Machtbesessen

In einem Telefonat ging es heute unter anderem um Macht und Machtstrukturen innerhalb von Gruppen.

Auch um „unsichtbare“ und informelle Macht.

Das gesprochene und das geschriebene Wort sind mächtig.

Und insofern, aber nur insofern, bin ich machthungrig und machtbesessen.


Thüringen hat gewählt

Wenn dieses Wahlergebnis eine Antwort sein soll, muss einer aber eine dumme Frage gestellt haben.

Es gibt aber keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.


Briefkasten

Briefkasten

Briefkasten


Morgens sind die Farben anders

Hamburg am Morgen

Handyfoto von unterwegs…


„Wenn wir wollen, schlagen wir Euch tot!“ – das ist offenbar kein Grund, eine Demonstration aufzulösen!

Berlin

Berlin am 3. Oktober 2019

Auf das Foto klicken, um es groß zu sehen. Rechtsradikale marschieren wieder durch Berlin. Und die, die dagegen sind, stehen machtlos am Rand.


Nachtgespräch

Das Mögliche wirklich machen.

Was für ein Vorhaben mitten in der Nacht!

Selbst die Ratten schlafen schon und träumen von Käse.

Vielleicht. Oder von einem Bett im Kornfeld.

Wörter übernehmen die Regie.

Teilzeitdichterinnen bleiben ungefragt.

Er würde mir gern selbstgemachte Orangenmarmelade bringen.

Es ist schon zu spät.

Das Frühstück fällt aus.

Nach dem Schlafen arbeitete ich.

Du verstehst die Welt nicht, sagt er.

Stimmt, sage ich.


Spam-E-Mail

Lyrik als Spam

…habe mich bezüglich des Vorschlags zurückgemeldet
in Bezug auf Ihre wahrgenommenen entfernten Verwandten
ruhender Zustand in meiner Einrichtung…

 


Pflichtteil

Zweckdienliche Einmischung

in flüchtige Verhältnisse

baut Barrikaden aus Gänseblümchen.


Hunde sind wichtig

In einen anständigen Text gehört ein Hund. Schreib immer einen Hund rein, sagte Gerhard zu mir, der mein Hörspiel-Vater war. Entweder einen Hund oder eine Leiche.

Leichen sind nicht so mein Fall, ich schreibe keine Krimis. Also wähle ich Hunde. Die kommen überall vor, sind mir sympathisch und in der Regel auch Sympathieträger. Man wählt einen passenden – es gibt für jeden Text den passenden Hund.

Sie aportieren die Botschaften zum Leser.

Manchmal sind Hunde unverzichtbar! Mit ihnen umschifft man die Klippe der Langeweile. Du schreibst über ein ganz langweiliges Thema… Äh, warum denn? Weil es gerade gebraucht wird und ein Redakteur Dich händeringend gebeten hat. Sag lieber sicherheitshalber NEIN! Es sei denn, Dir fällt ein, wie Du den Hund unterbringen kannst. Es gibt keine langweiligen Themen? Schon mal auf einer Pressekonferenz über neue 18 Volt-Akku-Schrauber gewesen? Ich habe mich da sehr gelangweilt. Die einzige Abwechslung war ein kleiner, weißer Spitz, den eine Kollegin mitgebracht hatte und der ihr entwischte und dann dem Herrn, der die Akkuschrauber vorstellte, um die Beine strich und laut kläffte. Ich hatte natürlich sofort die Assoziation zu Tschechow: Die Dame mit dem Hündchen. Vermutlich habe ich zu viel Fantasie – aber der Mann mit dem Akkuschrauber lächelte meine Kollegin so liebevoll an. Vermutlich sind beide verheiratet.

Ich habe sie später gemeinsam im Café Park gesehen, der weiße Spitz lag zu ihren Füßen…

Ich sag es ja, Hunde sind wichtig.


Hoffnung: Ich liebe die Polizei

„Ich liebe die Polizei!“ Das sagt L., 6 aus Syrien, als ein Streifenwagen an uns vorbeifährt. „Warum?“

„Sie schützen das Leben!“