Wilder Hopfen in der Abendsonne

Die Abendsonne hat sich in den wilden Hopfen verliebt…

Das verstehe ich.

Hopfen

Hopfen


Die Zeichen der Zeit

Uhrenturm

Uhrenturm

Man muss sie nur erkennen –  die Zeichen der Zeit.

Warnung am Straßenrand, Baum ab links, Baum ab rechts.

Der Himmel trauert grau und weint.

Unterm Uhrenturm

ein Mosaik:

Merke: Die Zeit ist keine Schnecke.

Schnecke

Schnecke

 

 

 


Geschafft

Es ist geschafft,

ich hab es geschafft –

und bin geschafft,

und deshalb hab ich mir gedacht:

Schaffenspause – Gute Nacht!

Graugrünbraun - Blickfang im Baum

Graugrünbraun – Blickfang im Baum


Die Ruhe nach dem Sturm

Nach dem Sturm haben wir einfach zusammen gesessen, gegessen und uns das Fußballspiel angesehen.

Der Himmel klarte auf und hinter dem Haus grüßte der Vollmond. Die Ruhe nach dem Sturm: ein schöner Abend.

Vollmond

Vollmond


Aus dem Zoo in den Kindergarten?

Anlass des Beitrags – Maischberger – heute:

„Die Wahl hat die Deutschen daran erinnert, wie geteilt ihr Land noch immer ist“, analysiert die „Neue Zürcher Zeitung“. Über 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sind in Ostdeutschland der linke und der rechte Rand des Parteienspektrums, also Linke und AfD, mit fast 40 Prozent annähernd so stark wie die sogenannte Mitte. „

Der Osten ist wieder in Mode. Wir Ostler sind wieder eine Betrachtung wert. Das verdanken wir der AFD. Allein das ist schon zum Heulen.

Damals in der DDR:

Westler besuchten uns wie Tiere im Zoo, mal schauen, wie die so leben in ihrem Käfig. Und was die so fressen und womit sie spielen. Und dann bringen wir ihnen noch was zum Naschen mit, natürlich Bananen, ein wenig Schokolade (Sarotti)  und etwas Schönes zum Anziehen, eine Strumpfhose (noName) und vielleicht noch Kaffee (Jacobs Krönung). Und von dem Eintrittsgeld kaufen wir uns ein paar Bücher (vielleicht sogar Marx), ein paar Kerzen und Briefpapier – oh, das ist aber billig. Die lächelten über die stolzen Besitzer einer Neubauwohnung in Halle-Neustadt.

Und heute:

Wir müssen die Menschen an der Hand nehmen. Wir müssen ihnen das besser erklären. Sie haben unsere Demokratie nicht verstanden, das nicht gelernt, die Europa-Idee nicht verstanden. Die wissen nicht, wie man sich auseinandersetzt. Die haben das Diskutieren nicht gelernt. Die haben ja immer nur gemacht, was ihnen gesagt wurde, deshalb fehlt ihnen die Eigeninitiative. Die kommen mit so viel Freiheit nicht klar. Die sind undankbar. Die wählen falsch, weil sie…

Wir – Ossis -nein: Ostler – haben nicht im Zoo gelebt und sind jetzt nicht in den Kindergarten umgezogen.

Alle die denken, man müsse den Ostdeutschen nur die Welt und die Demokratrie erklären und dann würden sie nicht mehr „falsch“ wählen, haben nichts verstanden. Den Osten und den Westen nicht und die Welt schon gar nicht!

LUSTIG: Fakt – 2011 – und nichts hat sich geändert!

Oder nach 22 Jahren – der Wiso-Scheck

 


Einheitsbrei?

Deutliche Grenze an der Wollankstraße, dort, wo früher der Westen begann, beginnt jetzt die Armut. Die Mauer ist noch immer sichtbar, auch, wenn sie dort nicht mehr steht. Von japanischen Kirschbäumen ist ihr leerer Platz gesäumt, aber das ist nur ein Täuschungsmanöver der Besserdenkenden. Schnell noch einen Happen kann der Obdachlose essen bei den Franziskanern im Osten, Wohltätigkeit, die wohltut, in all der gesamtdeutschen Kälte, bevor er in den Westen abwandert. Dort, im Wedding, fällt er nicht so auf wie in Pankow.  Diese Grenze verläuft nicht mehr horizontal. Sie verläuft zwischen Oben und Unten.

Hunger, erinnert euch, war ausgestorben in der DDR. Dafür hatte die Gängelei Hochkonjunktur und der Mangel war systemimmanent. Mein Loglied für das untergegangene Land sing ich der Hoffnung, die wir dort hatten. Eine bessere, gerechtere und friedliche Welt. Auch heute noch scheint mir, die Welt war selbst im kalten Krieg friedlicher als heute.

Löhne, Renten, Wahlergebnisse, seht euch um; die deutsche Einheit ist eine Fiktion, so als verstünden sich Pinguin und Eisbär miteinander, wenn sie im gleichen Zoo untergebracht sind.

Die Grenzen ziehen sich durchs Land – überall, zwischen Altdeutschen und Neudeutschen oder Nichtdeutschen und Balddeutschen und zwischen Thüringern und Schwaben, mitten im Prenzlauer Berg.

Warum sollte ich dieser Demokratie ein Loblied singen? Sie wirft weltweit mit Waffen um sich und zaudert nicht, dem Arbeitsunwilligen das Notwendigste zu entziehen. Und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt. Ist das richtig? Dann müsste man auch die Prügelstrafe wieder einführen. Keine Antworten nur Fragen. Und keine Zeit zum Weiterdenken.

Ich wünsch mir: Ein wenig Hoffnung. Wenigstens das.


Regen, Regen, Regen – aber der Sonnenaufgang war schön!

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang


Lob des Aufhebens

Es ist sehr viel einfacher, seine Wohnumgebung ordentlich und sauber zu halten, wenn man die Dinge um sich herum reduziert. S. hat sich deshalb sogar von seiner geliebten Shakespeare-Ausgabe getrennt – und von vielen anderen Büchern ebenfalls. L., sagte mir heute, sie wolle lieber keinen zusätzlichen Bildschirm für ihr Notebook, sie möchte so wenige technische Geräte wie möglich um sich herum haben. Bei H. gibt es nur ein riesiges Bett, eine Lampe, einen Schreibtisch und ein Sofa mit einem Tisch. Und ein kleines Regal mit etwa 15 Büchern. Sie stehen in einer Reihe. Immer wenn er ein neues kauft, wird es als letztes in die Reihe gestellt, und er verschenkt das erste. Der Trend geht eindeutig zum Minimalistischen.

Ich gehöre eher zu den Jägern und Sammlern. Das bedauere ich manchmal. Es fällt mir nicht schwer, mich von Dingen zu trennen, aber ich möchte sie gern weitergeben. Wegwerfen, das ist für mich schwierig, wenn ich glaube, jemand anderes könne mit dem Gegenstand, der Jacke, dem technischen Gerät noch etwas anfangen. Da wir aber in einer Neukaufgesellschaft leben, bleibe ich auf vielen Dingen sitzen. Ich frage herum, aber keiner will sie.

Heute begegnete mir beim Aufräumen ein Handy – DUAL-SIM – das könnte ich weitergeben, es ist kein Smartphone, und ich brauche es gewiss nicht mehr, aber wer will so ein altes Telefon schon?  Man kann damit zwar telefonieren und sogar fotografieren, aber trotzdem ist es unmodern. Was nun? Wegwerfen? Das kann ich nicht. Es ist voll funktionsfähig und Menschen haben daran gearbeitet. Es ist ein Wert, ein Wertgegenstand.  Irgendwann finde ich jemand, der es gebrauchen kann – vielleicht. Und noch habe ich Platz dafür. Frisst ja kein Brot, wie man so treffend sagt.

Aber noch etwas habe ich gefunden, tief hinten im Kleiderschrank, etwas, was die meisten ordnungsliebenden Menschen sicher längst „entsorgt“ hätten. Einen kleinen Zettel, der aus dem Jahr 1994 stammt, verborgen in einem Kästchen mit „Maja“-Seife. Maja-Seife bekomme ich immer wieder seit vielen, vielen Jahren geschenkt, und sie hält sich bei mir deshalb ziemlich lange. Manchmal offenbar sogar 23 Jahre.

Auf dem Zettel bedankt sich P. für meine Hilfe bei seiner Abiturprüfung. Der Zettel beginnt mit den Worten: Hey Maja! Ich rechne damit, dass Du diesen Zettel etwas später als gedacht liest…

Wie schön, dass ich das Kästchen mit der Seife aufgehoben habe. Maja -Seife bekomme ich übrigens immer noch geschenkt :-).

Zettel

Zettel

Maja Seife

Maja Seife


Ge-menge-lage: Meng Meng

Obwohl ich Meng Meng noch nie gesehen habe, machen mich die Nachrichten über ihr Verhalten traurig. Es wird berichtet, dass sie Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Sie interessiert sich nicht für ihre Umgebung und erkundet sie nicht. Läuft oft rückwärts und stößt mit ihrem Hinterteil gegen Scheiben und sonstige Begrenzungen.

Die einen (Tierschützer) behaupten, Meng-Meng leide unter den Haltungsbedingungen.

Andere (Zooleute und Experten) können sich das Verhalten nicht erklären und meinen, an der Haltung liege es nicht.

Die für 15 Jahre geborgte Panda-Dame aus China kann sich nicht äußern. Ihr zugedachter Partner Jiao Qing verhält sich normal, heißt es, er hat sich eingelebt.

Kritiker behaupten, der Zoo setze sich über Tierinteressen hinweg, nur um Millionen zu verdienen. Keineswegs diene die Haltung dem Tierschutz, sondern es gehe nur um das zu verdienende Geld.

China geht es um die Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland.

Ich möchte die beiden Pandas gern sehen und werde sie bald besuchen – und werde mir doch kein Bild machen können.


Leben im Schatten der Zukunft

Wir spüren die Brüderlichkeit der Nächte,

ehrgeizig leuchtet der Mond

und gewiss geht die Sonne auf.

Der Weltuntergang ist aufgeschoben,

weissagte auch P.W.,

gefährlich nah scheint mir das Ende

noch immer.

Aber der Morgen bricht durch

und unsere Kinder sind doch auch noch da!