ABM in der DDR, Stasi 2.0 in der Be-eR-De – im Mittelpunkt steht immer der Mensch

Nun weiß ich, wer die Striche auf den Umschlag von Miri (KLICK – falls nicht gelesen) gemacht hat. Paul hat es mir erklärt. Es handelt sich bei den netten Strichen in hellorange um einen Postcode. Ja, mein Freund Paul, der weiß beinahe alles!

Aber warum hatte mein Brief zwei Codes? Es ist eben jetzt Stasi 2.0! Früher hatten meine Briefe nur  einen Stempel – und auch der wurde ihnen erst viel später hinzugefügt. Siehe hier:

Stempel

Dafür war ich in der DDR privilegiert – nachdem ich die Genossen von der Staatssicherheit schwer enttäuscht hatte – fanden sie, meine Haltung sei es wert, mit einer ABM belohnt zu werden.

A= A-Maßnahme Überwachungsmaßnahme des MfS – Abhörendes Telefonverkehrs – Abteilung 26

B= B-Maßnahme Überwachungsmaßnahme des MfS – Abhören mittels Mikrofon (Wanzen *g*) -Abteilung 26

M= M-Maßnahme – Überwachungsmaßnahme des MfS – Post- und Paketkontrolle – mit eigener Abteilung M

Ein wirkliches Privileg solch eine Rundumbetreuung, da war ich sicher sicher. Ich denke, es wäre auch heute nicht wesentlich schwieriger, eine solch umfassende Betreuung zu erhalten – denn auch dieser Staat misstraut seinen Bürgern und er gibt es auch nicht zu. Die Lüge ist die alte: Es gehe um den Menschen. Um die Erhaltung seiner Sicherheit. Es geht aber immer nur um Macht. Um die Erhaltung der Macht.


4 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. PaulPaul

    Kommentar vom 7. Januar 2008 um 16:52

    Liebe Maja,
    dein Brief ist, auch zu DDR-Zeiten, unzureichend frankiert. Er kostete schon damals 0,20 M oder MDN = Mark der Deutschen Notenbank (DDR), übrigens kein Zulieferer für das Staatsorchester oder andere Nusiker, obwohl diese gut verdienten.

  2. 2. Senor Pedro

    Kommentar vom 7. Januar 2008 um 23:42

    Zu welcher Zeit wurden in der DDR Briefe zu 10 Pfennig befördert? Kostete ein Brief nicht 20 Pfennig und ne Karte 5 Pfennig?

    He Maja, ich hab hier mal einen Link: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,525541,00.html

    Kennste bestimmt schon…
    1. Sympatisch, daß die Mark Brandenburg (angeblich) die ‚Kleine DDR‘ genannt wird.
    2. Widerlich, daß die DDR nach wie vor mit Diktatur und unser momentaner Dreckstaat mit Demokratie gleichgesetzt wird.
    3. Schlimm, daß viele Menschen dem Spiegel (und den anderen staatlichen Medien) glauben schenken.

  3. 3. Senor Pedro

    Kommentar vom 8. Januar 2008 um 00:26

    Achso, ich sehe grad, daß PaulPaul kurz vor mir die Frankierung des Briefes schon ansprach.

    @PaulPaul
    Wenn, dann kostete der abgebildete Brief 0,20 Mark der DDR bzw. 20 Pfennig. Mark der Deutschen Notenbank (MDN) gab es vom 1. August 1964 bis zum 31. Dezember 1967. Die Briefmarke zeigt den Palast der Republik und ist neueren Datums…Den Rest von Dir, mit dem Staatsorchester oder anderen Musikern, verstehe ich nicht.

  4. 4. Maja Wiens

    Kommentar vom 8. Januar 2008 um 01:58

    Die Notenbank lieferte an Musiker keine Noten, Senor Pedro – so meinte das mein Freund Paul :-). Die hatten nur Banknoten…
    Gruß Maja

  5. 5. Noch mehr Knüppeleien :-) | Jetzt erst recht!

    Pingback vom 29. September 2009 um 17:32

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