Ursula – unser Leiden! Oder: Alfons Zitterbacke ist weg

Gestern habe ich mal wieder laut beim Lesen gelacht. Anlass war ein Kommentar von Alfons Zitterbacke. Die Westler unter den Lesern wissen naturgemäß nichts über Alfons Zitterbacke. Die meisten Ostler kennen ihn.

Alfons Zitterbacke ist eine populäre Kinderbuchfigur in der DDR, die von Gerhard Holtz-Baumert erfunden worden ist. Mehrere Bücher und der 1966 entstandene gleichnamige Film des Regisseurs Konrad Petzold erzählen humorvolle, aber auch nachdenkliche Geschichten aus dem Leben des Lausbuben. (Wikipedia)

Wikipedia nennt den Grund für die Beliebtheit der literarischen Figur nicht: Alfons Zitterbacke war – meist unabsichtlich (ein Pechvogel eben) – unangepasst und damit anders als die anderen – und vor allem anders als ein Zehnjähriger, wie ihn sich die Genossen Eltern und die realsozialistischen Lehrkräfte vorstellten.

Gestern traf ich auf Alfons Zitterbacke. Google Alert hatte mir zu „Hartz IV“ einen Link zugestellt, der zu einem Artikel der WELT ONLINE führte. Der Artikel war genauso dumm wie die meisten anderen zum Thema. Aber einer der ersten Kommentare war von Alfons Zitterbacke: „Ursula unser Leiden! und ne Physikerin, die den Urknall verpasst hat. Das sagt doch alles.“  Über diesen Kommentar habe ich gelacht, der traf so voll ins Schwarze. Und nun ist er weg. Der Kommentar von Alfons Zitterbacke. Gelöscht.

Alfons kommentiert

Alfons kommentiert

Einfach so gelöscht. Google war schneller und hat den Kommentar noch dokumentiert. Aber Alfons Zitterbacke ist auch bei Google weg. Das entspricht ja auch der Lebenswirklichkeit, von der Politiker so gern sprechen, obwohl sie vorwiegend keine Ahnung vom Leben haben: Das Volk hat nichts zu lachen und Alfons Zitterbacke ist auch weg.


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