Das Mannschaftsfoto – die Einstellung macht’s

In meinem Archiv finden sich einige Mannschaftsfotos verschiedener Mannschaften meines Lieblingsvereines, des BFC Dynamo. Darunter ist keines, mit dem ich wirklich zufrieden bin. Nun bin ich ohnehin per se ein kritischer Mensch und besonders kritisch bei meinen eigenen Fotos – aber die Fotos haben ausnahmslos auch Mängel, an denen ich völlig unschuldig bin. Jedes Jahr gab es andere Pannen.

An dem Foto des Berliner Meisters wurden auch diverse Veränderungen vorgenommen – und es ist trotzdem nicht gut! (Die Änderungen: Einige Köpfe wurden von einer anderen Aufnahme auf die Körper montiert, denn es gab kein einziges Bild, bei dem alle in die richtige Richtung schauten…  Die sitzende Reihe der Spieler wurde unter völlig anderen Lichtverhältnissen 2 Wochen später fotografiert, und so weiter und so weiter… ) Der Ordner im Hintergrund gehört da natürlich überhaupt nicht hin. Die Werbebande und die Bälle fehlen. Und auch die Kleiderordnung lässt einige Wünsche offen…

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Woran liegt es, wenn ein Mannschaftsfoto nicht gelingt?

An der Einstellung!

Wichtig für jedes Foto ist die EINSTELLUNG.

1. Die Einstellung des Vereins

Was will der Verein mit einem Mannschaftsfoto? In der Regel, will man mit so einem Foto für sich (den Verein, die Mannschaft) werben! Das Foto wird in den einschlägigen Zeitungen, in Programmheften der Gegner und von Turnieren, auf Plakaten und Werbebeilagen gedruckt. 

Wen muss der Verein also „mitverkaufen“? Natürlich seine Hauptsponsoren! Grundsätzlich steht deshalb eine Werbebande mit den Hauptsponsoren vor der Mannschaft. Und die Schrift auf den Bällen ist lesbar ohne dass man den Kopf verdreht. Und hinter der Mannschaft im „entfernten“ Hintergrund turnen auch keine Ordner herum: „…wir müssen hier gerade aufräumen…“ Das ist billiger, als die Bande später durch den Grafiker einarbeiten und die Ordner löschen zu lassen! Und weil der Verein weiß, wie wichtig solch ein Foto ist, sucht er einen Termin, an dem alle ausreichend Zeit haben – die Mannschaft, die Verantwortlichen und der – oder die – Fotografen. Dieser Termin ist allen Beteiligten lange vorher bekannt und es gibt auch einen Ersatztermin, falls das Wetter beim ersten Versuch zu schlecht ist. Ein gutes Mannschaftsfoto ist nicht in zwei Minuten gemacht. Die reichen nur für einen Schnellschuss und das ist meistens kein guter Schnappschuss.

Es gibt Sponsoren, die wünschen sich für ihr Büro oder Eigenwerbung ein Foto mit „ihrer“ Mannschaft. Das berücksichtigt der Verein natürlich. Er lebt ja auch von seinen Sponsoren! Deshalb erfahren die Sponsoren rechtzeitig von dem Termin und von der Möglichkeit, sich mit der Mannschaft fotografieren zu lassen.  (Ich versichere, dass es nicht besonders spaßig ist, die Sponsoren „extra“ zu fotografieren und hinterher per Bildbearbeitung einzufügen…)

Natürlich berücksichtigt der Verein die Vorschläge des Fotografen und eines Marketingverantwortlichen – schließlich will er seine Mannschaft möglichst wirksam präsentieren. Der Verein sorgt dafür, dass alle einheitlich gekleidet sind, die Bekleidung ordentlich beflockt ist und die Trikots nicht verfärbt oder verwaschen sind. Man kann die Trainer und das Betreuerteam optisch von den Spielern unterscheiden und auch wenn der Vereinspräsident - oder einer seiner Stellvertreter – noch so eitel ist – auf das offizielle Mannschaftsfoto gehört er nicht. (Zimmermann bleib bei deinen Leisten – hätte es in einem Jahr beim BFC heißen sollen…) Bänke, Bälle, Sponsorenbande und der Medikoffer sollten pünktlich an Ort und Stelle sein…

2. Die Einstellung der Mannschaft

Wir sind ein Team. Wir wollen gewinnen, wir werden gewinnen: Wir sind Sieger! Das gehört zur Einstellung der Mannschaft und das muss man auf dem Mannschaftsfoto sehen. Jeder einzelne Muskel ist angespannt, und die gesamte Körperspannung ist auch auf dem Foto sichtbar. Wir sind froh und stolz, dass wir für unseren Verein Fußball spielen, wir lieben das Spiel, es macht uns Spaß. Jedem einzelnen Spieler ist es wichtig, ein Teil dieser Mannschaft zu sein – und also auch auf dem Foto, deshalb versäumt niemand den Termin wegen anderer „wichtiger“ Aufgaben – und niemand „vergisst“ ihn. Man(n) guckt dann auch wie man fühlt! (Weder vergnatzt wegen des Zeitaufwandes, noch traurig, weil das letzte Spiel verloren wurde und schon gar nicht, als wolle man aufspringen und weglaufen – weil man nicht „fotogen“ ist!)

Jeder achtet die Arbeit des Fotografen und richtet sich nach dessen Anweisungen – denn in diesen Minuten ist er der CHEFTRAINER. (Mit 15 min für verschiedene Einstellungen sollte man rechnen – so viel Geduld muss sein!)

3. Die Einstellung des Fotografen

Der Fotograf denkt lange vor dem Mannschaftsfoto darüber nach, wie er den Verein und dessen Mannschaft möglichst passend präsentieren kann. Die 1. Männermannschaft des BFC Dynamo – vor der „historischen Tribüne“ auf der auch der Genosse Mielke saß (mit Vorurteilen darf man spielen!), oder im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark oder auf den Stufen am Fernsehturm – oder, oder… Alles eine Überlegung wert!

Regeln beachten! Wer die Regie führt (der Fotograf, wenn man ihn denn lässt) ist auch verantwortlich. Lächeln sollen die Akteure – nicht grinsen. Abstand halten – nicht die Mannschaft an eine Wand klatschen. Der, der links außen steht soll auch scharf abgebildet werden – also…

Stativ benutzen – und wenn man klein ist, einen Tritt, 50 cm mehr an Höhe dürften reichen. Wertet man die Mannschaftsfotos, die es im Netz und in den Zeitschriften so gibt, lässt sich feststellen: Die Vierreiher gewinnen!

Hier – findet der Leser eine Mannschaftskritik der Bundesliga.

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2 Antworten zu Das Mannschaftsfoto – die Einstellung macht’s

  1. photoshopper sagt:

    die spieler in der vordersten reihe sehen ziemlich reingesetzt aus sowie ein paar in der zweiten reihe. Lichtverhältnisse stimmen nicht. Oder sind die schneller als Lucky Luck. haben nämlich auch keinen schatten. sorry soll nur positiv gemeint sein.

  2. perle sagt:

    photoshopper – hast du den Text gelesen? Dann wüsstest du ja was mit den Lichtverhältnissen ist!

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