Archiv für die Kategorie ‘Gastbeitrag’

Der frühe Vogel fängt den Wurm – alles Ansichtssache

Der frühe Vogel fängt den Wurm, flötet die Amsel.  Och nö, sagt der Wurm und kriecht ins Erdbett.

Früher Vogel – Amsel

 


Zebrastreifen beachten! (Gastbeitrag von Manfred)

Zebrastreifen

Nichts Böses im Schilde führend, habe ich am Samstag im polnischen Kostrzyn so dir nichts mir nichts eine Straße überquert. Auf direktem, kürzesten Wege, ohne Umweg zum Zebrastreifen.
Da bin ich dann direkt einer hübschen, jungen Dame in die Arme gelaufen, die offensichtlich nicht nur auf mich gewartet hatte, sondern mich sogleich auch ansprach.

Oh….,die könnte mir gefährlich werden.

Wurde sie dann auch. Mit einem strengen Blick, einer Pistole im Halfter und in einer kleidsamen Policia – Uniform steckend. Trotz allem aber ein herzerfrischender Anblick.
Es folgte ein strenges Aufklärungsgespräch. Zu meiner Übeltat, den Fußgängerüberweg nicht benutzt zu haben.
Für das kleine Referat mochte sie dann 50 Zloty haben.

Fand ich zwar etwas teuer, aber gut, die müssen ja auch von was leben.


Endstation Gesundbrunnen – Gastbeitrag von Pecola

Endstation Gesundbrunnen

 

Vor mir wackelt

und schwingt

ein Hintern

die Treppe herauf

mit großen

roten Blumen

auf sieben-centimeter-Absätzen.

Ungelogen.

Für eine Minute

ruht der Bahnhof in sich selbst,

die Schienenstränge schweigen,

verstummte Menschen,

stille Statisten

in einem

surrealen Stück.

Magie

zwischen Zigarettenkippen.

Nur die Plakate

schweppen schrill

und

grammatikalisch dämlich

an der Wand entlang.

Beleidigend.

Am Ende des Tunnels

ist noch Licht,

in dem die Gräser

silbern schwanken.

Dröhnend,

unaufhaltsam

nähert sich ein Zug.

Er hält.

Endlich.


Verwunschene Stunde – Gastbeitrag von Pecola

Verwunschene Stunde

In meinen Kurven

ruhen Katzen.

Der Schlaf

flieht mich

seit Stunden schon

und schenkt mir

Wortsalat

entlang der

weichen Ränder

meiner Zeit.

Den Sätzen fehlt

die Lust zu bleiben,

vielleicht ist’s ihnen auch

zu kalt,

zu laut,

zu hell,

zu irgendwas.

Sie tanzen

Samba, Rumba, Fox

in buntem Stoff,

verdrehen Sinn und Kraft,

richten ein Blutbad

unter den verbleibenden Minuten,

übergeben mich

dann

leer und müd

dem gnadenlosen Ruf

des Weckers.

 


Gastbeitrag von Pecola: Frühlingsfreude um sieben am Morgen

Frühlingsfreude um sieben am Morgen

Der Frühling fängt die Beine ein

und spannt sie in ein Netz

zeigt Bögen, weich und rund,

an Anmut reich

Kehle, Knie und Fessel

in Schönheit zart,

hell wie die Blüte

der Kirsche

am Baum,

dort

im Hof und kurz.

Einen Moment später

schon

streift mein Blick

aufgerissenen Asphalt.