(Auf Wunsch einer einzelnen idealistischen Leserin und eines linksradikalen Lesers…)
Es war einmal ein kleiner Spatz, der wünschte sich schon lange, ein Hund zu sein. Die anderen Spatzen lachten über ihn, aber das störte ihn nicht. Was wussten die schon davon, wie schön es sich als Hund leben würde. Täglich eine Dose Fleisch, eigene Menschen, die mit einem spatzieren gehen würden und ein trockener und warmer Schlafplatz. Ja, so ein Hundeleben musste paradiesisch sein. Geradezu unübertrefflich. Davon war der kleine Spatz überzeugt.
Also beschloss er, ein Hund zu werden. Wenn er nur lang genug das Fliegen vermied und statt zu piepsen bellen würde, und vor allem, immer schön spatzieren würde, dann dürfte es nicht lange dauern, bis er zu einem Hund werden würde – dachte der Spatz. So hüpfte er auf den Bürgersteig, bellte so gut es eben ging und spatzierte gemächlich die Straße entlang. Er fühlte sich schon fast wie ein richtiger Hund. Er senkte die Flügelspitzen bis auf die Straße und begann, sie wie zwei Pfoten zu nutzen.
Eine Katze, die den Spatz beobachtete, hätte sich gern auf ihn gestürzt und ihn gefressen. Aber plötzlich sah sie, wie sich Bernhard, der größte Bernhardiner der Straße, zu ihm gesellte und mit ihm sprach.
Wahrscheinlich habe ich mich getäuscht, dachte die Katze, das ist gar kein Spatz, das ist ein Hund. Denn ein Bernhardiner würde niemals mit einem Spatz spatzieren gehen. Und mit Bernhardinern sollte man sich lieber nicht anlegen, sagte sich die Katze und machte sich auf den Weg nach irgendwoanders.
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Tür 12 – Klick – etwas für Spielefans