Gastbeitrag von Manfred: Überfall

Überfall

Bin überfallen worden. Ich dachte, ich träume. Ist aber leider nicht so.
Heimtückisch und hinterhältig haben mich doch, so dir nichts, mir nichts, unverhofft und urplötzlich heute früh die Ganoven Rhinitis Schnupfus und Grippalus Infektus überfallen. Damit nicht genug, haben sie auch noch ihren Kumpel Diarrhoe im Schlepptau.

Die klauen mir jetzt die Konzentration, versuchen meinen biologischen Computer lahm zu legen, strapazieren die Sekretorgane von Augen und Nase. Irgendwas Ähnliches wie Bleigießen versuchen die auch. Auserwählt haben sie dazu meine Knochen. Und Genosse Diarrhoe übt sich darin, mich auf Trapp zu halten. Erstmals bin ich froh, rundlich zu sein. Bauch einziehen und schon ist die Hose runter.

Habe mal gelesen, mutig ist, wer Durchfall hat und trotzdem pupst. Ich bin aber eher ein Feigling, denn dazu stehe ich lieber, als in der Sch….

Und keiner da, der mal meine Mutti anrufen kann. Auch von wegen „da nehme ich einfach eine Aspirin und dann geht es mir gleich wieder gut“ – ist nix als Geschwätz.

Mit Müh und Not sowie einer Imodium konnte ich mich vormittags kurzzeitig davonschleichen. Aber von wegen so’n lockerer Gang wie in der Werbung. A… zusammenkneifen und nicht dran denken. Brauchte jedoch ein paar Kleinigkeiten aus dem Supermarkt. Vor allem Tabak und sonstige Unheilmittel. Zum Glück ist bei dem malträtierenden Gesindel nicht auch noch Bronchitis Hustus dabei. Jetzt nur nicht unken. Erfreulicher Weise wurde meine kurze Abwesenheit kaum bemerkt. Nur der hinternhältige Diarrhoe erblickte mich gleich wieder. Naja, also Bauch einziehen und erneut `was durchmachen.

Nun lungere ich hier rum und verstecke mich mit Schal und Tropffänger für die Nase auf meinem Sofa. Gelegentlich schlürfe ich Kaffee mit Honig, weil, früher war ich zu oft im Tee und mag das seit Jahrzehnten nicht mehr sein. So warte ich nun auf das Ende meiner Papiertaschentücher (den Ofen wird’s freuen) und den Abzug des unliebsamen Besuchs.

 


Einen Kommentar schreiben