Pfingsten sind die Geschenke am geringsten

„Pfingsten sind die Geschenke am geringsten. 

Während Geburtstag, 

Ostern und Weihnachten

etwas einbrachten.“

Recht hatte er da, der gute Brecht. Aber jedenfalls bekommen wir am Pfingstsonntag und am Pfingstmontag ein Wetter geschenkt. Mal sehen, vielleicht reiten auch am frühen Morgen ein paar junge Männer auf wilden Pferden an unseren Fenstern vorbei – aber ich glaube, das ist aus der Mode gekommen. Auch Pfingstochsen sah ich in den letzten Jahren kaum. Nicht einmal die Kirchen in meiner Umgebung sind wirklich mit Birkengrün geschmückt. Auch von Pfingstwanderungen und Pfingstfeuern habe ich wenig gesehen und gehört.

Dafür sehe ich seit Jahren regelmäßig im Fernsehen Befragungen von Passanten nach der Bedeutung von Pfingsten. Die meisten Befragten fangen dann an zu stottern – sie wissen es nicht. Dabei gehört es, sagt mein Freund, zum Kulturgut.

Okay, am 50. Tag nach Ostern kam der Heilige Geist auf die Erde, heißt es. Jesus hatte das so versprochen.  In Jerusalem feierte man damals gerade ein Erntefest – die haben da anderes Wetter – da geschah es: „Plötzlich hörte man ein mächtiges Rauschen, wie wenn ein Sturm vom Himmel herabweht. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem die Jünger waren. Dann sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder. Alle wurde vom Geist Gottes erfüllt und begannen in verschiedenen Sprachen zu reden, jeder wie es ihm der Geist Gottes eingab.“ (Apostelgeschichte 2, 2-4) „Zu Pfingsten erhielten die Jünger den Heiligen Geist, das heißt den lebendigen Glauben, daß Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, daß Jesus heute lebt und regiert,“ sagen Gläubige. Plötzlich konnten die Jünger in allen Sprachen reden, jeder Gläubige hörte sie in seiner Sprache…

Nun ja, ich habe heute bei jemandem auch gelesen: Glaube, das ist der Wurm im Apfel der Erkenntnis. Da ist auch etwas dran, glaube ich. 🙂

Ach so: Pfingsten (von πεντηκοστή [ἡμέρα], pentekostÄ [hÄmera], „der fünfzigste [Tag]“) – sagt das Wiki – aber ich sage, das kommt aus Berlin: Pfuffzigsten Tag – daraus ist Pfingsten geworden.

Und nächstes Jahr bekomme ich zu Pfingsten („an Pfingsten“ ist übrigens falsch…) – jedenfalls bekomme ich nächstes Jahr zu Pfingsten bestimmt Geschenke und ich hoffe, das sind nicht die geringsten….


1 Kommentar

  1. 1. Mone Sommer

    Kommentar vom 2. Juni 2019 um 13:03

    Von der ganzen „Dreifaltigkeit“ ist mir der „Heilige Geist der Sympathischste. Wünschenswert, dass er über uns kommt, damit wir uns in vielen Sprachen verständigen…Also: frohe Pfingsten!

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