Schulsachen

Die Zuckertüte hatte ich vorher schon besichtigt, sie war schnell gekauft.  Danach haben wir die Liste abgearbeitet, die die Kinder von der Schule bekommen hatten.

Ich habe viel gelernt. Nie wieder machen wir das so kurz vor Schulbeginn!  Immerhin weiß ich jetzt, was ein Verbindungsheft ist: Ein „Mutti-Heft“, Mitteilungsheft.

Inzwischen weiß ich auch, was ein Heft mit einem Haus ist.

Die Summe, der Dinge, die von einem Erstklässler gebraucht werden (Liste von der Schule), übersteigt die Möglichkeiten von Empfängern von Transferleistungen (Hartz4) beträchtlich. Selbst wenn es eine „Beihilfe“ von 70 € gibt. Bereits ein einfacher Schulranzen kostet so viel. Die mit „gut“ bewerteten Schultaschen kosten alle über 100 €, Preise über 150 € sind keine Seltenheit. Wer billig kauft, macht den Rücken seines Kindes kaputt…

Die Angebote für die Freizeit der Ganztagsschüler kosten ebenfalls – fast alle.

Wer möchte, dass sein Kind früh Englisch lernt, muss tief in die Tasche greifen – 23,90 € monatlich. Spanisch ist preiswerter, das gibt es für 100 € jährlich.

So wird schon früh sortiert – die einen lernen Englisch und Spanisch und Klavier und das Töpfern und und und… Und die anderen nehmen die kostenlosen Angebote und spielen mit der Horterzieherin.

Bildungsferne wird so dauerhaft reproduziert.

eine kleine, syrische Prinzessin – wird eingeschult 2018


2 Kommentare

  1. 1. Miriam

    Kommentar vom 23. August 2018 um 11:59

    Den einen oder die andere TransferleistungsbezieherIn, der bzw. die nicht bildungsfern ist, gibt es aber auch.
    Finanziell schwach ist nicht zwingend gleichbedeutend mit bildungsfern und sozialschwach.
    Menschen mit wenig Geld haben es allerdings schwer mitzuhalten.

  2. 2. Maja Wiens

    Kommentar vom 24. August 2018 um 00:23

    Klar gibt es auch die Bildungshungrigen. Sogar massenhaft. Manche beziehen sogar nur wegen ihres Bildungshungers Transferleistungen. StudentInnen mit Kind zum Beispiel.
    Wollte man aber jenen Kindern, deren Eltern sich nicht für die Bildung ihrer Kinder interessieren, gleiche Chancen ermöglichen, ginge das nur mit gezielter Förderung – und die müsste kostenlos sein.

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