Archiv für den 9. Oktober 2017

Vom Glück, die Natur schön finden zu können

Heute habe ich ein Buch geschenkt bekommen, es heißt: „Vom Glück, mit der Natur zu leben“. Das wunderbare Buch ist ein Tagebuch, und es ist in Olton entstanden, einem Ort in Warwickshire, wo die Familie der Autorin wohnte. Edith Holden hat den Jahreslauf gezeichnet, gemalt und aufgeschrieben, was ihr in der Natur begegnete. Der stürmische Wind und die abgeflogenen Mauersegler, der Fliegenpilz, der Specht und meine Freundin, die Libelle, finden im Tagebuch Platz neben Gedichten, so schön ausgesucht, dass ich  kaum aufhören kann, darin zu lesen.

Nun brennt der Wald in feuerfarbner Pracht,

Und Tag für Tag verfällt, verweht das Laub.

Im Türspalt klagt der Herbstwind jede Nacht

Von seiner Fahrt durch öder Felder Staub,

Von seinem Ritt durch Hochlandeinsamkeit

Bis hin zum Meer, dem er sein Brausen lieh –

Und zärtlicher als Sommers Lust und Freud

Greift leis‘ nach dir Melancholie.

William Allingham

Sonnenschein und ein blauer Himmel – wir hatten Glück. Was für ein schöner Spaziergang durch den Park! Libellen umschwärmten uns und auch die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge schienen die Oktobersonne zu genießen. Der große Mammutbaum und die Ginkgobäume, die im Wind tanzenden Gräser und das Klopfen des Spechts – in der Ferne irgendwo rufende Kraniche – das ist Balsam und Labsal für die Seele. Der Wald, der mich einst adoptierte, hat mich gelehrt, dass die Natur eine ehrliche Haut ist – verlässlich, freundlich und gefährlich. Auch heute zeugten die gefallenen Bäume von der Gewalt des großen Sturms in der letzten Woche. Merke: Rohe Gewalt bringt auch Gesunde um. Auch kräftige Bäume, umringt von ihren Genossen, sind nicht unsterblich und halten nicht jedem Sturm stand. Ich fotografiere, was ich sehe – Vorsorge für den farbkargen Winter und die eigene permanente Vergesslichkeit. Die Schönheit des heutigen weißen Schmetterlings ist gewaltig – selbst ein Kohlweißling sieht heute ganz anders aus als gewohnt und wird nicht sofort erkannt. Seltsame Früchte, zarte Ballons, abgeworfen von einem unbekannten Strauch, machen neugierig. Was ist das?

Seltsamer-Ballonstrauch

Seltsamer-Ballonstrauch

Ballonfrüchte

Ballonfrüchte

Das Damwild, das hier sonst steht, ist wohl in den Urlaub gefahren, das Futter, das ich für die Hirsche und Damen gekauft habe, nehme ich mit nach Hause. Außerdem nehmen wir Kartoffeln mit, verkauft von klugen jungen Leuten, die sich auskennen. Mehlig kochende, vorwiegend fest kochende, der persönliche Geschmack entscheidet, Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel.

Herbst

Als ich nach Hause komme, regnet es schon wieder. Aber ich habe ja die Bilder – auf der Speicherkarte und im Kopf – und die Erinnerung an das gute Gespräch, an das ich immer denken werde, wenn ich die Bilder des Ausflugs sehe. Das ist auch ein Stück vom Glück.

Herbst

Herbst

Wir sprachen auch über Ginkgo – und ob ein Extrakt der Pflanze vielleicht gegen Vergesslichkeit – Demenz – hilft, ich habe das also heute am Abend noch einmal recherchiert, es kommt ganz darauf an, es gibt rezeptpflichtige Präparate, die gegenüber einem Scheinmedikament Vorteile aufweisen, aber diese sind „moderat“. Ich persönlich empfehle die „Einnahme“ von etwas Goethe, der hat auch gewiss keine unangenehmen Nebenwirkungen.

Goethe_Ginkgo_Biloba

Goethe_Ginkgo_Biloba