. LUTHER 1, 148b;

wer bürgt uns
dafür, dasz wir nicht opfer der beschlüsse sind,
die man vor uns zu hehlen nöthig achtet?
         SCHILLER Wallensteins tod 1, 5;

 

in bezug auf empfindungen:

sie sprach: gesell ich kan
mein lieb nit lenger helen.
         Zimm. chron. 4, 321, 1;

ach, ’s ist doch hart, so einsam sein,
des lebens lust, des lebens pein
im eignen busen hehlen.
         SIEGFRIED SCHMIDT in Schillers musenalm. 1798 s. 31;

hehlen intransitiv: sollte ich damit zurückhalten und hehlen? CLAUDIUS 7, IV.

b)  verheimlichen, verbergen, in bezug auf eine sache oder eine person: eine gestohlene sache bei sich hehlen; diebe, räuber hehlen; einen bei sich hehlen, occultare aliquem apud se. HEDERICH 1234. s. hehler.

Und hier der Link zu dieser wunderbaren Quelle: KLICK

Aber man findet natürlich noch mehr, wenn man etwas sucht. Da gibt es ja noch das moderne, digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhundert.

„Hehl, das auch der /meist in der festen Verbindung/ kein(en) H. aus etw. machen etw. nicht verheimlichen, nicht verbergen: er machte aus seinen Absichten, seiner Einstellung, Freude, seinem Fehler kein(en) H.; Mein Chef machte kein Hehl daraus, daß ihm die Amerikaner Aufträge gaben Seghers Erster Schritt 114; veralt. ohne H. (ohne Verheimlichung, offen) sprechen

Copyright © 2003 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften“ – KLICK

Auch bei canoonet findet man HEHL – KLICK – und gelangt von dort auch zu jener Seite, die einen Satz zitiert in dem Chaplin, der Kommunismus und Hehl gleichzeitig vorkommen: „“Während seiner Zeit in den USA (1910-1952) machte Chaplin nie einen Hehl daraus, dass er den Kommunismus nicht so schlecht finde, wie ihn die Amerikaner immer hinstellen. Dies war natürlich zur damaligen Zeit das Salz in der Wunde für die USA“   (KLICK)

Und dann gibt es noch die Uni-Leipzig, bei der man etwas über HEHL findet – Klick

Ich mache keinen Hehl daraus, es hat Spaß gemacht, nach dem HEHL zu suchen…


Gesucht wird: Hehl!

Endlich habe ich mich doch entschlossen: Seit heute gehöre ich zur großen Skype-Gemeinde. Und kaum war ich da, schon wollte Sabrina von mir wissen, was denn das ist: HEHL. Natürlich hatte ich die vier Buchstaben in Windeseile in das Googlesuchfenster getippt und stieß auf „wer weiß was“ und die große und wichtige Frage, ob es das oder der Hehl heißen müsse? Man einigte sich im Onlineportal darauf, dass beides erlaubt sei, man könne also ebenso sagen „kein Hehl aus etwas machen“ wie „keinen Hehl aus etwas machen“. Nähere Erläuterungen zum Wort waren aber nicht zu finden. (Ich will allerdings nicht verhehlen, wo ich fand, was ich fand, hier ist also der LINK: http://www.wer-weiss-was.de/theme143/article2746173.html)

Skype ist witzig. Mir gefällt es, Menschen, die ich gern hab, nahe zu sein, obwohl sie weit weg sind. Beschäftigt mit den alltäglichen Arbeiten am Rechner, kann man zwischendurch ein Lächeln, einen Satz – ein Gefühlsbildchen zum anderen schicken. Gespräche rund um die Welt führen zu können, zu zweit, zu dritt oder viert, das ist schon toll. Da mache ich gar keinen Hehl draus.

Nun weiß man ja aus dem Alltagsgebrauch um die Bedeutung der Wendung. Kein Hehl aus etwas machen, heißt, etwas nicht zu verheimlichen. Die Verwandtschaft zum Hehler, der gestohlenes Gut veräußert oder verbirgt, liegt ganz nahe. Der Hehler (von dem man weiß, dass er nicht bessser ist als der Stehler) ist auch Bestandteil der Oeconomischen Encyclopädie (1773 – 1858) von J. G. Krünitz.

Hehler , im Nieders. Holker, im Dän. Häler, im Schwed. Haelare, im Wallis. Celewr, L. Celator, eine Person, welche eine strafbare Sache, besonders eine gestohlene <22, 710> Sache, geflissentlich verhehlet. Der Hehler ist so gut, wie der Stehler.

Verhehlen, ein regelmäßiges transitives Zeitwort, welches gleichbedeutend ist mit verbergen, verheimlichen, verschweigen. Im Mittelalter nannte man das Fest der Empfängniß Mariä: unser Frauentag der Verhohlenen. Diese unregelmäßige Form verhohlen als Perfectum und Participium ist jetzt nicht mehr gebräuchlich und kommt nur in dem Negativum unverhohlen vor; aber noch Luther hat in der Bibelübersetzung in der Stelle aus Hiob Cap. 28, Vers 21, gesagt: Die Wahrheit ist verhohlen vor den Augen der Lebendigen, und Reinmar der Alte, ein Dichter des Mittelalters, singt von seiner Geliebten:        

 

Die nahe in minem herzen lit
verholene nu vil manigen tac.

Wenn man das Wort verhehlen braucht, so geschieht es immer mit der Nebenbedeutung, daß verhehlen etwas Gesetzwidriges oder Pflichtwidriges sei, daß man z. B. Sachen verberge, die Jemandem entwendet sind, oder eine That verschweigt, welche eine unerlaubt war. Im Altdeutschen schon bei Kero heißt das Wort farhelan, bei Otfried fürhelan, bei Willran verhelan; alle diese Schriftsteller gebrauchen es in der ersteren weiteren Bedeutung des Verbergens, eben so wie das einfache Stammwort helan, weshalb es auch im mittelalterlichen Latein foris celare, d. h. vor der Oeffentlichkeit verbergen, übersetzt wurde. Das einfache sowohl, als das zusammengesetzte Hehlen und Verhehlen werden im Altdeutschen unregelmäßig conjugirt; das Imperfectum heißt ich hahl, auch wohl ich hohl, und daher auch das Participium verhohlt oder verhohlen.

Erstaunlich, was man so alles im Internet finden kann, auch vieles Alte ist inzwischen online verfügbar!

Skype. Während unseres Chats benutzte Sabrina Emotions (solche kleinen Smilies oder Figürchen), die meine Liste nicht enthielt. Zum Beispiel ein Eichhörnchen. Sie erklärte mir, dass ich ein bestimmtes Wort in Klammern setzen müsse, dann erschiene das Eichhörnchen. So war es auch. Ich erinnerte mich an eine andere Chatplattform und tippte „beer“ in die Klammer…

Sabrina staunte vielleicht, dass ich so schnell an die geheimen Zeichen gelangte. Ich schickte ihr dann noch einen Link zu einer Liste und gab an: „Recherche, da bin ich beinahe unschlagbar…“

„Na prima“, antwortete Sabrina: „Und was ist nun Hehl? Recherchier mal…“ 

Man soll eben nicht angeben. :-).

Was HEHL ist, erfährt der Leser hier! Aber erst morgen…

Kommentare und Erklärungen erlaubt :-)!