Tauben vergiften in Pankow

Tauben vergiften in Pankow ist schwierig.  Jedenfalls, wenn die Vergiftung musikalisch und in aller Öffentlichkeit stattfinden soll. Pankow liebt offenbar die Leisetreter, deshalb gehört die Kultur zu den Dingen, die man problemlos wegkürzen kann, ebenso wie Jugendeinrichtungen und Treffpunkte für Ältere. Außer steigenden Mieten braucht Pankow offenbar gar nichts und die hat es, und die ungeliebten Altbürger gehen von allein und machen denen Platz, die Arbeit haben. Die Zeiten, in denen in Pankow 16,7 % der Bevölkerung arbeitslos waren, sind vorbei, aber nicht, weil die Arbeitslosen Arbeit haben, sondern weil die meisten von ihnen weggezogen sind, in den Wedding oder nach Neukölln oder an den Stadtrand.

Man darf als Linker in Pankow, wenn man nicht am allzu häufigen Weichspülsyndrom mit FDPritis und Morbus Mirgehtsummeinenposten leidet, nicht verwundert sein, dass es schwierig ist, die Lieder von Georg Kreisler an einem Freitagabend in einem Biergarten unweit des Bürgerparks in die kühle Abendluft zu entlassen, das Umweltamt oder sonstwer von den Behörden erteilt für solche Veranstaltungen nur unter Umständen Genehmigungen. Unter welchen weiß ich nicht, aber das Ergebnis der Schierigkeiten mit der Verbreitung Kreislerischer Wahrheiten kenne ich nun.  „Geht nur ohne Verstärker und nur bis um Acht.“ Wegen der Lautstärke, höre ich. Obwohl ich gar kein Schwein habe, denke ich, dass es pfeift! Angesichts der beinahe im Minutentakt über uns hinwegdröhnenden Flugzeuge, ist jede Lautstärke-Beschränkung einer Liedveranstaltung eine ganz besondere Dämlichkeit.

Immerhin durften die Lieder von Kreisler überhaupt gespielt werden, man weiß ja nicht was uns noch droht (dazu komme ich dann ganz unten!).

Plakat - Hans Marquardt spielt Georg Kreisler - K4 - Kulturgarten

Plakat – Hans Marquardt spielt Georg Kreisler – K4 – Kulturgarten

Da Georg Kreisler nicht da sein konnte, war Hans Marquardt eine absolut gute Alternative, das Publikum hatte seine Freude an den Liedern.

 

Hans Marquard singt Kreisler

Hans Marquard singt Kreisler

Zur Musik gab es je nach Wunsch z.B. biergartentypische (Bier, Weiße) und untypische (Kaffee und Tee) Getränke und Berliner (Knacker mit Brot/Salat) oder Wiener Spezialitäten (Wiener Mehlspeise – Topfennockerln mit Aprikosen oder Pflaumenmus)

Leider musste nach halbem Programm Schluss sein – siehe oben.Der Musiker machte sein Programm trotzdem rund und servierte uns nach dem bekannte Lied vom Anfang (..das mit dem Taubenvergiften im Park) noch die späte Variante von Kreisler…

Da war doch noch was? Man weiß ja nicht, was uns noch droht. Siehe oben. Jetzt darf man ja wenigstens noch bis Acht singen :-).

http://www.youtube.com/watch?v=nSKrxs4Aa5Q

 

 

 

 

 

 


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