Die SPD begeht öffentlich Suizid

Liebe verantwortliche Genossen von der SPD,

mir fällt nicht ein einziger Grund ein, warum Eure Partei noch jemand wählen sollte. Bei allen sozialen und allen Umweltthemen liegen die LINKE und die Grünen vor Euch. Kein Wort über Eure Fehler, kein Wort über die, die Ihr vergessen habt, denen Ihr mit Euren Fehlleistungen das Leben zur Hölle gemacht habt. Hartz 4 hat ein Klima der Angst erzeugt. Mit dem viel zu niedrigen Mindestlohn ist nichts gewonnen. Eure Konzepte sind Mist. Euer Verrat ist sprichwörtlich. Worauf sollen die Genossen stolz sein? Und jetzt fällt euch nichts Besseres ein, als Solidarität mit der provisorischen Führung der Partei und Geschlossenheit zu fordern? Gemeinsam ins Niemandsland… ? Ihr habt offensichtlich nichts verstanden.

Gute Nacht!

Maja

PS.: Fragt mal bei Kevin nach – aber der ist wohl beinahe allein zu Haus!

Und hier ist er, der OFFENE BRIEF:

Öffentlicher Aufruf an die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir sind in sehr großer Sorge um unsere Partei. Die SPD befindet sich in einer ernsten Krise, die existenzielle Folgen nicht nur für die Partei, sondern auch für unser Land haben kann. Die SPD als Volkspartei hat in den vergangenen sieben Jahrzehnten entscheidend daran mitgewirkt, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland Frieden und Freiheit, Sozialstaat und Sicherheit haben und in der Europäischen Union fest verankert sind.

Unsere freiheitliche, demokratische, soziale Grundordnung ist ein hohes Gut – und, wer auf die deutsche Geschichte blickt, keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat dieses Land wesentlich mitgestaltet und tut dies immer noch. Das ist auch Euer Verdienst. Und deshalb rufen wir Euch auf: Seid stolz auf das Erreichte! Denn nur wer von sich selbst überzeugt ist, kann auch andere überzeugen. Die SPD wird auch in Zukunft gebraucht, um die soziale Demokratie in Deutschland und in einer Welt der Unsicherheiten und Bedrohungen zu erhalten und zukunftsfest zu machen.

Unsere Partei hat in ihrer 156jährigen Geschichte einige existenzielle Krisen erlebt und überstanden. Aus diesen Krisen ist sie stets gestärkt hervorgegangen. Wir sind sicher, dass dies auch jetzt wieder möglich ist. So wie bei unseren sozialdemokratischen Freunden in Europa: In Spanien, Portugal, Finnland und Dänemark gibt es ermutigende Beispiele. Und in vielen deutschen Städten, Gemeinden und Landkreisen – ebenso wie in den Bundesländern – leisten sozialdemokratische Politikerinnen und Politiker gute, erfolgreiche Arbeit. Sie leiden unter der gegenwärtigen Situation ganz besonders. Auch ihnen gilt unser Aufruf: Ihr seid jetzt die Stärke und das Rückgrat unserer Partei. Euch allen, vor allem denen, die jetzt im Wahlkampf stehen, gilt unsere Solidarität.

Damit ein Neuanfang gelingt, braucht es die Hilfe aller in der Partei. Deshalb rufen wir Euch auf, nun geschlossen die kommissarische Partei- und Fraktionsführung zu unterstützen, damit diese ihre Verantwortung für eine Neuaufstellung wahrnehmen kann. Nicht nur Ihr, auch unser Land hat die Erwartung, dass die Führung der Partei Solidarität erfährt.

Dazu gehören selbstverständlich und zuallererst offene, kritische Auseinandersetzungen – untereinander, aber auch mit dem politischen Gegner. Doch am Ende braucht es Geschlossenheit und Solidarität.

Auf unserer Traditionsfahne steht: „Einigkeit macht stark!“ Dieser Satz ist heute aktueller denn je. Liebe Genossinnen und Genossen, vertraut auf diese Kraft!

Hans-Jochen Vogel, Björn Engholm, Rudolf Scharping, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Matthias Platzeck, Kurt Beck, Sigmar Gabriel, Martin Schulz


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