Archiv für Oktober 2009

Auswandern – aber wohin?

Manche Leute meinen, dass Auswandern eine Lösung sei.

Was das Wetter betrifft, stimmt das. Die anderen Probleme, die Mensch so hat, sind anderswo auch nicht besser gelöst. Länder, in denen alles schlimmer ist, gibt es zu Hauf, aber an die denkt man ja nicht einmal im Traum. Wohin also?

Das fragt sich auch Gregor, während er die Blätter seines Gummibaums mit einem feuchten Lappen vom Staub befreit. Ungern würde er zugeben, dass er sich mit solcher Hingabe einer Grünpflane widmet, die Kollegen würden ihn sofort zum Opfer machen. Natürlich wäre er ausreichend kompetent, sich des Spotts zu erwehren, schließlich ist er Psychologe und weiß, wie man das macht. Aber wozu?

Es geht die Kollegen nichts an, was er mit seinem Gummibaum macht. Es geht überhaupt niemand etwas an, was er mit seinem Gummibaum macht. Es geht auch niemand etwas an, dass er auswandern wollen würde, wenn es denn einen Ort gäbe, an dem es besser wäre. Niemand geht das etwas an.

Es gibt Leute, die behaupten, Psychologen wären schon von Natur aus verrückt, sonst hätten sie etwas Anständiges studiert, Jura, Medizin oder BWL – aber doch nicht Psychologie. Das ist fast so schlimm wie Archäologie, das behaupten manche Leute.

Das sind Leute, denen man auch nie im Leben sagen darf, dass man Staub auf einem Gummibaum wischt. Die denken nicht einmal im Traum daran, wie sie sich selbst fühlen würden, wenn sie so ein Gummibaumblatt voller Staub wären. Ein Gefühl, als müsste man ersticken!

Das Schlimme ist, denkt Gregor, dass Auswandern keine Lösung ist. Und während er das denkt, wischt er dem Gummibaum den Staub von den Blättern.


Türkische Schulen für Berlin!

Angesichts der Tatsache, dass Herta Müller den Nobelpreis für Literatur bekommen wird, fordere ich:  Türkische Schulen für Berlin. Schließlich gab es sogar für die unterdrückte deutsche Minderheit im diktatorischen Rumänien die Möglichkeit, ihre Kinder auf eine muttersprachliche Schule zu schicken.

Herta Müller besuchte im Geburtsland Rumänien die deutsche Schule „Nikolaus Lenau“.  Sie erhielt den Nobelpreis für Literatur und wird als Rumäniendeutsche zu allererst der deutschen Literatur zugeordnet.

Was hierzulande als gutes Recht für die deutsche Minderheit in Rumänien galt, eingefordert und unterstützt wurde und wird: Erhaltung der eigenen Kultur, der Betrieb muttersprachlicher Schulen und eigener Kirchgemeinden dürfte natürlich die türkische Minderheit in Deutschland nicht fordern. Selbst wenn – wie in Schulen in der Türkei -  kein Kopftuch getragen werden dürfte.

Ich bin gespannt auf den ersten türkischstämmigen Berliner Nobelpreisträger für Literatur. Vielleicht wird er über Kopftuchmädchen, Bildungschancen und Diskriminierung schreiben – einen Roman über das ganz reale Leben.


Blogger in Aktion: Sanktionen wegbloggen!

Bitte macht mit, der aufschreiber zum Beispiel hat ja auf meinen Artikel vom 4. Oktober reagiert und die Online-Petition mitgezeichnet, aber es fehlen noch viele Unterschriften. Die Hürde ist hoch, man muss sich anmelden und registrieren – aber das Anliegen ist wichtig: Die Sanktionen müssen weg. Deshalb hat sich auch eine Blogger-Initiative gebildet, die ich erst heute entdeckte und die ich hier einfach zitiere, in der Hoffnung, andere Blogger zum “SANKTIONEN WEGBLOGGEN” zu gewinnen und Leser vom Mitzeichnen der Online-Petition zu bewegen. Es geht uns alle an, wir sind und bleiben mitverantwortlich für das, was in unserem Land geschieht.

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Sanktionen wegbloggen – in aller Kürze

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

da der der eigentliche Aufruf doch etwas lang ist: Allein 2008 waren 789.000 Bürger von Sanktionsmaßnahmen im Rahmen von „Hartz IV“ betroffen, sprich: es wurde ihnen die sogenannte „Leistung“ gekürzt. Diese Leistung entspricht aber eh schon nur dem Existenzminimum – alles, was darunter liegt, liefert die Betroffenen Hunger und Existenznot aus.

Da aktuell eine Online-Petition aufliegt, die die Abschaffung dieser Sanktionen fordert, möchten wir sie – gemeinsam mit Euch – unterstützen und rufen Euch auf, uns dabei zu helfen. Sprecht mit Euren Nachbarn, im real life und virtuell, macht sie darauf aufmerksam und laßt uns gemeinsam diese menschenverachtende Sanktionspraxis beenden!

Eure Blogtivisten

Margitta Lamers
Frank Kopperschläger
Frank Benedikt

3. Oktober 2009 von Frank Benedikt

Zur Webseite “SANKTIONEN WEGBLOGGEN” geht es durch nur einen KLICK

Zum Unterzeichnen der Online-Petition geht es hier:  Registrieren, anmelden und mitzeichnen!


Und wo seid ihr heute gewesen, Genossen-Aufrufer?

10. Oktober Gegen den Neonazi-Aufmarsch am Alexanderplatz: Bunt, laut & friedlich!

Am Samstag, den 10. Oktober wollen Neonazis vom Alexanderplatz aus durch Berlin marschieren. Sie nehmen den Angriff auf die bei Rechtsextremen beliebte Kneipe “Zum Henker” in Treptow-Köpenick als Vorwand, sich als Vertreter von Recht und Ordnung darzustellen. Der ursprünglich für Samstag geplante Aufmarsch in Königs Wusterhausen für “ein nationales Jugendzentrum” wurde abgesagt. Jetzt mobilisieren die Neonazis bundesweit für einen Aufmarsch in Berlin.

Dabei ist die Heuchelei der Neonazis offensichtlich: Sie stellen sich als Hüter von Recht und Ordnung dar – gleichzeitig werden auf rechtsextremen Internetportalen Menschen, die sich mit demokratischen und friedlichen Mitteln gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus engagieren, offen bedroht. Gleichzeitig greifen Neonazis Demokraten, die in Dresden gegen einen Nazi-Aufmarsch demonstriert haben, an. Gleichzeitig attackieren Rechtsextremisten eine Gewerkschaftsdemo in Dortmund. Gleichzeitig beleidigt und bedroht die NPD im Thüringer Wahlkampf den CDU-Kandidaten Schall. Allein im letzten Jahr wurden 14.000 rechtsextrem motivierte Straftaten angezeigt, davon über 1.300 in Berlin. Es ist also ihre Ideologie, die zu Gewalt gegen anders Aussehende, Lebende oder Liebende führt!

Wir wollen die Menschen, die sich in Treptow-Köpenick, in Berlin und anderswo mit friedlichen und demokratischen Mitteln aber entschlossen gegen rechtsextreme Strukturen engagieren unterstützen und ihnen unsere Solidarität zeigen. Wir wollen dem geplanten Naziaufmarsch entgegentreten – bunt, laut und gewaltfrei.

Ab 11.30 Uhr findet deshalb eine Kundgebung in der Nähe vom Alexanderplatz statt, zu der wir alle demokratisch engagierten Bürgerinnen und Bürger aufrufen.

Aufrufer/innen

Amadeu Antonio Stiftung
Bündnis 90/Die Grünen, Landesvorstand Berlin
Die Linke, Landesverband Berlin
SPD, Landesverband Berlin
Jusos Berlin
Grüne Jugend Berlin
Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Treptow-Köpenick
ver.di Bezirk Berlin
AG Rechtsextremismus des ver.di Landesbezirksvorstandes Berlin-Brandenburg
Andreas Köhn, stellv. Landesbezirksleiter ver.di Berlin-Brandenburg
Sonntags Club e.V. – Berliner Vereinigung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans
ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
UBI KLiZ e.V. – Initiative gegen Rechts Friedrichshain
Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten – Berliner VVN-BdA e.V.
Clara Herrmann, MdA
Evrim Baba, MdA
Christina Emmrich, Bezirksbürgermeisterin Berlin-Lichtenberg
Dirk D. Retzlaff, Bezirksstadtrat für Jugend und Schule in Treptow-Köpenick von Berlin
Dr. Dietmar Molthagen, Friedrich-Ebert-Stiftung
Matthias Schmidt, BVV Treptow-Köpenick
Oliver Igel, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick
Yvonne de Andrés, YDEA | consulting Bildungsteam Berlin-Brandenburg
Astrid Rothe-Beinlich MdL
Martin Wilk
Jörg Fischer-Aharon, Vorsitzender haKadima – Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V
Johannes Zerger, Geschäftsführer Stiftung Demokratische Jugend
Carola Scheibe-Köster, Kreisgeschäftsführer Grüne Berlin-Neukölln
Dr. Martin Jander, Historiker und Journalist (Berlin)
Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstandes BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Reiner Schiller-Dickhut
Harry Schapira, Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e.V.
Dr. Hans Erxleben, BVV Treptow-Köpenick
Elvira Grözinger
Deutsche Jugendfeuerwehr im Deutschen Feuerwehrverband e.V.
Volker Beck, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)
Levi Salomon, Beauftragter der jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Bekämpfung des Antisemitismus
Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.
Sharon Adler – Herausgeberin AVIVA-Magazin
Christian Hanke, Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte
Meggie Jahn, Stellv. Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Potsdam
Rabbiner Gedaliah Schreiber, Vorsitzender Israelitische Synagogen-Gemeinde
Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland
Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg
Sven-Christian Kindler

B I T T E R !

Ein kleines Häuflein Antifaschisten traf sich – dem Aufruf folgend.

So kann man den Neo-Nazis nicht erfolgreich entgegentreten!

Genossen der LINKEN, der SPD – FreundInnen von den Grünen, Jusos, Kollegen von ver.di, wo seid ihr heute gewesen?

Die Wenigen, die sich am zentralen Treffpunkt einfanden, können das Ansehen dieser Stadt nicht retten. Wenn ihr aufruft, sich den Rechtsextremen entgegen zu stellen, dann müsst ihr euren Aufruf auch kommunizieren! Ihr hattet zu wenig Zeit? Das Argument gilt nicht.

Am Haus des Lehrers, dem zentralen Treffpunkt, trafen sich einige Grüppchen. Ich sah Fahnen der LINKEN, der Grünen, der Antifa, der Priatenpartei und der DKP. Hans-Christian Ströbele – 70 Jahre alt – war da. Vielleicht waren es 100 Menschen, vielleicht auch noch weniger, die da warteten, dass man sich – dem Aufruf folgend – den Nazis laut, bunt und friedlich entgegenstelle. Es war kalt. Aus dem Lautsprecherwagen verlas jemand Aufrufe, aber die verhallten…

Die Rechtsextremen hörte man schon von Weitem. Sie hatten sich am Fuß des Fernsehturms versammelt. Dicht  umsäumt von der behelmten Polizei, die die wenigen Protestierer auf Abstand hielt.

Ich hätte niemals gedacht, dass die Berliner solchen Horden noch einmal gestatten würden, durch diese Stadt zu marschieren.

Dass eine solche Demo genehmigt wird, solche Transparente uns bedrohen dürfen. Mit Meinungsfreiheit hat das nichts zu tun.

nat-soz:

Pankow und die Flugzeuge nach Tegel

Frage: Sag mal, sind hier die Flugzeuge früher auch schon so dicht über den Häusern geflogen? Also zu DDR-Zeiten?
Ich überlegte einen Moment.
Dann antwortete ich so: Nee, ich glaube, früher sind die drumrum geflogen.


Ein Fußballverein und sein(e) Logo(s)

Ringlein, Ringlein, du musst wandern
von dem einen zu dem andern.
Das ist hübsch, das ist schön.
Lasst das Ringlein nur nicht seh’n.

Das hübsche Kinderliedchen könnten die Fans des BFC Dynamo mit verändertem Text singen:

Logo, Logo, du musst wandern
von dem einen zu dem andern.
Das ist hübsch, das ist schön.
Lasst das Logo nur nicht seh’n.

Nun sieht das Traditionslogo des BFC Dynamo ohnehin kaum noch jemand, denn der Verein hat sich nach langen Jahren entschlossen, beim Patent und Markenamt die Eintragung eines neuen Logos zu beantragen. Das war nötig. Das eigene Logo unter dem der BFC Dynamo seine 10 DDR-Meisterschaften errungen hatte, im Europapokal spielte und weit über die Grenzen des DDR-Globus hinaus bekannt geworden war, gehörte dem Verein längst nicht mehr.

Der Verein hieß nicht mehr BFC Dynamo und ein findiger Mensch sicherte sich die Markrechte am Logo des Vereins. Als der Meisterklub sich wieder auf seine Tradition besann und den alten Namen wieder annahm, war sein Logo in fremder Hand. Es wanderte vom findigen Eintrager zu schnellen Motorradfahrern, die ganz und gar keine Engel sind. Der Verein hätte es gern zurückgekauft, war aber finanziell ständig klamm und der Preis für den Rückkauf überstieg seine Möglichkeiten. Da begann unerwartet ein Märchen:

Es tauchte plötzlich aus dem NICHTS ein Männlein auf und versprach dem Verein goldene Zeiten. Beinahe niemand im Verein wollte dem Männlein glauben, dass es so viel Geld besäße, wie es behauptete. Außerdem behauptete das Männlein, es habe das Geld in vielen fremden Ländern eingesammelt und sogar verdient durch den Handel mit Diamanten und Kaffee. Das glaubte auch keiner – denn das Männlein sah so gar nicht aus, wie ein König und Diamantenhändler, und außerdem hatte der böse Vereinsvorsitzende das Männlein mitgebracht und da waren viele Zweifel angebracht, denn der glaubte auch, dass man goldene Sonnen kaufen könne und dass dem Verein eines Tages die gebratenen Tauben mit dem Bus gebracht würden. Zum Zeichen, dass es wirklich über die Mittel für goldene Zeiten verfüge, kaufte aber das Männlein dreiviertel vom LOGO, das restliche Viertel behielt der Motorradfahrer, der immer noch kein Engel war. Aber obwohl die Fans des Vereins ihr Logo sehr liebten wollten sie das merkwürdige Männlein mit dem dreiviertel Logo nicht und vertrauten lieber einem Vereinsmeier.

So zog das Männlein weiter und brachte einem anderen Verein sein Geld und versprach ihm die goldenen Zeiten. Dort durfte es mitregieren, bis sich herausstellte, dass es sein Kind verprügelt und noch andere schlimme Sachen gemacht hatte. So heftig es auch weinte: Das Männlein musste ins Gefängnis und der Verein, der sein Geld bekommen hatte und nun wenigstens schon silberne Zeiten erlebte, wollte kein Geld mehr von ihm und warf ihn auch aus der Regierung.

Als das die Leute vom anderen Verein erfuhren, lachten sie laut und vergaßen dabei, dass das Männlein im Gefängnis ja auch noch dreiviertel ihres Logos besaß.
Daran erinnerte das Männlein den Vereinsmeier – er schickte ihm eine Brieftaube mit einer Nachricht. So kam man ins Taubentauschen. Als das Männchen erfuhr, dass der Vereinsmeier das Dreiviertellogo nicht kaufen wollte, war es arg entäuscht. Guter Rat war nun teuer. Da kam plötzlich ein Motoradfahrer vorbei, der immer noch kein Engel war und sprach: Was willst du mit einem dreiviertel Logo im Gefängnis, verkauf es mir zurück.
Das tat das merkwürdige Männlein, denn es hatte längst die Hoffnung aufgegeben, das aus dem Logo ein Diamant würde… Und so endete das Märchen. Wenn man davon absieht, dass der Vereinsmeier und das Männlein immer noch Brieftauben tauschen…

Der BFC Dynamo hatte sich inzwischen ein neues Logo ausgedacht und beim Markenamt beantragt.  Aber leider ist dort bisher nur die Anmeldung eingegangen und das Logo noch nicht eingetragen. Und ob es jemals eingetragen wird, ist fraglich.

Gründung:

15. Januar 1966 als BFC Dynamo (Fußballabteilung)

Namen:

15. Januar 1966 als BFC Dynamo
ab 19. Februar 1990 – FC Berlin e.V.
ab 03. Mai 1999 – BFC Dynamo e.V. – Abstimmung Mitgliederversammlung
seit 26. Juli 2009 – BERLINER FUSSBALL CLUB DYNAMO e.V. – Abstimmung der Mitgliederversammlung

Logos:

Logo des BFC Dynamo / Jetzt auch Traditionslogo genannt

Logo des BFC Dynamo / Jetzt auch Traditionslogo genannt

Logo unter dem die Mannschaften des BFC Dynamo in der DDR-Zeit und nach der Rückbenennung spielten, bis zur Einführung des neuen Logos.
Markenrechtlich gehört dieses Logo beinahe völlig der BFC DYNAMO VERMARKTUNGSGESELLSCHAFT m.b.H., – die aber mit dem Fußballclub nichts mit Motorrädern aber einiges zu tun hat.
Die Warenklasse 41 – Durchführung sportlicher Aktivitäten unter der Marke – gehört  Thomas Thiel.

Logos des FC Berlin

Logos des FC Berlin

In der Zeit zwischen dem 19. Februar 1990 und dem 03. Mai 1999 spielte der Verein unter den Namen FC Berlin. Die Fanartikel mit den Logos der damaligen Zeit konnten sich aber bei den Fans nicht wirklich durchsetzen. Das Traditionslogo blieb für sie das eigentliche Logo.

Im Mai 2009 beantragte der Berliner Fußball Club Dynamo e.V. beim Markenamt die Eintragung folgenden Logos:

Berliner Fussball Club - als Marke beantragt

Berliner Fussball Club - als Marke beantragt

Bis heute ist eine Eintragung nicht erfolgt.
Auf Grund der Kritik von Fans und öffentlicher Kritik, vor allem an der Schreibweise, änderte der Verein das Logo noch einmal.

Nachgebessertes neues Logo des BERLINER FUSSBALL CLUB DYNAMO

Nachgebessertes neues Logo des BERLINER FUSSBALL CLUB DYNAMO

Nun besitzt der BERLINER FUSSBALL CLUB DYNAMO noch weitere Logos und er hat weitere Markenrechte beantragt. Noch vor dem “neuen” Logo beantragte der Verein ein anderes Bärchen.

Früher zierte es die Programmzeitschriften des BFC Dynamo. Nämlich dieses hier:

BFC-Bärchen

BFC-Bärchen

Diese Bildmarke wurde im Jahr 2007 eingetragen. Einen Widerspruch gab es nicht.

Anders sieht das bei Bärchen 2 aus:

BFC Bärchen 2

BFC Bärchen 2

Bärchen 2 wurde als Wort- und Bildmarke beantragt – am 18.7.2008 wurde sie eingetragen, aber offenbar legte jemand Widerspruch gegen die Eintragung ein, denn zur Zeit läuft ein Widerspruchsverfahren. (Wer da wohl Widerspruch eingelegt hat???)

Problematisch scheint mir allerdings die Eintragung des “BFC” als Wortmarke, gibt es doch in Berlin viele Fußballvereine, die das BFC im Namen führen. Warum sollte die Buchstabenkombination nun einer allein auf Bekleidung vermarkten dürfen. Hier müsste, denke ich, ein Freihaltebedürfnis bestehen und die Eintragung vom Markenamt abgelehnt werden. BFC heißt: Berliner Fußballclub – und davon gibt es viele!

BFC Wortmarke (KLICK)

Die Marke, die der BERLINER FUSSBALL CLUB DYNAMO  e.V. (so schreibt sich der Verein laut Satzung jetzt), aber außerdem noch besitzt und die auch schon seit einigen Jahren eingetragen ist, wäre mein persönlicher Favorit gewesen. Auch dem meisten Fans hätte dieses Logo vermutlich besser gefallen, als der arme Bär hinter Gittern. Aber wahrscheinlich wissen sie gar nicht, dass es dem Verein gehört. Es sieht so aus:

Dynamo est 1966

Dynamo est 1966

Angemeldet im Mai 2005, im September eingetragen und seither im Besitz des Vereins – Widerspruch wurde von niemandem eingelegt.

D-1966 – Wort-Bildmarke (KLICK)

Logo, Logo, du musst wandern
von dem einen zu dem andern.
Das ist hübsch, das ist schön.
Lasst das Logo nur nicht seh’n.


Zukunft

Zukunft ist, wenn die Enkeltochter meiner Enkeltochter von ihrer Enkeltochter gefragt wird: Oma, was ist das eigentlich, eine Schreibmaschine?


Totgeglaubte leben länger – 60 Jahre DDR

Die DDR ist tot. Eigentlich ist sie tot. Vielerorts wird in diesen Tagen eine Wende gefeiert, die keine Wende war. Und eine Revolution war es auch nicht. Obwohl man – aus politökonomischer Sicht – sogar den Begriff durchgehen lassen könnte. Immerhin änderten sich die Produltionsverhältnisse. Aber es war kein Fortschritt. Das Volk der DDR wurde enteignet, auch wenn es nie geglaubt hatte, dass es jahrzehntelang die Herrschaft über die Produktionsmittel und sogar die politische Macht besaß. Das Volk entschied sich für Bananen und die D-Mark und hatte im Staatsbürgerkundeunterricht nicht aufgepasst, weil der langweilig war. Und natürlich war unsere Republik miefig, bieder und brav und manchmal auch kriminell. Aber sie war eben auch die Hoffnung auf Veränderung. Die Hoffnung auf eine friedliche, gerechte Gesellschaft. Auch für viele Menschen, die damals gar nicht wussten, dass sie so denken. Ein wirklicher Sozialismus braucht Menschen, die ihn wollen. Ohne die geht es nicht. Jenes: Wir wissen schon was gut für dich ist – und mach, was wir dir sagen! – das funktioniert eben nicht.

Fällt mir grad so ein: Wir (und damit meine ich die Menschen um mich herum) haben damals in der DDR alle gern den Spiegel gelesen. Wenn Angela – unsere Freundin aus München -, mutig wie sie ist, die gesammelten Zeitschriften eines halben Jahres mitbrachte (im Reisebus versteckt), dann stürzten wir uns auf die Artikel, egal, wie alt sie waren.

Jetzt taugt der Spiegel nicht einmal im Wartezimmer etwas. Da ziehe ich dann doch mein Buch vor. Schließlich gibt es ja Spiegel online, reicht auch.

Jedenfalls ist die tote DDR eben nicht tot. Das merkt man ganz deutlich und andauernd: An Wahlergebnissen, an den Ansprüchen von Menschen an Gerechtigkeit und Chancengleichheit, am Hass, der ihr entgegenschlägt, an unseren Wunden und unseren Narben – und auch an unseren begrabenen Hoffnungen. Die DDR sitzt jetzt wie ein Stachel im Fleisch des bundesdeutschen Kapitalismus.

Es gibt ja noch Hoffnung: Sie hat trotz allem überlebt. Die IDEE ist in uns nicht auszurotten. Und wir kennen ja die Fehler und Schwächen des gescheiterten Versuchs.

Trotz alledem: Herzlichen Glückwunsch zum 60. Jahrestag DDR!

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Vorsicht vor kleinen Hunden und großen Männern!

Mir war ja de Bundesbankpräsident Axel Weber beinahe sympathisch geworden. Sympathisch, weil er Thilo Sarrazin nach dessen neuerlichen Hetzreden, wenigstens zum Rücktritt aufgefordert hatte. Beinahe, weil ein Bundesbankpräsident in diesem Lande per se andere Interesen vertritt als die Mehrheit seiner Bürger.
Kurz vor dem Schlafengehen, und zugegeben reichlich müde, las ich gestern ein ellenlanges Interview mit Axel Weber im Handelsblatt. “Bundesbankpräsident warnt vor Steuersenkungen” titelete die Zeitung, und ich wollte wissen, warum der Sarrazin-Kritiker vor Steuersenkungen warne – wo doch all die Freunde der Marktwirtschaft davon träumen. Bei solchen Steuersenkungen geht es niemals um die Bedürftigen, sondern immer um die Spitzensteuersatzzahler, die glauben, der Staat mache sie arm und unter den Tisch kehren, dass es die Armen sind, die sie reich machen.
Nachdem ich gestern das Interview gelesen hatte, nahm ich mir vor, gleich heute am Morgen darüber zu schreiben, so wütend hatte es mich gemacht. Aber heute Morgen hatte ich schon vergessen, was ich gelesen hatte. Es kamen einfach keine Menschen darin vor, das war als Essenz geblieben.
So musste ich heute noch einmal lesen. Menschen kommen wirklich nicht vor.

Wenn Weber auf die Frage antwortet, ob wir jetzt weniger Kündigungsschutz brauchen, liest sich das so:

“Der Kündigungsschutz ist ein Teil der Maßnahmen, die diskutiert werden müssen. Dank der vergangenen Reformen unterscheiden die Unternehmen heute noch stärker als früher zwischen stark geschützten Kernbelegschaften, die sie auch in wirtschaftlich schlechten Phasen halten, und Randbelegschafen zur Abfederung eines vorübergehenden Mehrbedarfs. Dazu zählt auch die Leiharbeit, deren merkliche Flexibilisierung insofern den Kündigungsschutz für die Kernbelegschaft noch wirksamer macht. Das ist eine Flexibilität, die wir früher nicht hatten und die jetzt dazu beigetragen hat, dass die Rezession keine so starken Effekte hat. (Quelle: Handelsblatt vom 4.10.2009 – LINK)

Der Bundesbankpräsident Weber kennt natürlich Robert nicht. Aber ich kenne Robert. Robert hat beinahe alles richtig gemacht. Nur nett hätte er nicht sein sollen. Robert mag eigentlich keine Hunde. Katzen auch nicht, aber das spielt hier keine Rolle.

Robert hat eine ordentliche Schulausbildung, das Abitur legte er auf einem katholischen Gymnasium ab, und weil er nicht studieren wollte, um seine alleinstehende Mutter möglichst bald unterstützen zu können, sah er sich nach einer Ausbildung um.

In knappen drei Jahren wurde aus dem Abiturienten ein Groß- und Außenhandelskaufmann mit einem guten Zeugnis. Im Ausbildungsbetrieb konnte Robert leider nicht übernommen werden, musste man doch gerade sparen und legte Betriebsteile zusammen und verkleinerte die Belegschaft. Da war kein Platz für Robert.

Doch er fand eine Anstellung in einer kleinen Firma, gleich um die Ecke, die stellte ihn zur Probe an und hätte ihn bestimmt auch behalten, wäre sie nicht Opfer der Finanzkrise geworden, denn ihr Hauptkunde hatte sich an der Börse verspekuliert, er zahlte die Rechnungen nicht mehr und zog so Roberts Firma mit. Frisch auf der Straße – nicht liegend, sondern stehend – machte sich Robert sofort auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber und belegte drei Abendkurse an der Volkshochschule. Hatte er doch gelernt, dass man sich stets weiterbilden muss, um auf dem Arbeitsmarkt mit Alleinstellungsmerkmalen aufwarten zu können. Groß- und Außenhandelskaufleute gibt es es schließlich viele, aber wahrscheinlich beherrscht keiner von denen die Programmiersprache Pascal und kann außerdem jederzeit eine Feng Shui-Beratung durchführen. Seit Robert auch noch erfolgreich eine von der Arbeitsagentur vermittelte Zusatzausbildung als Bauzeichner mit CAD abgeschlossen hatte, schien ihm sicher, dass es nur noch  Tage oder allerhöchstens Wochen dauern könnte, bis er die richtige Stelle fände.

Er schrieb täglich viele Bewerbungen, recherchierte ausgiebig im Internet und kaufte alle regionalen und überregionalen Zeitungen.

Und siehe da, wenige Wochen später bekam Robert einen Brief von dem Personalleiter eines Familienbetriebes, der in den letzten Jahren nicht wenige Innovationspreise gewonnen hatte und großes Ansehen genoss. In dem Brief stand, dass sich um die vakante Stelle sehr viele geeignete Bewerber beworben hätten und deshalb ein Auswahlverfahren nötig sei. So wurde Robert innerhalb weniger Tag ganz ohne Arzt auf  Herz und Nieren geprüft.

Tatächlich: Robert gewann das große Los, bekam die Stelle und wähnte sich auf der Seite der Gewinner.  Zwar erhielt er, wie heutzutage üblich nur einen befristeten Vertrag, aber er war sich seiner sicher und das konnte er ja auch, schließlich war er jung, gut ausgebildet und fleißig. Da machte es auch nichts, dass sein Gehalt vorerst kaum zum Leben reichte, schließlich bot ihm die Firma viele Aufstiegsmöglichkeiten und beinahe jeder (ja, er glaubt auch das!) hat mal klein angefangen. In den ersten 14 Tagen ging Robert mit einem fröhlichen Gesicht zur Arbeit.

Und dann kam der Hund. Ein ganz, ganz kleiner Hund. Robert konnte kleine Hunde ebensowenig leiden wie große Hunde. Solche Hunde wie den, solche sehr kleinen, nannte er gewöhnlich Kampfratte. Der Hund kam nicht langsam, er rannte an Robert vorbei, seine Besitzerin, eine Frau im Rollstuhl, rief ihn verzweifelt und angstvoll und Robert hechtete dem Hund hinterher. Dabei geriet er mit dem rechten Bein in eine Straßenbahnschiene.

Als Robert wieder erwachte, lag er in einem Krankenzimmer. Komplizierter Bruch, hieß es und man habe ihm acht Schrauben einsetzen müssen, aber in wenigen Tagen müsse er trotzdem noch einmal operiert werden. Robert stöhnte: Gerade jetzt. Drei Tage später brachte ihm seine Mutter einen Brief mit ins Krankenhaus, von der Firma. Er war ja noch in der Probezeit. Man wünsche ihm alles Gute für den weiteren Lebensweg, stand unter der Kündigung.

Scheiß Kampfratte, dachte Robert.

Übrigens: Inzwischen arbeitet Robert in einer Leiharbeitsfirma und hilft bei Inventuren. Er will jetzt doch studieren. Hunde kann er immer noch nicht leiden. Große Männer – Bundesbankpräsidenten und so – interessieren ihn nicht.







Soduko für Paul


Wer nicht spielt, lernt weniger!


 
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