Archiv für den 4. Juni 2017

Timur – ohne Trupp

Timur hatte gestern seinen Trupp nicht dabei. Obwohl Werner zeitweise bemüht war, ihm den Trupp zu ersetzen, kamen die beiden nicht auf einen Nenner. Fiebi wollte mit beiden nichts zu tun haben. Und dem braunen Hund ohne Namen habe ich im örtlichen Lebensmittelgeschäft eine Wurst gekauft. Das war nötig, denn er hatte großen Hunger und keinen Versorger. (Wenn ihr auf die Bilder klickt, wachsen die Hunde – beißen aber nicht!)

Timur

Timur

Werner - ein Husky

Werner

Fiebi

Fiebi

Hund ohne Namen

Hund ohne Namen

Am Bach: Schäfchenweiches Wasser umarmt von sanftem Grün. Im Wald: Akazienblüte und Vogel-Bienenkonzert.

Akazienblüte

Akazienblüte

Auch vielen Menschen bin ich gestern begegnet. Ich traf an einem Storchennest eine Fotografin, die es – wie ich – auf alles Getier abgesehen hat. Schmetterlinge, Libellen, Störche…

Schmetterling

Schmetterling

Zwei Väter mit ihren Söhnen auf Wanderschaft, die es aus der Oderberger Straße bis in den Oderbruch geschafft hatten, saßen beim Essen am Nachbartisch und wir kamen ins Gespräch. Die Väter genehmigten sich ein zweites Bier, während den Söhnen – die nach einer zweiten Cola fragten – nur Wasser erlaubt wurde. Das Leben ist hart und ungerecht. Das lernen Kinder schnell.

Gemeinsam angelten Polen, Russen, Templiner und Berliner, wobei die Russen auch aus Berlin kamen. Man verständigte sich auf deutsch und der Baby-Hecht (45 cm) wurde vom gefressenen Köder befreit und durfte weiterschwimmen. „Wenn man den behält und damit erwischt wird, kostet das 200 Zloty“

Babyhecht

Babyhecht

Bevor meine Reise endete, traf ich dann noch ein deutsches Portemonnaie an einer polnischen Tankstelle. Das Portemonnaie hatte seinen Besitzer verlassen, ohne ihm Bescheid zu geben. Es enthielt alles, was ein Mensch in unserem Land so braucht, um wahrgenommen zu werden: Ausweis, Fahrerlaubnis, Geldkarte, Krankenkassenkarte und Geld.  Mir war klar, dass hier jemand sein Eigentum schmerzlich vermissen würde. Also habe ich meine Reise verlängert und das Portemonnaie nach Hause gebracht. Es war schneller da als sein Besitzer und wurde von Hausbewohnern in Obhut genommen.

Ich hatte es dann ziemlich eilig, weil ich schnell noch zu Edeka (vormals Kaiser) musste, und die schließen um 23:30 Uhr. Irgendwie habe ich es geschafft und war der vorletzte Kunde (Gender-korrekt: die vorletzte Kundin), es war 23:25 Uhr. Ich hatte das Gefühl, ich müsse mich dafür entschuldigen, so spät noch einkaufen zu wollen. Ich rechtfertigte mich also mit dem nach Hause gebrachten Portemonnnaie. „Hätten Sie einfach in den Briefkasten werfen können“, meinte einer der Verkäufer – man stand zu dritt um die letzte geöffnete Kasse, „die stellen das zu.“ Das wusste ich, kam aber nicht infrage, weil ich mir vorstellte, es wäre mein Portemonnaie gewesen. Schlaflose Nächte, anstrengende Tage – Frust und Ärger.

Als ich meinen Einkauf verstaute, hörte ich folgende Durchsage: „Lieber letzter Kunde, bitte kommen auch Sie bald zur Kasse. Es ist 23 Uhr 38.“ Da war keine Ironie in der Stimme, es war einfach nur freundlich. Und auch ein Zuspätkommer mit dringendem Einkaufswunsch durfte noch rein.

Meine Parkplatzsuche endete – wie um solche Zeit zu erwarten – weitab vom Ziel. Noch auf dem Weg nach Hause erreichte mich ein Anruf des Portemonaiebesitzers. Inzwischen weiß ich, dass ich ihn glücklich gemacht habe – und wie oft kann man schon jemanden glücklich machen – oft müht man sich ja jahrelang und schafft es doch nicht. Vielleicht sollten wir alle mal unsere Portemonnaies wegwerfen…

Blühende Landschaft

Blühende Landschaft – Blumenwiese – Mohnblumen- Kornblumen und mehr…

Das Bild der blühenden Landschaft ist ein Geschenk des Portemonnaiebesitzers, danke.