Nur krasser…

Im Moment sind „nur-krasser“-Sprüche große Mode.

Rausgehen ist wie Fenster aufmachen, nur krasser.

Denken ist wie googeln, nur krasser.

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Lieben ist wie hassen, nur krasser.

So, und jetzt füge ich mal einen ohne Verben hinzu, mal sehen, ob er die Runde macht:

ZUKUNFT IST WIE GEGENWART, NUR KRASSER.


Und da streben sie dem Meer zu… …und rennen… mit ausgebreiteten Armen

Die Sehnsucht nach dem Meer ist groß – auch bei den Kleinsten, hörte ich neulich. Naja, ziemlich klein bin ich ja…

Ostsee

Sehnsucht nach mehr Meer…


Das alte Haus

Das alte Haus

Das alte Haus

Auch Häuser werden älter. Dieses ist alt geworden, aber trotzdem schön. Und es hat eine Zukunft.


Am Tag der Störche

Am Tag der Störche,

– es sind mindestens viele –

versammeln sich die schönsten Stare

auf der hohe Birke im Dorf

und tanzen auf biegsamen Zweigen

singend im zarten Wind.

Eifrig schicken sie ihre Tondusche

 nach unten zu mir,

laut und stark und hell.

Viel später in Berlin

der Ruf der Mauersegler.

Ich atme auf,

sie sind noch da.

Wir sind zu Hause

und es ist Sommer.

Alles gut.

Stare auf der Birke


Reisevorbereitungen oder Putzsucht?

Störche im Nest beim Putzen

Störche im Nest beim Putzen

Störche im Nest

Putzen ist Storchenpflicht!


Notiz vom Ende der Welt

Schloss-im-Auto

Sicherheitshalber schon mal eingepackt…


Das Ende der Welt ist gar nicht so weit, man muss nur hinfahren. Es ist dort schön. Fotos kann ich nicht liefern, es gibt kein Internet, weil der Blitz eingeschlagen hat.


Hilfe zur Selbsthilfe – kein Allheilmittel

Einer Mutter wurden ihre beiden Kinder im Rahmen einer Inobhutnahme durch das Jugendamt „weggenommen“.  Jetzt leben sie in einer Pflegefamilie. Obwohl die Mutter, ich nenne sie hier mal Manuela, ihre Kinder liebt, ist sie nicht in der Lage, ausreichend für sie zu sorgen und für sie da zu sein. Man wollte  Manuela immer dazu „befähigen“, auch schon, vor 19 Jahren, als sie ihr erstes Kind (Jenny) bekam. Nur hat das nicht geklappt. Jenny wuchs im Wesentlichen nicht bei ihr auf und das war gut so – für Jenny. Für die Mutter, Manuela, nicht. Die war allein und wollte es aber doch nicht allein sein. Mit wechselnden Partnern und vom Jugenamt betreut und beobachtet schleppte sie sich durchs Leben und durchs Land. Mal war das Jugenamt gut, dann wieder nicht so gut, die Verbindung zu Jenny riss zwar nie ab, es war aber auch nie eine wirkliche Mutter-Kind-Beziehung. Jenny, lebte meist beim Pflegevater der Mutter. Der hatte auch schon Manuela großgezogen. Denn die Mutter der Mutter, also die Mutter von Manuela, war – wie man es in der DDR nannte – erziehungsuntüchtig. Sie hatte eine starke geistige Behinderung und wusste nicht, was sie mit ihren Kindern, die sie durchaus liebte, anderes tun sollte, als den ganzen Tag mit ihnen im Bett zuverbringen.

Die Vermutung, man könne jeden Menschen zu allem befähigen, wenn man ihm nur die richtige Hilfe leistet, ist falsch.

Manchmal muss man bestimmte Hilfe dauerhaft (sogar über Generationen hinweg) leisten, wenn die gutgemeinte, gut bezahlte oder teuer verordnete Hilfe zur Selbsthilfe den Hilfsbedürftigen nicht wirklich ausreichend befähigt, nicht befähigen kann, weil ihm geistige, psychische oder körperliche Voraussetzungen fehlen. Das klingt wie eine Binsenweisheit, ist aber leider offenbar oft den beteiligten Unterstützern nicht klar. Sie suchen nach Fehlern in ihrem Hilfekatalog, während der Fehler darin besteht, Erwartungen zu haben, die nicht erfüllbar sind. Die Fehler, die zusätzlich bei vermeintlicher Hilfe gemacht werden, verstärken nur die Probleme.

Häufig sind geschützte Umgebungen und unter Umständen sogar eine Eins-zu-Eins-Betreuung nötig. Manuela braucht mit ihren Kindern so eine geschützte Umgebung und ständige Hilfe. Damit es ihr und ihren Kindern gut geht. Der ständige Wechsel ihrer Kinder zwischen Pflegefamilien und einer Mutter, der geholfen werden soll, sich selbst zu helfen, die aber hilflos bleibt, produziert nur neues Leid.

Niemand erwartet von einem Automechaniker, dass er seinen Kunden beibringt, ihr Auto selbst zu reparieren.  Niemand denkt, dass Ärzte ihre Patienten lehren, sich selbst zu heilen. Von Sozialarbeitern, die mit Familien arbeiten, wird hingegen in der Regel erwartet, dass sie – möglichst schnell und effektiv – den Hilfebedarf der betreuten Familien reduzieren oder beseitigen. Das ist oft richtig, aber manchmal falsch.

Als ich Ende der 70iger Jahre begann, Familien zu betreuen, erzählte mir Frau E., die damals schon seit 30 Jahren für die Jugendhilfe (so hieß es fachgerecht in der DDR) arbeitete, sie hätte Familien, deren Akte schon bis ins Kaiserreich zurückreiche. Leider ist meiner Meinung nach der gesellschaftliche Lernprozess in diesem Bereich dürftig. Wenn Manuela ihre Kinder nicht zurückbekommt, wird sie vermutlich bald ein neues zur Welt bringen – sie will nicht allein bleiben. Und wenn sie die Kinder wieder bei sich hat, dann werden ihr die Kinder irgendwann so große Probleme bereiten, dass sie sie nicht mehr will und vor allem können sie sich nicht optimal entwickeln und die Probleme werden sich „vererben“.

Was würde wirklich helfen? Eine Umgebung, in der Manuela mit ihren Kindern zu Hause sein kann und alle die Unterstützung und Zuwendung bekommen, die sie brauchen. Eine Umgebung mit Menschen, von denen sie geliebt werden, oder mindestens sehr gemocht – dauerhaft. Die Menschen, die diese Umgebung und Zuwendung bieten, müssen dafür gut bezahlt werden, denn auch sie müssen dabei  ein gutes Leben haben können.


Fruchtfliegen

Ich hatte zum Tomatenessen eingeladen. Und alle kamen. Auch die Fruchtfliegen. Aber wenn man den Dingen, äh, den Fruchtfliegen näher kommt, kann man sie sogar schön finden – vielleicht.

Fruchtfliege. schlillernde Flügel

Fruchtfliege. schlillernde Flügel

Fruchtfliege

Fruchtfliege

Fruchtfliegen im Gespräch

Fruchtfliegen im Gespräch

Und wem sie nicht gefallen, der kann sich ja an Funny van Dannen erfreuen.

 

 

 

 

 


Ich denke mir Leute als Schachteln von Legosteinen

Ich denke mir Leute als Schachteln von Legosteinen,

voller großer Freude und erneuerter Hoffnung,

mit entschiedener Zustimmung zum Entweder-Oder.

Im letzten Frühling bin ich über die Realität gestolpert,

jetzt ich will zuhören, ich stehe zur Verfügung.

Vielleicht, weil vielen der Streit missfällt,

sind wir zu wenige, aber ich möchte, dass das anders wird.

 (eine Bastelarbeit – Quelle: Diem25)