{"id":687,"date":"2008-04-22T01:35:27","date_gmt":"2008-04-21T23:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/archives\/687"},"modified":"2008-04-23T01:41:08","modified_gmt":"2008-04-22T23:41:08","slug":"hehl-kein-geheimnis-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/archives\/687","title":{"rendered":"Hehl &#8211; kein Geheimnis mehr!"},"content":{"rendered":"<p>Gute Recherche zahlt sich aus. Man lernt dazu und kann anschlie\u00c3\u0178end daf\u00c3\u00bcr sorgen, dass andere Menschen auch dazu lernen. Wenn man\u00c2\u00a0die viele Recherchezeit\u00c2\u00a0dann noch bezahlt bek\u00c3\u00a4me, w\u00c3\u00a4re das super. Aber okay, ich habe ja eine soziale Ader. Ich erz\u00c3\u00a4hle jetzt auch keine M\u00c3\u00a4rchen. Verweise aber trotzdem auf GRIMM und Wiktionary.<\/p>\n<p>Also: Hehl hei\u00c3\u0178t Geheimnis, Verschleierung. Es ist ein Singularium, das bedeutet. dass es keinen Plural gibt. Wiktionary geht \u00c3\u00bcbrigens davon aus, dass es <strong>DER<\/strong> Hehl hei\u00c3\u0178t&#8230; (<a title=\"Hehl1\" href=\"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/Oberschneiding\" target=\"_blank\">ZU HEHL BEI WIKTIONARY-KLICK!)<\/a><\/p>\n<p>Spannend wird es so richtig bei den Br\u00c3\u00bcdern Grimm, der Jacob und der Wilhelm\u00c2\u00a0m\u00c3\u00bcssen sich f\u00c3\u00bcr uns tausend Beine ausgerissen haben, damit wir die eigene deutsche Sprache verstehen und ihre Wurzeln erkennen k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\">\n<table cellspacing=\"5\" cellpadding=\"5\" width=\"100%\" border=\"0\">\n<tr>\n<td><em>HEHL<\/em><a name=\"GH05002L1\"><\/a>, <em>fr\u00c3\u00bcheres zu einem subst. masc. und neutr. gewordenes adjectiv, verborgen, geheim; mhd.<\/em> h\u00c3\u00a6le, <em>dem ein fem.<\/em> h\u00c3\u00a6le <em>verheimlichung zur seite steht<\/em> (<em \/><em>L<\/em><em>EXER<\/em> <em>mhd. wb. <\/em>1, 1148). <em>das wort ist eine intensivbildung zur wurzel<\/em> hal, <em>mhd.<\/em> h\u00c3\u00abln <em>verhehlen, verbergen, in dem fr\u00c3\u00bchere reduplication sich in eine einfache l\u00c3\u00a4nge zusammengezogen hat<\/em> (h\u00c3\u00a6le <em>entspringt aus altem<\/em> hahali, <em>wie mhd.<\/em> m\u00c3\u00a6re <em>ber\u00c3\u00bchmt aus altem<\/em> mamari, <em>lat.<\/em> memor); <em>die schon seit der mhd. periode fast ausschlieszlich erfolgte formelhafte verwendung untergr\u00c3\u00a4bt den freieren adjectivischen gebrauch und formt das wort zum subst. um, doch nicht ohne dasz adjectivische verwendung in recht sinnlicher bedeutung daneben mundartlich fortdauere:<\/em> hal, <em>subobscurus<\/em> <em>A<\/em><em>LB.<\/em>; <em>in der Schweiz<\/em> h\u00c3\u00a4hl, hehl, hel <em>umw\u00c3\u00b6lkt, bedeckt<\/em> <em \/><em>S<\/em><em>TALDER<\/em> 2, 11; <em>occultus<\/em> haal <em \/><em>D<\/em><em>IEFENB.<\/em> 392<sup>a<\/sup> (<em>niederd.<\/em> 15. <em>jahrh.<\/em>).<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 <em>Die formeln, in denen<\/em> hehl <em>im nhd. erscheint, sind:<\/em>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>1)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>in den \u00c3\u00a4ltern quellen unpers\u00c3\u00b6nlich<\/em> mich hat ein ding, etwas hehl, <em>ich verhehle, verheimliche es<\/em> (<em>vgl.<\/em> mich hat fremd, mich hat unbillich <em>unter<\/em> haben <em>sp.<\/em> 58): so wil ich auch sampt den meinen nicht feiren mit beten und flehen zu gott &#8230;. und unser gebet sol uns nicht heel haben, wollens anzeigen \u00c3\u00b6ffentlich. <em \/><em>L<\/em><em>UTHER<\/em> 5, 276<sup>a<\/sup>; fur einem frembden thu nicht, das dich heel hat, denn du weiszest nicht, was draus komen m\u00c3\u00b6cht. <em>Sir. <\/em>8, 21; was dich heel hat, das schreibe nicht. <em \/><em>M<\/em><em>. <\/em><em>N<\/em><em>EANDER<\/em> <em>sylloge locutionum <\/em>s. 6. <em>dieser f\u00c3\u00bcgung gegen\u00c3\u00bcber fehlen f\u00c3\u00bcr das fortleben des mhd.<\/em> mich h\u00c3\u00a2t h\u00c3\u00a6le eines dinges (<em \/><em>L<\/em><em>EXER<\/em> <em>a. a. o.) alle belege.<\/em> <a name=\"GH05002L3\"><\/a><\/p>\n<p><em>2)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>ebenso<\/em> mich nimmt hehl:<\/p>\n<p>der wirt sprach aber wider zim:<br \/>\nnimts iuch niht h\u00c3\u00a6l, gern ich vernim<br \/>\nwa\u00e1\u0192\u00b3 ir kumbers unde s\u00c3\u00bcnden hat.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em> Parz. <\/em>467, 20;<\/p>\n<p>vertraw unter tauset kaum eim,<br \/>\nwas dich hel nimpt, behalt in gheim.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> <em>T<\/em><em>H. <\/em><em>B<\/em><em>IRK<\/em> <em>doppelspiler <\/em>51. <a name=\"GH05002L4\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>3)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>aus der vorwiegend negativen verwendung der formel<\/em> 1 <em>entspringt die substantive stellung von<\/em> hehl, <em>in dem die einfache negation<\/em> nicht <em>durch<\/em> kein <em>ersetzt wird:<\/em> wie sie im sinn haben, die lutherischen mit gewalt zu dempfen, wo sie es nur thun k\u00c3\u00b6ndten, und das hat sie auch kein heel. <em \/><em>L<\/em><em>UTHER<\/em> 5, 304<sup>b<\/sup>; das habe ich gern nachgelassen und hat mich kein hehl,<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Bd.\u00c2\u00a010,\u00c2\u00a0Sp.\u00c2\u00a0786<\/p>\n<p>dasz ein f\u00c3\u00bcrst und regent sei eine weltliche person. <em>tischr.<\/em> 393<sup>b<\/sup>; ir wesen hat sie kein heel, und rh\u00c3\u00bcmen ire s\u00c3\u00bcnde, wie die zu Sodom, und verbergen sie nicht. <em>Jes. <\/em>3, 9; ir wesen hat sie kein heel. <em>saufteufel<\/em> (1552) A 2<sup>b<\/sup>. <em>hierbei ist<\/em> hehl <em>als masc. gedacht:<\/em> es hat mich keinen h\u00c3\u00a4l, <em>libere profiteor, confiteor, pro mysterio non habeo, non diffiteor.<\/em> <em \/><em>S<\/em><em>TIELER<\/em> 734.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>4)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>dem unpers\u00c3\u00b6nlichen gebrauche steht f\u00c3\u00bcr die neuere zeit als gew\u00c3\u00b6hnlicher die pers\u00c3\u00b6nliche f\u00c3\u00bcgung<\/em> ich habe einer sache <em>oder<\/em> ich habe es (<em>dessen<\/em>) nicht hehl <em>gegen\u00c3\u00bcber, eine f\u00c3\u00bcgung f\u00c3\u00bcr die es schon fr\u00c3\u00bche beispiele gibt<\/em> (<em>aufgez\u00c3\u00a4hlt theil<\/em> 3, 1128; <em>vergl. auch gramm.<\/em> 4, 247): die laster, die ihrer gar nicht hehl haben. <em \/><em>K<\/em><em>ANT<\/em> 6, 194. <em>in pr\u00c3\u00a4gnant adjectivischer stellung, mit accusativ anstatt des genitivs:<\/em> man kan nichts h\u00c3\u00a4l vor ihm haben, <em>nihil potest clam illum haberi.<\/em> <em \/><em>S<\/em><em>TIELER<\/em> 734; ich &#8230; werde unsere freundschaft nie hehl haben. <em \/><em>N<\/em><em>IEBUHR<\/em> <em>leben <\/em>2, 21. <a name=\"GH05002L6\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>5)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>auch hier ist der substantive gebrauch von<\/em> hehl <em>bevorzugt; und zwar erscheint<\/em> hehl <a name=\"GH05002L7\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>a)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>in der mehrzahl der f\u00c3\u00a4lle als neutrum:<\/em> und welche ungerechtigkeit w\u00c3\u00bcrde es auch nicht gewesen sein, wenn man die guten ehrlichen knechte, die es kein hehl hatten, wie in ihren schriften und sonst offenbar am tage lag, so h\u00c3\u00a4tte verstoszen wollen. <em \/><em>K<\/em><em>LOPSTOCK<\/em> 12, 19; was sollen wir es hehl haben, dasz die meisten der groszen Altfranken sind; sie haben es ja selbst kein hehl. <em>s.<\/em> 170; Kl\u00c3\u00a4rchen hatte es kein hehl, dasz sie den knieg\u00c3\u00bcrtel der jungfrau schon als ein st\u00c3\u00bcck ihrer toilette betrachtete. <em \/><em>T<\/em><em>H\u00c3\u0153MMEL<\/em> 3, 282; wenn ich dessen kein hehl habe. <em \/><em>H<\/em><em>OLTEI<\/em> <em>Lammfell <\/em>11. <a name=\"GH05002L8\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>b)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>weniger oft als masc.:<\/em> ich habe des keinen hehl. <em \/><em>J<\/em><em>ACOBI<\/em> <em>Woldemar <\/em>32; ich habe meiner reue keinen hehl. <em \/><em>G<\/em><em>OTTER<\/em> 3, 407;<\/p>\n<p>gehorsam jeglichem befehl,<br \/>\nund seinem eigensinn,<br \/>\nhab ichs sonst aber keinen hehl,<br \/>\ndasz ich ihm b\u00c3\u00b6se bin.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> <em>G<\/em><em>LEIM<\/em> 4, 217;<\/p>\n<p>er hat es keinen hehl, dasz wir um seinetwillen<br \/>\nhieher berufen sind.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> <em>S<\/em><em>CHILLER<\/em> <em>Piccol. <\/em>5, 1.<\/p>\n<p><em>6)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>neu ist die f\u00c3\u00bcgung<\/em> aus etwas kein hehl machen: er macht aus seiner abneigung gegen die liberalen grunds\u00c3\u00a4tze gar kein hehl; ich mache gar kein hehl daraus, dasz ich ihn nicht leiden mag; die hofdienerschaft machte gar kein hehl daraus, dasz im falle des &#8230; sieges Nassau sich auf dem rechten Rheinufer abw\u00c3\u00a4rts bis nach Deutz ausdehnen werde. <em \/><em>B<\/em><em>RAUN<\/em> <em>bilder aus d. deutschen kleinstaaterei <\/em>2 <em \/>(1869) <em>s.<\/em> 242. <a name=\"GH05002L10\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>7)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>die unter<\/em> 5 <em>und<\/em> 6 <em>aufgez\u00c3\u00a4hlten beispiele lassen erkennen, wie<\/em> hehl <em>auch zu freierer substantiver verwendung in der bedeutung verheimlichung, heimlichkeit gelangen konnte:<\/em> \u00c3\u00a4uszerungen, wobei kein hehl und nichts arges ist. <em \/><em>K<\/em><em>ANT<\/em> 10, 122;<\/p>\n<p>und wo dein (<em>des weines<\/em>) reiner nektar flieszt,<br \/>\nda schwindet arg und hehl und list.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> <em>B<\/em><em>LUMAUER<\/em> 1, 34.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>in Basel wird r\u00c3\u00bccksichtlich der verhandlungen in geheimer sitzung des rats<\/em> hehl geboten, <em>verschwiegenheit auferlegt; \u00c3\u00a4hnlich niederdeutsch<\/em> in dem h\u00c3\u00a2le wesen, <em>im geheimnis sein,<\/em> in h\u00c3\u00a2le <em>im geheimen, auch in officieller sprache. vergl. unten<\/em> hehlen 2, <em>a.<\/em> <a name=\"GH05002L11\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>8)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>die mhd. formel<\/em> sunder h\u00c3\u00a6le, <em>in der<\/em> h\u00c3\u00a6le <em>gew\u00c3\u00b6hnlich, aber wol zu unrecht, als substantives fem. aufgefaszt wird, ist auch nhd. noch gebraucht:<\/em><\/p>\n<p>geselle, ich sag dir sunder h\u00c3\u00aal,<br \/>\nv\u00c3\u00bcr die w\u00c3\u00a2rheit da\u00e1\u0192\u00b3 vernim.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em> Helbling <\/em>8, 102;<\/p>\n<p>swie ofte d\u00c3\u00bb die s\u00c3\u00bcnde tuost,<br \/>\nals ofte d\u00c3\u00bb sie b\u00c3\u00bce\u00e1\u0192\u00b3en muost,<br \/>\nhie mit dem l\u00c3\u00aebe sunder h\u00c3\u00aal<br \/>\noder dort an der s\u00c3\u00aal.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> 9, 17;<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>ich bit dich pilger sag mir on h\u00c3\u00a4le warumb hastu mich als fast angesehen. <em>Aimon bog.<\/em> r 1.<\/p>\n<p><em>9)<\/em>\u00c2\u00a0 woher kommt es, dasz es jetzo so kunter bunt, \u00c3\u00bcber hel und bel in der welt .. hergehet? <em>Rein. Fuchs<\/em> (<em>Rostock<\/em> 1650) 414. <em>wenn in dieser, sonst nicht weiter zu belegenden redensart<\/em> hel <em>hierher geh\u00c3\u00b6rt, so w\u00c3\u00bcrde der gegensatz<\/em> bel <em>zu<\/em> bellen <em>schreien, l\u00c3\u00a4rmen<\/em> (1, 1452) <em>fallen und die formel das verborgene und laut verk\u00c3\u00bcndete betonen.<\/em><\/p>\n<p><em>10)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>ab von<\/em> hehl <em>steht der bedeutung wie h\u00c3\u00b6chst wahrscheinlich auch dem ursprunge nach das adj.<\/em> hahl, h\u00c3\u00a4hl, <em>auch<\/em> hehl, hel <em>geschrieben, \u00c3\u00bcber das sp.<\/em> 158 <em>zu vergleichen.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00c2\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/displaylinkinfo?lemid=GH05003\" target=\"_linkinfo\" \/><sup>\u00c2\u00a0<\/sup> <a name=\"GH05003L0\"><\/a><em>HEHLEN<\/em>, <em>verb.<\/em><a name=\"GH05003L1\"><\/a> <em>occultare.<\/em> <a name=\"GH05003L2\"><\/a><em>1)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>formelles. die alten dialecte haben in h\u00c3\u00a4ufiger verwendung ein starkes verbum, ahd.<\/em> h\u00c3\u00ablan, <em>praet.<\/em> hal, <em>part.<\/em> holan, <em>mhd.<\/em> h\u00c3\u00abln, <em>praet.<\/em> hal, <em>part.<\/em> geholn, <em>alts. ags.<\/em> helan, <em>fries.<\/em> hela, <em>urverwandt dem lat.<\/em> occulere, celare, <em>griech.<\/em> \u00ce\u00ba\u00ce\u00b1\u00ce\u00bb\u00cf\u2026\u00cf\u20ac\u00cf\u201e\u00ce\u00b5\u00ce\u00b9\u00ce\u00bd<em>; daneben erscheint weniger oft belegt auch eine schwache bildung, ahd.<\/em> haljan heljan <em>velare, tegere,<\/em> biheljan <em>velare, munire, mhd.<\/em> entheln, <em>aus<\/em><a name=\"10_787\"><\/a>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<\/p>\n<div>Bd.\u00c2\u00a010,\u00c2\u00a0Sp.\u00c2\u00a0787<\/div>\n<p><em>der verborgenheit nehmen,<\/em> verheln <em>verbergen, alts. ags.<\/em> behelian <em>velare, occultare. das im<\/em> 13. <em>jahrh. noch h\u00c3\u00a4ufige starke<\/em> h\u00c3\u00abln <em>wird nach dieser zeit in seiner einfachen form<\/em> (<em>nicht in der zusammensetzung<\/em> verh\u00c3\u00abln, <em>nhd.<\/em> verhehlen, <em>die bis heute h\u00c3\u00a4ufig angewendet ist und nach ihrem \u00c3\u00bcbertritt in die schwache conjugation sich doch das part.<\/em> verhohlen <em>als adj. gerettet hat<\/em>) <em>selten, und es ist wahrscheinlich, dasz mit dem zur\u00c3\u00bcckdringen des wortes auch die starken conjugalionsformen in vergessenheit, die schwachen in allgemeine verwendung kommen<\/em> (<em>ein praes.<\/em> helet <em>aus dem<\/em> 15. <em>jahrh. s. unten<\/em>). <em>wie lange neben den letzteren starke formen sich noch halten, kann durch belege nicht dargethan werden; mundartlich geht noch jetzt in D\u00c3\u00bcringen ein starkes praes.<\/em> hielt <em>in der reimenden formel:<\/em> wer hielt, der stielt. <em>grammatiker und w\u00c3\u00b6rterb\u00c3\u00bccher des<\/em> 16. 17. <em>jahrh. f\u00c3\u00bchren kein praet.<\/em> hal, <em>part.<\/em> geholen <em>mehr auf;<\/em> <em \/><em>S<\/em><em>TIELER<\/em> 733, <em>der das einfache verbum \u00c3\u00bcberhaupt als seltenes gibt, schreibt<\/em> h\u00c3\u00a4len, geh\u00c3\u00a4let. <a name=\"GH05003L3\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>2)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>bedeutung. occulere<\/em> helen, <em>occultare<\/em> helen <em \/><em>D<\/em><em>IEF.<\/em> 392<sup>a<\/sup>; <em>celare<\/em> helen, hellen, heln 110<sup>a<\/sup>; <em>velare<\/em> decken <em>i.<\/em> helen, heln, heylen 609<sup>a<\/sup>; hehlen, h\u00c3\u00a4len, helen <em>celare, dissimulare<\/em> <em \/><em>S<\/em><em>CHOTTEL<\/em> <em \/>1335; hehlen <em>occultare<\/em> <em \/><em>H<\/em><em>EDERICH<\/em> 1234; <em>nl.<\/em> helen <em>celare, occultare, tacere, silere<\/em> <em>K<\/em><em>ILIAN<\/em>; <em>in mehrfachem gebrauche.<\/em> <a name=\"GH05003L4\"><\/a><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>a)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>verheimlichen, verbergen, in bezug auf ein wissen, eine erfahrung; mit dem acc. der sache:<\/em> helen da\u00e1\u0192\u00b3 wir czu rechte helen sullen und melden da\u00e1\u0192\u00b3 wir czu rechte melden sullen. <em>eid der ratsmitglieder in Nordhausen<\/em> (15. <em>jahrh.<\/em>), <em>in den neuen mittheil. des d\u00c3\u00bcr.-s\u00c3\u00a4chs. vereins<\/em> 3, 4, 47; den rath (<em>ratsverhandlung<\/em>) h\u00c3\u00a4len als wir zu recht sollen. <em \/><em>H<\/em><em>ALTAUS<\/em> 872 (<em>aus Erfurt<\/em>); der ding wei\u00e1\u0192\u00b3 oder mit helet. <em>Magdeb. blume<\/em> 2, 3, 71. <em>auch mit dativ der person oder entsprechender praepositionaler f\u00c3\u00bcgung:<\/em> ich kann es dir nicht hehlen, ich kann es vor dir nicht hehlen; ich kan auch e. k. f. g. nicht hehlen, das mir viel genanter d. Eck &#8230; ketzerische b\u00c3\u00bccher allegirt. <em \/><em>L<\/em><em>UTHER<\/em> 1, 148<sup>b<\/sup>;<\/p>\n<p>wer b\u00c3\u00bcrgt uns<br \/>\ndaf\u00c3\u00bcr, dasz wir nicht opfer der beschl\u00c3\u00bcsse sind,<br \/>\ndie man vor uns zu hehlen n\u00c3\u00b6thig achtet?<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> <em>S<\/em><em>CHILLER<\/em> <em>Wallensteins tod <\/em>1, 5;<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><em>in bezug auf empfindungen:<\/em><\/p>\n<p>sie sprach: gesell ich kan<br \/>\nmein lieb nit lenger helen.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em> Zimm. chron. <\/em>4, 321, 1;<\/p>\n<p>ach, &#8217;s ist doch hart, so einsam sein,<br \/>\ndes lebens lust, des lebens pein<br \/>\nim eignen busen hehlen.<br \/>\n\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<em \/> <em>S<\/em><em>IEGFRIED <\/em><em>S<\/em><em>CHMIDT<\/em> <em>in<\/em> <em>Schillers musenalm. <\/em>1798 <em>s.<\/em> 31;<\/p>\n<p>hehlen <em>intransitiv:<\/em> sollte ich damit zur\u00c3\u00bcckhalten und hehlen? <em \/><em>C<\/em><em>LAUDIUS<\/em> 7, <em>IV.<\/em><\/p>\n<p><em>b)<\/em>\u00c2\u00a0 <em>verheimlichen, verbergen, in bezug auf eine sache oder eine person:<\/em> eine gestohlene sache bei sich hehlen; diebe, r\u00c3\u00a4uber hehlen; einen bei sich hehlen, <em>occultare aliquem apud se.<\/em> <em \/><em>H<\/em><em>EDERICH<\/em> 1234. <em>s.<\/em> hehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<p dir=\"ltr\">Und\u00c2\u00a0hier der Link zu dieser wunderbaren Quelle: <a title=\"Hehl2\" href=\"http:\/\/www.woerterbuchnetz.de\/woerterbuecher\/dwb\/wbgui?lemid=GH05002\" target=\"_blank\">KLICK<\/a><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\">Aber man findet nat\u00c3\u00bcrlich noch mehr, wenn man etwas sucht. Da gibt es ja noch das moderne, digitale W\u00c3\u00b6rterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhundert.<\/p>\n<table cellpadding=\"0\" border=\"0\">\n<tr>\n<td>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\"><p><strong>&#8222;Hehl,<\/strong> das <em>auch<\/em> der \/<em>meist in der festen Verbindung<\/em>\/ kein(en) H. aus etw. machen <em>etw. nicht verheimlichen, nicht verbergen<\/em>: er machte aus seinen Absichten, seiner Einstellung, Freude, seinem Fehler kein(en) H.; Mein Chef machte kein Hehl daraus, da\u00c3\u0178 ihm die Amerikaner Auftr\u00c3\u00a4ge gaben Seghers <em>Erster Schritt<\/em> 114; veralt. ohne H. (<em>ohne Verheimlichung, offen<\/em>) sprechen<\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\" \/>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\" \/>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\" \/>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\" \/>\n<blockquote dir=\"ltr\" style=\"margin-right: 0px\"><p>Copyright \u00c2\u00a9 2003 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften&#8220; &#8211; <a title=\"Hehl3\" href=\"http:\/\/www.dwds.de\/?kompakt=1&#038;qu=Hehl\" target=\"_blank\">KLICK<br \/>\n<\/a><\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Auch bei canoonet findet man HEHL &#8211; <a title=\"Hehl\" href=\"http:\/\/www.canoo.net\/services\/Controller?service=canooNet&#038;lookup=caseSensitive&#038;input=Hehl\" target=\"_blank\">KLICK<\/a>\u00c2\u00a0&#8211; und gelangt von dort auch zu jener Seite, die einen Satz zitiert in dem Chaplin, der Kommunismus und Hehl gleichzeitig vorkommen: &#8222;&#8220;W\u00c3\u00a4hrend seiner Zeit in den USA (1910-1952) machte Chaplin nie einen <strong>Hehl<\/strong> daraus, dass er den Kommunismus nicht so schlecht finde, wie ihn die Amerikaner immer hinstellen. Dies war nat\u00c3\u00bcrlich zur damaligen Zeit das Salz in der Wunde f\u00c3\u00bcr die USA&#8220;\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 (<a title=\"Hehl4\" href=\"http:\/\/www.redensarten-index.de\/suche.php?bool=relevanz&#038;suchspalte%5B%5D=rart_ou&#038;suchspalte%5B%5D=bsp_ou&#038;suchbegriff=hehl\" target=\"_blank\">KLICK<\/a>)<\/p>\n<p>Und dann gibt es noch die Uni-Leipzig, bei der man etwas\u00c2\u00a0\u00c3\u00bcber HEHL findet &#8211; <a title=\"Hehl...\" href=\"http:\/\/wortschatz.uni-leipzig.de\/cgi-bin\/wort_www.exe?site=2&#038;Wort_id=721066\" target=\"_blank\">Klick<\/a><\/p>\n<p>Ich mache keinen Hehl daraus, es hat Spa\u00c3\u0178 gemacht, nach dem HEHL zu suchen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gute Recherche zahlt sich aus. Man lernt dazu und kann anschlie\u00c3\u0178end daf\u00c3\u00bcr sorgen, dass andere Menschen auch dazu lernen. Wenn man\u00c2\u00a0die viele Recherchezeit\u00c2\u00a0dann noch bezahlt bek\u00c3\u00a4me, w\u00c3\u00a4re das super. Aber okay, ich habe ja eine soziale Ader. Ich erz\u00c3\u00a4hle jetzt &hellip; <a href=\"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/archives\/687\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,12],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=687"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dynamoberlin2002.de\/bfcfotos\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}