Archiv für die Kategorie ‘Deutschfibel’

Samuel statt Siegfried

Manchmal buchstabieren wir ja noch. Und ganz häufig habe ich für das S den Siegfried  benutzt. Das war falsch. In der offiziellen deutschen Buchstabiertafel heißt es: Samuel. Der Siegfried hat sich nur eingebürgert. Ich bürgere ihn wieder aus, setze ihn vor die Tür, jedenfalls was meinen Kopf betrifft. Soll er friedlich das Unkraut besiegen im Schrebergarten zum Beispiel.

 

Ab sofort buchstabiere ich richtig: S wie Samuel.

Brief-Schliemann

Samuel


Wie köstlich doch die deutsche Sprache ist

Wir redeten über allerlei Speisen – über ganz normale Kost und die an Festtagen, die köstliche.

Die kostet mehr – Aufwand und Geld, meistens jedenfalls. Kosten. Aber auch – kosten – probieren. 

Köstlich kann auch ganz etwas anderes sein. Wir können uns köstlich amüsieren. Beköstigen, kostbare Zeit…

Wer diese Sprache nicht gern hat, der ist eben ein Kostverächter.


Nicht mein Tag und unmöglich

Was bedeutet „nicht mein Tag“, fragt Z.

Wie kommst Du denn darauf, frage ich zurück.

Hast Du gesagt.

Dann fällt es mir ein, es stimmt, ich habe das gesagt, zwei Stunden vorher und längst habe ich das vergessen und mich mit dem Tag versöhnt.

Sprache, die man erklärt, die lernt man neu kennen.

Wir sammeln Un-Wörter.

Möglich – unmöglich, wichtig und unwichtig, pünktlich und unpünktlich…  Es gibt viele!

Zum Abschied küsst der Regen die Blätter, dann klettert er den Regenbogen hoch – die Sonne ist durstig. Sogar das goldene Herbstlicht kommt für wenige Augenblicke zu Besuch.

Regenbogen

Regenbogen


Die Freude

Johann Wolfgang von Goethe

Die Freude

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon;
Bald dunkel und bald helle,
Wie der Chamäleon,
Bald rot und blau,
Bald blau und grün.
Oh dass ich in der Nähe
Doch ihre Farben sähe!

Sie schwirrt und schwebet, rastet nie.
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab´ ich sie! Da hab´ich sie!
Und nun betracht´ich sie genau,
Und seh´ ein traurig dunkles Blau –

So geht es Dir, Zergliedrer Deiner Freuden!

Libelle

Libelle

 

Libelle-Flügellahm

Libelle-Flügellahm

Libelle - blau

Libelle – blau

Libelle-braun

Libelle-braun

Libelle-rot

Libelle-rot

Zweisamkeit

Zweisamkeit


Signale

Heute feiern die Christen die Auferstehung Jesu.

Es waren Menschen, die zugesehen haben, wie er litt und starb.

Nur wenige Getreue standen ihm bei, als er noch lebte und sich für die Unterdrückten und Malträtierten einsetzte.

Und daran hat sich seither nichts geändert:  Die meisten Unterdrückten und Malträtierten stehen sich selbst nicht genügend bei.

Jesus hat einen 1 €-Job und bekommt Hartz 4.

Jesus hungert mit 524 Millionen Menschen in Asien,  206 Millionen in Afrika, 52 Millionen Menschen in Lateinamerika und Millionen anderen Menschen beinahe überall auf der Erde.

Jesus verhungert jedes Jahr – wie 8,8 Millionen andere Menschen.

Jesus wird  „aus Versehen“  in Afghanistan erschossen.

Jesus wird gedemütigt, gefoltert und ermordet.

Jesus stirbt  im Bombenhagel.

Jesus wird von Minen zerfetzt.

Jesus steht auf dem Dach eines Hochhauses…

Es wird Zeit, dass die Völker die Signale hören.

http://www.youtube.com/watch?v=bSw0DBT8SkU&feature=related

Die Sprache verloren…

Die Mutter schrie:  „Hast du die Sprache verloren?“.

Das Kind nickte.


Zu uns sind alle gemein!

Keiner hat uns richtig lieb. Nur die Bulgaren. Und die Schweiz ein ganz bissel. Alle anderen sind gemein zu uns. Dabei haben wir so gut gesungen. Mehr als die Hälfte der Töne haben wir getroffen!

https://www.youtube.com/watch?v=vPRpkAlLegY

 


Die Sprache der Mülltonnen

Wussten Sie schon, dass Mülltonnen reden? Nein? Doch, glauben Sie mir. Sie erzählen eine Menge. Man muss nur zuhören! Viele Mülltonnen schreien nach Aufmerksamkeit – mit geöffnetem Maul. Wir haben versucht, ihnen das Maul zu stopfen, aber oft hängt unser Müll  ihnen zu Halse heraus und glotzt uns an. Wären die Mülltonnen nicht, würden wir uns selbst anstinken. So stinken nur die Mülltonnen, wenn sie nicht abgeholt werden.

Wenn man hineinblickt, in ihre Bäuche, dann sieht man, wie gelebt wird in ihrer Umgebung. Ob die Nachbarn arm oder reich sind – oder ob reiche Nachbarn dicht neben armen leben. Mülltonnen leben von alten Kontoauszüge und kaputten Socken, leeren Milchtüten und vollem Katzenstreu, Zwiebelschalen und Hühnerknochen. Was für uns nicht mehr taugt, ist für sie gut genug.

Nun ja, meinen Sie, aber reden würden die Mülltonne doch nicht. Doch, sie haben nur eine sehr eigene Sprache. Sie sprechen, wenn wir ihnen tief in die Augen schauen und zuhören wollen, dann erzählen sie lange und kurze Geschichten. Die Sprache der Mülltonnen ist gegenständlich. 


Die Biografische Bibliothek

Hätte ich gewusst, dass ich hier Werbung machen will für einen Buchladen, dann hätte ich ein Foto von Katinka und ihrem Laden gemacht. Aber ich bin nach einem und einem zweiten Blick in das Schaufenster weiter gegangen, denn unser Ziel war die Galerie Olga Benario nebenan. Deshalb gibt es kein Foto von Katinka und ihrem Geschäft mit den vielen Büchern, in dem ich gern nach dem einen oder anderen Tagebuch geschaut hätte. Tagebücher erzählen oft mit einer spannenden Mischung aus Verdrängung und Erklärung vom wirklichen Leben. Vom wirklichen Leben erzählen auch Biografien, Memoiren… Auch Briefe, die Briefe Rosa Luxemburgs aus dem Gefängnis, ich hätte sie bestimmt gefunden im Laden und vielleicht auch die eine oder andere spannende Biografie…

Katinka, die Inhaberin des spannenden Buchladens, haben wir dann nebenan in der Galerie kennengelernt. Einige spannende Bücher, die sie verkauft, kann man per Internet erwerben – dazu muss man nur auf die Webseite der BIOGRAFISCHEN BIBLIOTHEK gehen und zum Beispiel Amazon anklicken…

Man kann aber auch in der Richardstraße 104 im Laden selbst „schnüffeln“ (was ich bestimmt bald nachhole) und dort den einen oder anderen Schatz aussuchen, das spart Versandkosten…

Wenn man zu den ganz gewieften Leuten gehört und noch mehr auf einen Schlag will, dann geht man dort am Freitag, dem 30. Mai vorbei – bis um 19.00 Uhr hat der Buchladen geöffnet – und gleich nebenan gibt es um 19.30 Uhr eine biografische Lesung

Mittwochs hat der Buchladen leider zu – aber in der Galerie Olga Benario nebenan liest am 28.5. um 20.00 Uhr Annett Gröschner: „Ein Koffer aus Eselshaut“ über Peter Jung (Sohn von Franz Jung, Torpedokäfer) – auch ein guter Grund, um sich auf den Weg in die Richardstraße zu machen.

Die Biografische Bibliothek   – Berlin – Neukölln – Richardstraße 104…


Döner für Intellektuelle…

Dieser Döner kostet nichts, die Beilagen sind variabel – was will der Mensch mehr? Viel Vergnügen!

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