Wahlverwandtschaften

(unfertige Notizen)

Wir sprachen über die kommende Bundestagswahl. T. ist unentschieden, ob er überhaupt wählen geht. Ich werde natürlich wählen gehen und mit den üblichen Bauchschmerzen eine Partei wählen, die sich gegen Kriegseinsätze ausspricht. Dass diese Partei regieren oder mitregieren könnte, das ist nicht zu befürchten, aber müsste man es fürchten, hätte ich noch mehr Bauchschmerzen.

Ein typischer DDR-Spruch hat überlebt und gilt weiter: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer nicht wählt, wird auch gequält.

Und gelten nicht auch: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient“ (Joseph Marie de Maistre) und/oder „Wenn Wahlen etwas ändern könnten, dann wären sie verboten“ (Kurt Tucholsky)?

Bei aller Unterschiedlichkeit der  Menschen, mit denen ich schon über die Wahl gesprochen habe, irgendwie wählt jeder „das kleinere Übel“, obwohl sich das kleinere Übel von Mensch zu Mensch stark unterscheidet.

Insgesamt ist es ziemlich übel, wenn jeder das kleinere Übel wählt.

Kein Wunder also: Die Wahl verursacht Übelkeit. Vorher und hinterher erst recht.


1 Kommentar

  1. 1. Miriam

    Kommentar vom 28. Juli 2017 um 11:51

    Jede/r wählt Übel, wer nicht wählt, das größte.

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